Veröffentlicht in Aus dem Alltag

Musikgeschmack #CoronaTagebuch

Was ist eigentlich mit meinem Musikgeschmack geschehen? Als diese ganze Corona-Sache losging überkam mich urplötzlich das Bedürfnis nach Party-Musik aus den Anfang 2000ern. Ich schätze ich wollte in alten Zeiten schwelgen. Denn auch wenn meine Party-Karriere nicht lange anhielt, so habe ich doch immer gern die Lieder gehört, zu denen wir im Club getanzt haben. Schon wenn ich „im Club tanzen“ schreiben, muss ich innerlich kichern. Das klingt so komisch aus meine Mund – äh, aus meiner in die Tastatur tippenden Hand. Es klingt als würde ich probieren, cool zu sein. Bin ich nicht und war ich nicht. Zumindest nicht auf eine „im Club tanzende“ Art.

Jedenfalls habe ich bei Spotify irgendetwas mit „Party“ und „2000“ eingegeben. Dies führte mich zu einer Playlist, die mittlerweile mein täglicher Begleiter geworden ist: „Party hits circa early 2000’s“. Ich liebe diese Beschreibung. So ganz genau muss man es mit den Jahrzehnten ja nicht nehmen. Hauptsache nicht zu aktuell, aber auch nicht so alt, dass ich mich nicht mehr daran erinnern könnte. Ich höre in die ersten Lieder hinein und fühle mich sofort abgeholt. Der einzige Nachteil ist, dass ich schlechte Texte heutzutage weniger gnädig überhören kann. Hin und wieder wird geskipped. Aber alles in allem ist dies eine Playlist, die meine Jugend widerspiegelt. Besonders erfreut bin ich, als die ersten Hannah Montana – Lieder durch die Lautsprecher dröhnen. Der Begriff „Party Hits“ wurde hier sehr weit ausgedehnt – ganz nach meinem Geschmack!

Doch es endet nicht bei Party-Hits aus den 2000ern. Als ich beim Tomaten schneiden lauthals und vollends begeistert das Einsing-Lied „Tomatensalat“ aus Kinderchorzeiten zu schmettern beginne (und zwar bis zum Schluss! Wer es kennt, weiß, wie lang und nervtötend es ist) muss ich mich doch ein wenig über mich selbst wundern. Ich frage meinen Mann schließlich, ob ich schon verrückt geworden bin. Er bejaht natürlich. Ich wundere mich nicht. Gut nur, dass er mich das auch regelmäßig fragt. So sind wir zusammen verrückt.

Also alles wie immer.

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