Veröffentlicht in Aus dem Alltag, Lifestyle

Achtung, ich kommeee…

Vor kurzem bin ich unter die Fahrrad-Fahrer gegangen. Das war eigentlich nie mein Ding, trotz wiederholter Versuche. Zuletzt hat es mir glaub ich Spaß gemacht, als ich mit meinen Mädels am Freitag Nachmittag zum Teenager-Treff unserer Gemeinde gefahren bin. Aber das war wohl was anderes. (Und auf dem Weg gab es Brombeer-Sträucher, hmm.)

In meinem Freiwilligen Sozialen Jahr legte ich mir ein gebrauchtes Fahrrad zu – überzeugt davon, dass ich mehr Sport machen müsste. (Joggen hatte ich zu diesem Zeitpunkt mal wieder abgewählt. Von meinem geliebten Pop Pilates hatte ich damals noch kein Ahnung.) Klappernd und ohne Licht suchte ich mir die verworrenen Wege durch die Großstadt Dresden. Ich hatte kein Händchen dafür, die besten Fahrrad-Pfade ausfindig zu machen. Eher fuhr ich konsequent über unbequemen Schotter. Orientierung ist leider nicht mein Ding. Genau das hat mich immer abgeschreckt: Ich musste mir vorher einen genauen Plan über meine Route machen, sonst ging ich verloren. Das waren noch Zeiten, als mir dabei eine echte Karte behilflich war statt Google Maps… Und erst als ich gemeinsam mit anderen auf dem Fahrrad unterwegs war, stellte ich fest, dass ich nur dann wirklich schnell vorankam, wenn ich durchgängig in die Pedale trat. Wie, was? Durchgängig treten? Das war ja wirklich Sport!

Doch der größte „Abturner“ war wohl immer das Hervorholen aus dem Keller. Puh. Man erkläre mir bitte das Geheimnis des „Gleichzeitig Tür aufhalten und Fahrrad durchschieben“’s… Ach und dann noch dreimal um die Ecke und die Treppe hoch natürlich. Das gleicht einer Tanz-Routine, die man vielleicht nach langer Übung meistert und dann nicht einmal mehr weiß, wie genau man das eigentlich anstellt.

Und zum Schluss: das verschwitzte Ankommen und die Helm-Frisur. Herzlichen Glückwunsch.

Und doch habe ich es nun getan. Ich habe mir ein Fahrrad angeschafft. (Das alte 50-Euro-Gestell wurde mir geklaut, als ich vergaß, es in der Innenstadt anzuschließen und aus dem Geschenkten danach sprang regelmäßig die Kette heraus.) Jetzt habe ich ein wirklich Funktionierendes. Um ehrlich zu sein: Die Motivation für den erneuten Versuch, Fahrrad zu fahren, war rein finanziell. Doch wir haben mehr als 50 Euro investiert, damit es auch Spaß machen würde. Denn ja, ich habe Lust darauf, Spaß daran zu haben! Dieses mal will ich es richtig machen. Ich will zur richtigen Fahrrad-Fahrerin werden. So eine, die ohne Schwitzen lässig den Berg hochkommt und schneller ist als die Straßenbahn. (Mal wieder übermotiviert? Ein wenig vielleicht.) Ich fahre nun seit etwa drei Wochen regelmäßig und wisst ihr was? Es hat funktioniert. Ich habe Spaß!

Das durchgängige Treten…

… funktioniert jetzt wahrscheinlich deswegen besser, weil ich seit Anfang des Jahres bereits mehr Sport mache. Meine Beine sind sozusagen ready. Ach und die Berge gehen auch irgendwie. Bloß nicht ohne Schwitzen und auch nicht unbedingt lässig…

Die Orientierung…

… ist in der Heimatstadt zum Glück leichter als im großen Dresden. Und mein Mann als erfahrener Fahrrad-Fahrer hat außerdem den einen oder anderen Tipp für die optimale Route.

Der Weg aus dem Keller…

… ist glaub ich tatsächlich erlernbar. Ich bin noch dabei. Die Tanz-Routine sitzt noch nicht so ganz. Und ich gebe zu: Oftmals parkt das Fahrrad auch im Wohnungsflur, der eine ideale Größe dafür hat. So oder so denke ich einfach nicht mehr so viel darüber nach. Denn folgendes stimmt jetzt:

Die Motivation…

Ja, ich fühle es – dieses Freiheits-Gefühl beim Fahrrad fahren. Die Motivation ist nicht rein finanziell geblieben. (Aber es hilft: „Wie oft muss ich fahren, bis ich durch die eingesparten Straßenbahnfahrten die Kosten für das Fahrrad wieder drin hab?“) Doch da ist auch der Fahrtwind, wenn ich den Hügel herunterrausche, der aus unserem Neubaugebiet in das Stadtinnere überleitet. Die Herausforderung, wenn ich diesen Berg auf dem Rückweg wieder hoch muss. Die Überzeugung, dass ich nicht schieben werde. Die Freiheit, losfahren zu können, wann ich möchte und nicht auf Straßenbahnzeiten angewiesen zu sein. Das Gefühl, dass ich mich selbst von A nach B transportiere und nicht einfach nur aufs Gaspedal trete. Ganz ohne Umweltverschmutzung und gleichzeitig gesund. Genial, oder?

Dieser Gesundheitsaspekt ist mir noch einmal besonders bewusst geworden, nachdem ich mir vor ein paar Tagen den Dokumentar-Film „Embrace“ angeschaut habe. Fotographin Tayrin Brummfitt macht sich darin auf den Weg herauszufinden, warum so viele Frauen ihren Körper hassen und nicht so akzeptieren können, wie er ist – egal ob dünn, dick oder dazwischen. Sie ermutigt, zu Falten, Fettpölsterchen und Schwangerschaftsstreifen zu stehen. Sie möchte dem verdrehten Schönheitsideal unserer westlichen Welt etwas entgegensetzen. Was das mit Fahrrad fahren zu tun hat?

Mich fasziniert es, wie Tayrin darauf aufmerksam macht, gesund zu leben – und dass das nichts mit der Körperform zu tun. Sie selbst hat keine „typische Model-Figur“ und doch kann sie einen Marathon laufen. Darum geht es! Wenn ich Fahrrad fahre, wird mir das bewusst. Bewegung tut gut. Frische Luft tut gut. Das wird mich positiv verändern, auf meine ganz eigene Art und Weise. Ich hab das Gefühl, dass manche Leute mich manchmal schräg anschauen, wenn ich davon erzähle, Sport zu machen: Ich sei doch total schlank, ich könne doch machen, was ich will. Doch das ist überhaupt nicht der Punkt! (Und nebenbei: Genauso wie viele Frauen unbedingt abnehmen wollen gibt es einige, die unbedingt zunehmen wollen… Menschen sind einfach nie zufrieden). Viel mehr geht es um dieses gesunde Gefühl, wie zum Beispiel beim Fahrrad fahren. Darum, wie das Blut zirkuliert, der Kreislauf in Schwung kommt und ich von mal zu mal stärker und ausdauernder werde.

Was vermittelt dir dieses Gefühl? Was hält dich in Schwung? Nein, nicht jeder muss Fahrrad fahren. Bewegung kann so vielfältig sein und ich freue mich, das zu entdecken. Ich lerne Spaziergänge mehr zu schätzen. Eine kurze Pilates-Übung zwischendurch, wenn ich mich eingerostet fühle. Dehnungen. Und gerade freue ich mich darauf, nachher mit dem Fahhrrad durch die strahlende Sonne zur Arbeit zu düsen. Was ich gegen Schweiß und Helmfrisur beim Ankommen mache? Deo und Bürste. Fertig.

Und im Hochsommer? Mal sehen…

Constanze

Veröffentlicht in Aus dem Alltag, Lifestyle, Motivierendes

Kleines Alltags-Update: Routinen und Selbstorganisation

Seit kurzem schaffe ich es wieder öfter, früh aufzustehen. Und ich liebe es mehr als je zuvor! Ob das wohl daran liegt, dass ich es mir nicht mehr konsequent vorgenommen und ich mich somit weniger unter Druck gesetzt habe? Möglicherweise. Ich bin immer wieder erstaunt, wie sehr mein Leben durch einen Wechsel von konkreten Vorhaben und einem „nach dem Gefühl gehen“ profitiert. Momentan ist es 8 Uhr und die Sonne scheint in mein Fenster. Wer freut sich genauso wie ich über die zunehmende Helligkeit? Mein Mann und ich sind darüber jedes Jahr total aus dem Häusschen. „Stell dir vor, heute war es schon halb 8 hell!“ „Ja, und als ich nach Hause gekommen bin, war es noch nicht dunkel!“ Wir freuen uns darüber wie kleine Kinder. Ist es nicht erstaunlich, wie sehr der Frühling einen Neuanfang und ein Aufatmen mit sich bringt? Neuen Schwung. Neue Energie.

In meinen letzten Blog-Beiträgen habe ich euch immer wieder an meinen Vorhaben teilhaben lassen und Tipps zum Thema Organisation und Alltagsgestaltung mit euch geteilt, wie zum Beispiel das Früh-Aufstehen oder meine neue Sport-Routine. Heute ist es Zeit für ein kleines Update! Und ich möchte die ein oder andere Lektion mit euch teilen, die ich dabei gelernt habe.

1.) Früh Aufstehen = früh ins Bett gehen

Mein Vorhaben, früh aufzustehen hing im Wesentlichen davon ab, ob ich es schaffte, früh ins Bett zu gehen oder nicht. Da ich das nicht konsequent durchsetzen konnte, scheiterte ich häufig und ließ die Sache dementsprechend schleifen – bis ich zu der ultimativen Erkenntnis kam, den Vorsatz umzuformulieren: Früh ins Bett gehen! „Heey, was für eine Erkenntnis“ mögt ihr jetzt vielleicht denken, aber für mich war sie tatsächlich entscheidend. Ich glaube, dass ich viel zu oft Ziele im Blick haben, die erst nach anderen Schritten folgen könnten, welche ich wiederum nicht ins Auge fasse. Anders formuliert: Ich muss Ziele in einzelne Schritte herunterbrechen. Sonst funktioniert das nicht. Ich kann mir noch so oft vornehmen, früh aufstehen zu wollen – Wenn ich meinen Fokus nicht erst einmal darauf setze, früh ins Bett zu gehen, wird das nichts. Hier lag somit meine erste kleine Baustelle. Und ich machte mir zum ersten Mal konkret Gedanken darüber, was mich davon abhielt, früher ins Bett zu gehen und wie ich dem entgegenwirken könnte.

Dabei fiel mir folgendes auf: Ich erlaubte mir nicht, schon früher den Tag „zu beschließen“. Häufig denke ich, dass ich am Abend noch viel schaffen muss. Zu dieser Zeit bin ich jedoch oft nicht mehr produktiv (es gibt Ausnahmen – der nächtliche „Kreativflow“…) und es würde viel mehr Sinn ergeben, wenn ich diese Zeit zum Schlafen nutzen würde, um am Morgen wieder effektiv sein zu können (siehe auch Punkt 4). Ich fing also an, meinen Tag schon früher gedanklich zu beenden und nahm mir Zeit für eine ausgedehntere Abendroutine: Aufräumen, Sachen für den nächsten Tag packen, Bullet Journaling, eine Folge One Tree Hill (gestern habe ich die letzte geschaut!!!), lesen… Eine aufgeräumte Wohnung am Abend hilft mir außerdem, um am Morgen motiviert zu starten. Und ich komme immer wieder zu der Erkenntnis: Zeit für Ruhe lohnt sich. Nicht nur in dem Moment, sondern auch auf lange Sicht!

Und wenn das nicht möglich ist, da ich erst spät nach Hause komme, akzeptiere ich es und werfe nicht gleich wieder das ganze Vorhaben über den Haufen. Ich probiere es einfach immer dann, wenn es möglich ist.

2.) Handy am Morgen

Ich hatte mir vorgenommen, am Morgen erst dann mein Handy einzuschalten, nachdem ich ein wenig Zeit mit Gott verbracht hatte. Der Sinn dahinter: Sich über die eigentlichen Prioritäten im Leben klar werden bevor man sich oberflächlichen Input via Handy (YouTube – mein Laster…) zuführt. Und nicht nur das: Auch Nachrichten über WhatsApp und Co. können unter Umständen nerven. Ich gehe jedoch viel positiver an das Beantworten von Nachrichten heran, wenn ich bereits positiv in den Tag gestartet bin.

Vorhaben schön und gut. Auch hier fällt mir die Umsetzung manchmal schwer. Ich liebe es einfach, irgendetwas im Hintergrund dudeln zu lassen während ich mich schminke oder mein Frühstück vorbereite. Das ist an sich auch nichts Schlechtes, doch der Negativeffekt: Wenn ich fertig mit Frühstücken oder Schminken bin schaffe ich es irgendwie nicht, das Handy wieder beiseite zu legen.

Seitdem ich das Handy wieder konsequenter liegen lassen, ist viel mehr Ruhe in meinen Morgen gekommen. Ich genieße es so sehr, mit einem Kaffee auf der Couch zu sitzen und erst einmal in der Gegenwart Gottes „zu baden“, bevor ich mit irgendetwas anderem anfange…

3.) Finde deine optimale Zeit für Sport.

Kennt ihr diese Leute, die davon überzeugt sind, Sport gleich früh nach dem Aufstehen zu machen? Ich bin ziemlich beeindruckt von ihnen. Lange Zeit habe ich geglaubt, dass das tatsächlich für jeden die beste Zeit ist. Angeblich soll einen das so richtig fit und bereit für den Tag machen. Ich verstehe den Gedanken dahinter.

Doch meine Versuche sind kläglich gescheitert, denn die Wahrheit ist: Wenn ich sofort, nachdem ich aus dem Bett gestolpert bin, richtig Sport treiben würde, würde ich geradewegs zusammenklappen. Mein Kreislauf macht das nicht mit. Dehnungen und ein paar leichte Pilates/Yoga-Übungen, okay. Aber alles, was nur ein bisschen in die Richtung Cardio geht, funktioniert bei mir erst nach einem ordentlichen Frühstück. Und selbst danach bin ich noch nicht 100% körperlich da. Ähnlich ist es bei mir am Abend. Meine optimale Zeit zum Sport machen ist somit mitten am Tag und durch meinen momentan flexiblen Alltag schaffe ich häufig, dies auch zu realisieren.

Was ich damit sagen möchte: Lass dir von niemanden sagen, wann die perfekte Zeit für Sport ist. Finde deine perfekte Zeit. Ich hab schon von Leuten gehört, die um Mitternacht ins Fitness-Studio gehen… (Und mal so nebenbei: Lass dir auch von niemanden sagen, was die perfekte Sportart- oder menge ist.)

4.) Finde deine produktive Arbeitszeit.

Ich glaube außerdem, dass jeder Mensch zu einer anderen Zeit besonders produktiv ist. Was machen wir jedoch viel zu häufig (zumindest ich den Großteil meines bisherigen Lebens…): Wir versuchen, den ganzen Tag über gleichmäßig hochproduktiv zu sein, statt unsere körperlichen und geistigen Grenze zu akzeptieren. Leistung, Leistung, Leistung. Mindestens 8 Stunden am Tag! Wer schon einmal Vollzeit gearbeitet hat, dem ist wahrscheinlich aufgefallen, dass die Leistungsfähigkeit den Tag über jedoch schwankt.

Wenn du deine Arbeit selbstständig einteilen kannst, gebe ich dir deshalb folgenden Tipp: Finde die Stunden am Tag, in denen du am effektivsten bist und nutze sie. Für mich persönlich sind das die Vormittagsstunden zwischen 8 und 12 Uhr. Wenn ich diese Stunden richtig nutze, habe ich das Gefühl, mein ganzes Tagespensum geschafft zu haben und ich kann mich am Nachmittag weniger denkintensiven Aufgaben widmen. Das kann ich vor allem Studenten in der Prüfungszeit empfehlen: Da keine Vorlesungen stattfinden liegt unter Umständen der Trugschluss vor, den ganzen Tag fleißig lernen zu können – in den meisten Fällen ist das jedoch eine Illusion. Ich bin überzeugt, dass gerade das Lernen seine Grenzen hat. Wir können unser Gehirn nicht unbegrenzt mit Input vollstopfen. Wir benötigen regelmäßigen Ausgleich dazu!

Das Tolle ist: In den meisten Fällen reichen tatsächlich meine wenigen produktiven Stunden für mein Tages-Lernpensum. Das gleiche, was ich manchmal über den ganzen Tag verteilt versuche zu machen (mit vielen Durchhänger- und Müdigkeitsphasen), schaffe ich oft in meinen vier Vormittagsstunden.

Mir ist bewusst, das mein Lebensstil vielen Menschen überhaupt nicht zusagt. Mein Mann und ich zum Beispiel sind ziemlich verschieden, was die Organisation unseres Alltags angeht (er ist eine Nachteule und überhaupt kein Morgenmensch). Deswegen geht es mir in Blog-Beiträgen auch überhaupt nicht darum, zu einer bestimmten Alltagsroutine zu raten. Es geht mir darum, zu einem persönlichen Hinterfragen von Alltagsroutinen anzuregen: Wo nehme ich mir zu wenig Zeit für etwas, wo zu viel? Was sind meine Prioritäten? Wie viel Zeit nehme ich mir, um aufzutanken? Wie gleiche ich stressigen Arbeitsalltag aus? Ich glaube, dass du dir aus den Antworten auf solche Fragen deine ganz persönlichen Alltagstipps ableiten kannst. Ich wünsche dir viel Freude dabei. 🙂

Constanze

(Photo by Carolina Bonito)

 

Veröffentlicht in Aus dem Alltag, Glauben, Lifestyle

4 Dinge, die ich in der letzten Woche gelernt habe

Meine letzte Woche war bunt. Lehrreich, schön, aufwühlend… Heute folgen deshalb vier ziemlich verschiedene Dinge, die ich mir aus den vergangen Tagen mitnehmen möchte. Vielleicht findest du dich in einem der Punkte wieder?

1.) Es ist nicht merkwürdig, sich mit seinem Ehepartner zu einem „Date“ zu verabreden.

Und ja, ich bestehe auf die Bezeichnung „Date“! Für mich umfasst sie etwas, was wir in Deutschland manchmal gar nicht wirklich zu schätzen wissen: Sich mit dem Partner bewusst zu verabreden, „auszugehen“, ein Treffen mit einem bestimmten Ziel außerhalb der Wohnung sozusagen. Klar, das machen wir in der Kennenlern-Phase ab und zu einmal. Doch danach? In der Ehe ist es dann doch häufiger die Couch und der Fernseher – verständlicherweise. Doch als mein Mann und ich letzten Freitag feststellten, dass wir beide am Abend nichts vorhatten, beschlossen wir kurzerhand, gemeinsam essen zu gehen. Mit allem drum und dran! Intensive Recherche nach einem Restaurant, was wir beide noch nicht kannten und uns beiden zusagen würde, Reservierung des Tisches und gemeinsames „fertig machen“.

Ich finde, es hat etwas besonders Wertvolles an sich, sich gemeinsam mit seinem Ehepartner schick zu machen – aus dem einfachen Grund, weil man Zeit mit dem anderen verbringt! Es geht mir allerdings nicht um das tolle Essen an sich oder die schicken Klamotten. Solche Dinge zählen für manch einen gar nichts. Aber es geht um dieses bewusste Zeit nehmen füreinander. Das drückt Wertschätzung aus. Weil es eben doch nicht so selbstverständlich ist, dass da jemand gemeinsam mit einem durchs Leben geht.

2.) Lesen ist vor dem Schlafengehen besser als Handy-Spielerei. 

Wenn ich mir überlege, wie lange ich hartnäckig gegen den Smartphone-Trend angekommen bin und wie spät ich, im Gegensatz zu allen anderen in meiner Umgebung, mein erstes Smartphone in den Händen hielt – da ist es ziemlich erstaunlich, was für eine große Rolle es mittlerweile in meinem Leben spielt. Ich denke, dass ich die Nutzung alles in allem dennoch ganz gut kontrollieren kann. Bei unserem Date zum Beispiel habe ich es ganz bewusst zu Hause gelassen und mich dabei wunderbar frei gefühlt. Doch es gibt einen bestimmten Zeitraum, da hat es ganz schön Überhand gewonnen: kurz vor dem Schlafen, wenn ich bereits im Bett liege und nur noch „ein bisschen entspannen will“. Die YouTube-App ist für mich so eine Sache… ich mag sie sehr gern. Und ich dachte immer, dass ein paar YouTube-Videos vor dem Schlafen keinen großen Unterschied machen. Ist doch genauso wie Film schauen oder Lesen!

Ja klar, man hat immer mal wieder gehört, dass es eigentlich nicht so gut ist, kurz vor dem Schlafen auf diesen kleinen, flimmernden Bildschirm zu starren. Das Licht würde einem signalisieren, dass noch Tag ist und man würde dadurch nicht müde werden. Der vielfältige Input aus bewegten Bildern und Ton würde die Reize so überfluten, dass man dabei nicht gut zur Ruhe kommt. Mir kann man all sowas gern erzählen, aber meist muss ich es eben doch selbst erleben, um es zu glauben. Als ich eine Zeit lang nicht gut einschlafen konnte, probierte ich es schließlich aus: ich fing wieder an, ein Buch in die Hand zu nehmen, statt auf dem kleinen Bildschirm herumzutippen und von einem YouTube-Video zum nächsten zu springen. Und es half sofort: Ich wurde viel schneller müde und mein Kopf kam viel mehr zu Ruhe.

In der letzten Woche habe ich mir das nun wieder vorgenommen. Ich lese nicht unbedingt jeden Tag, aber wenn ich das Schlafzimmer betrete, mache ich das Handy aus. Am besten platziere ich es an einem anderen Ort in der Wohnung, damit ich nicht gleich am nächsten Morgen wieder danach greife. Es tut so gut! Es sind einige Reize weniger, denen ich mich dadurch aussetze. Mein Kopf bleibt mehr im Hier und Jetzt. Er hat die Gelegenheit, abzuschweifen, zu verarbeiten, herunterzukommen. Ich weiß, es ist schwer – aber der Versuch lohnt sich!

3.) Das Workout im Vorhinein zu planen steigert die Motivation erheblich.

Ich habe hier bereits davon erzählt, dass ich seit Anfang des Jahres ganz unerwartet regelmäßig Sport treibe. Diese Woche habe ich noch einmal gemerkt, wie stark das daran liegt, dass ich nicht selbst darüber nachdenken muss, was genau ich mache. Dieses Problem hat man natürlich auch dann nicht, wenn man zu einem Training geht oder im Fitness-Studio einem bestimmten Plan folgt. Doch ich bin eher der Typ, der zu Hause Sport treibt. Vor ein paar Jahren habe ich dabei die Videos von blogilates für mich entdeckt: eine etwas abgewandelte Form vom klassischen Pilates. Die Übungen gefielen mir und entsprachen meinem Geschmack. Meine Motivation war jedoch recht unterschiedlich. Manchmal hatte ich Lust, mehrere Videos hintereinander zu machen, manchmal rang ich mich immerhin zu einem dadurch – und manchmal eben auch lange Zeit gar nicht.

Nun folge ich seit dem 01.01. dem Workout-Kalender von blogilates und es macht den Unterschied. Dort steht für jeden Tag, welche Videos gemacht werden sollen. Die Aufeinanderfolge der Videos ist durchdacht und es gibt täglich einen anderen Schwerpunkt. Immer häufiger freue ich mich mittlerweile auf meine Sport-Session, denn ich weiß, dass Cassey Ho von blogilates mir einfach sagen wird, was ich tun soll. Ich muss nicht denken! Normalerweise entscheide ich sehr gern selbst über mein Leben, aber was Sport angeht fehlen mir schlicht die nötigen Kompetenzen.

Und somit ist meine Workout-Zeit nun auch eine Art „zur Ruhe kommen“ – nämlich für den Kopf. Und das führte dazu, dass ich Sport nun viel mehr deswegen treibe, um mich gesund, munter und ausgeglichen zu fühlen, statt „endlich mal Muskeln aufzubauen“. Oft habe ich zwar das Gefühl, dass die Videos noch viel zu anstrengend für mich sind, aber der Kalender lässt mir ja sozusagen keine Wahl. Und am Ende fühle ich mich ausgepowert, gut und stelle fest, dass es ja doch irgendwie ging.

4.) Ich kann mein Leben nicht allein optimieren.

In der letzten Woche ist mir außerdem mal wieder bewusst geworden, dass ich mein Leben doch nicht so sehr im Griff habe, wie ich manchmal glaube. Klar, oberflächlich betrachtet läuft alles ganz gut: Ich habe noch keine Verbrechen begangen, nehme keine Drogen, gehe nicht fremd…  Doch unter der Oberfläche liegt so viel mehr. Nur weil ich in einem behüteten Elternhaus aufgewachsen bin, bedeutet das nicht, dass ich Gottes unendlich bedingungslose Liebe weniger bräuchte als andere, bei denen man gleich auf dem ersten Blick sieht, dass etwas nicht so gut läuft. Ist es nicht genau das, was wir manchmal glauben? Unser Leben läuft scheinbar so „rund“, dass es schwer zu sehen ist, dass wir mehr brauchen als nur uns selbst. Solange nichts Dramatisches geschieht, kriegen wir das schon ganz gut allein hin.

Doch gestern wurde mal wieder eine meiner größten Schwächen aufgedeckt: meine Streben, es allen Recht machen zu wollen und darin das verstecke Bedürfnis nach Anerkennung von jedem. Daraus folgt eine riesen Angst, dass jemand etwas Schlechtes über mich denken könnte und dieser merkwürdige Zwang, alles immer so zu biegen, dass es jedem gefällt – manchmal auch auf Kosten der Wahrheit oder meiner Authentizität.

Mein erster Gedanke war: „Constanze, warum denkst du nur so? Was kann ich machen, um dieses Denken endlich abzuschalten?“ Und dann wurde mir sehr schnell klar: Ich kann es nicht. Es ist ein Punkt, an dem ich immer wieder zum Scheitern komme. Eine Sache, bei der noch keine tolle Technik geholfen hat, kein hartnäckiges Vornehmen, es dieses mal endlich besser zu machen. Und dann viel es mir wieder ein: Deswegen brauche ich Gottes bedingungslose Liebe. Deswegen ist sie für mich genauso essentiell wie für jeden anderen. Und er schenkt sie mir – einfach so! Und ich darf von dieser Liebe lernen und immer mehr erkennen: Ich brauche keine Anerkennung von Menschen, denn Gottes Anerkennung ist mir gewiss.

Was hast du in den letzten Tagen erlebt und daraus mitgenommen? Kommen dir manche meiner „Lebenslektionen“ bekannt vor oder lehrt dich dein Alltag ganz andere Dinge? Schreib mir gern von deinen Erfahrungen!

Constanze

 

 

Veröffentlicht in Gedanken

Nur ein paar Sonntagsgedanken

Ich habe mir überhaupt nicht vorgenommen, in diesem Jahr mehr Sport zu machen oder so (außer natürlich die Sache mit den Liegestützen). Aber irgendwie ist es passiert, dass ich seit dem 01.01. sehr diszipliniert dran bleibe (7 Tage also – wooow). Bei mir funktionieren Dinge manchmal genau dann am besten, wenn ich sie mir bewusst nicht vornehme. Ich weiß, klingt komisch! Ich mache mir Gedanken über etwas, bewerte es für gut und sinnvoll und nehme es mir dann doch nicht vor – aus Angst zu versagen, aus dem Wissen heraus, dass es zu schwer sein könnte, es durchzuhalten. Das Verrückte ist, dass ich mich in diesem Moment jedoch selbst herausfordere: Was ist, wenn ich trotzdem einfach mal loslege? Ganz „geheim“ sozusagen, ohne offizielles Vorhaben? Wenn ich es einfach ausprobiere, ganz ohne Druck? Und bäm, der psychische Trick ist vollbracht. Ich finde Freude daran und bleibe genau deswegen dran, weil ich es freiwillig tue und mich täglich neu dafür entscheide.

Und so kommt es, dass mir Sport momentan tatsächlich Freude bereitet. Ich nutze einen Workout-Kalender, der mir meine Übungen täglich vorgibt – Denkarbeit wird also schon mal eingespart. Und immer, wenn ich fertig bin, fühle ich mich frisch (jap, ein wenig paradox) und motiviert. Kennt ihr diese Leute, die ständig sagen, dass man glücklicher und ausgeglichener ist, wenn man regelmäßig Sport treibt? Ich befürchte allmählich, sie könnten Recht haben.

Heute zum Beispiel. Heute ist Sonntag und ich bin ziemlich begeistert vom Gottesdienst zurückgekommen. Tolle Predigt, tolle Musik und noch dazu eine produktive Musik-Besprechung im Anschluss. Nach so etwas bin ich manchmal total überfüllt im positiven Sinne. Als ich zu Hause ankam, fühlte ich mich energiegeladen und vor allem inspiriert. In solchen Momenten muss ich an meine Kind- und Jugendzeit denken, in der ich zu meinen Schwestern gesagt habe: „Hey, lasst uns irgendein kreatives Projekt machen!“ „Okay gern, und was?“ „Keine Ahnung, aber irgendetwas Cooles, los geht’s!“ So in der Art. Die Energie und die Inspiration sind da, doch es fehlt hin und wieder an der konkreten Umsetzung. Heute hatte ich tausend Ideen und eigentlich auch Konkretes in der Hand. Ich hätte sofort anfangen können, aber ich wusste überhaupt nicht, wo. Früher hätte mich das frustriert. Heute weiß ich, dass ich mich erst einmal wieder ein wenig „erden“ und Ruhe finden muss. Gedanken sortieren, strukturieren. Ich war ziemlich erstaunt von mir selbst, dass mir in diesem Moment Sport in den Sinn kam. Gedacht, getan! Neben Kalorien konnte ich dabei meinen Energieüberschuss im Kopf verbrennen und gedanklich ein wenig herunterkommen.

Es ist mal wieder so ein Tag, an dem ich begeistert bin. Begeistert vom Leben so an sich, von Gottes Liebe, von Kreativität, Ideen, Sport… Manchmal fällt es mir schwer, zu dieser Begeisterung zu stehen. Ich tendiere dazu, sie selbst wieder kleinzureden vor anderen Leuten. Genau genommen habe ich das gerade erst wieder getan, aber ich wurde zum Glück sofort darauf hingewiesen. Ich habe immer ein wenig Angst, dass mein Gesprächspartner nicht so begeistert von meiner Idee sein könnte. Ich rede los und denke plötzlich: „Oh nein, vielleicht findet der andere das gar nicht so toll wie ich!“ Aber selbst wenn – es macht nichts! In den meisten Fällen steckt Begeisterung an, auch wenn der andere es nicht zeigt. Im Ernst: mich kann sogar jemand mit seiner Begeisterung zur Modelleisenbahn anstecken.

Da heute Sonntag ist, werde ich allerdings keine kreativen Projektideen mehr konkret umsetzen. Ich werde entspannen, sacken lassen, und genießen. Es kann nicht schaden, den eigenen Aktivitätsdrang hin und wieder ein wenig zur Ruhe zu bringen. Aber die Begeisterung darf ruhig bleiben! Und mich morgen wieder antreiben.

Von was bist du heute begeistert? Fühl dich frei, mich damit anzustecken!

Constanze

(photo by Photo by Edu Lauton)