Veröffentlicht in Aus dem Alltag, Gedanken

Ich bin so gern allein unter Menschen.

Heute habe ich Urlaub und verbringe ihn in Erfurt. Ich schlendere durch die immer wieder schöne Altstadt und frage mich erneut, warum ich eigentlich nicht öfter hier bin. Dann zeige ich aus Versehen im H&M meinen 2G-Nachweis vor, obwohl ich eigentlich ins Hugendubel (direkt daneben) will und merke erst als ich meinen Nachweis wieder einpacke, dass ich von Klamotten umgeben bin. Ich drehe eine obligatorische Runde, um das Personal nicht völlig an mir zweifeln zu lassen, und begebe mich dann schleunigst einen Laden weiter.

Eine Welt voller Worte

Innerlich atme ich auf. Eine kleine Klamotten-Shopping-Runde in Ehren, aber Bücher strahlen etwas für mich aus, was Kleidung niemals könnte. Seit langem realisiere ich wieder einmal, was eingebundene Worte für mich bedeuten. Ich habe das Gefühl, es trotz Buchvorlieben in den letzten Jahren irgendwie vergessen zu haben. Vergessen zu haben, dass Bücher mein Safe Space sind, damals in den Schulpausen und manchmal sogar geheim im Unterricht. Im Urlaub und abends, wenn ich längst schlafen müsste. Als Kind eine Flucht in andere Welten, als Erwachsene Worte voller Inspiration – und manchmal immer noch Flucht.

Eine Welt voller Worte hat einen positiven Einfluss auf mich, selbst wenn ich kein einziges der Bücher im Hugendubel berühren oder lesen würde. Aber noch viel besser ist es natürlich, hier und dort hineinzuschauen, manches desinteressiert zurückzulegen, in andere Welten kurz einzutauchen und von wenigem richtig gefesselt zu sein.

Es sind die besten Tage, an denen ich einen Spontankauf beschließe. Denn es sind keine Spontankäufe, die ich später hinterfrage, wie so manches mal bei einer Online-Bestellung. Wenn mich ein Buch im Buchladen packt, ist das Freundschaftsband geknüpft und es ist klar: Wir werden ein Stück des Weges gemeinsam gehen. Das ist eben nur möglich, wenn man sich wirklich kennenlernt, mit Haut und Haar – Papier und Tinte, ganz real – nicht virtuell.

Allein für mich

Mit meiner neuen Errungenschaft schlendere ich also weiter durch Erfurt. Ich werfe ein paar Blicke in andere Geschäfte, aber eigentlich suche ich jetzt ein süßes Café oder Bistro, indem ich mich häuslich niederlassen und die ersten Kapitel lesen kann. Ich werde fündig, freue mich über ein warmes Getränk und eine Suppe. Es ist noch vor 12 Uhr und viele der Tische sind leer. Deswegen ergattere ich einen bei mir stets beliebten Fensterplatz und atme auf. Ehrlich gesagt hat es schon ein wenig Mut gekostet, allein in ein mir unbekanntes Café zu gehen und selbst herauszufinden, wo man hier wie bestellen muss und wer meinen 2G-Nachweis sehen will. Ich bin froh, ein Café mit Selbstbedienung und freundlichem Personal gefunden zu haben, dass mich dann aber nicht alle 15 Minuten an meinem Tisch stören wird. (Nichts gegen klassische Gastronomie! Aber eben alles zu seiner Zeit.)

Zusammen allein

Ich beginne zu lesen und komme an. Im Hintergrund läuft schöne, unaufdringliche Musik und immer mal wieder schaue ich aus dem Fenster. Dann, gegen 12:15 geschieht etwas, was ich erst nach ein paar Minuten bewusst registriere: Mehr Gäste kommen! Das Café wird belebter, Leute suchen Zuflucht für ihre Mittagspause oder einen Zwischenstopp bei ihrem Stadtbummel. Ich halte inne und merke, wie ich innerlich auflebe: Ich bin so gern allein unter Menschen. Auf einmal ergibt alles, was ich hier tue noch viel mehr Sinn – obwohl ich mit niemandem rede und nichts aktiv verändere. Auf einmal bin ich richtig glücklich, obwohl ich vorher nicht unglücklich war.

Am Tisch neben mir klappt ein junger Mann sein MacBook auf und beginnt zu arbeiten. In diesem Moment beschließe ich, trotz vorheriger Pläne vielleicht nicht all zu lang hier zu bleiben, noch einen Kaffee zu bestellen. Ich weiß nicht, ob der junge Mann es auch bemerkt hat, aber in meinen Augen haben wir beide gerade einen Pakt geschlossen.

Verbundenheit

Denn, so gern ich auch allein bin, so gern ich die Gesellschaft von Büchern liebe und lange allein durch die Stadt schlendern kann – so wenig würde all dies Sinn ergeben, wenn ich allein auf dieser Welt wäre. Viel schöner ist es, zusammen allein zu sein. Eine Beziehung zu den Menschen um mich herum zu spüren, auch wenn ich sie nicht kenne. Denn dafür sind wir Menschen geschaffen: Beziehungen.

Du kannst es nicht leugnen, egal wie gern du mit anderen redest oder nicht, egal wie schwer es dir fällt, an einen neuen Ort voller fremder Menschen zu gehen oder nicht. Egal, wie sozial du dich fühlst oder nicht. Wir brauchen die Verbundenheit mit anderen. Das kann ganz verschieden aussehen. Für mich hieß es an diesem Tag, eigentlich allein zu sein, aber eine unausgesprochene Beziehung zu den Menschen um mich herum zu spüren.

Und so las und schrieb ich weiter – mit der einzigen, aber bedeutenden Veränderung, dass ich mich innerlich verbunden fühlte.

Veröffentlicht in Aus dem Alltag, Gedanken

Gedanken nach einem Autowerkstattbesuch

Heute habe ich unser Auto nach viel zu langer Zeit mal wieder zur Inspektion gebracht – und es sogleich bereut. Nicht, dass ich das Auto zur Inspektion gebracht habe, aber das ich es war, die es getan hat. Dies war eine rational richtige Entscheidung gewesen, da ich zeitlich flexibler als mein Mann bin. Innerlich hat es mich jedoch so sehr aufgewühlt, wie ein Gegenstand es definitiv nicht sollte. Es ist so: Ich fahre gern Auto. Das habe ich irgendwann gemerkt Mnemonic Phrase , als ich die Fahrschule und deren Druck hinter mir gelassen habe und ein paar Jahre stressfreie Erfahrung sammeln durfte. Nun finde ich es praktisch und fühle mich auf der Autobahn zugegebenermaßen auch manchmal wie in einem Computerspiel (nur ohne das Rasen und Anrempeln versteht sich). Ich fahre nicht jeden Tag, aber hin und wieder ist es für Arbeit und Freizeit ein Luxus, den ich sehr zu schätzen weiß.

Typisch Frau?

Und mehr ist es nicht. Es ist keine Liebe für diesen Nutzgegenstand, kein Hegen und Pflegen und auf Glanz polieren. Es ist kein mechanisches oder technisches Wissen. Ich weiß, wie man tankt, Reifen aufpumpt und den Ölstand könnte ich mit ein wenig Nachdenken wahrscheinlich auch checken. Wisst ihr, was mich daran ärgert? Dass ich damit als „typisch Frau“ abgestempelt werden könnte. Und noch mehr als das: dass ich mich selbst als „typisch Frau“ abstemple. So kommt es, als mir der Werkstattmitarbeiter eine Frage nach der anderen stellt, ich mich schrittweise immer dümmer fühle und schließlich selbst sage: „Ja, da bin ich wohl typisch Frau…“ – „Tut mir Leid, das weiß ich ehrlich gesagt nicht.“ – „Vielleicht weiß das mein Mann.“ – „Hmm, kann sein…“ Und schließlich: „Ich bringe das Auto nie wieder in die Werkstatt.“

Ich bin mir nicht einmal sicher, ob mein Mann viel mehr wüsste als ich. Wahrscheinlich ein bisschen, da er allgemein ein besseres technisches Verständnis hat. Aber Fakt ist, dass wir uns beide nicht über die Maßen für den Gegenstand Auto interessieren. Wieso also tue ich mich selbst als „typisch Frau“ ab? Ich stecke mich selbst in eine Schublade, um es dem Werkstattmitarbeiter leichter zu machen. Somit kann er mich aus dieser Schublade herausnehmen und mit dem arbeiten, was man üblicherweise darin vorfindet: fehlendes Wissen, Naivität, weiblichen Charme. Es wäre ja viel zu kompliziert, zu diesem fehlenden Wissen zu stehen ohne eine Erklärung anzubieten. Die Erklärung „Ich bin eine Frau“ dient in diesem Fall als Entschuldigung. Eigentlich unnötig, oder?

Besonders deshalb, weil ich mir fest vorgenommen hatte, einfach dazuzustehen, dass wir unser Auto zu spät zur Inspektion gebracht haben und jegliche Wartungsempfehlung hinzunehmen, die er mir unterbreiten würde. Ich wollte „Ja“ sagen und nicken, mehr nicht. Ich war nicht darauf eingestellt, so viele Fragen gestellt zu bekommen. Ich war überfordert und griff deswegen auf altbekannte Muster zurück, auf ein Schubladendenken, dass sich scheinbar bewährt hat.

Es mag ja sein, dass es tendenziell eher typisch Frau ist, sich nicht für Autos zu interessieren (wenn mich jemand mit einer empirischen Studie hierzu erleuchten kann, gern her damit). Bei mir mangelt es jedoch schlicht an einem detaillierten Interesse an Gegenständen, die zur praktischen Nutzung gedacht sind. Ich möchte sie benutzen, sonst nichts. Meine gedanklichen Ressourcen fließen in andere Bereiche: sozial, geistig, künstlerisch. Hier setze ich sie ein, hier merke ich mir Dinge, hier brauche ich sie auf. Ich mag sie nicht verschwenden für unseren roten kleinen Blechkasten, genauso wenig wie für unsere Waschmaschine oder den Toaster.

Weg vom Schubladendenken und anderen Ausreden

Auf dem Rückweg zu unserer Wohnung, die glücklicherweise in Laufweite liegt, merke ich selbst, dass ich nicht konsequent bin und mir Ausreden zurechtlege. Wenn ich etwas benutzen will, muss ich auch wissen, wie ich es benutzen kann. Dazu gehört eine gewissen Pflege. Dazu gehört, dass ich mir Hilfe suche, wenn ich etwas selbst nicht reparieren kann oder möchte. Sobald ich etwas besitzen möchte, muss ich Verantwortung dafür übernehmen. Genau das ist der Grund, weswegen mich minimalistische Ansätze ansprechen. Wenn ich weniger besitze, muss ich mich um weniger kümmern putty download windows , mir um weniger Sorgen machen. Aber wenn ich mich eben doch dafür entscheide, einen Nutzgegenstand in mein Leben zu lassen, muss ich mit den Konsequenzen leben.

Ich wünschte, die Moral von der Geschicht wäre, dass ich mich ab sofort genauer mit unserem Auto auseinandersetzen werde. Wahrscheinlich werde ich aber auch beim nächsten Mal nicht besonders gut informiert sein. Möglicherweise ein kleines bisschen mehr. Sicherlich werde ich pünktlicher zur Inspektion gehen. Aber vor allem werde ich zu meinem Nichtwissen stehen, mich dafür entschuldigen, aber keine Erklärung anbieten. Denn die einzige Erklärung wäre, dass ich nicht genügend Verantwortung übernommen habe.

Und das ist die wahre Moral der Geschicht: Mit Ende 20 ist man erwachsen – nicht. (Aber vielleicht auf einem ganz guten Weg.)

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Musikgeschmack #CoronaTagebuch

Was ist eigentlich mit meinem Musikgeschmack geschehen? Als diese ganze Corona-Sache losging überkam mich urplötzlich das Bedürfnis nach Party-Musik aus den Anfang 2000ern. Ich schätze ich wollte in alten Zeiten schwelgen. Denn auch wenn meine Party-Karriere nicht lange anhielt, so habe ich doch immer gern die Lieder gehört, zu denen wir im Club getanzt haben. Schon wenn ich „im Club tanzen“ schreiben, muss ich innerlich kichern. Das klingt so komisch aus meine Mund – äh, aus meiner in die Tastatur tippenden Hand. Es klingt als würde ich probieren, cool zu sein. Bin ich nicht und war ich nicht. Zumindest nicht auf eine „im Club tanzende“ Art.

Jedenfalls habe ich bei Spotify irgendetwas mit „Party“ und „2000“ eingegeben. Dies führte mich zu einer Playlist, die mittlerweile mein täglicher Begleiter geworden ist: „Party hits circa early 2000’s“. Ich liebe diese Beschreibung. So ganz genau muss man es mit den Jahrzehnten ja nicht nehmen. Hauptsache nicht zu aktuell, aber auch nicht so alt, dass ich mich nicht mehr daran erinnern könnte. Ich höre in die ersten Lieder hinein und fühle mich sofort abgeholt. Der einzige Nachteil ist, dass ich schlechte Texte heutzutage weniger gnädig überhören kann. Hin und wieder wird geskipped. Aber alles in allem ist dies eine Playlist, die meine Jugend widerspiegelt. Besonders erfreut bin ich, als die ersten Hannah Montana – Lieder durch die Lautsprecher dröhnen. Der Begriff „Party Hits“ wurde hier sehr weit ausgedehnt – ganz nach meinem Geschmack!

Doch es endet nicht bei Party-Hits aus den 2000ern. Als ich beim Tomaten schneiden lauthals und vollends begeistert das Einsing-Lied „Tomatensalat“ aus Kinderchorzeiten zu schmettern beginne (und zwar bis zum Schluss! Wer es kennt, weiß, wie lang und nervtötend es ist) muss ich mich doch ein wenig über mich selbst wundern. Ich frage meinen Mann schließlich, ob ich schon verrückt geworden bin. Er bejaht natürlich. Ich wundere mich nicht. Gut nur, dass er mich das auch regelmäßig fragt. So sind wir zusammen verrückt.

Also alles wie immer.

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Einkaufverhalten #CoronaTagebuch

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich mich das letzte Mal an der Kasse für einen Spontan-Süßigkeiten-Kauf entschieden habe. Ihr wisst schon – eine Kinderschokolade oder ein Bounty, so etwas in der Art. Diese Dinge, die strategisch günstig positioniert sind, damit die Kinder noch einmal richtig nerven können. Nirgendwo werden verschiedenen Erziehungsstile so sichtbar wie an diesem Ort.

Fakt ist: Heute war ich das Kind. (Ohne Elternteil natürlich.) Und ich hab’s mir einfach genommen, ohne tiefgreifend über die 29 Cent nachzudenken, die das Kindercountry gekostet hat. Kindercountry! Hach. Ein Geschmack, der mich zwanzig Jahre zurückversetzt. Und heute habe ich ihn wieder gebraucht. In diesem Moment an der Kasse. Als ich den Supermarkt verlasse merke ich, wie wenig diese Entscheidung heutzutage noch zu mir passt. Aber ich bereue sie nicht. Was ich mich jedoch ernsthaft frage, ist, ob diese Riegel in den letzten zwanzig Jahren geschrumpft sind…

Ich muss sagen putty download windows , alles in allem bin ich bereits eine versierte Corona-Einkäuferin. Ich schnappe mir sofort einen Einkaufswagen, auch wenn ich nur die beim letzten Einkauf vergessenen Kaffeefilter und Salzstangen hole. Mit größter Vorsicht umkurve ich die anderen Kunden und halte sogar Abstand zu meiner Freundin oder Schwiegermutter, die ich zufällig treffe – widerwillig natürlich. Ich weiß genau, dass ich nur noch die teuren Haferflocken bekomme und werfe lediglich einen kurzen Blick in die Mehlabteilung. Aufregen bringt ja nichts. Von Klopapier wollen wir gar nicht anfangen. An der Kasse warte ich geduldig und rücke niemandem auf die Pelle. Grenzen werden akzeptiert – wieder so eine gute Sache, die die Krise mit sich bringt. Ich spitze die Ohren, wenn die Kassiererin durch ihre Mundschutzmaske mit mir spricht – hier liegt das einzige Problem, das ich wahrhaft habe: meine schlechten Ohren.

Was nun noch fehlt ist meine eigene Mundschutzmaske. Doch in 2020 gilt: Beste Freunde sind die, die dir eine Mundschutzmaske nähen können! Dann hat man Glück gehabt. Und ich habe sogar mehrere Freundinnen mit dieser Fähigkeit. Eine davon wird mich bald versorgen. Sogar mit schönem Muster. Ich liebe es, wenn Schönes aus Nervigem gemacht wird.

Dann ist mein Corona-Einkaufsverhalten wirklich on fleek! Nur das mit dem Kindercountry sollte ich dauerhaft überdenken.

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Tempolimit #CoronaTagebuch

Es ist Samstagabend nach 21 Uhr. Ein Samstagabend, wie er für mich recht gewöhnlich ist: Ich sitze auf der Couch, trinke ein Glas Wein, snacke die ein oder andere ungesunde Sache und denke über’s Leben nach. Es gab ein Leben vor Corona und es gibt ein Leben nach Corona, hat Thüringers Ministerpräsident Bodo Ramelow gesagt. Dieser Samstagabend ist ein Abend vor, in und nach Corona für mich. Herzlichen willkommen in meinem introvertierten Leben.

Und doch ist so gar nichts normal. Es ist als hätte mein Leben eine Vollbremsung hingelegt – und nur ganz langsam kommt das Auto wieder ins Rollen. Vorsichtig tuckert es die 20er-Zone entlang, langsam vorantastend. Eine Autobahnauffahrt ist vorerst nicht in Sicht. Ich gewöhne mich daran und gleichzeitig fehlen mir die Überholspuren des Lebens. Der Blick in den Rückspiegel, um dann volle Kraft voraus das nächste Ziel in den Blick zunehmen. Nein. Jetzt bleibe ich im Wohngebiet und drehe meine Runden.

Mein Leben ist langsamer geworden. Ich langweile mich nicht, tüftle aber auch nicht an krassen Projekten. Die Decke ist mir noch nicht auf den Kopf gefallen, aber es fehlt der Drive. Ich verbringe meinen Samstagabend wie häufig zuvor, aber vermisse meine Freunde. Ich kann allein sein, aber ich liebe Menschen. Die Arbeit geht auch irgendwie digital, aber eigentlich lebt sie von Beziehungen. Ich freue mich über die Errungenschaften des 21. Jahrhunderts, aber nach einer halbstündigen Konversation der Art „Hört ihr mich?“ „Ich hör dich nicht!“ „Irgendein Mikro rauscht“ „Was war das für ein Knacksen?“ „Dein Bild ist stehen geblieben“ brummt mir schon mal der Schädel.

Ich stelle positiv fest, dass ich entschleunige. Das sagen doch alle, dass wir das heutzutage brauchen, oder? Diese Entschleunigung. Einfach mal langsamer machen. Nicht tausend Dinge gleichzeitig. Ich kann mich glücklich schätzen. Viele Menschen haben gerade jetzt besonders viel Stress.

Und so fahre ich unschlüssig bis zur nächsten Kreuzung, lehne mich über das Lenkrad und schaue nach rechts. Rechts vor links beachten, das kann ich jetzt. Regeln einhalten, alles klar.

Aber das Ziel fehlt irgendwie doch.

Veröffentlicht in Aus dem Alltag

Genug

Ich sitze auf einer Bank in einem kleinen Innenhof vor unserem Wohnblock und genieße die Sonne. Zugegeben – es gäbe wahrlich schönere Orte, um die bisher so kostbaren Sonnenstrahlen des Frühlings aufzufangen. Schließlich bin ich umgeben von mehreren fünfstöckigen Neubauten. Vor mir ist ein kleiner Sandkasten, neben mir ein Mülleimer und hinter mir – tja, da standen mal ein paar schöne Bäume. Es schien irgendeinen Grund gegeben zu haben, sie abzusägen und so sind es nur noch kahle Stämme. Doch mir bleibt noch rund eine Stunde, bevor der Schatten des Nachbarblocks hier angekommen ist und die möchte ich nutzen. Ich habe keine Kraft für einen langen Spaziergang an einen hübscheren Platz und nach vier hauptsächlich auf der Couch verbrachten Tagen ist das hier bereits eine signifikante Verbesserung.

Vor fünf Tagen hatte ich meine erste und letzte Weisheitszahn-OP und habe den Heilungsprozess bis jetzt fast nur vor dem Fernseher, mit Hörspielen und Youtube-Videos verbracht. Irgendwie schrecklich, aber ich habe auch kein schlechtes Gewissen deswegen, denn etwas anderes war schlicht nicht möglich. Trotz einer unaussprechlichen Dosis von Schmerztabletten, waren die Schmerzen nicht wirklich klein zu kriegen und wechselnde Kühlakkus mein ständiger Begleiter. Alles was ich brauchte waren Ablenkung und eine Menge sinnloser Shows, Serien und Filme. Das kommt wohl davon, wenn zwei von drei Weisheitszähnen nur sehr widerwillig ihre wohlige Heimat im Zahnfleisch aufgeben wollen. Drücken, ziehen, halbieren, herausdrehen… Willkommen, Hamsterbacken. Nach der OP hielt mir mein Zahnchirurg eine Hälfte des zuletzt entnommenen, blutigen Zahns vor die Nase. „Ihh“, war meine erste Reaktion. Gleichzeitig sah ich das Blut auf dem Tablett mit den chirurgischen Instrumenten vor mir und dachte: Okay. Jetzt kann ich vielleicht doch Horrorfilme anschauen.

Während der Zeit meines Couch-Aufenthalts brachte mir mein Mann – neben einer Menge Fertigsuppen, Apfelmus, Kamillentee und Co. – eine Zeitschrift vom Einkaufen mit. Einfach, damit ich mich freute, auch wenn er wusste, das mein dröhnender Kopf es noch nicht zuließ, sich auf Buchstaben zu konzentrieren. Nun sitze ich hier, und während es in meinem Zahnfleisch weiterhin leise pocht und ich die Erschöpfung der letzten Tage noch in den Gliedern spüre, freue ich mich sehr, nun wieder lesen zu können. Das Handy liegt in der Wohnung, ganz bewusst. Viel zu viel habe ich die letzten Tage darauf gestarrt.

Ein bisschen sitze ich auch einfach nur da und lasse die Sonne auf mich strahlen. Dabei höre ich es hinter mir zwitschern. Trotz kahler Bäume sind da einige Amseln und Meisen, die im Boden picken und einander verscheuchen. Immer mal wieder läuft ein Elternteil mit Kind vorbei, welches vom nahe gelegenem Kindergarten abgeholt wurde. Hundebesitzer führen ihre Vierbeiner aus. Irgendeine Frau unterhält sich vom Balkon aus mit ihrer Nachbarin. Am schönsten wäre es gewesen, wenn nun noch ein paar Hasen vorbeigehoppelt wären – kein Scherz! Die sind hier tatsächlich regelmäßig unterwegs. Ein ulkiges Phänomen puttygen , welches ich an anderen Tagen aus nächster Nähe beobachten kann.

Doch ich denke mir: das reicht mir schon. Ich bin absolut zufrieden. Hier, allein auf dieser Bank, von der aus ich ein wenig beobachten und lesen und Vitamin D tanken kann. Hier, neben kahlen Blocks und abgesägten Bäumen. Denn endlich – endlich, endlich – kann ich meine Gedanken einmal wieder schweifen lassen. Einfach da sein und über irgendetwas nachdenken. Neue, kleine Gedankenblitze bekommen. Sich beim Lesen inspirieren lassen. Hier in dieser realen Welt sein, statt im Bildschirm meines Handys. Ich hab es vermisst.

Ist es nicht schön, wie uns Krankheitszeiten die allereinfachsten Dinge wieder wertschätzen lassen? Während ich das hier schreibe, nehme ich einen Schluck aus meiner Kaffeetasse. Ja, den habe ich auch vermisst. Ich krame online in einem Bilderportal nach einem passenden Bankfoto für diesen Text. Ich stelle fest: Sie sind alle viel zu perfekt. Also gehe ich noch einmal raus und fange die Realität ein. Denn so schön ich instagramwürdige Umgebungen auch finde – heute ist die Realität für mich genug.

Constanze

Veröffentlicht in Aus dem Alltag

Eine Ode an die frische Luft

Es gibt so einige merkwürdige Regeln für mein Leben (die ich mir selbst aufstelle, natürlich.) Eine von ihnen lautet: Ein Tag ohne frische Luft ist ein verlorener Tag. Das ich das hier so schreibe pizzakurier bern , ist bereits ein kleines Wunder, denn ich erinnere mich noch bestens an Tage in meiner Kindheit, in denen ich Spaziergänge langweilig fand. Doch umso älter ich wurde, umso mehr wurde mir bewusst, dass sie absolut meiner Natur entsprechen. Und meine selbsterstellte Regel ist eigentlich einfach, denn im Prinzip hält man sie im Alltag automatisch ein (außer man arbeitet ausschließlich von zu Hause aus – oder man geht durchs Haus in die Garage, steigt ins Auto, steigt in der Tiefgarage eines Bürokomplexes wieder aus, geht ins Büro und das Gleiche zurück).

Eine Runde um den Block

Nur an freien oder Home-Office-Tagen muss ich der Regel ein wenig Aufmerksamkeit widmen. Mein Mann macht sich gern einmal lustig über mich, wenn ich an einem Samstagnachmittag verzweifelt verkünde, dass wir heute noch gar nicht draußen waren. Dann erfinde ich etwas, das wir dringend noch einkaufen müssen. Oder einen Brief, der zur Post gebracht werden muss. Irgendetwas ist doch immer. Und so gut ich im Urlaub stundenlang lesend auf einer Couch verbringen kann, so müssen sich meine Beine doch mindestens einmal bewegen. Zu Hause reicht mir auch eine kleine „Runde um den Block“, wie wir Neubau-Bewohner das nennen. (Wahlweise auch zur Autobahnbrücke. Ich bin überzeugt, es ist ähnlich beruhigend auf eine Autobahn hinabzuschauen wie auf eine weite Wiese – na, fast jedenfalls.)

Danke, liebe Eltern, an dieser Stelle, denn im Prinzip wurde mir das Bedürfnis nach frischer Luft in die Wiege gelegt. Heute finde ich Wanderungen auch gar nicht mehr so schrecklich. Und während ich früher bei Familienfeiern nach dem überaus üppigen Mittaggessen zur Fraktion „Drin bleiben und faulenzen“ gehört habe, findet man mich heute immer häufiger in der Fraktion „Hier ist es eng und stickig, Leute, lasst uns mal rausgehen!“ wieder.

Kein falsches Wetter

Eine zweite, recht neue und dies ergänzende Regel lautet: Es gibt kein zu kaltes Wetter fürs Fahrrad fahren. Und ja, ich fühle mich dabei etwas mütterlich à la: Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Klamotten! Aber stimmt doch irgendwie, oder? Zumindest hier in unseren deutschen, meist moderaten Wetterverhältnissen. Und so habe ich es in den vergangen Wochen und Monaten als etwas unglaublich Befreiendes erlebt, mich Tag für Tag aufs Fahrrad zu schwingen und durch die Eiseskälte zu brausen. Eine gute Winterjacke ist natürlich Voraussetzung, passende Handschuhe, Thermo-Strumpfhose und so weiter. Besonders ich als Frostbeule übertreibe dabei lieber ein bisschen. Matschiger Schnee und Glätte hielt mich an ein paar Tagen dann doch auf, aber Kälte allein nicht. Ihr sagte ich den Kampf an.

Früher hätte ich das als sehr anstrengend empfunden, aber ich stelle fest, dass es nur eine Frage der Gewöhnung und Routine ist. (Genauso übrigens wie mit der „Fahrrad-aus-dem-Keller-holen“-Sache, siehe hier.) Ich darf mich außerdem glücklich schätzen, dass ich nur selten in Kälte und Dunkelheit früh das Haus verlassen muss. Dennoch gab es ein paar Tage, an denen meine Finger- und Fußspitzen fast erfroren sind und ich die Klamottensituation noch einmal überdenken musste. Dann bin ich mit nur einer Hand am Lenker gefahren, während die andere sich in der Jackentasche aufwärmte, aller paar Minuten wechselnd. Und ja, natürlich war ich nicht immer hochmotiviert, mich spät am Abend noch aufs Fahrrad zu schwingen, um nach Hause zu kommen. Aber – und es ist mir egal, wenn ihr hierbei wie ein Fitness- und Gesundheitsguru klinge – ich blieb in Schwung! Ich fühlte mich fit und wach und gesund.

Sport für Introvertierte

Seit April vergangenes Jahres habe ich das Fahrrad fahren schätzen und lieben gelernt. Es ist nicht der Sportaspekt, der mich dabei primär motiviert. Es ist zum einen der Fakt, dass ich mich dabei selbst transportiere, wann ich will und wie schnell ich will, und zum anderen meine neue Liebe, die frische Luft. Nicht nur der Körper bleibt durch diese Form des Transports in Schwung, auch die Psyche wird jedes Mal ordentlich durchgepustet und erfrischt.

Mein introvertiertes Gehirn hat während einer durchschnittlichen Fahrt von 20-25 Minuten genügend Zeit, Probleme zu durchdenken, in Traumwelten zu versinken oder das Abendessen zu planen. Und all die Beobachtungen! Natur und Mensch, sie bleiben Phänomene für mich. Die Sportler, die ich mehrmals in der Woche bei Wind und Wetter ihre Bälle ins Tor schießen sehe und deren Durchhaltevermögen ich bewundere. Zwei Schwäne, die einsam und still auf der Saale entlangschwimmen bevor sie majestätisch abheben und hinter den Bäumen verschwinden. Senioren, die auf ihren E-Bikes verblüffend schnell an mir vorbeidüsen. (Neid? Bloß nicht!) Rennradfahrer, die mich eher als Hindernis statt als menschliches Wesen betrachten. Schüler, die erleichtert das Schulgebäude verlassen. Laut klingelnde Straßenbahnfahrer – ja, doch, ich bleibe an der roten Ampel stehen! Und mein ultimativer Tipp für steile Berge: Einfach ein paar Meter vorher ganz tief in Gedanken versinken, zum Beispiel hochkonzentriert über ein anstehendes Projekt nachdenken oder dir dein ideales Leben in fünf Jahren in allen Details ausmalen. Kaum hast du mit der Wimper gezuckt, schon bist du oben angekommen!

Frische Luft macht gesund?

Ich möchte glauben, dass es an der Bewegung und der frischen Luft liegt, dass ich im ganzen Winter bisher nicht krank geworden bin. Natürlich hängt die Gesundheit auch mit vielen anderen Faktoren zusammen, aber lasst es mich mir einfach einreden. Andere schwören auf Vitaminpräparate oder Yoga. Brauchen wir nicht alle unser persönliches Mittelchen, durch das wir uns fit und gut fühlen? Ich sage ja zur frischen Luft und Bewegung, auch im Winter. Und so sehr ich den Frühling liebe und die ersten Sonnenstrahlen in mir aufsauge, so sehr möchte ich auch aus den ungeliebten Jahreszeiten das Beste machen.

Es bleibt weiterhin ein Zwispalt – mein Bedürfnis nach frischer Luft und mein Hang zum Frieren im Winter. Gehörte ich doch früher auf jeden Fall zu dem Teil der Klasse, der lieber ersticken als erfrieren wollten, wenn ein Lehrer das Klassenzimmer betrat und sich über den Luftzustand im Raum entrüstete. Heute halte ich es aus, beiße die Zähne zusammen und lasse das Stoßlüften über mich ergehen.

Geh raus! Bleib in Bewegung! Zieh dich warm an! Denn vielleicht komme ich unerwartet um die Ecke gedüst, versunken in irgendeiner Traumwelt…

Constanze

Veröffentlicht in Aus dem Alltag, Lifestyle

Gewaltenteilung in meiner Technik

Als ich 18 Jahre alt wurde, bekam ich einen iPod geschenkt, 5. Generation oder so. Jedenfalls waren die damals echt beliebt. Davor hatte ich bereits zwei andere, weniger namenhafte Mp3-Player besessen. Die alten länglichen Teile, die dir gerade so den Titel anzeigen. Ich werde nie den Tag vergessen, als mir jemand zum ersten Mal die Funktionsweise von Mp3-Playern erklärte. Wie jetzt, einfach nur Dateien – auf so ein kleines Gerät? Was bitteschön sind überhaupt Mp3’s? Es grenzte für mich an ein Wunder.

Und so fühlte es sich auch an, als ich mit etwa 14 Jahren vom Walkman auf diese Form des mobilen Musikhörens umstieg. (Den Diskman hatte ich irgendwie übersprungen. Ich kannte lediglich den meiner Schwester, welcher mir recht klobig erschien. Und sowieso. Man kann doch alles auf eine Kassette spielen. Radiolieder und so.) Aber zurück zu meinem 18. Geburtstag. Ich liebte meinen neuen iPod mit einer Menge Speicherplatz, großer Anzeige, Playlistfunktionen und schlanker Optik. Mein kleiner, leuchtend grüner Begleiter, geschützt transportiert in einer Kindersocke. Denn so haben wir das damals gemacht.

Eins für alles

Doch auf den 18. Geburtstag folgte der 19. und mit ihm musste ein neues Handy her. Smartphones waren in der Zeit eigentlich schon im Kommen, aber mir erschien das noch recht suspekt. Und so erhielt ich eine Art Mittelding, ein großes Handy ohne Touchscreen. Aber es war W-lan-fähig, wow! Und es hatte Speicherplatz, um Musik daraufzuladen. Was nun? iPod adé? Konnte er so schnell überflüssig werden? Nein, dafür liebte ich ihn zu sehr. Aber war das die Tendenz unserer Zeit? Dass wir irgendwann nur noch ein Gerät für alles benötigen würden? Noch ein paar Jahre später und ich hatte mein erstes richtiges Smartphone in den Händen. Nun wurde die Lage für den kleinen, grünen Musikspieler tatsächlich kritisch. Ich hing den Trends stets ein wenig hinterher, aber allmählich ersetzte das Smartphone auch in meinem Leben fast jedes andere technische Gerät.

Mit der Zeit gehen?

Okay. Also ich bin schon offen für Neues. Denke ich. Zumindest bekomme ich so große Augen wie Dori bei Findet Nemo wenn jemand sagt „Ich hab da eine verrückte Idee…“ und erwidere „Ideen? Eine Idee? Ich liebe Ideen!“. Wenn ein neuer Hit im Radio läuft, der so klingt wie alles andere zuvor gibt es von mir nur ein entnervtes „Schon wieder nichts Neues!“ und ein Umschalten zum nächsten Sender. Ich habe vollstes Verständnis dafür, wenn Schüler in der 12. Klasse noch nicht wissen, was sie nach der Schule machen möchten und ungewöhnliche Wege einschlagen. Und so bin ich auch prinzipiell offen für technischen Fortschritt. Ich hänge hinterher und bin auch gern erst einmal kritisch, aber ich sehe ein, dass Veränderungen wichtig sind und es keinen Sinn ergibt, sie krampfhaft aufzuhalten.

Nostalgie, hallo!

Aber vor einiger Zeit habe ich meinen iPod im Schubfach wiederentdeckt. Mir war bewusst, dass ich ihn noch besaß – schließlich hat er so einige Entrümpelungen im Eifer minimalistischen Aussortierens überlebt. Das liegt wohl einerseits daran, dass es wirklich schwer ist, technische Geräte wegzuwerfen. (Keine Sorge, den Walkman gibt es nicht mehr.) Andrerseits mag ich ihn einfach und er funktioniert, neben der etwas nachgelassenen Akkuleistung, wie zuvor. Beim ersten Wiederentdecken habe ich ihn nur kurz aufgeladen und zum eigenen Amusement in die alten Lieder hineingehört. Als ich ihn erneut im Schubfach liegen sah, dachte ich: Warum nicht richtig neu beleben? Irgendetwas daran, die Musik unterwegs wieder auf einem eigenen Gerät statt auf dem Smartphone abzuspielen reizte mich. Wollte ich mich einfach nur in alte Zeiten zurückversetzen und nostalgisch das Rädchen meines iPods hin- und herdrehen oder steckte mehr dahinter?

Zurück zu den Basics

Doch der Mp3-Player ist nicht das einzige Gerät, zudem ich mich zurücksehne. Schon seit Monaten rede ich davon, endlich ein Festnetztelefon anzuschaffen. Denn aufgrund meiner Einstellung, dass das Smartphone ja alles kann, mittlerweile auch kostengünstig, hat das Festnetztelefon in den letzten Jahren keine Rolle mehr in meinem Leben gespielt. Ich kann doch jeden mit dem Smartphone anrufen und jeder kann mich darüber erreichen. Warum ein unnötiges Zusatzgerät? Mittlerweile habe ich eine Antwort darauf: Damit ich das Smartphone auch einmal ausschalten kann.

Ich bin an dem Punkt angekommen, an dem mich der ständige Blick aufs Handy an mir selbst nervt. Nach und nach ergreife ich die ein oder andere Selbstschutzmaßnahme, wie zum Beispiel das Ausschalten vor dem zu Bett gehen. Doch ich möchte noch einen Schritt weitergehen. Wie cool wäre es, regelmäßig einen ganzen Tag das Handy auszulassen? Vielleicht sogar länger? Dafür muss ein Festnetztelefon her, um bei wichtigen Anliegen weiterhin erreichbar zu bleiben.

Kontrolle zurückgewinnen

Allmählich erkannte ich den Grund für mein zunehmendes Bedürfnis nach „Gewaltenteilung“ in meiner Technik. E-Mails am Laptop schreiben, Musik über iPod hören, telefonieren am Handy… Ich wollte die Zuständigkeiten trennen, den Geräten in gewisser Weise ihren Platz zuweisen. Dieses Bedürfnis entsprang einem Gefühl von Überforderung, von „zu viel“.  Manchmal gehe ich einkaufen und möchte nebenher Musik hören. Aber ich möchte nicht auch noch gleichzeitig Nachrichten empfangen oder telefonieren. Was sagt das über mich aus, wenn ich für eine Stunde mit meinem Mp3-Player das Haus verlasse und mich frage, ob es okay ist, das Handy zu Hause liegen zu lassen? Ja, natürlich ist das okay! Und genau das ist mit dieser Zuständigkeits-Trennung möglich. Ich habe selbst Einfluss darauf, wie viel Input ich zulasse. Ich kann ihn kontrollieren, alle Kanäle schließen, einen öffnen oder jeden – so wie ich es brauche.

Reizüberflutung vorbeugen

Wer meinen Beitrag zum Thema Rabatte und Kundenkarten oder Minimalismus gelesen hat, weiß, dass ich mich hin und wieder reizüberflutet fühle. Reizüberflutung vorzubeugen ist eines meiner Lieblingsthemen. Und es gibt einen Grund für all die Achtsamkeits- und Meditationstrends heutzutage: Sie sind die Reaktion auf eine Fülle an Input in unserer Zeit und Gesellschaft. Gerade introvertierte, sensible Menschen haben es schwer, wenn ständige Erreichbarkeit von ihnen erwartet wird. Und ich bin zwar eine Bloggerin mit Accounts auf facebook und Instagram, aber die Welt von Social Media ist nach wie vor nicht wahrhaft meine Welt. So häufig setzt sie mich unter Druck, wenn ich sehe wie regelmäßig andere Blogger etwas posten und sich perfekt in Szene setzen. Ich wünsche mir so wenige Apps wie möglich auf meinem Smartphone, gleichermaßen so wenig wie möglich Kundenkarten in meinem Portemonnaie. Ich möchte von all dem nur so viel wie nötig. Denn es sind nicht Dinge, die wirklich zählen.

Und nun?

Hänge ich also doch den alten Zeit nach und halte meinen iPod so lange am Leben wie es nur geht? Nein, denn genauso bin ich davon überzeugt, dass alles seine Zeit hat. Ich bin gespannt, was die technische Zukunft noch bringen wird. Gespannt, ob ich irgendwann auch mit einer gesichtslosen Alexa oder sonst wem reden werden. Aber bei all dem muss ich darauf hören, was ich brauche und aufpassen, nicht vorschnell mit der Masse zu schwimmen.

Nicht jeder ist von der Fülle an Apps überfordert so wie ich. Nicht jeder ist erst einmal skeptisch, wenn das Telefon klingelt. Nicht jedem nützt eine Aufteilung technischer Geräte. Doch ich persönlich muss mich in gewisser Weise selbst schützen. Denn es macht zwar erst einmal Spaß, zig YouTube Videos vor dem Einschlafen zu schauen, aber einschlafen kann ich dann trotzdem nicht. Und es erscheint effizient, beim Straßenbahnfahren gleichzeitig Musik zu hören und Nachrichten zu beantworten, aber bei der Arbeit angekommen bin ich weniger entspannt, als wenn ich einfach aus dem Fenster geschaut hätte. Weniger auf einmal zu machen und mich daran zu erinnern wie es „früher“ in meiner Kindheit war, tut mir gut. Ich lebe nicht in dieser Vergangenheit, aber ich erkenne, dass es auch mit weniger funktioniert. Nicht nur meine Geräte, sondern auch ich selbst sparen dabei Energie.

Es kann schon sein, dass mein iPod bald wieder nur im Schubfach liegt und ich es doch praktischer finde, alles auf einem Gerät zu vereinen. Aber immerhin hat er mir eine kleine Lektion gelehrt. Die Lektion, dass ich weiterhin hinterfragen darf, was normal wird. Und dass es manchmal gut tut, Gewohnheiten auf den Kopf zu stellen.

Welche Gewohnheit würdest du gern einmal auf den Kopf stellen?

Constanze

Veröffentlicht in Aus dem Alltag, Glauben

Wie ich mich mit der Dunkelheit versöhnte

Es ist Abend. Ich komme von der Arbeit, biege mit dem Fahrrad in unsere Straße ein, fahre bis zu unserem Hauseingang und da sehe ich ihn – einen leuchteten Weihnachtsstern an unserem Küchenfenster. Sofort muss ich lächeln. Und ich bin irgendwie glücklich – nur, weil da etwas in der Dunkelheit leuchtet. Als ich schließlich die Wohnung betrete, kommen mir fast ein paar Tränen: Am Ende des Flurs leuchtet eine Lichterkette vor einem weißen Vorhang. Auf einer kleinen Kommode sind drei Kerzen in Windlichtern entzündet, die gold glänzen und wunderschöne Muster an die Wand werfen. Es ist nicht viel. Kein pompöser Weihnachtsschmuck. Aber es reicht. Und als ich das Wohnzimmer betrete sind da ein leuchtender Tannenbaum, noch mehr Kerzen, eine sich drehende Pyramide und der verführerische Duft einer Räucherkerze. Ich realisiere, dass ich es geschafft habe. Ich habe mich mit der Dunkelheit versöhnt.

Ein Weihnachtsbaum – einfach so

In diesem Jahr hatten mein Mann und ich kurz vor dem ersten Advent zufällig einen gemeinsamen freien Tag in der Woche. Schon recht früh planten wir, diesen Tag konkret zur Einstimmung auf Weihnachten zu nutzen. Wir wollten einen Baum kaufen, die Wohnung schmücken und auf den Weihnachtsmarkt gehen. Zum ersten Mal investierten wir gemeinsam ein wenig mehr Zeit in diese Vorbereitungen. Wir besitzen nicht viel Weihnachtsdekoration und so haben wir uns in den vergangenen Jahren, außer ein paar Tannenzweigen, unserer erzgebirgischen Pyramide und der ein oder anderen kitschigen Figur, nicht viel Mühe gemacht. Dieses Jahr sollte es anders werden. Nicht unbedingt viel mehr Schmuck, aber mehr Gemütlichkeit. Wir wollten uns wohl fühlen und die Dunkelheit versüßen.

Und wir wünschten uns einen Tannenbaum. Früher dachte ich, dass man sich nur dann einen Baum kauft, wenn man Kinder hat und am Heiligen Abend zu Hause ist. Schließlich ist es für die Kleinen (und Großen) schön, wenn sie unter dem Baum ihre Geschenke hervorholen können. Nun, wir haben leider keine Kinder und am Heiligen Abend sind wir auch nicht zu Hause. Aber mein Mann kommt aus einer Familie, in der Weihnachtsbäume eine wichtige Rolle spielen und auch ich realisierte: Warum denn nur für Kinder, wenn ich es selbst so wunderbar gemütlich, gut riechend und weihnachtlich finde? So etwas können wir auch einfach für uns machen. Und zwar bereits jetzt, damit es sich lohnt.

Versteht mich nicht falsch – ich bin nicht der Typ, der jede Weihnachtstradition mitmachen muss. Ich bin gegen zwanghaftes Schmücken und Plätzchen backen, nur weil die Uhr Dezember geschlagen hat. In der Theorie finde ich es völlig ausreichend sich im Weihnachtsgottesdienst an die Geburt Jesu zu erinnern und sich daran zu erfreuen. All den Konsum und Stress, der drumherum entstanden ist, hinterfrage ich in regelmäßigen Abständen. Deshalb habe ich auch eine hohe Affinität zum Osterfest, auf welchem nicht solch ein Druck lastet (und welches sowieso das ultimative Fest der Freude ist). Ich sehe die Weihnachtsvorbereitungen in der Adventszeit etwas abgetrennt von dem eigentlichen Fest. Es sind Traditionen unserer Kultur, die jeder in der Art und Weise ausleben sollte, wie sie ihm gut tun. Jedes Jahr versuche ich nur das zu machen, auf was ich Lust habe.

Weihnachtsvorbereitung, die ich brauche

Und in diesem Jahr habe ich nichts so sehr gebraucht wie all die Lichter am Baum, Lichterketten und Kerzen. Im letzten Beitrag habe ich davon berichtet, wie mir die Dunkelheit an einem Sonntag zu schaffen gemacht hat. Leider blieb es nicht dabei. Die komplette darauffolgende Woche hatte ich mit der „Wie kann es sein, dass es 15 Uhr schon wieder anfängt dunkel zu werden!“-Panik zu kämpfen. Ich war grundlos träge, unmotiviert und manchmal auch traurig. Zum ersten Mal wurde mir bewusst, warum Licht in der Weihnachtszeit so eine zentrale Rolle spielt: Es gibt Hoffnung. Es vertreibt das Grau des Novembers und lässt uns wieder aufatmen. Und so ist es ebenso eine passende Hinführung auf das eigentliche Fest – auf Jesus, der Hoffnung gibt. Auf einen Gott, der sich nicht zu schade ist, zu den Menschen hinab zu kommen und sie in der Dunkelheit an die Hand zu nehmen.

Dennoch finde ich es wichtig, auch die Düsterheit des Novembers ein wenig auszuhalten und damit umgehen zu lernen. Ich glaube, dass alles seine Zeit hat und auch die schweren Zeiten durchlebt werden müssen. So begreifen wir viel besser, warum wir die Weihnachtsbotschaft brauchen, statt das Dunkel sofort mit Glitzer und Weihnachtsliedern zu überdecken. Denn dass immer alles bunt, schön und hell glänzt, ist nun einmal nicht die Realität.

Mittlerweile freue ich mich fast darauf, wenn es dunkel wird, weil ich dann all die Lichter anzünden kann. Nun ist die Zeit der Hoffnung angebrochen und ich werde sie in vollen Zügen genießen. Und je nachdem wer von uns beiden früher zu Hause ist, klippst den Stern im Küchenfenster an – damit der andere nach einem anstrengenden Tag mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause kommen kann.

Constanze

Veröffentlicht in Aus dem Alltag

Der Sonntags-Blues

Es ist Sonntag. Und wie an vielen anderen Sonntagen baue ich mir auch an diesem Nachmittag mein „Sonntags-Set-up“ auf der Couch auf. Dieses Set up besteht aus Büchern, meinem Bullet Journal, Stiften, der Fernbedienung, Tee und einer Orange. (Oder Kaffee und Keksen. Oder Kakao und Schokolade.) Da es November ist, knipse ich unsere unendlich lange Lichterkette an, die sich um Fenster und Couch schlängelt. Wenn ich richtig kuschelig gestimmt bin, gesellen sich noch ein paar Kerzen dazu. Ich lege mir so viele verschiedene Dinge bereit, weil ich die Auswahl haben möchte. Ein Sonntag Nachmittag ohne Termine ist für mich Freiraum, um einfach „zu sein“. In den meisten Fällen habe ich einen bereichernden Gottesdienst hinter mir, ein leckeres Mittagessen und kann nun in vollen Zügen „nichts müssen“.

Ich bin bekennender Sonntags-Liebhaber, schon seit ich denken kann. Und seit einiger Zeit schaffe ich es auch wieder häufiger, diesen Tag zu dem Tag in der Woche zu machen, an dem ich nicht arbeite. Arbeit beinhaltet für mich persönlich all die Dinge, die jemand von mir erwartet oder die ich von mir selbst erwarte. Meine Prämisse: Alles, was in mir Druck und Anspannung verursacht macht am Sonntag Pause. Ich darf mich innerlich frei fühlen. Das Leben geht auch ohne mich weiter.

Anders als geplant

Und während ich stolz darüber bin, mir auch an diesem Sonntag wieder diese Zeit eingeräumt und meine Entspannungs-Utensilien bereitgelegt zu haben, spüre ich, dass irgendetwas anders ist. Draußen wird es dunkel und ich habe plötzlich ein Problem damit. Ja, ich predige Gemütlichkeit, Kerzen und Kakao. Ich will, dass wir die Dunkelheit akzeptieren und den November so nehmen, wie er ist. Ich will, dass wir uns mit einem Buch auf die Couch verkrümeln und entschleunigen. So darf der Sonntag sein. So darf der Herbst sein.

Doch da ist er, der Sonntags-Blues. Die Dunkelheit kriecht in mich hinein und ich kann nichts dagegen tun. Ich habe viele gute Bücher zur Auswahl, aber ich schaff nur ein paar Seiten. Ich höre meinen Comedy-Podcast, der sich dieses Mal um den Sinn des Lebens dreht. Einerseits bin ich fasziniert von den Sichtweisen der beiden Sprecherinnen, andrerseits hätte ich heute ein wenig mehr Comedy vertragen können. Also schalte ich einen öden, vorhersehbaren High-School-Film ein: Unscheinbares Mädchen verliebt sich unsterblich in den coolen Jungen mit der Gitarre, der sie nicht zu bemerken scheint. Also hilft ihr der Nachbarsjunge (den sie schon ewig kennt) bei einem Umstyling und den passenden Tipps für ein Date. Gitarrenjunge stellt sich als Blödmann heraus. Und sie landet (man hat es nicht kommen sehen) schlussendlich knutschend mit dem Nachbarsjungen beim Abschlussball.

Oh, wie hätte ich mich früher über diese Handlung aufgeregt. Sowas von unrealistisch und kitschig. Doch heute schaue ich mir diesen Film mit einer merkwürdigen Mischung aus Lethargie und Melancholie an. Ich bin einerseits gelangweilt, andrerseits muss ich an meine Jugendzeit denken. Ich habe das absurde Verlangen, zu ihr zurückzukehren. Diese Filme stellen es immer so dar, als wäre es cool, das unscheinbare Mädchen zu sein. Vielleicht hätte ich cool sein können.

Ich plane die nächste Woche in meinem Bullet Journal. Das fühlt sich gut an. Ich bereite auch die Monatsübersicht für Dezember vor. Weihnachtszeit, ich komme. Doch das war’s dann auch. Ich sitze da und bin traurig. Aber ich weiß nicht, über was. Ich lasse mir ein Bad ein und höre den Podcast zu Ende. Er ist nun doch noch witzig geworden, aber diese Stimmung überträgt sich nicht auf mich. In mir ist der Sonntags-Blues.

Traurig über alles und nichts

Und obwohl er grundlos begann, sind da auf einmal Stimmen in meinem Kopf, die sich über Zustände in meinem Leben aufregen. Die sich traurig in Selbstmitleid über etwas suhlen, mit dem ich sonst ganz gut klar komme. Themen, die im Licht betrachtet erklärbar und aushaltbar sind, doch die Dunkelheit macht sie schwer und hoffnungslos. Und da sind sie, die Tränen über alles und nichts. Ob Dunkelheit, Hormoncocktail oder tatsächliche Trauer – ich kann es nicht mehr auseinanderhalten.

Früher hätte ich mich fertig gemacht. Ich hätte so lange nach einer Erklärung gesucht, bis ich eine gefunden hätte. Ich hätte Probleme durchgekaut, nur um danach noch deprimierter zu sein. Letztendlich hätte ich ein schlechtes Gewissen wegen meiner Traurigkeit bekommen. Und ganz zum Schluss ein schlechtes Gewissen aufgrund meines schlechten Gewissens. Und nichts, was ein guter Freund oder mein Mann gesagt hätte, hätte in diesem Moment geholfen.

Doch heute kuschel ich mich in meinen weichen Bademantel und sage mir: ‚Es ist okay. Morgen wird es wieder besser sein.‘ Und sobald mir diese Erkenntnis leise über die Lippen kommt, bin ich erleichtert und beinahe überrascht über mich selbst. Ja, morgen wird es wieder besser sein! Es ist eine abgedroschene Ermutigung, aber sie ist wahr. Für einen kurzen Moment bin ich in der Lage, auf Erfahrungswerte zurückzugreifen und zu erkennen: So bin ich. Dunkelheit kann mich traurig machen und alles viel schwerer darstellen als es ist. Aber am nächsten Tag, da wird es besser sein. Das weiß ich.

Also zwinge ich mich nicht mehr, meine Stimmung zu ändern. Ich versuche auch nicht herauszufinden, ob ich wirklich ein Problem habe oder dies nur durch die herbstliche Abendstimmung verstärkt wird. Ich mache mich bettfertig, lese noch ein paar Seiten und werde müde. Schließlich schlafe ich ein, ohne eine Lösung gefunden zu haben. Und das ist okay.

Sich selbst ernst nehmen

Ich habe hauptsächlich einen Wunsch, wenn ich mit anderen über meine Probleme und Sorgen rede: Ich möchte ernst genommen werden. Ich will ein offenes Ohr und ernst gemeinte Zuwendung. Mehr nicht. Denn um ehrlich zu sein, nehme ich nur wirklich wenige Ratschläge von nur wirklich wenigen Menschen an. Und einfach ein wenig bemitleiden lassen? Oh nein. Damit kann ich nichts anzufangen.

Wenn ich in Zeiten der Traurigkeit also lediglich ernst genommen werden will: Warum sollte ich mich nicht auch selbst ernst nehmen? Das, was ich gestern Abend zu mir selbst gesagt hatte, war alles, was ich in diesem Moment hören musste: „Es ist okay. Es ist okay, dass ich so bin.“ Es war die einzige Stimme, die in dem Stimmen-Chaos Sinn ergab. Jede Beschwichtigung, jeder Ratschlag hätte Widerworte und innere Kämpfe ausgelöst. Doch so konnte ich loslassen und darauf vertrauen, dass Gott aus meinen Gefühlen irgendetwas machen würde. Ich gab die Kontrolle auf und den Zwang, etwas in Ordnung bringen zu müssen. Ich verfiel nicht in Panik, weil nicht einmal ein Vollbad meine Stimmung heben konnte. Es war einfach wie es war.

Und manchmal ist das zu akzeptieren der beste Weg, damit es wieder anders werden kann.

Gerade in diesem Moment kann ich es schon wieder nicht fassen, dass es bereits dunkel wird. Ich habe leichte Kopfschmerzen. Also trinke ich meinen Kaffee, esse einen Keks und freue mich, dass ich bald unter Menschen komme. Ich muss ein wenig seufzen und denke mir: „Okay.“

Constanze