Veröffentlicht in Aus dem Alltag, Glauben

Darf ich sauer sein? – Von Gefühlen, alten Zeiten und Rockmusik…

Heute war ich frustriert über etwas. Ich habe mich nicht direkt aufgeregt, ich war auch nicht furchtbar wütend. Einfach nur ein wenig frustriert, weil ein Projekt nicht so voran ging, wie ich mir das wünschte. So, dass man innerlich angespannt ist und denkt „Oooch mennooo“ oder „Hrmpf, das nervt“. Nach ein paar Bemühungen konnte ich erst einmal nichts daran ändern und beschloss, die Wäsche abzunehmen. Praktische Arbeit gleicht mich aus, wenn gedankliche Arbeit ins Stocken gerät. Einfach nur Wäsche abhängen gibt es bei mir jedoch eher selten – Musik musste her. Musik, die meinem Frust ein wenig Ausdruck verleihen würde. Instinktiv, als wären die letzten zehn Jahre niemals vergangen, gab ich Avril Lavigne in mein Handy ein. Die „alte“ Avril Lavigne natürlich, die mit „Let go“ und „Under your Skin“. Ein wenig rockig, hier und da leicht aggressiv und doch unglaublich gefühlvoll. (Ich vermisse solche Musik im Radio.) Während ich also aus voller Kehle mitsinge und die Wäsche abhänge, frage ich mich: Muss ich mich schlecht fühlen? Schlecht, weil ich meine Gefühle nicht einfach beiseiteschiebe und in tiefenentspanntes Vertrauen übergehe? Schlecht, weil ich weltliche Rockmusik eingelegt habe statt christliche Worship-Musik?

Unwillkürlich muss ich noch einmal an die Zeit vor zehn Jahren denken. Damals war es eines meiner größten Hobbys, Lieder zu schreiben. Das mache ich heute immer noch gelegentlich, aber damals war das definitiv etwas anderes. Ich schrieb über jeden Herzschmerz, jede Trauer, jede Wut, jeden Jungen, in den ich nur ansatzweise verliebt war und jeden philosophischen Gedankengang. Und ich erinnere mich, wie einmal jemand zu mir sagte, dass meine Lieder häufig so verbittert klingen würden. Das stimmte mich nachdenklich. Ja, derjenige hatte nicht ganz Unrecht. Aber merkwürdigerweise empfand ich das überhaupt nicht als etwas Negatives. Ich empfand es als Ausdruck meiner Emotionen und als Verarbeitung von bestimmten Situationen. Dass man das Negative stärker verarbeiten muss als das Positive erschien mir nur logisch. Dass meine Texte manchmal ein wenig verbittert klangen hieß nicht, dass ich verbittert durchs Leben ging. Ich hatte nur einen gut ausgeprägten melancholischen Charakterzug…

Ich glaube, dass unter Christen manchmal das Missverständnis herrscht, dass wir keine negativen Emotionen zeigen dürfen. Wir sollen doch all unsere Sorgen auf Gott werfen! Wir dürfen ihn um Hilfe bitten! Und Gott wird genau das bewirken, was wir brauchen, auch wenn wir es auf den ersten Blick nicht erkennen! Ja. All das glaube ich von ganzem Herzen. Aber wo genau steht, dass ich all meine Gefühle herunterschlucken muss, sodass sie wie ein Kloß im Hals stecken bleiben?

Der durchaus berechtigte Gedanke hinter dieser Sorge ist wohl, dass es ungesund ist, dauerhaft mit Bitterkeit im Herzen zu leben. So, dass diese Bitterkeit an anderen Menschen ausgelassen wird und immer mehr die Liebe wegspült, mit der wir eigentlich ans Leben herangehen möchten. So, dass wir uns selbst im Weg stehen. Doch meiner Ansicht nach sind Gefühle erst einmal weder negativ noch positiv. Sollte ich nicht auch wütend und sauer über Ungerechtigkeit in der Welt sein? Die Frage ist viel mehr: Was mache ich mit den Emotionen? Schlucke ich sie herunter, lasse sie nicht zu und platze fast? – spätestens dann, wenn die tagesschau von der nächsten Katastrophe berichtet, ich den aktuellen Kontostand sehe, der Ehepartner etwas Unsensibles sagt oder die Kinder zu laut schreien… Oder verarbeite ich sie lieber gleich?

Nun, natürlich gibt es unterschiedliche Wege der Verarbeitung. Hätte ich die Jungs, die mir damals das Herz gebrochen haben, angeschrien und beleidigt, wäre das sicherlich nicht sonderlich hilfreich gewesen. Ein Lied über die Emotionen zu schreiben, die in mir vorgingen, war für mich der perfekte Weg, ohne Hass und Bitterkeit im Herzen loszulassen und weiterzugehen. Und da war auch eine andere Person, die zu mir sagte: „Das ist doch nicht komisch – die erfolgreichsten Lieder wurden über Herzschmerz geschrieben!“ Erfolgreich bin ich zwar nicht geworden, aber ermutigt hat es mich trotzdem. Meine Emotionen sind okay. Ich muss den Berg überwinden statt so zu tun, als wäre er nicht da. Und wenn ich dafür Lieder verwende, ist das gut.

Und so fühle ich mich auch heute nicht schlecht, als ich meinen Gefühlen mittels altmodischer Rockmusik Raum verleihe. Danach geht es mir besser und ich habe niemandem wehgetan, auch nicht mir selbst. Aus vollem Herzen kann ich Gott nun meine Situation anvertrauen. Zu ihm darf ich so kommen, wie ich bin. Und ich glaube weiterhin, dass er den roten Faden durch mein Leben spinnt – so wie immer.

Finde deinen Weg, um Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Ist es ein Boxsack? Gedichte? Stundenlange Gespräche mit einer Freundin? Ein ausgedehnter Spaziergang?

In Erinnerung an Avril Lavigne läuft während ich dies schreibe übrigens ihr aktuelles Album im Hintergrund – ich war neugierig. Und mich beschleicht das Gefühl, dass auch die liebe Avril schon viele emotionale Zustände durchgemacht hat…

Constanze

(Photo by Haley Powers)

Veröffentlicht in Aus dem Alltag

Ein Konzertbesuch

Ich sitze in der Rathausdiele im Rathaus meiner Heimatstadt. Der Chor meines Mannes gibt heute ein Konzert. Es ist ein Ort, an dem ich schon selbst bei Musikschulvorspielen am Flügel gesessen habe. Das waren immer die wichtigen Konzerte, vor denen ich besonders viel Respekt hatte. Hier habe ich am ehesten mal ein schickes Oberteil getragen, gegen das ich mich als Kind sonst eher gewehrt habe.  „Aber nächstes mal ziehst du etwas Schickes an!“ hat meine Klavierlehrerin immer gesagt. Irgendwann sind meine Mama und ich mal shoppen gegangen. Ich erinnere mich an ein langes weißes, blumenbesticktes Shirt mit  breiter werdenden Ärmeln. Im Endeffekt hat es ihr aber glaub ich gereicht, wenn ich gut gespielt habe.

Ich habe meine Wurzeln in der klassischen Musik. Mein Mann auch. Es erscheint mir oberflächlich betrachtet eine unwichtige Gemeinsamkeit, aber irgendwie verbindet sie doch. Während ich heute der Popmusik emotional zugewandter bin und mein Mann immer noch klassischer Musik nachgeht, haben wir doch ein musikalisches Verständnis füreinander. Mein Mann ist in der Lage, sinnvolles feedback zu geben, wenn es um die Lobpreismusik im Gottesdienst geht und ich ebenso für die klassische Chormusik. Viel wichtiger jedoch – wir wissen es zu schätzen, was der andere macht und unterstützen uns gegenseitig. Feedback und Kritik sind dabei nur zweitrangig.

Als ich meinen Mann heute seit längerer Zeit mal wieder im Anzug mit Fliege sehe, muss ich lächeln. Sein Zeitplan lässt es erst seit kurzem wieder zu, dass er Teil eines Chores sein kann (obwohl: Geht es dabei wirklich um Zeit?), aber ich sehe sofort, dass er in seinem Element ist. Ich schaue mich um und sehe hauptsächlich ältere Leute im Publikum. Aber das ist nichts Ungewöhnliches für mich. Ganz im Gegenteil, ich genieße es. Habt ihr schon einmal beobachtet, wie klassische Musik Menschen glücklich machen kann? Es gibt kaum etwas Schöneres, als das Lächeln auf dem Gesicht meiner Nachbarin zu sehen und das geflüsterte „Toll“ zu hören, nachdem ein Lied ausgeklungen ist. Klassische Konzerte sind ein Ort, an dem ich Generationenverbundenheit spüre.

Heute bin auch ich wieder sehr begeistert. Die Qualität ist top. Besonders die lauten Lieder mag ich. Das war schon immer so. Wenn das Orchester so richtig reinhaut, der Chor so richtig abgeht, dann krieg ich Gänsehaut. Der Dirigentin nehme ich jede Handbewegung ab – sie ist mit Herz und Seele dabei. Sogar die Soli eines professionellen Tenors kann ich genießen. Viel mehr begeistert mich jedoch (natürlich) der Pianist, der ihn begleitet. Flinke Finger mit so viel Präzision. Soweit habe ich es nie geschafft, aber das kann ich heute neidfrei feststellen. Doch wisst ihr, wer mich sogar noch mehr begeistert? Die junge Frau, die neben ihm sitzt und die Noten umblättert. Gerader Rücken, voll konzentriert. Im letzten Moment steht sie auf und blättert flink die Seite um, genau zur richtigen Zeit. Diesen Job habe ich immer geliebt. Das mag merkwürdig klingen, scheint er doch so irrelevant und hintergründig. Doch meiner Ansicht nach verrät er viel Können und ist eine unglaublich wichtige Zuarbeit. Konzentriert die Noten zu verfolgen ist nicht immer leicht. Und dann auch noch genau so aufzustehen und genau so die Seiten umzublättern, dass der Pianist dadurch nicht belästigt wird – ein Vorgang, für den ich nur ganz bestimmte Leute anfrage, wenn ich selbst Klavier spiele.

Diagonal vor mir sitzt ein junges Mädchen, womöglich das einzige im Saal. Ich schätze, es ist acht oder neun Jahre alt. Das heutige Konzert besteht unter anderem aus längeren informativen Moderationsanteilen. Da kann ich es dem Mädchen nicht übel nehmen, dass es ihren Kopf auf die Schulter ihrer Oma legt. Doch während der Lieder tut sie manchmal mit ihren Fingern so, als würde sie selbst Klavier spielen. Sie ist aufmerksam. Es ist schön, das zu beobachten. Und wahrscheinlich erinnert sie mich mit ihrem imaginären Klavier auch ein wenig an mich selbst.

So viel verknüpfe ich nun schon mit diesem Ort. Eigene Klaviervorspiele in der Kindheit, standesamtliche Hochzeiten (inklusive meiner eigenen), Konzerte, eine Podiumsdiskussion, eine Ausstellung… In letzter Zeit fallen mir immer mal wieder Orte in der Stadt auf, die für mich in gewisser Weise „geschichtsträchtig“ sind. Und ich muss darüber schmunzeln, wie sie immer wieder neu geprägt werden. Denn hätte ich jemals als Kind bei einem meiner Klaviervorspiele in der Rathausdiele gedacht, das ich dort auch einmal im weißen Kleid stehen würde, um zu heiraten? Dass ich meinen Mann bei einem Konzert beobachten würde?

Wenn ich an solche Orte komme, kommen all diese Erinnerungen zurück – ich kann gar nichts dagegen tun. Ich erinnere mich daran, wie aufgeregt ich war, während ich darauf gewartet habe, dass ich mit dem Vorspielen dran bin. Ich erinnere mich an andere Schüler, mit denen ich mich verglichen habe. Die vor dem Losspielen gefühlte zehn Minuten still und andächtig vor den Tasten saßen und sich auf ihr Stück konzentriert haben. Ich erinnere mich daran, dass ich es als unangenehm empfand, mich zu verbeugen. Und dann auf einmal – wie ein unerwarteter Schnitt im Film – die Erinnerung an das Vorgespräch für die standesamtlichen Hochzeit hinter der Tür, die nur ein paar Meter von meinem jetzigen Sitzplatz entfernt ist. Die Erinnerung, wie mein Mann und ich schmerzhaft künstlich probieren, ernst und erwachsen zu wirken, während die Standesbeamtin uns Löcher in den Bauch fragt und mal wieder die Frage aufkommt, ob „evangelisch-freikirchlich“ eine amtlich zu erfassende Konfession ist (laut Standesbeamtin ja, laut Bürgeramt nein).

Manche Menschen gehen gern weg. Auch ich mache das hin und wieder. Nach der Schule dachte ich, dass ich „so richtig langfristig“ weggehen müsste – so wie das eben alle gemacht haben. Dabei habe ich wohl mehr auf irgendeinen Zeitgeist gehört als auf mich. Denn mittlerweile weiß ich: Ich komme gern zurück. Zurück zu alten Orten, die ich neu gestalten kann. Vertraute Umgebungen geben mir Mut, Neues auszuprobieren. Kennst du diese berühmte Komfort-Zone? Ob du es glaubst oder nicht: Du kannst sie auch dann verlassen, wenn du am selben Ort bleibst. Das habe ich lange Zeit nicht begriffen. Ich dachte, dass nur neue Orte Neues mit sich bringen könnten. Ich sah all die Weltenbummler und „in die Großstadt Ziehenden“ und wie dieser Lebensstil sie belebte.

Aber mich belebt das hier. Genau hier. Verschiedene Erinnerungen, aus denen ich Verschiedenes gelernt habe. Mich belebt meine Heimatgemeinde, in der ich aufgewachsen bin und die doch so viel mehr für mich ist als nur „meine Heimatgemeinde“. Sie ist ein Ort, an dem ich immer wieder neu auftanken und neu mitarbeiten kann. Mich belebt die Uni-Mensa, ich der ich bereits als Schüler, als Student und nun als „Pseudo-Student“ gegessen und die witzigsten Unterhaltungen am Nachbartisch belauscht habe (im Ernst: die Mensa ist der beste Ort, um Stoff für Fernsehsoaps zu sammeln).

Ich sage nicht, dass jeder zurückkehren oder immer am gleichen Ort bleiben muss – das wäre auch nicht gut. Aber im Endeffekt geht es gar nicht um die Orte an sich, sondern darum, was du aus ihnen machst, wie du sie füllst, wie du sie prägst.

Ich bin froh, dass ich zum Konzert gegangen bin, denn das war eigentlich gar nicht geplant. Es hat einen alt bekannten Ort mal wieder neu geprägt. Es hat mir bewiesen, das Altbekanntes immer wieder aufs Neue Relevanz haben kann. Und somit ist das Rathaus zu einem Bild für mich geworden. Ein Bild dafür, dass ich momentan genau hier genau richtig bin.

Constanze 

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Pop oder Flop? – Musikempfehlungen

Gerade eben habe ich viel zu viele Pancakes verdrückt (gesunde, muss ich dazu sagen! Bananen-Haferflocken-Vollkorn-Pancakes, mjammm…) und dabei über ein Thema nachgedacht, welchem ich auf meinem Blog noch nicht so viel Raum gegeben habe: Musik! Neben dem Schreiben ist es eins meiner größten Hobbys – und zwar nicht nur das Machen von Musik, sondern vor allem auch das Hören. Ja, ich würde es tatsächlich als eine meiner liebsten Freizeitbeschäftigungen bezeichnen, zu Hause die Lautsprecher laut aufzudrehen und eine One-Woman-Dance-Party zu schmeißen. Oder dabei laut singend durch die Wohnung zu wuseln und aufzuräumen. Ganz egal. Musik ist für mich vor allem ein Ventil für Emotionen. Und doch noch viel mehr: Sie ist komplex, spannend, kreativ, anspruchsvoll. Genau deswegen kann es auch nicht jede Musik für mich sein.

Im Geiste sehe ich bereis einige meiner Freunde zweifelnd die Stirn runzeln und ich gebe zu: eine gewisse Berechtigung hat es. Meine Lieblingsgenre ist die Pop-Musik und einige Zeit war ich dafür bekannt, auf typische Girly-Mainstream-Musik zu stehen. Da hatte ich sozusagen meinen Start. (Manchmal werde ich auch „rückfällig“, siehe hier.) Aber mal ehrlich: Das ist nun gut 10 Jahre her. Der Pop-Musik bin ich treu geblieben, doch habe ich mittlerweile die Vielfalt in diesem Genre entdeckt. Heute mag ich Rock-Pop, Indie-Pop, Country-Pop, Jazz-Pop, Accapella-Pop… Ich mag alles in der Pop-Musik, dass etwas besonderes an sich hat. Ein bestimmtes Merkmal, etwas Neues, etwas Kreatives. Und um meinem schlechten Ruf nun endlich ein wenig aufzubessern Und um euch ein wenig daran teilhaben zu lassen, folgen heute drei meiner aktuellen Lieblingskünstler aus dem Pop-Bereich, von denen ich glaube, dass sie dieses „gewisse Extra“ mitbringen:

1.) HAIM

HAIM ist eine Band bestehend aus drei Schwestern, die ich im letzten Jahr entdeckt habe. Ihr aktuelles Album „Something to tell you“ läuft seitdem regelmäßig bei uns zu Hause. Es gehört zu dieser Art Musik, die man jederzeit hören kann. Die Art Album, die ich anmache, wenn ich nicht weiß, was ich sonst hören soll. Sie ist sowohl gut als Hintergrundmusik geeignet als auch zum bewussten Hören. Aus meiner Sicht schaffen das nur wenige Pop-Künstler! Wer keine piepsigen Frauenstimmen mag, liegt hier genau richtig. Die Frontsängerin hat eine angenehme, sanfte Stimme, mit der sie sowohl flottere als auch ruhige Lieder toll interpretiert. Die Musik glänzt für mich vor allem durch interessante Rhythmen und Harmonien in der Mehrstimmigkeit. Dieses Album wird für mich ein zeitloser all-time Favorit sein! Dazu kommt, dass ich das Auftreten und die Ausstrahlung der drei jungen Frauen absolut einzigartig, lässig und natürlich finde. Zum Reinhören in meinen persönlichen Liebling „Little of your Love“ geht’s hier lang. Auch das Musikvideo zu „Want you back“ kann ich sehr empfehlen – simpel, und dennoch unterhaltend.

2.) Tyler Ward

Tyler Ward gehört zu den bekanntesten Popmusikern in der YouTube-Szene. Genau deswegen war ich auch lange Zeit ein wenig skeptisch. Wie alle anderen Musiker, die auf YouTube bekannt werden möchte, begann er seine Karriere mit Covers von bekannten Künstlern. Die waren mir oft nicht spannend genug – es war eben das, was alle gemacht haben. Seit ein paar Jahren überzeugt mich seine eigene, selbstgeschrieben Musik allerdings immer mehr und auch seine Covers finde ich nun kreativer. Er schreibt sehr emotionale Texte und bringt diese authentisch rüber. Seine Musik ist häufig eher akkustisch, allerdings hin und wieder von Rock- und Country-Einflüssen durchzogen. Wer Country-Musik mag sollte mal in seine EP „Yellow Boxes“ reinhören. Sein neuestes Projekt überzeugt mich im Besonderen: Er hat das komplette aktuelle Taylor-Swift-Album „Reputation“ neu interpretiert. Jetzt werdet ihr denken: Jaaaa, Constanze und Taylor Swift, das ist ja klar, dass sie das mag… STOP! Gebt diesem Cover-Album unbedingt eine Chance. Tyler Ward hat etwas ganz Neues daraus gemacht und dem Original dennoch Rechnung getragen. Besonders interessant finde ich „Look what you made do“, aus dem er eine richtig rockige Version gezaubert hat. Auch zu „I did something bad“ gibt es ein Musikvideo. Das komplette Album könnt ihr zum Beispiel bei Spotify anhören. Unbedingt einmal von vorn bis hinten durchhören und laut aufdrehen nicht vergessen!

3.) For King & Country

Was christliche Musik angeht, bin ich interessanterweise besonders anspruchsvoll. Nicht unbedingt, wenn es um die Lobpreismusik im Gottesdienst geht – da kann ich mich anpassen, mich auf den Text konzentrieren oder auch einfach mal schweigend die Gegenwart Gottes genießen. Doch wenn eine christliche CD bei mir zu Hause laufen soll, muss sie so einige Tests bestehen. Das Album „Run wild. Live Free. Love Strong.“ von For King & Country hat sie sofort bestanden! Freunde von mir haben mir das Album vorgespielt und es hat mich durch zwei Aspekte sofort überzeugt: 1. Die Instrumentation ist vielseitig und kreativ. Und auch hier fällt wieder auf, dass ich ein großer Rhythmus-Fan bin. Es wird viel mit Schlagzeug gearbeitet, anderem Schlagwerk wie Glocken und sogar Orgelklängen. 2. Die Texte sind super. Sie sind nicht „ausgelutscht“, einseitig oder etwas, was man schon tausend mal gehört hat. Sie sind ermutigend, aufbauend und sprechen ins Leben. Keine andere christliche Band hat mich bisher so sehr durch Instrumentation, Melodie und Text überzeugt. Und ich behaupte mal ganz wagemutig, dass dieses Album auch denjenigen gefallen kann, die sonst keine christliche Musik hören oder nicht gläubig sind. Die Texte sind verständlich und alltagsnah, da ist für jeden was dabei. Hier geht’s zum Reinhören in meinen persönlichen Favoriten, das Titellied „Run wild. Live free. Love Strong“. Und auch hier wieder: Unbedingt einmal das Album von vorn bis hinten durchhören, laut aufdrehen nicht vergessen!

Was ist momentan euer persönlicher Musik-Favorit? Hat euch eine dieser drei Empfehlungen gefallen?

Ich wünsche euch einen wunderbaren Start in die neue Woche!

Constanze

(Photo by Mark Solarski)