Veröffentlicht in Aus dem Alltag

Eine Ode an die frische Luft

Es gibt so einige merkwürdige Regeln für mein Leben (die ich mir selbst aufstelle, natürlich.) Eine von ihnen lautet: Ein Tag ohne frische Luft ist ein verlorener Tag. Das ich das hier so schreibe pizzakurier bern , ist bereits ein kleines Wunder, denn ich erinnere mich noch bestens an Tage in meiner Kindheit, in denen ich Spaziergänge langweilig fand. Doch umso älter ich wurde, umso mehr wurde mir bewusst, dass sie absolut meiner Natur entsprechen. Und meine selbsterstellte Regel ist eigentlich einfach, denn im Prinzip hält man sie im Alltag automatisch ein (außer man arbeitet ausschließlich von zu Hause aus – oder man geht durchs Haus in die Garage, steigt ins Auto, steigt in der Tiefgarage eines Bürokomplexes wieder aus, geht ins Büro und das Gleiche zurück).

Eine Runde um den Block

Nur an freien oder Home-Office-Tagen muss ich der Regel ein wenig Aufmerksamkeit widmen. Mein Mann macht sich gern einmal lustig über mich, wenn ich an einem Samstagnachmittag verzweifelt verkünde, dass wir heute noch gar nicht draußen waren. Dann erfinde ich etwas, das wir dringend noch einkaufen müssen. Oder einen Brief, der zur Post gebracht werden muss. Irgendetwas ist doch immer. Und so gut ich im Urlaub stundenlang lesend auf einer Couch verbringen kann, so müssen sich meine Beine doch mindestens einmal bewegen. Zu Hause reicht mir auch eine kleine „Runde um den Block“, wie wir Neubau-Bewohner das nennen. (Wahlweise auch zur Autobahnbrücke. Ich bin überzeugt, es ist ähnlich beruhigend auf eine Autobahn hinabzuschauen wie auf eine weite Wiese – na, fast jedenfalls.)

Danke, liebe Eltern, an dieser Stelle, denn im Prinzip wurde mir das Bedürfnis nach frischer Luft in die Wiege gelegt. Heute finde ich Wanderungen auch gar nicht mehr so schrecklich. Und während ich früher bei Familienfeiern nach dem überaus üppigen Mittaggessen zur Fraktion „Drin bleiben und faulenzen“ gehört habe, findet man mich heute immer häufiger in der Fraktion „Hier ist es eng und stickig

, Leute, lasst uns mal rausgehen!“ wieder.

Kein falsches Wetter

Eine zweite, recht neue und dies ergänzende Regel lautet: Es gibt kein zu kaltes Wetter fürs Fahrrad fahren. Und ja, ich fühle mich dabei etwas mütterlich à la: Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Klamotten! Aber stimmt doch irgendwie, oder? Zumindest hier in unseren deutschen, meist moderaten Wetterverhältnissen. Und so habe ich es in den vergangen Wochen und Monaten als etwas unglaublich Befreiendes erlebt, mich Tag für Tag aufs Fahrrad zu schwingen und durch die Eiseskälte zu brausen. Eine gute Winterjacke ist natürlich Voraussetzung, passende Handschuhe, Thermo-Strumpfhose und so weiter. Besonders ich als Frostbeule übertreibe dabei lieber ein bisschen. Matschiger Schnee und Glätte hielt mich an ein paar Tagen dann doch auf, aber Kälte allein nicht. Ihr sagte ich den Kampf an.

Früher hätte ich das als sehr anstrengend empfunden, aber ich stelle fest, dass es nur eine Frage der Gewöhnung und Routine ist. (Genauso übrigens wie mit der „Fahrrad-aus-dem-Keller-holen“-Sache, siehe hier.) Ich darf mich außerdem glücklich schätzen, dass ich nur selten in Kälte und Dunkelheit früh das Haus verlassen muss. Dennoch gab es ein paar Tage, an denen meine Finger- und Fußspitzen fast erfroren sind und ich die Klamottensituation noch einmal überdenken musste. Dann bin ich mit nur einer Hand am Lenker gefahren, während die andere sich in der Jackentasche aufwärmte, aller paar Minuten wechselnd. Und ja, natürlich war ich nicht immer hochmotiviert, mich spät am Abend noch aufs Fahrrad zu schwingen, um nach Hause zu kommen. Aber – und es ist mir egal, wenn ihr hierbei wie ein Fitness- und Gesundheitsguru klinge – ich blieb in Schwung! Ich fühlte mich fit und wach und gesund.

Sport für Introvertierte

Seit April vergangenes Jahres habe ich das Fahrrad fahren schätzen und lieben gelernt. Es ist nicht der Sportaspekt

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, der mich dabei primär motiviert. Es ist zum einen der Fakt, dass ich mich dabei selbst transportiere, wann ich will und wie schnell ich will, und zum anderen meine neue Liebe, die frische Luft. Nicht nur der Körper bleibt durch diese Form des Transports in Schwung, auch die Psyche wird jedes Mal ordentlich durchgepustet und erfrischt.

Mein introvertiertes Gehirn hat während einer durchschnittlichen Fahrt von 20-25 Minuten genügend Zeit, Probleme zu durchdenken, in Traumwelten zu versinken oder das Abendessen zu planen. Und all die Beobachtungen! Natur und Mensch, sie bleiben Phänomene für mich. Die Sportler, die ich mehrmals in der Woche bei Wind und Wetter ihre Bälle ins Tor schießen sehe und deren Durchhaltevermögen ich bewundere. Zwei Schwäne, die einsam und still auf der Saale entlangschwimmen bevor sie majestätisch abheben und hinter den Bäumen verschwinden. Senioren, die auf ihren E-Bikes verblüffend schnell an mir vorbeidüsen. (Neid? Bloß nicht!) Rennradfahrer

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, die mich eher als Hindernis statt als menschliches Wesen betrachten. Schüler, die erleichtert das Schulgebäude verlassen. Laut klingelnde Straßenbahnfahrer – ja, doch, ich bleibe an der roten Ampel stehen! Und mein ultimativer Tipp für steile Berge: Einfach ein paar Meter vorher ganz tief in Gedanken versinken, zum Beispiel hochkonzentriert über ein anstehendes Projekt nachdenken oder dir dein ideales Leben in fünf Jahren in allen Details ausmalen. Kaum hast du mit der Wimper gezuckt, schon bist du oben angekommen!

Frische Luft macht gesund?

Ich möchte glauben, dass es an der Bewegung und der frischen Luft liegt, dass ich im ganzen Winter bisher nicht krank geworden bin. Natürlich hängt die Gesundheit auch mit vielen anderen Faktoren zusammen, aber lasst es mich mir einfach einreden. Andere schwören auf Vitaminpräparate oder Yoga. Brauchen wir nicht alle unser persönliches Mittelchen, durch das wir uns fit und gut fühlen? Ich sage ja zur frischen Luft und Bewegung, auch im Winter. Und so sehr ich den Frühling liebe und die ersten Sonnenstrahlen in mir aufsauge, so sehr möchte ich auch aus den ungeliebten Jahreszeiten das Beste machen.

Es bleibt weiterhin ein Zwispalt – mein Bedürfnis nach frischer Luft und mein Hang zum Frieren im Winter. Gehörte ich doch früher auf jeden Fall zu dem Teil der Klasse, der lieber ersticken als erfrieren wollten, wenn ein Lehrer das Klassenzimmer betrat und sich über den Luftzustand im Raum entrüstete. Heute halte ich es aus, beiße die Zähne zusammen und lasse das Stoßlüften über mich ergehen.

Geh raus! Bleib in Bewegung! Zieh dich warm an! Denn vielleicht komme ich unerwartet um die Ecke gedüst, versunken in irgendeiner Traumwelt…

Constanze

Veröffentlicht in Lifestyle, Motivierendes

Optimieren erlaubt – aber wie?

Ich schätze, ich bin immer ein wenig spät dran. Während andere das vergangene Jahr längst abgeschlossen, Neujahresvorsätze beschlossen und die Weihnachtsdeko beiseite geräumt haben, denke ich immer noch darüber nach, was 2019 wohl für mich bringen wird und der Weihnachtsbaum steht weiterhin geschmückt im Wohnzimmer – zugegeben, mit hängenden Ästen. Ich finde es zu traurig, einen Tannenbaum kurz vor Heilig Abend aufzustellen und ihn ein paar Tage später schon wieder zu entsorgen. Bei uns hat er eine Daseins-Berechtigung von circa zwei Monaten: Anfang Dezember bis Ende Januar. Er ist nun einmal mehr als ein Baum, er ist Teil unserer Einrichtung. Er erleuchtet dunkle Zeiten und füllt nebenbei perfekt diese leere Ecke neben dem Sofa aus. Sorry not sorry.

Reflektion statt Vorsätze

Auf facebook habe ich bereits kurz darüber geschrieben, dass es bei mir keine typischen Jahresvorsätze gibt. Mehr dazu kannst du auch in meinem Blog-Beitrag vom letzten Jahr lesen. Was ich allerdings regelmäßig praktiziere, nicht nur (aber auch) zum Jahreswechsel, ist eine Zurück- und Vorausschau. Ich reflektiere und ziehe Schlüsse für die Zukunft. Ich überdenke Angewohnheiten, prüfe, ob sie noch Sinn für mein Leben ergeben und passe sie gegebenenfalls an. Manchmal stelle ich einen Bereich meines Lebens regelrecht auf den Kopf. Ich habe Spaß an kleinen Selbstexperimenten. Meist geht es jedoch um kleine Schritte, behutsame Anpassungen, Veränderungen, mit denen ich mich nicht selbst überfordere.

‚Ja, ja, dieser Optimierungswahn!‘, wird der ein oder andere jetzt denken. Heutzutage geht es ja ständig darum, die beste Version seiner selbst zu sein und jeden Bereich von Fitness bis Schlafrhythmus zur Perfektion zu treiben. Sobald es um Perfektion geht, kann auch ich nur den Kopf schütteln. Doch ich behaupte, dass uns der Verruf der Selbstoptimierung nicht davon abhalten sollte, weiterhin zu reflektieren und das Leben bewusst zu gestalten. Für mich ist das zu einem ganz natürlichen Prozess geworden, der individuell an die verschiedenen Phasen meines Lebens angepasst geschieht.

Für 2019 habe ich kurz gecheckt

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, ob meine bisherigen Angewohnheiten nach wie vor Sinn ergeben. In 2018 hatte ich das ein oder andere geändert, was ich im Grunde genommen einfach beibehalten möchte. Hier ein paar Gedanken dazu…

Sport

Als ich die Schule beendete musste ich mir zum ersten Mal Gedanken darüber machen, wie ich auch weiterhin in Bewegung bleiben würde. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte ich es nicht verstehen, wenn jemand außerhalb des aufgezwungenen Sportunterrichts freiwillig joggen gehen würde oder Ähnliches. Doch allmählich sah ich ein, dass Bewegung gesund ist und ich irgendeine Form für mich finden musste. Joggen war mein erster und sich immer wiederholender Versuch. Irgendwie funkte es nicht. Vor zwei Jahren stieg ich auf Pilates um. Ich fing außerdem an, mich über meinen Körpertyp zu belesen und erkannte, dass ich aus gutem Grund ganz intuitiv den Ausdauer/Cardio-Sportarten nicht zugewandt bin. Sie verbrennen ordentlich Kalorien, was für viele attraktiv ist. Doch der Stoffwechsel meines Körpers (dünn von Natur aus ohne eigenen Verdienst) arbeitet ineffizient und verbrennt bereits ohne Sport recht schnell Kalorien (weshalb ich häufig auch mehr Hunger habe als die durchschnittliche Frau).

Deshalb entdeckte ich im vergangenen Jahr Krafttraining für mich. Das macht mir nicht nur Spaß, sondern konzentriert sich außerdem mehr auf Muskelaufbau statt auf Fettverbrennung. Nun ergibt drei bis vier mal in der Woche Krafttraining, ab und zu gemixt mit Pilates, mehr Sinn für mich als sechs mal die Woche Pilates – wie ich es vor einem halben Jahr noch gemacht habe. Und ja, ich weiß, man sieht mir dennoch keinen Muckis an. Aber ich fühle mich gut, gesund und habe das Gefühl, stärker zu werden. Das soll meine Motivation sein.

Früh aufstehen

Im letzten Jahr habe ich außerdem ein für alle mal gemerkt, dass ich ein Vormittags-Mensch bin. Voraussetzung: Ich darf meinen Morgen nach eigenen Wünschen gestalten. (Deshalb war 8 Uhr in der Schule sein auch überhaupt nicht mein Ding. Urgh.) Wenn ich früher aufstehe ist die Wahscheinlichkeit höher, dass ich meinen Morgen in Ruhe gestalten kann. Anfang 2018 begann ich deshalb, meinen Wecker so oft es ging auf 6:30 zu stellen. Da ich in meiner jetzigen Lebenssituation selten vor 9:30 Uhr irgendwo sein muss

, erwies sich das als sehr gute Zeit, um in Ruhe in den Tag zu starten, manchmal Sport und häufiger Zeit mit Gott einzubauen. Doch irgendetwas in mir war noch nicht herausgefordert genug. Manchmal wurde die Zeit knapp, wenn die Sport-Session etwas länger dauerte oder ich ein wenig zu entspannt mit Kaffee in der Küche saß. Ich schaute mir all die faszinierenden Youtube-Videos von produktiven Menschen an, die sich jeden Tag bereits 5 Uhr aus dem Bett schwingen. „My mindful 5 a.m. morning routine“ und dergleichen. Zugegeben – das sind die Leute, die ich bewundere. 6 Uhr, das muss doch zu schaffen sein!, forderte ich mich selbst heraus.

Aber es blieb bei frühestens 6:30 und ich denke, dass dies auch weiterhin mein Ziel bleiben wird. Ich kann realistisch betrachten, dass ich eine gewisse Menge an Schlaf brauche und es bereits eine Herausforderung ist, bis 22 Uhr im Bett zu sein. Mein momentaner Lebensstil lässt es nicht zu, dass ich 21 Uhr oder früher ins Bett gehen könnte. Dafür finden zu viele Aktivitäten am Abend statt. Und wenn ich die Prioritäten abwäge, siegen diese Aktivitäten gegen das Bedürfnis, ein „5 a.m.-Power-Mensch“ zu sein.

Social Media – Konsum

Ich bin Bloggerin, aber wenn ich ehrlich bin, ist Social Media nicht wahrhaft meine Welt. Dafür hinterfrage ich zu viel, zerdenke alles und bin sowieso bereits überwältigt vom Leben an sich. Ich habe das Gefühl, dass die Social Media – Welt für die gemacht ist, die in der Lage sind, sich selbstbewusst darzustellen und den Austausch, der dadurch entsteht, wirklich genießen. Die all den Input als Bereicherung aufsaugen, der ihnen Energie für eigenes Schaffen liefert. Und ja, auch ich sehe die Bereicherung, stelle mich selbst dar und kann stundenlang durch Instagram und Co. scrollen. Doch aus oben genannten Gründen muss ich meinen Konsum begrenzen. Social Media hat seine Berechtigung in meinem Leben, aber statt dass es mein ganzes Leben einnimmt, darf es genau einen Raum haben, den ich ab und zu einmal betrete und dann auch wieder bewusst verschließe. So stelle ich es mir zumindest vor.

Zu meiner Morgenroutine wird deshalb auch weiterhin gehören, dass ich mein Handy frühestens eine Stunde nach dem Aufstehen anschalte. Wenn es mir dann beim Frühstücken doch etwas zu still ist, darf stattdessen das Radio herhalten. So starte ich fokussierter und entspannter in den Tag. Am Abend würde ich es gern erreichen

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, dass Handy bereits eine Stunde vor dem zu Bett gehen auszuschalten – klappt leider noch nicht oft. Aber immer häufiger tausche ich es gegen folgendes ein:

Bücher

Ich habe es schon mein ganzes Leben lang genossen, zu lesen. In den letzten Jahren ist dieses Hobby ein wenig eingeschlafen, denn 1.: Ich habe mir keine Zeit dafür genommen und 2.: Ich hatte keine guten Bücher. An Punkt 2 musste ich wirklich arbeiten. Mein Geschmack hatte sich verändert und ich musste herausfinden, welche Genres mir mittlerweile gefielen. Seitdem ich das etwas besser weiß, ist es wieder zu meinem Ritual geworden, vor dem Schlafen im Bett zu lesen – so, wie ich es als Kind bereits gemacht habe. (Manchmal sind die Angewohnheiten aus der Kindheit die besten.) Es handelt sich hierbei nur um 10-30 Minuten am Tag! Ja, tatsächlich reichen mir manchmal bereits zwei Doppelseiten eines Buches, um mich zur Ruhe kommen und mir die Augen zufallen zu lassen. Ich schlafe besser ein, ich grüble weniger. So einfach ist es.

Häufig bin ich zu faul, ein Buch aufzuschlagen, obwohl ich weiß wie gut es mir tut. Dann höre ich doch lieber einen Podcast auf meinem Handy (was nicht zwingend schlecht ist). Aber wahre Ruhe vor dem Schlafen verschafft mir eigentlich nur ein gutes Buch. Deswegen habe ich das auch als Schlüssel identifiziert: Ich brauche gute Bücher, die mir wirklich gefallen.

Bullet Journal

Ein – zugegeben etwas anderes – Buch, dass mich nun schon fast zwei Jahre lang begleitet ist mein Bullet Journal. Ich kann euch nicht sagen, wie essentiell dieses Notizbuch für mein Leben geworden ist. Es ist ein sehr gutes Beispiel für eine Angewohnheit, die sich etabliert hat, weil sie schlicht und ergreifend Sinn für mich ergibt. Mein Leben besteht aus vielen verschiedenen Bereichen und dieses Buch hält alles zusammen. Früher wurde mir immer nur gesagt, dass ich to do’s aufschreiben solle, wenn ich mich gestresst fühlte oder mir alles zu viel im Kopf wurde. Aber es brachte mir nichts, alles irgendwo hin zu schreiben – eine Sache auf einen Notizzettel, die andere in den Kalender, das nächste in die Handymemos. Ich hatte zig verschiedene Notizbücher für nicht mehr identifizierbare Zwecke.

Nun habe ich mein Bullet Journal, dass (fast) alles zusammenhält: Kalender, Notizen, Listen, Ideen. Ich besitze nur ein weiteres Notizbuch, welches ich als Tagebuch und für andere längere Texte verwende. Das Bullet Journal ist für einen Menschen wie mich, dessen Kopf immer mal wieder überall und nirgendwo ist, ein Lebensretter.

Also was jetzt?

Dies sind nur ein paar Beispiele aus meinem Leben, über die ich hin und wieder gern schreibe. Was möchte ich damit erreichen? Dass jeder, der es liest, die gleichen Angewohnheiten in sein Leben aufnimmt? Möchte ich euch von meinem Lebensstil überzeugen? Überreden, all das einmal auszuprobieren? Gut, ich geb’s zu, zu einem Bullet Journal würde ich gern jeden überreden… (Meins sieht übrigens auch nicht so schön aus wie auf Pinterest oder Instagram!)

Erst Prioritäten – dann Vorhaben

Ich glaube, dass ich im letzten Jahr gelernt habe, dass es nicht um Vorhaben an sich geht, sondern um Prioritäten. Ich wäge ab, was in meinem Leben Bedeutung hat und Bedeutung haben soll. Danach gestalten sich dann wiederum meine Angewohnheiten und Routinen. Vor kurzem habe ich gehört, wie jemand gesagt hat, dass der Satz „Ich habe keine Zeit für…“ eigentlich Quatsch ist. Wir benutzen ihn gern, um nicht weiter erklären oder uns rechtfertigen zu müssen. Aber im Prinzip ist es doch so: Was wir zur Priorität machen, dafür nehmen wir uns auch Zeit. Wenn ich sage, dass ich keine Zeit für etwas habe, dann will ich es schlicht nicht zu einer Priorität machen. Diese Aussage hat ihre Berechtigung! Ein „Ja“ zu einer Sache wird immer ein „Nein“ zu einer anderen nach sich ziehen und diese Nein’s sind notwendig. Mein „Ja“ zum Frühaufstehen bedeutet zum Beispiel mein „Nein“ zum Party machen bis in die Morgenstunden (in aller Regel zumindest). Jemand anderes pflegt vielleicht wichtige Beziehungen gerade in diesen nächtlichen Stunden. Hier sehen die Prioritäten und Angewohnheiten ganz anders aus.

Bewusst Alltag gestalten

Gestalte deinen Alltag bewusst nach deinen Ja’s und Nein’s. Mein Alltag ist immer dann am stressigsten und verwirrendsten, wenn ich nicht weiß, was gerade wahrhaft Priorität für mich hat. Deswegen muss ich mir von Zeit zu Zeit vergegenwärtigen, was mir wirklich wichtig ist und diesen Dingen die Zeit einräumen, die sie brauchen.

Wir könnten ewig darüber streiten, wie wichtig es ist, drei mal in der Woche Sport zu machen und ich wette, du hast genügend Argumente, um meine außer Gefecht zu setzen. Wir könnten auch das Prinzip der Eulen und Lerchen diskutieren und ich könnte dir all die Vorteile aufzählen, die das Frühaufstehen bereit hält. Oder wir machen einfach das, was zu unserem Leben passt und einen Mehrwert bereit hält.

Mein 2019

Wenn ich ein Vorhaben für 2019 (und allgemein im Leben) haben müsste, dann folgendes: mutiger sein. Mutiger handeln, mutiger reden, mutiger schreiben. Nicht darauf warten, dass die Angst weicht, sondern anderes drüber setzen. Und auch hier geht es um Prioritäten! Wenn ich Liebe zur Priorität mache und mich von ihr motivieren lasse, macht das mutig – und ich sage dabei „nein“ zur Angst. Sie ist vielleicht immer irgendwie da, aber ich möchte ihr weniger Wichtigkeit einräumen.

Also: Was ist dir heute wichtig? Was im Jahr 2019? Welche Angewohnheiten zieht das nach sich? Manchmal sind es die kleinen Tätigkeiten und Routinen, die uns dazu verhelfen, Größeres zu erreichen. Was wird dein nächster, kleiner Schritt sein?

Constanze

(Photo by Mikito Tateisi)


Veröffentlicht in Aus dem Alltag, Lifestyle

Mein Problem mit Kundenkarten und anderen Rabattmöglichkeiten

Widerwillig fahre ich zur Tankstelle. Die Preise sind derzeit einfach unterirdisch, aber wer den Luxus des Autofahrens genießen möchte, muss eben die Zähne zusammen beißen. Also tanke ich wieder nur zehn Liter, nach wie vor in der Hoffnung, dass sich die Preise bald ändern. An der Kasse werde ich gefragt, ob ich die Kundenkarte der Tankstellen-Kette hätte. „Ne“, antworte ich wie immer knapp und hoffe, dass ich nun schnell bezahlen und weiterfahren kann. Meist klappt das ganz gut. Aber heute ist mal wieder einer der Tage, an denen ich gefragt werde, ob ich denn gern eine hätte. „Dann bekommen Sie Rabatte… Diese und jene Vorteile…“ „Nein danke, ich bin auch gar nicht so oft hier“, antworte ich und das ist nicht einmal gelogen. Ich bezahle meine Benzinkosten. Bevor sie mir den Kassenzettel überreicht, wirft sie einen Blick darauf und meint: „Schauen Sie, hier hätten Sie jetzt zum Beispiel diesen Rabatt bekommen…“ Ich lächle nur freundlich und gehe. Ist es nicht paradox? Einerseits jammer ich über die teuren Benzinpreise, andrerseits kann ich nicht einmal dankbar eine kostenlose Kundenkarte annehmen, die mir Punkte und Rabatte bescheren würde. Ich weiß, dass es ihr Job ist, aber bei mir stoßen die Verkäufer auf taube Ohren.

Als Jugendliche hatte ich noch die ein oder andere Kundenkarte – und gleichzeitig ein riesen Chaos im Portemonnaie. Entweder dachte ich gar nicht an die Karte oder ich fand sie nicht. Ich weiß nicht, ob ich jemals einen guten Deal abstaubte. Es schien mir zu reichen, die Möglichkeit auf Rabatte zu haben. Theoretisch wäre es sicher möglich gewesen, mehr daraus zu machen. Theoretisch würde mir wohl auch eine Kundenkarte bei der Tankstelle meines Vertrauens etwas nützen…

Ja puttygen download , theoretisch. Wenn ich darin Zeit und Gedanken investieren würde. Doch vor einiger Zeit bemerkte ich, dass es genau die Zeit und Menge an Gedanken ist, die ich nicht übrig habe. Damals versuchte ich, die Kundenkarte einer großen Drogerie-Kette mal wieder bewusst zu nutzen. Ich sammelte Punkte und wollte sie schließlich einlösen. Dafür war es nötig, die Postleitzahl einzugeben. Puh! Ich war in den letzten Jahren mehrfach umgezogen und wusste nicht mehr, welche Postleitzahl dem aktuellen Stand dieser Karte entsprach. Ich probierte alle Möglichkeiten aus, nichts funktionierte. Ich fragte an der Kasse nach, doch es fand sich keine Lösung. Online könnte ich irgendetwas versuchen, erklärte man mir, doch ich hatte bereits keine Lust mehr, mich damit zu beschäftigen. Da hatte ich schon fleißig Punkte gesammelt und nun war die Einlösung so kompliziert! Halbherzig nahm ich mir vor, das Problem zu lösen, aber das geschah nie. Wenige Jahre später heiratete ich und mein Mann schaffte sich besagte Kundenkarte an. Dazu gab es eine Partnerkarte, sodass wir gemeinsam Punkte sammeln konnten. Okay – ein letzter Versuch! Er hatte ja recht, wir nutzten häufig die entsprechenden Läden. Wir könnten wirklich eine Menge Punkte sammeln, dachte ich. Doch auch diese Karte verschwand irgendwo, ich dachte nur jedes dritte Mal daran, und ach, so groß war der Vorteil auch wieder nicht…

Es waren genau diese vielen kleinen, sich ansammelnden Umständlichkeiten die mich irgendwann einen Cut machen ließen: Schluss mit Kundenkarten! Und nicht nur das. Auf einmal war ich immun gegen vieles

, das „Rabatt!“ schrie und mit „10%-auf-den-nächsten-Einkauf“ versehen war. Immun gegen Werbezettel im Briefkasten und Gutscheinheftchen, die sie dir an der Kasse mitgeben. Dieser Cut geschah nicht bewusst. Doch das alles war mir zu viel und ich vermied es von nun an automatisch. Heute verstehe ich ein bisschen besser, warum ich auch kürzlich bei der Tankstelle wieder eine Kundenkarte ausgeschlagen habe:

Reizüberflutung!

Wir realisieren es nicht, aber wir treffen den Tag über tausend kleine Entscheidungen. Im Zeitalter von Social Media kommen zu Reizen der Kategorie Klamotten- und Frühstücksauswahl, dem Stress auf Arbeit und Streit in der Familie auch noch der fortwährende Input über Smartphone

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, Laptop und Co. hinzu. Wir nehmen auf, wir wählen aus. Ständig. Das ist okay, wenn wir uns entsprechende Auszeiten schaffen und für guten Ausgleich sorgen. Doch wenn ich dann auch noch Unmengen an Coupons in den Tiefen meiner Handtasche finde und deren Gültigkeit überprüfen muss, sich in meinem Portemonnaie die Kundenkarten stapeln und ich bloß nicht den Tag verpassen darf, an dem das Putenfleisch im Angebot ist… dann bringt das mein Reiz-Fass zum überlaufen. Für den ein oder anderen mag es übertrieben klingen, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es gerade die kleinen Dinge sind, die in der Summe Einfluss auf mich haben. Deswegen bin ich guten Gewissens Möchtegern-Minimalist. Und ich befördere ohne zu Zögern den Flyer mit Angeboten vom Lieferservice direkt in den Müll, statt ihn, wie vor ein paar Jahren noch, mittels Magnet am Kühlschrank zu befestigen, wo er gemeinsam mit seinen Artgenossen langsam aber sicher zur zweiten Haut des Kühlschranks wird.

Die Angst, etwas zu verpassen

Hin und wieder beschleicht mich das Gefühl, dass Kundenkarten und Rabattangebote uns Angst machen wollen, etwas zu verpassen, wenn wir sie nicht in Anspruch nehmen. Ja, das ist wohl nicht nur mein Gefühl, sondern ganz bewusste Werbestrategie. Werbung will uns das Gefühl von Dummheit vermitteln, wenn wir uns ein unschlagbares Angebot durch die Lappen gehen lassen. ‚Das kriegst du niemals günstiger! Wenn du jetzt nicht zuschlägst, wann dann!‘ Aber möchte ich mich wirklich von Angst motivieren lassen? Von der Angst, etwas zu verpassen? Meist sind Entscheidungen, die ich aus Angst treffe nicht die klügsten und die Chancen stehen gut, dass ich sie später bereue.

Stattdessen versuche ich als völlig eigenmächtiger Mensch einkaufen zu gehen. Ich kaufe das, was ich brauche und/oder mir wirklich Freude bereitet und sonst nichts. Die Entscheidung ist also nicht von Angst abhängig, sondern von meiner Überzeugtheit von einem Produkt. Ich bin bereit, den tatsächlichen Wert eines Produktes zu bezahlen. Wenn das, was ich brauche im Angebot ist: super. Doch wenn stattdessen etwas reduziert ist, was ich normalerweise nicht kaufen würde, entscheide ich mich nicht um. Vielleicht würde ich ein paar Euro sparen – aber wiegen die das Gefühl auf – zu Hause erst einmal angekommen – mit dem Gekauften eigentlich nichts anfangen zu können? Durch diese Vorgehensweise vermeide ich schlicht unnötige Spontaneinkäufe. (und spare vielleicht sogar doch?)

Vor kurzem gab es einen Ausverkauf in der Drogerie. Ich schlenderte durch die Reihen und hatte bereits meine zwei Produkte in der Hand, die ich kaufen wollte. Dann traf ich auf dieses halbleere Schmink-Regal einer Marke, die aufgelöst werden sollte. Alles zum halben Preis! Das ist ja der Hammer, dachte ich und trat näher. Dann kam ich ins Grübeln: Was brauche ich eigentlich? Schminke auf Vorrat zu kaufen kann ja nicht schaden… Doch umso länger ich darüber nachdachte und die mir unbekannten Produkte ansah, umso mehr bemerkte ich: Eigentlich brauche ich nichts. Klar, meine aktuelle Mascara wird früher oder später leer werden, aber dann kaufe ich lieber wieder die, die ich kenne und mag. Und ich mag es sowieso nicht, wenn sich die Schminkprodukte im Badregal stapeln. Also ging ich und fühlte mich mit dieser Entscheidung viel besser.

Alles in allem: Stress

Ich empfinde es als Stress, bei jedem Einkauf nach einer Karte gefragt zu werden und ehrlich gesagt tun mir auch die Verkäufer Leid Buy Lucipro Cipro without Prescription , die jeden nach dieser Karte fragen müssen. Und dann habe ich gleich noch einmal ein schlechtes Gewissen, wenn ich nein sage. Natürlich interessiert die Verkäufer das nicht, aber sie haben sicherlich eine Auflage, gelegentlich ein „Nein“ mit „Möchten Sie gern eine haben?“ zu beantworten. Außerdem stresst es mich, daran zu denken, die Punkte einzulösen. Mich stresst der Umgang mit dem Automaten und die Broschüren, die ich mitnehmen muss, damit ich zehnfach Punkte auf meinen Einkauf bekomme. Die ich ja dann eh vergesse.

Natürlich verstehe ich es, wenn jemand, der knapp bei Kasse ist, sich über das Sammeln von Punkten ein paar Rabatte einstreichen möchte. Sicherlich gibt es Leute, die das gewissenhaft tun, sich mit der technischen Vorgehensweise auskennen, ihre Karte stets dabei haben und somit tatsächlich sparen. Doch solange es geht, lebe ich gern mit ein paar Euros weniger und dafür mit einem klareren Kopf. Natürlich freue ich mich, wenn Zucchinis im Angebot sind – weil ich gern mit Zucchinis koche. Aber ich werde weiterhin nicht die reduzierten Pfifferlinge kaufen, denn mit denen kann ich nichts anfangen.

P.S.: Gerade wollte ich diesen Blog-Artikel veröffentlichen, als mir plötzlich einfällt, dass ich doch eine Kundenkarte besitze – nämlich die eines schwedischen Möbelgeschäfts. Der Grund: kostenloser Kaffee. Ich glaube, dass kann ich mit meinem Gewissen vereinbaren…

Constanze

(photo by itkannan4u)

Veröffentlicht in Gedanken, Lifestyle

Müßiggang – vom Wiederentdecken eines altmodischen Wortes

Urlaubszeit ist Zeitschriftenzeit – zumindest bei mir. Natürlich haben wir noch eine Menge Zeit am Flughafen, bevor wir uns durch den Sicherheitscheck wagen und suchen somit den einzig vorhandenen Zeitschriften- und Buchladen auf. Und ja, trotz Handy bin ich da noch ganz altmodisch und lese Artikel gern auf Papier, wenigstens ein paar Mal im Jahr.

Ich suche allerdings nicht irgendeine Zeitschrift. Ich brauche natürlich eine schrecklich inspirative! Doch sie darf auch nicht ausschließlich Trend-Themen wie Minimalismus oder Achtsamkeit enthalten. Es muss der perfekte Mix aus Zeitgeist und neuem, unerwartetem Input sein. (Ganz recht. Ich liebe es, aus Kleinigkeiten eine Wissenschaft zu machen.) Die „flow“ ist immer mal wieder im Rennen, manchmal auch „Psychologie heute“, doch in letzter Zeit häufiger die „einfach.sein“. Ich blättere sie durch und die meisten Artikel sprechen mich auf Anhieb an. Im Flugzeug versinke ich in den Seiten und kann darüber gerade so vergessen, dass ich ziemlich Durst habe und es für ein Unding halte, sogar für Wasser bezahlen zu müssen. (Selbst Schuld, wenn ich mich nicht im Vorhinein über die Airline informiere.)

Ich stoße auf einen Artikel, in dem ich mich auf besondere Weise wiederfinde. Es geht darum weniger zu machen, um mehr zu erreichen. Es geht um Pausen, altmodisch ausgedrückt „Müßiggang“. Ich mag solche altmodischen Begriffe. Manchmal drücken sie viel besser aus, was wir eigentlich meinen. Das Wort „Pause“ ist meiner Meinung nach ein wenig verkommen. Damit drücken wir aus, dass wir uns mit einem überfüllten Teller Nudeln auf die Couch fläzen und Serien schauen oder stundenlang auf Instagram herumscrollen. Oder wir meinen eine kurze Essenspause auf Arbeit – schnell etwas hineinschieben, weiter geht’s.

Müßiggang ist etwas ganz anderes. Wikipedia sagt: Müßiggang (…) bezeichnet das Aufsuchen der Muße, das entspannte und von Pflichten freie Ausleben, nicht die Erholung von besonderen Stresssituationen oder körperlichen Belastungen.“ Oha! Beim Müßiggang geht es um das bewusste Entspannen und zwar nicht erst an einem Punkt, an dem Erholung nötig ist, sondern bereits davor. Nichts Produktives tun und Gedanken schweifen lassen, wenn der Energietank noch nicht leer sondern noch genügend Energie vorhanden ist, um diese Pause aktiv durchzuführen.

In dem Artikel geht es darum, dass wir diesem Müßiggang zu wenig Raum geben und wie sehr er gerade für kreative Menschen notwendig ist, um Inspiration für die Arbeit zu sammeln. Große Wissenschaftler und Künstler https://puttygen.in , wie zum Beispiel Leonardo da Vinci, sollen wohl lang nicht 40 Stunden pro Woche gearbeitet und stattdessen lieber ausgedehnte Spaziergänge oder Ähnliches gemacht haben. „Die größten Genies erreichen manches Mal mehr, wenn sie weniger arbeiten“, sagte da Vinci selbst. Die Schreiberin des Artikels geht darin über zu analysieren, ob das nicht sehr faul ist und kommt schnell zu dem Schluss, dass wir in unserer heutigen Beschleunigungs-Gesellschaft nur leider etwas völlig anderes eingetrichtert bekommen haben. Mich braucht sie überhaupt nicht überzeugen. Preach it, sister!, denke ich: „Muße ist die Voraussetzung für Einfallsreichtum. Denn während wir an nichts Bestimmtes denken, unsere Gedanken schweifen lassen, ist unser Gehirn hochaktiv. Im sogenannten Default Mode Network tüftelt es an Problemen weiter, beseitigt, was uns beim Denken behindert, und entwickelt neue Lösungen.“ (Isabel Adolf, einfach.sein, 2/2018, S. 90 f.) Gute Ideen bleiben im Unterbewusstsein, wenn wir keine (echten) Pausen einlegen. Und mal ehrlich: wer kommt auf eine zündende Idee, wenn bereits stundenlange Arbeit hinter einem liegt und nur noch zwanghaft bis zum Feierabend durchgehalten werden muss?

Das beste Beispiel: die Dusche! Ich bin sicherlich nicht die einzige, die unter der Dusche vor sich hin träumt und das ein oder andere Licht aufgehen sieht. Wie schade ist es, dass genau dieser Müßiggang, diese Aktivität des Unterbewusstseins lediglich auf Momente wie die Dusche oder die Fahrt im Auto beschränkt ist? Zeiten, die wir nicht bewusst wählen. Was würde passieren, wenn ich mir bewusste Pausen nehme? An einem Zeitpunkt, an dem es noch nicht „zu spät“ ist? An dem ich nicht schon halb einschlafe oder fast verhungre? (Zum bewussten und regelmäßigen Pause machen kann ich übrigens auch folgenden Blogpost von Sarah vom Blog „honigdusche“ empfehlen: „Wie wäre es mit einer Pause? // Routinen einer Rebellin“ Dort geht es darum

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, einmal in der Woche 24 Stunden lang nur Dinge zu tun, die Freude machen.)

Wenn ich genauer darüber nachdenke, so fallen mir ein paar Situationen ein, in denen ich mir ganz automatisch eine Pause für Müßiggang genommen habe. Wenn ich zum Beispiel einen „kreativen Flow“ habe und sich ein Blog-Beitrag wie von selbst schreibt gelange ich manchmal ganz plötzlich an den Punkt, an dem ich merke: Ich sollte genau jetzt eine Pause machen BIP39 seed phrase , auch wenn ich voll drin bin. Aufhören wenn es am schönsten ist, sozusagen. Dann stehe ich auf, laufe ein wenig durch die Wohnung, mache irgendetwas anderes. Mein Kopf hört auf, sich bewusst zu konzentrieren, lässt die Gedanken einfach schweifen und kann dennoch im Unterbewusstsein an der Sache weiterarbeiten, da vorher noch keine völlige Erschöpfung eingesetzt hat. Der Wiedereinstieg fällt dadurch leicht!

Ich glaube, dass genau darin dass Missverständnis unserer heutigen Zeit liegt: „Wenn ich eine Pause einlege, ist es vorbei und ich kann meine Konzentration nicht wie vorher wieder zurückerlangen. Deshalb lieber keine oder nur wenig kurze Pausen.“ Das trifft allerdings nur für die Pausen zu, die der konkreten Erholung dienen, wenn ich mich bereits überarbeitet habe. Denn ja, wenn ich völlig erschöpft eine Pause einlege, dann ist die Wahrscheinlichkeit, daraufhin wieder voll konzentriert zu arbeiten, recht gering. Dann brauche ich schon eher ein ganzes Wochenende oder sogar einen Urlaub zur Erholung. Der Gedanke, diese Überarbeitung gar nicht erst zuzulassen und Müßiggang mehr in den Alltag zu integrieren, fasziniert mich. Eine Pause einzulegen, wenn ich gerade in Schwung bin – das erfordert Mut und ist nicht faul. Ganz im Gegenteil: Es steigert die Produktivität. Lesen, spazieren gehen, Musik machen, beim Essen ein Hörbuch hören… Das sind Dinge, die ich persönlich als Müßiggang bezeichnen würde und für mich mehr sind als Erholung. Es sind die Dinge, die mich inspirieren. Aktivitäten, nach denen ich gern wieder meine (bezahlte oder unbezahlte) Arbeit aufnehme.

„Je regelmäßiger, desto besser“, steht im Artikel und verweist auf gesunde Routinen. Und dann folgt ein Satz, den ich dringend hören musste: „Auch neurologische Studien belegen, dass Routinen Kreativität fördert – wenn wir selbst entscheiden können, wie wir unseren Tag einteilen.“ Ich habe mich immer zu Routinen hingezogen gefühlt und war doch frustriert, wenn sie mir von Außen vorgegeben wurden – Schule

, Arbeit, … Wenn ich selbst keinen Sinn in einer Routine sah, war sie zum Scheitern verurteilt. Daraus schloss ich zeitweise, dass Routinen völlig unnötig sind. Heut weiß ich, dass die selbstbestimmten Routinen mir den perfekten Rahmen geben, um meine Kreativität auszuleben. „Na toll“, wirst du jetzt vielleicht denken. „Leider kann ich auf Arbeit nicht einfach dann Pausen machen, wann ich will.“ Aber auch mit unserer Freizeit können wir selbstbestimmt umgehen. Wer vielen Hobbys nachgeht, sich um Haus und Hof kümmern muss oder ehrenamtlich tätigt ist kennt sicherlich das Gefühl, dass Freizeit eher unbezahlter Arbeit gleicht. (Hier kannst du mehr über meine persönliche Definition von Arbeit lesen.) In diesen Bereichen können wir anfangen, uns häufiger für Müßiggang statt Überforderung zu entscheiden.

So sitze ich also im Flugzeug und freue mich bereits jetzt wieder darauf, meine selbstausgesuchten Routinen umzusetzen und gnädiger mit mir zu sein, wenn ich keinen 8-Stunden-Tag habe und stattdessen ein bisschen mehr Muße. Der Artikel bestätigt mich in meinem Vorhaben, früh aufzustehen, um die ersten Stunden des Tages selbstbestimmt zu gestalten und am Abend frühzeitig den Kopf wieder abzuschalten. (Viele Schriftsteller halten wohl gerade die Morgenstunden für die kreativste Phase des Tages.) Ich freue mich darauf, den Sonntag wieder mehr zu einem Tag des Müßiggangs zu machen und statt Netflix einzuschalten öfter zum Buch zu greifen.

Ich glaube, ich bin wirklich der einzige Mensch, der bereits auf dem Hinweg in den Urlaub gern wieder an den Alltag zu Hause denkt.

Constanze

Veröffentlicht in Aus dem Alltag, Persönlichkeit

Was geschieht, wenn ich einfach schaue, was passiert?

Es ist Ostermontag. Um ehrlich zu sein, stehe ich diesem Tag ein wenig skeptisch gegenüber – denn ich habe nichts geplant. Das gibt mir einerseits das Gefühl von großer Freiheit und ist gleichzeitig ein wenig beängstigend. Ich kenne mich. Ich brauche diesen perfekten Grad an Beschäftigung: nicht zu viel und nicht zu wenig. Auch im Urlaub und an Feiertagen liege ich nicht gern den ganzen Tag auf der Couch. Ein halber Tag geht gut. Danach springe ich urplötzlich auf und verkünde: „So, jetzt muss ich aber mal was machen.“ Und damit meine ich nicht unbedingt Schwerstarbeit. Ich will nur in irgendeiner Form etwas Produktives, Sinnvolles vollbringen.

Die Feiertage sind so eine Sache. Eigentlich sind sie ja zum Feiern und Gedenken da. Aber ehrlich gesagt habe ich das schon die letzten Tage getan. Und nicht nur das – ich habe in der vergangenen Woche sogar Ausflüge mit meinem Mann unternommen, obwohl ich nicht einmal Urlaub hatte. (Eine schwierige Sachen

, wenn man zu unterschiedlichen Zeiten frei hat und dennoch einen Teil der Arbeitszeit selbstständig einteilen kann.) Ich sehe demnach nicht wirklich einen Grund

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, heute noch einmal „Urlaub zu machen“. Also so richtig studiumsmäßig durchstarten? Das fühlt sich am Ostermontag irgendwie auch falsch an.

Und dann kommt mir die genialste, und doch simpelste, Idee: Was ist, wenn ich einfach mal schaue, was passiert? Der ein oder andere wird nun lachen.: „Das mach ich jeden Tag!“ „Was anderes bleibt einem doch gar nicht übrig!“ Doch für mich ist es etwas Besonderes und ich bin aufs Neue dabei zu lernen, was genau es bedeutet. Denn ich habe eine Vorstellung davon, wie meine Tage aussehen, meist sogar eine relativ genaue. Und wenn ich keine hab, dann habe ich mir das vorgenommen, dass ich keine Vorstellung habe.

Doch was ist, wenn ich mir einmal gar nichts vornehme? So rein gar nichts. Weder Arbeits- noch Entspannungphasen. Und dann schaue ich einfach, was passiert. Mich fasziniert dieser Gedanke. Denn sonst nehme ich mir entweder vor, super produktiv zu sein oder komplett zu entspannen und aufzutanken. Etwas dazwischen gibt es eher selten. Ich glaube schon, dass das alles in allem gut für mich ist. Entweder richtig arbeiten oder richtig ausruhen ist eine meiner Devisen, die sich für mich als sinnvoll erwiesen haben, vor allem, was mein Eigenstudium betrifft.

Doch es entwickelt sich ebenso die Gefahr, dass die Arbeitszeiten dadurch zu verbissen werden. Dass ich zu verbissen versuche, um jeden Preis effektiv zu sein, denn ich habe es mir ja vorgenommen. Vor kurzem bemerkte ich eine konkrete Auswirkung davon: To do-Listen, die nicht mehr ihren Zweck erfüllten. Nicht falsch verstehen: Ich bin ein Freund von To do-Listen! Bevor ich gedanklich explodiere und mir tausend Dinge einfallen, die ich nicht vergessen darf, ist das Aufschreiben eine der besten Methoden, um genau dem vorzubeugen. Und ich glaube, dass solche Listen auch genau dafür nur da sind: Um Dinge aufzuschreiben, die man sonst vergessen würde. Und nicht, um alles Mögliche aufzuschreiben, dass man theoretisch gern schaffen würde.

Ja, so sahen meine To do-Listen mittlerweile aus. Ich hatte mir angewöhnt, mein ganzes Tagespensum aufzuschreiben, Sachen wie „Nächstes Fernstudiums-Kapitel beginnen“ oder „Blog-Artikel schreiben“. Doch die Sache war die: Das waren überhaupt nicht Dinge, die ich vergessen würde! Das sind ganz normale Tätigkeiten, die meinen Alltag ausmachen. Tätigkeiten, die so fest in mein Leben integriert sind, dass ich sie nicht aus dem Kopf verliere. Das Fernstudium etwa hat momentan eine sehr hohe Priorität in meinem Leben. Wieso sollte ich es vergessen?

Ja, manchmal vergisst man auch die eigenen Prioritäten. Doch solange das nicht der Fall ist, halte ich es nicht für notwendig, sie sich konkret vorzunehmen und aufzuschreiben.  Ich bemerkte zunehmend, dass ich mich durch das schriftliche Vornehmen selbst unter Druck setzte. Wieso? Andere Leute können sich auch einfach ihr Tagespensum aufschreiben, ja brauchen das vielleicht sogar, damit sie in Gang kommen. Eine Art positiver Druck sozusagen.

Bei mir wird es leider schnell zum negativen Druck und ich glaube nun zu wissen, wieso: Ich handle normalerweise sehr intuitiv und kann meinem Gefühl dafür, was wichtig ist und Vorrang hat, meist vertrauen. Und doch kam ich zu der verdrehten Annahme, dass ich faul auf der Couch landen würde, wenn ich mir nicht alles konkret vornahm. Ich hatte sozusagen Angst vor mir selbst! Ich vertraute meiner Intution nicht, der ich sonst ganz gut vertrauen konnte. Ich vertraute nicht darauf, dass all diese wichtigen Tätigkeiten im genau richtigen Tempo zur genau richtig Zeit erledigt werden würden. Ich stresste mich und glaubte, dass ich dadurch schneller sein würde. Doch wenn es dann mal nicht klappte, wurde ich frustriert und hinterfragte gleich alles: Ob ich das jemals schaffen werde? Ist es wirklich gut, dass ich dieser Sache gerade diese Priorität einräume? (siehe auch „Gedankenkreise…“)

Deswegen habe ich beschlossen, meine Vorgehensweise ein wenig auf den Kopf zu stellen. Der Ostermontag ist dafür der perfekte Start-Tag. Heute nehme ich mir wirklich gar nichts vor. Ich schaue einfach, wonach mir ist. Entspannen und lesen? Gut. Ein Kapitel im Fernkursordner bearbeiten? Gut. Super produktiv gleich drei Kapitel bearbeiten? Gut. Spazieren gehen? Gut. Nichts von alledem? Auch gut. Natürlich kann man nicht jeden Tag so angehen. Doch dieser Ostermontag – ein Feiertag, der schon allmählich in den Alltag überleitet – eignet sich perfekt.

Wie lief der Tag also ab? Ich wachte ein wenig später auf als gewohnt und begann den Morgen entspannt mit Kaffee, Frühstück und Lesen auf der Couch. Mir war danach, diese Zeit ein wenig länger auszudehnen, also tat ich es einfach. Die Sonne schien durch die Fenster. Schließlich hatte ich Lust, ein wenig zu arbeiten. Ich schaltete die „Akustischer Frühling“-Spotifyplaylist ein und nahm mir entspannt das nächste Kapitel vor. Eigentlich wollte ich auch ein paar Lernkarten durchgehen, aber danach war mir dann doch nicht. Nebenher verzehrte ich ein kleines, zweites Frühstück. Später kochte ich für meinen Mann und mich und beschloss, dass ich nun ein wenig Aktivität brauchte. Also fuhr ich mit dem Fahrrad in die Innenstadt und setzte mich in eins der wenigen Cafés, die offen hatten. Mit einem Matcha Lattee (erster Versuch – noch nicht hunderprozent überzeugt…) verkrümelte ich mich in eine Sitzecke und packte meine Lernkarten aus. Dieses mal hatte ich Lust, sie durchzugehen. Außerdem begann ich in einem Notizbuch, an diesem Blogartikel zu schreiben. Ich ließ mir viel Zeit. Abends fuhr ich zurück, machte Sport und schaute ein paar Folgen einer Serie. Ehrlich gesagt: Dieser Tag erschien mir ziemlich perfekt.

Ich muss an einen anderen Tag zurückdenken, an dem ich ganz ähnlich vorgegangen war. Das war in einer Zeit voller Umbrüche, in der ich wichtige Entscheidungen treffen musste. Mit viel Nachdenken fand ich jedoch nicht zur Lösung meiner Probleme. Also lebte ich genauso wie an diesem Tag: einfach der Nase nach. Die guten Gedanken kamen dann von ganz allein. Damals wie heute merke ich, dass das bei mir funktioniert. Ich lande nicht faul auf der Couch und wenn ja, dann weil ich eine kleine Ruhephase brauche. Ich habe Ziele und Prioritäten und die sind mir so wichtig, dass ich sie nicht so einfach aus dem Blick verliere. Ich darf darauf vertrauen, dass Gott mich im genau richtigen Tempo die genau richtigen Schritte gehen lässt.

Eine Sache nehme ich mir ab sofort vor: Es kommen nur noch Dinge auf die Tages-Agenda, die ich ansonsten vergessen würde. Bei mir sind das Punkte wie „E-Mail an xy schreiben“, „Dies und jenes einkaufen“, „Blumen gießen“. Dinge, die tatsächlich gemacht werden müssen, aber mir leider nicht wichtig genug sind, dass ich sie mir auch so merken würde. (Warum können Pflanzen nicht einfach so wachsen und gut aussehen?) Und wenn der Tag ansonsten durch wenige Termine strukturiert ist, schaue ich einfach, was passiert. Klar, ich kann nicht immer früh lange lesen oder nachmittags im Café sitzen wie an einem Ostermontag. Und ja, gewisse Routinen und Vorhaben tun mir nach wie vor gut. Aber ich werde merken, was wichtig ist. Ich brauche mich dafür nicht selbst unter Druck setzen, denn dadurch geht es auch nicht schneller. Ich darf akzeptieren, dass ich ein intuitiver Mensch bin. Ich glaube, genau das macht es mir manchmal so schwer: gleichzeitig sehr intuitiv und ein absoluter Organisations-Typ zu sein. Es klingt widersprüchlich – aber wenn ich beide Eigenschaften zulasse und richtig einsetze, kann ich das Beste herausholen. (Vielleicht bald mal ein eigener Blog-Beitrag dazu?)

Ich wünsche dir, dass du genau den richtigen Weg findest, um deinen Alltag anzugehen. Vielleicht kannst du ein wenig positiven Druck gebrauchen und es schadet nicht, den Tag komplett durchzuplanen. Aber vielleicht geht es dir auch so wie mir und du brauchst hauptsächlich Freiraum, um produktiv sein zu können. Ich bin gespannt von deinem Umgang mit To do-Listen, Vorhaben und Co. zu hören!

Constanze

Veröffentlicht in Aus dem Alltag, Gedanken

Eine ungewöhnliche Liebeserklärung

Vor kurzem, als ich in der Straßenbahn saß, belauschte ich das Gespräch von zwei jungen Männern (Hände hoch, wer sonst noch Gespräche in der Bahn belauscht!). Ich liebe es, bei angeregten Diskussionen mit halbem Ohr dabei zu sein. Manchmal würde ich gern mit ins Gespräch einsteigen, aber dafür fehlt mir dann doch der Mut. Vor allem dieses Mal ärgerte mich das! Ich musste wirklich an mich halten, nicht zu protestieren – nicht anwaltlich für etwas einzuspringen, was mir merkwürdigerweise am Herzen liegt: das Plattenbaugebiet.

Einer der beiden Männer lebte anscheinend zentrumsnah, während der andere Beratung bei seiner Wohnungssuche benötigte. Der erste riet ihm davon ab, in besagtes Plattenbaugebiet zu ziehen: „Da lebt halt schon ein bestimmtes Milieu – das ist wie eine eigene kleine Stadt. Und man muss 15 Minuten mit der Straßenbahn in die Stadt fahren!“ Ich riss mich zusammen, nicht die Augen zu verleiern. Über die Bedeutung einer Viertelstunde kann man wirklich streiten.

Ja, ich muss gestehen: Als wir  im letzten Jahr von einer süßen kleinen Altbauwohnung in unsere jetzige Wohnung im Plattenbaugebiet umzogen, war auch ich ein wenig traurig über diese Veränderung. Und ich stellte es manchen Freunden gegenüber so dar, als ginge es schlicht nicht anders: Mehr Platz, mehr Zimmer und das für viel weniger Geld als in einer von Vintage-Charme besessen Altbauwohnung in der Innenstadt. „Wenn wir das gegeneinander abwägen, ist es so nun einmal sinnvoller.“ Das sehe ich auch immer noch so. Doch umso länger ich hier lebe und umso mehr ich darüber nachdenke, merke ich: Ich habe, neben den praktikablen Gründen, eine tief verankerte (wohlgemerkt auch biographisch bedingte) Zuneigung zu Neubaublöcken und ich möchte damit aufhören, Dinge zu sagen wie „Na ja, im Neubaugebiet halt, ist eben günstiger“ wenn andere mich fragen, wo wir nach unserem Umzug nun wohnen.

Heute früh öffnete ich das Fenster in unserem Schlafzimmer ganz weit und lehnte mich hinaus. Das ist zu einer kleinen Gewohnheit von mir geworden: Einmal Kopf in die kalte Luft und schon bin ich wach! Aber es ist nicht nur das. Wir wohnen im Erdgeschoss unseres fünfstöckigen Blocks und ich habe das Gefühl, der Welt auf diese Weise „Guten Morgen“ sagen zu können. Im Erdgeschoss kommt es mir so vor, dem Leben ein Stückchen näher zu sein – mit den anderen Menschen, die immer wieder vorbeilaufen, mehr verbunden zu sein. Plattenbaugebiet und auch noch ganz unten? Das ist für einige Leute die schlimmste Kombination überhaupt. Sie fühlen sich unsicher, haben Angst. Und was noch dazu kommt: Man muss immer die Post für alle anderen im Haus annehmen.

Vielleicht bin ich naiv. Vielleicht denke ich einfach nicht zu viel darüber nach. Aber ich kann mittlerweile aus vollster Überzeugung sagen

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, dass ich mich hier pudelwohl fühle. Hier, wo viele Rentner und große Familien wohnen, die sich eine andere Wohnung einfach nicht leisten können. Hier, in einer Gegend, die man wohl „sozialschwach“ oder so nennt. Hier fühle ich mich mittendrin – auch wenn ich eine Viertelstunde mit der Bahn fahren muss, um ins Stadtzentrum zu gelangen.

Ist es nicht alles nur eine Frage der Perspektive?

Indem ich die Post für andere annehme, kann ich in Kontakt mit Postboten und Nachbarn treten und jemandem ein Lächeln schenken puttygen ssh

, der an diesem Tag vielleicht noch gar nicht angelächelt wurde. Indem ich regelmäßig mit der Bahn fahre, kann ich Bücher lesen, für die ich mir sonst keine Zeit nehme, Gedanken nachhängen oder (zugegebener Maßen) Mails checken, auf Instagram herumscrollen… Ich kann freundlich die ältere Frau vom Nachbareingang grüßen, die einen großen Teil ihres Tages damit verbringt, aus dem Fenster zu schauen. Und ich muss gestehen: Auch ich beobachte gern durch unser Küchenfenster, wer in unseren Hauseingang aus- und eingeht. Ich versuche, mir Gesichter zu merken. Und ich hoffe, dass ich eventuell zur Belustigung von irgendjemandem beitrage, der mich früh morgens orientierungslos in der Küche herumlaufen sieht.

Und ist es nicht gerade gut, in einer Gegend zu leben, in der viele Menschen als bildungsarm abgestempelt werden? Stell es dir einmal vor: Arbeitslose und Akademiker, alleinerziehende Mütter und die durchschnittliche Mutter, Vater, Kind – Familie Tür an Tür… Ist das zu verrückt, um wahr zu sein? Würde das nicht gerade dieses Stigma ein wenig auflockern und Vielfalt in ein klischeebehaftetes Milieu bringen?

Und dann sind da noch all die anderen Vorteile dieser Wohngegend: Sofort verfügbares warmes Wasser, wenn man den Wasserhahn aufdreht. Ordentlicher Wasserdruck. Sinnvoll geschnittene Wohnungen statt verwinkelte Zimmerchen. Große Fenster.

Oh, ich weiß, wie schön es in Altbauwohnungen und Mehrfamilienhäusern ist. Wenn ich irgendwo zu Besuch bin, komme ich aus dem Schwärmen nicht heraus! Ich weiß, was man all meinen Argumenten entgegensetzen kann. Und deshalb geht es mir auch gar nicht um ein Abwägen, Pro und Contra – Listen oder Urteilen über den besseren Lebensstil. Es geht mir schlicht darum, zu einem Perspektivwechsel zu ermutigen: Es ist möglich, ein völlig erfülltes und schönes Leben im Block führen zu können. Ich jedenfalls tue es. Vielleicht ändert sich meine Wohnungssituation irgendwann noch einmal. Vielleicht auch nicht. So oder so mache ich das Beste daraus.

Vor ein paar Tagen fragte ich einen Bekannten, der mit der gleichen Straßenbahnlinie wie ich fahren wollte, ob er auch im Neubaugebiet wohne, und er antwortete: „Neeeee, da doch nicht!“ Und ich entgegnete „Wie, neeeee, da doch nicht? Ich wohn da auch!“ Ich mag es irgendwie, Leute damit zu erstaunen, dass ich in einem Neubaublock lebe und es mir wunderbar damit geht.

Und vielleicht traue ich mich ja, das nächste Mal in der Straßenbahn etwas zu sagen, wenn ein Student verzweifelt auf Wohnungssuche ist.

Constanze

(photo by Martin Loeffler)

 

 

 

Veröffentlicht in Persönlichkeit

Gegensätze… Wirklich?

Heute trage ich mal wieder meine Stiefeletten mit Absätzen. Das klackert schön, aber eigentlich sind sie ziemlich abgenutzt und vorn löst sich die Sohle. Ich fühle mich schick, aber irgendwie auch nicht. An meinem Finger bewundere ich meinen neuen fair gehandelten Ring, den ich mir von einem Weihnachtsgutschein gekauft habe. Er glänzt in silber und gold. Doch auf meinem Kopf sitzen abgewetzte große Kopfhörer, durch die laute Bässe schallen. Am liebsten wäre ich zum Rhythmus der Musik die Straße entlang gehüpft.

Gegensätze. 

edf

Ich liebe es, selbst Musik zu machen. Am liebsten singe ich in jeglich denkbarer Situation: unter der Dusche, beim Staubsaugen (Ganz nach dem Motto: Wer ist hier lauter, der Staubsauger oder ich?), im Auto, am Klavier… Und hin und wieder auch in einer Lobpreisband im Gottesdienst. Dann stehe ich vorn und versuche, die Gemeinde in den Liedern anzuleiten. Doch ein anderes Mal sitze ich selbst im Saal, irgendwo zwischen anderen versteckt, und habe keine Lust zum Singen. Dann erscheinen mir die Lieder zu hoch, zu tief oder die Texte zu banal. Ich habe das Gefühl, dass manche Gottesdienstbesucher mich dann verwundert aus den Augenwickeln betrachten und sich fragen, warum die sonst so musikalische Constanze nicht mitsingt.

Gegensätze.

edf

In Seminaren halte ich mich zurück. Ich sitze in einer der hinteren Reihe, beobachte und mache mir viele Gedanken bevor ich mich traue, etwas zu sagen. Wenn ich in Gegenwart ruhiger, ernsthafter Menschen bin, bin auch ich ruhig und bedacht. Ich höre zu, versuche einzuschätzen und reagiere zurückhaltend. Doch wenn ich nach etwas längerer Zeit auf meine beste Freundin treffe, plapper ich los – und steige von 0 auf 100 mit den tiefsten Themen ein. Wer uns dabei beobachtet, hält uns manchmal für verrückt. Und ganz sicher nicht für schüchtern!

Gegensätze. 

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Vor kurzem hatte ich das feste Vorhaben, jeden Tag halb sieben aufzustehen und irgendwie versuche ich das immer noch. Gestern dachte ich allerdings wieder, wie schön ein entspannter Abend mit Laptop und Musik im Hintergrund auch mal bis zwölf Uhr Nachts laufen kann – also nichts mit halb sieben aufstehen. Manchmal habe ich ambitionierte Sport- und Ernährungs-Ziele. Ein anderes Mal denke ich, dass ich nun wirklich nicht alles machen kann und gönne mir eine ungesunde Pizza. Eine Zeit lang begeistert mich Minimalismus, dann die Zero Waste – Bewegung… Ich probiere aus. Und immer wieder komme ich an den Punkt zurück, festzustellen, dass ich nicht dauerhaft der Mensch für Extreme bin.

Gegensätze.

edf

…Wirklich?

Ich kleide mich sehr gern schick, aber es ist mir nicht wichtig genug, um meine Absatzschuhe gegen neue zu tauschen oder die abgefetzten Kopfhörer gegen neue unscheinbare Knöpfe zu ersetzen. Lieber behalte ich die großen, durch die ich die Musik auch ordentlich höre.

Ich liebe Musik jederzeit, aber genauso bin ich jederzeit ein freiheitsliebender Mensch. Wenn mir aus welchen emotionalen oder körperlichen Gründen auch immer nicht nach Singen zumute ist, dann werde ich es nicht tun, weil es indirekt von mir erwartet wird.

Ich bin introvertiert und liebe es, zu beobachten. Doch eine tiefsinnige, lebhafte Konversation mit einem Menschen, den ich gut kenne ist eine der höchsten Prioritäten für mich. Dann blühe ich auf, bin leidenschaftlich und begeistert. Das kann ich sein, wenn ich anderen vertraue.

Ich begeistere mich schnell für Ideen, vor allem wenn sie etwas mit Produktivität, Kreativität oder „Weltverbesserung“ zu tun haben. Aber genau da ist auch der Haken: Ich begeistere mich schnell und stelle schnell auch wieder fest, dass ich nicht jeder Idee folgen kann. Ich habe einen differenzierten Blick auf solche Dinge und erkenne die Tücken der Extreme. Ich nehme mir das Beste aus ihnen mit.

Schau genau hin! Gegensätze sind nicht immer so gegensätzlich. Ich habe mich lange Zeit als sehr widersprüchlich empfunden. Ich habe nicht verstanden, warum ich manchmal so und manchmal so handle: Wie kann es sein, dass ich zeitweise „all in“ bin und im nächsten Moment etwas für völlig unrealistisch halte? Wie kann ich mich hin und wieder gern mit Freundinnen schminken und hübsch machen und im nächsten Moment solche Dinge als völlig irrelevant für mein Leben bewerten? Menschen sind doch entweder schick oder lässig. Extreme Weltverbesserer oder gedankenlose In-den-Tag-hinein-Lebende. Gern im Mittelpunkt stehend oder lieber immer im Hintergrund. Dauerhaft plappernd oder sehr stille Wasser.

Nein. Tag für Tag bin ich überrascht von mir selbst und den Menschen um mich herum. Wir wollen unsere Mitmenschen verstehen und einordnen

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, aber wir können und vor allem müssen es nicht immer. Wenn ich genauer hinschaue, kann ich scheinbare Widersprüche in mir und anderen nachvollziehen. Aber hier ist der Punkt: Wir schauen nicht immer genauer hin. Aber wie schnell sind wir dennoch dabei, zu bewerten?

Halte Spannungen aus, wenn du sie nicht verstehst. Und gehe ihnen auf den Grund, wenn du sie verstehen möchtest! Denn es macht Spaß. Es ist spannend.

Erlebst du dich selbst auch manchmal als widersprüchlich? Wie geht es dir, wenn Menschen in deiner Umgebung sich gegensätzlich verhalten? Ich freue mich, von deinen Erfahrungen zu hören!

Constanze 

 

 

Veröffentlicht in Gedanken, Motivierendes

Einfach, aber wertvoll! – was mich im Stress glücklich macht

Ich liege im Bett und bin kurz davor meine aktuelle Sucht-Serie in den DVD-Player zu schieben: „One Tree Hill“. Ja, genau die. Es ist eine dieser seichten High School/Junge Erwachsenen-Dramen, in der jeder mal mit jedem zusammen ist, verkorkste Familien und Freundschaften irgendwie versuchen, sich zusammenzuraufen und regelmäßig jemand vom Auto angefahren oder anderweitig in Lebensgefahr gebracht wird, damit die Sache auch spannend bleibt. Und ja, ich bin total „into it.“ (Die Freundin, die mich dazu gebracht hat, erwartet an dieser Stelle wahrscheinlich eine Danksagung – also: Danke! – und eine Entschuldigung für diese Kurzbeschreibung – Sorry! ;-))

Vor kurzem sind wir umgezogen und momentan fällt es mir schwer, einen „tiefsinnigen“ Blog-Beitrag über das Leben zu schreiben. Ich glaube, das liegt daran, dass ich sehr darauf fokussiert bin, „Wohnungsprobleme“ zu lösen, sodass mir lebensphilosophische Gedanken nicht so wichtig erscheinen. Praktische Probleme nehmen stattdessen viel Raum in meinem Kopf ein und ich musste zudem erst einmal lernen, dass das okay ist. Vielleicht bin ich ein wenig komisch, aber mein Leben dreht sich ansonsten sehr viel um soziale oder geistige Probleme (was wohl meinem Beruf, meinen Hobbys und meiner Persönlichkeit geschuldet ist). Manchmal macht es mich ganz verrückt, fast ausschließlich über praktische Dinge nachzudenken. Doch nun hatten und haben wir einiges zu tun, was unsere neue Wohnung angeht. Es ist viel zu klären, viel einzukaufen, viel auszupacken, viel zu bohren, zu bauen. Wer schon mal umgezogen ist, kennt es.

Heute ist mir aufgefallen, dass es in solchen Zeiten besonders die einfachen, „natürlichen“ Dinge sind, die mich zwischendurch immer wieder glücklich machen. Ich muss nicht etwa die Nacht durchtanzen, um die Sorgen des Alltags zu vergessen. Wertvolle, glücklich-machende Momente sind ganz einfach im Alltag zu entdecken. Von ein paar Beispielen aus meinen vergangen Wochen (neben dem Schauen von One Tree Hill)  möchte ich gern erzählen:

1.) Zurück in die Jugend

Seitdem wir umgezogen sind genieße ich (seit meiner WG-Zeit) wieder den Luxus eines „eigenen“ Zimmers. Es ist kein Schlafzimmer, kein Wohnzimmer, einfach erst einmal ein Zimmer zu meiner eigenen Verfügung. Sozusagen mein Arbeitszimmer und Hobbyraum zugleich. Manche Leute glauben nicht, dass ich das gebrauchen könnte – aber allerdings! Mit einem Zimmer kann ich immer etwas anfangen. Ich hatte mich sehr darauf gefreut, es war etwas Besonderes für  mich. Doch bis vor kurzem fehlte noch etwas. Ich hatte zwar ein paar Möbel in dieses Zimmer gestellt und auch an meinem Schreibtisch gearbeitet, aber das „Besondere“ war noch nicht da. Das habe ich nun nachgeholt. Es war an einem Sonntag und ich fühlte mich entspannt. Also legte ich mir eine meiner Girly-CD’s aus Teenager-Zeiten (nein, die sind im Zuge meines Aussortierens natürlich nicht hinausgeflogen und ja, wer mich kennt, weiß ganz genau, von welchem Interpreten wir hier reden) in meine Stereo-Anlage aus Teenager-Zeiten ein und begann, mein Zimmer zu dekorieren.

Es fühlte sich an, als wäre ich in eine WG eingezogen. Es war ein gutes Gefühl. Nun https://puttygen.in , ihr müsst das richtig verstehen – dekorieren heißt bei mir nichts Krasses. Es heißt: Man nehme ein paar Postkarten, ein bisschen Washi Tape und ein paar Stoffreste und hänge das irgendwie in einer sinnvollen Anordnung an die Wand. Man nehme ein paar Kerzen und finde den richtigen Ort für sie im Zimmer. Man drehe das Regal so oft ein paar Millimeter nach links und rechts Buy Doxycycline , bis man das Gefühl hat, dass es im perfekten Winkel steht. Viel mehr kann ich nicht. Aber das ist vollkommen in Ordnung, denn genau das macht mir Spaß. Genau dieses simple Aussuchen von der richtigen Postkarte für die richtige Stelle ist das was ich brauche, um abzuschalten. Im Zusammenhang mit einer Mainstream-girly-pop-Musik im Hintergrund mag das paradox klingen. Doch genau diese versetzte mich automatisch in Zeiten, in denen beispielsweise Schule meine größte Sorge war. Oder ein sinnloser Liebeskummer. Also nichts wirklich Lebensentscheidendes (Hab ich das laut gesagt? Bitte – nehmt die Schule ernst!). Es gab mir ein unbeschwertes Gefühl und ich fühlte mich jung. Ich weiß, das bin ich immer noch. Aber ich fühlte mich richtig jung. 😉

Ich mag es, mich in etwas scheinbar Simplem zu vertiefen – aus einer einfachen Aufgabe ein kleines Projekt zu machen und sich diesem mit so viel Zeit, wie man eben möchte, zu widmen. Das ist ein Luxus, den ich mir nicht häufig gönne, der mich aber zur Ruhe bringt und „große“ Probleme auf einmal nicht mehr so groß erscheinen lässt. Ich glaube, dass wir uns diesen Luxus deshalb genau dann gönnen sollten, wenn es rational und zeitlich betrachtet keinen Sinn macht.

2.) Kochen und Wein

Punkt zwei ist weniger kryptisch als Punkt eins, denn es ist genau das: Kochen und Wein. Wenn ich vor einigen Jahren gewusst hätte, dass ich das mal schreibe, hätte ich wohl über mich selbst gelacht. Früher hatte ich weder viel für Wein noch fürs Kochen übrig. Wein habe ich schnell als ein gemütliches Genuss-Getränk lieben gelernt und auch mit dem Kochen habe ich mich angefreundet (schlicht dadurch, dass ich gezwungen war, es zu tun). Die Kombination beider Dinge ist das Beste. Und ja, ich rede hier von allein kochen und dabei allein Wein trinken.

Ich bin jemand, der Dinge dann am besten tut, wenn er nicht zu viel darüber nachdenkt – sprich, allein für mich im stillen Kämmerlein und ohne das Gefühl, etwas präsentieren zu müssen, funktioniert es am besten. Deswegen koche ich am liebsten allein und am liebsten nur für meinen Mann und mich. Und ich experimentiere gern. Ab und zu koche ich auch nach einem Rezept, aber meistens habe ich einfach nur viel Gemüse, ein bis zwei Beilagen und kombiniere das zu irgendetwas auf irgendeine Art und Weise. Und das, ganz ohne unter Beobachtung zu sein, ohne Rechenschaft vor irgendjemandem ablegen zu müssen. Das klingt vielleicht albern, aber irgendwie gibt mir das ein besonderes Gefühl der Freiheit. Und wenn ich dann noch einen Wein dazu trinke, der Geruch der angebratenen Zwiebel in der Luft hängt, und irgendeine (vielleicht dieses Mal nicht ganz so anspruchslose) Musik im Hintergrund läuft, gehört das zu diesen schlichten Dingen, die mich jederzeit glücklich machen können.

3.) Gottesdienst am Sonntag morgen

Wer diesen Blog schon eine Weile liest oder mich persönlich kennt, weiß wahrscheinlich, dass ich Christ bin. Und für gewöhnlich gehe ich sonntags in den Gottesdienst – nicht, weil mich irgendjemand dazu zwingt oder aus Tradition. Ich tue das, weil ich tatsächlich daran glaube, dass der Schöpfer dieser Erde eine Beziehung zu uns Menschen haben möchte. Und ich möchte diese Beziehung pflegen.

Manchmal fällt es mir jedoch schwer, Sonntag früh aufzustehen. Oder mir ist nicht danach, mich unter viele Leute zu begeben. Das glaubt man mir zwar selten, aber es gibt tatsächlich Phasen in meinem Leben, in denen es mir schwer fällt „Konversation“ zu führen. (Mit Small Talk-Konversation tue ich mich im Allgemeinen schwer – siehe hier). Doch im Endeffekt bereue ich es nie, wenn ich mich trotzdem aufgerappelt habe und, auch wenn es erst nicht meinem Gefühl entsprach, in den Gottesdienst gegangen bin. Denn ganz egal wie es mir geht: ein Gottesdienst richtet mich auf das aus, was wirklich im Leben zählt. Gott ist meine Konstante und sich dieser bewusst zu machen, tut immer gut. Meist spricht mich eben doch die Predigt an, manchmal ist es schlicht die Gemeinschaft mit anderen Christen, die mich glücklich macht. Irgendetwas ist es immer. Denn all das ist auf das ausgerichtet, was wirklich im Leben zählt.

4.) Freunde im Alltag treffen

Keine Frage: es ist eine tolle Sache, sich am Wochenende zu einem langen Mädelsabend zu treffen, am besten inklusive Übernachtung. Oder am Samstag so richtig ausführlich und lang mit Freunden zu brunchen. Aber ich habe noch einmal ganz neu zu schätzen gelernt, wie toll es ist, Freunde im normalen Wochenalltag zu treffen, selbst wenn es nur kurz ist. Denn wenn wir mal ehrlich sind: Das Wochenende ist schnell voll (Stichwort „Freizeitstress“…). Gefühlt versuche ich manchmal, mein ganzes Leben in diese zwei Tage zu pressen (was übrigens nicht funktioniert, also probier es gar nicht erst aus). Aber es ist so: Alle 7 Tage der Woche sind tatsächlich lebenswert!

Manchmal gehe ich von der falschen Annahme aus, dass ein Treffen nur dann sinnvoll ist, wenn ich viel Zeit habe – und oft ist es das auch, vor allem, wenn ich jemanden länger nicht gesehen habe. Aber manchmal reicht es genauso, sich kurz mit jemandem in der Mittagspause zu treffen oder zwischen zwei Vorlesungen 10 Minuten auf dem Campus zu quatschen. Oder, wie ich es derzeit tue, gemeinsam einen Sportkurs zu besuchen. Dabei kann ich nicht unbedingt viel mit meiner Freundin reden, aber ich teile Alltag mit ihr. Gemeinsam zu lernen ist ebenso eine schöne Möglichkeit, aus „geteiltem Leid halbes Leid“ zu machen. Es zeigt mir, dass es gar nicht so kompliziert sein muss, Zeit mit Freunden zu verbringen. Und es verbindet noch einmal auf ganz neue Weise.

Alles in allem glaube ich, dass es kontraproduktiv ist, in stressigen, to-do-geladenen Zeiten nach einem „glamouröseren“, „besseren“ Leben Ausschau zu halten. Ich stelle hiermit die These auf, dass du nichts Glamouröses brauchst, um deinen Sorgen zu entfliehen. Häufig sind es die einfachen Dinge, die sich ganz natürlich in den Alltag integrieren lassen, die uns glücklich machen können – vorausgesetzt wir sprechen ihnen diesen Wert auch zu. 10 Minuten mit einem Freund zu reden hat Wert. Ein leckeres Essen zu kochen hat Wert. Fühl dich ermutigt, diese scheinbar einfachen Dinge zu zelebrieren und dankbar für sie zu sein!

Was sind deine Glücksmomente im Alltag? Wodurch kommst du zur Ruhe und kannst deine Sorgen vergessen? Lass es mich gern in den Kommentaren wissen.

(Bald folgt, aufgrund unseres Umzugs, auch noch ein „Minimalismus-Update“! Wenn dich meine ersten drei Beiträge zu diesem Thema interessieren, kannst du sie gern in der Kategorie „Lifestyle“ nachlesen.)

Constanze

(Photo by Ariel Lustre)

Veröffentlicht in Allgemein, Gedanken

Warum ich eine Blog-Pause eingelegt habe

Das Bloggen ist so eine Sache. Eigentlich ziemlich cool. Jeder, der will kann worüber er will seine Meinung kundtun – auf einer überschaubaren Seite, in regelmäßigen Abständen. Für mich ist der Blog eine gute Plattform, um nicht nur für mich selbst zu schreiben. Denn Schreiben, das mache ich sowieso. Und das Leben analysieren, das auch. Im Bloggen kann ich es vereinen und andere an etwas Anteil haben lassen, was mir viel Freude bereitet. Andere Leute können lesen, was ich zu sagen habe oder es lassen. Niemand wird zu irgendetwas gezwungen. Soweit so gut…

… bis man in die Perfektionismus-Falle tappt und dieser ganze Plan von Freiheit und Zwanglosigkeit irgendwie nicht mehr aufgeht. Und so ging es mir ein wenig.

Das ist der Grund, weswegen ich einige Wochen nicht gebloggt und mich im Allgemeinen nicht sehr viel auf Social Media-Plattformen bewegt habe. Stattdessen habe ich darüber nachgedacht, warum und wie ich blogge und dabei sind mir einige Dinge bewusst geworden – die nicht nur mit dem Bloggen zu tun haben, sondern meine Herangehensweise und Motivation in vielen Bereichen meines Lebens hinterfragen.

Als ich anfing zu bloggen wusste ich zwar noch nicht genau, in welche Richtung ich thematisch gehen wollte, aber bei einer Sache war ich mir sicher: Ich wollte auf jeden Fall nur darüber schreiben, was mich bewegt – mir also selbst treu bleiben. Wer daran nicht interessiert war, musste es ja nicht lesen. Doch hier liegt der Haken: Wir Menschen wünschen uns Anerkennung für das, was wir tun. Wenn ich also etwas ins Internet stelle, wünsche ich mir eben doch, dass eine gewisse Anzahl von Menschen meine Mühen wahrnimmt. Ich glaube, das ist okay und ein normales Bedürfnis. Doch die Frage ist, was daraus folgt.

Wer mehr Leser für seinen Blog anziehen möchte, muss sich informieren. Viele Leser kommen schließlich nicht über Nacht oder zumindest ist das nicht der Normalfall. Es gibt gewisse Strategien, wie man „erfolgreich bloggen“ kann. Und das zog auch mich in den Bann. Ich informierte mich auf anderen Blogs und verstand immer mehr, wie der Pfad zu einem erfolgreichen Blog in der Theorie aussehen müsste. Ich erkannte, dass das Bloggen – genauso wie etwa das Youtuben – ein ganz eigenes Geschäft ist, eine eigene Szene. Einige Dinge, die dabei immer wieder betont werden sind etwa: „Kenne deine Zielgruppe und sprich sie an.“ „Finde deine persönliche Nische.“ „Schreibe regelmäßig und an festen Tagen.“ „Kommentiere bei anderen Blogs, um dich selbst bekannt zu machen.“ Und so weiter.

Ich fand es faszinierend, wie sehr ein künstlerisches Projekt zu einem strategischen Schlachtplan erweitert werden konnte. Und da ich ein sehr zielorientierter Mensch bin, versuchte ich, diese Strategien ein Stück weit umzusetzen. Doch ich hatte begrenzten Erfolg damit. Nicht, weil diese Strategien nicht aufgehen (ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass sie aufgehen, wenn man dran bleibt), sondern weil ich sie auf Dauer nicht umsetzen konnte.

Zuerst ärgerte ich mich darüber. Ich dachte mir: Warum krieg ich das nicht hin? Warum kann ich nicht regelmäßig bloggen? Warum fällt es mir so schwer, mich mit anderen Bloggern zu vernetzen? Ich gab mir wohl einfach nicht genug Mühe. Ich kam schließlich zu der Schlussfolgerung: „Okay, ich kann so einen Schlachtplan nicht umsetzen. Bloggen ist wohl doch nichts für mich.“

Doch da war der Fehler. Ich hatte begonnen, mich daran zu orientieren, wie andere etwas taten, wie „das“ Bloggen eben so funktionierte. Doch ist „das“ Bloggen auch „mein“ Bloggen? Die eine Art und Weise zu Bloggen gibt es jedoch gar nicht. Diese Art und Weise wird schließlich von den Leuten geprägt, die es tun – niemand hat dafür vorher Spielregeln festgelegt, die alle befolgen müssen. Es haben nur viele Leute herausgefunden, was die besten Strategien sind, um schnell erfolgreich zu werden. Und wer definiert überhaupt, was erfolgreich ist?

Ja, auch ich will erfolgreich sein – und das finde ich nicht verwerflich. Für mich bedeutet Erfolg, dass ich das, was ich liebe und gut kann, einfach so gut wie mir möglich mache. Und an diesem Punkt musste ich umdenken: Diese Art Erfolg kann ich nur auf meine Weise erreichen.

Denn – und hier komme ich zu meiner aktuellen Lebenslektion, die sich nicht nur, aber eben auch, auf das Bloggen bezieht – : mit Fremdbestimmung kann ich nichts anfangen. Wenn ich etwas nicht aus eigener Überzeugung und Entscheidung mache, dann wird das Ergebnis nicht gut oder zumindest nicht so gut, wie es sein könnte. Vielleicht bist du zwar kein Blogger, aber kennst dieses Problem aus anderen Lebensbereichen – etwa in der Schule oder auf der Arbeit? Vielleicht musst du zum Beispiel einen Vortrag über ein Thema halten, dass dir dein Lehrer oder dein Chef aufgedrückt hat, dich selbst jedoch gar nicht interessiert. Kannst du das dennoch motiviert angehen? Vielleicht, aber es ist sicher schwer. Bei mir kommt als Nebeneffekt meistens noch hinzu, dass ich geistig abbaue, wenn ich verzweifelt und ohne Erfolg versuche, etwas gut zu machen, was jemand anderes wahrscheinlich viel besser machen könnte – nämlich jemand, der wirklich davon überzeugt ist. Ich fühle mich dann ein wenig wie in einem Käfig, in den mich irgendjemand eingesperrt hat. Oder vielleicht sogar ich selbst?

Denn das Paradoxe ist, dass ich dazu in der Lage bin, mir diese Fremdbestimmung auch selbst aufzuerlegen. Hatte mich irgendjemand dazu gezwungen, den allgemeinen „Blog-Regeln“ zu folgen? Hatte mich irgendjemand überredet, bestimmte Strategien umzusetzen? Nein. Ich ließ mich fremdbestimmen, obwohl ich das gar nicht musste und nicht einmal bemerkte. Selbstbestimmte Fremdbestimmung sozusagen – verrückt! Und völlig unnötig. Ein Beispiel dafür war, dass ich gedanklich versuchte, mit meinen Themen in eine bestimmte „Szene“ hineinzupassen. Ich wollte herauszufinden, zu welcher dieser vielen Blog-Nischen ich gehörte – irgendeine musste es doch sein! „Christlicher Blog“, weil ich Christ bin? Lifestyle? Mindstyle? Und wenn ja, was genau ist das eigentlich?

Ich bin Constanze. Und deshalb entscheide ich mich auch für den Constanze-Style. Den kenne ich. Ich blogge als Christ über das Leben. Manchmal passt das in eine bestimmte Kategorie, manchmal entspricht das einem bestimmten Trend. Manchmal aber auch einfach nicht. Und dann darf ich trotzdem darüber schreiben. (weitere Gedanken zum Thema „Trends“ gibt es übrigens hier)

Letztendlich wurde meine Blog-Pause mehr als nur eine Pause vom Bloggen. Ich gab mir die Zeit, mich neu zu orientieren. Ich rollte meine Segel ein, um sie danach wieder im richtigen Wind zu setzen. Dieser Antriebswind ist für mich im Endeffekt Gott. Ihm folge ich und niemand anderem. Keinem Social Media-Influencer, Beauty-Guru, Blogger oder was es eben sonst noch gibt. Sicher, ich kann ein Fan von anderen Menschen sein, ich kann mich von ihnen inspirieren lassen – aber niemals bestimmen. Und ich darf mir diese Fremdbestimmung auch nicht selbst auferlegen. Diese Erkenntnis ist befreiend! Und ich entscheide mich immer wieder neu für sie, in allen Bereichen meines Lebens. Probier es auch aus!

Ich werde auch weiterhin beim Bloggen keinen bestimmten Regeln folgen – es kann also gut sein, dass dich nicht jeder Artikel interessieren wird. Aber vielleicht ist ja immer mal wieder etwas dabei. Ich würde mich deshalb freuen, wenn du weiterhin diesem Blog folgst, denn ich liebe es, andere Menschen zu inspirieren und zu ermutigen. Du darfst mir auch gern zurückmelden, was dich besonders angesprochen oder interessiert hat! Feedback regt mich zum Nachdenken an und inspiriert vielleicht sogar weitere Blogartikel.

Vielen Dank für dein bisheriges Interesse! 🙂

Constanze

Veröffentlicht in Motivierendes

„Herzlich willkommen – Neuanfang!“

Als ich heute im Supermarkt an die Kasse ging, saß dort eine Frau, die offensichtlich frisch eingearbeitet wurde. Eine mir bekannte Verkäuferin stand hinter ihr und beobachtete jeden ihrer Schritte. Der Kassiervorgang lief, wie das dann eben so ist, ein wenig langsamer. Ich probiere in solchen Situationen, ein so „unkomplizierter“ Kunde wie möglich zu sein. Meistens kann man es den Neulingen in ihren angespannten Gesichtern ja bereits ansehen, dass sie Angst haben, zu langsam zu sein. Ich kann förmlich spüren, wie sie leicht in Panik geraten, wenn sie die Nummer von der Aubergine nicht sofort finden und hektisch hin und her blättern. Dieses Gefühl kann ich gut nachempfinden. Ich habe zwar nie an der Kasse gearbeitet und kann also nicht wirklich einschätzen, welche Schwierigkeiten dieser Job mit sich bringt. Doch wenn ich solche Situationen beobachte, muss ich unwillkürlich an meinen eigenen Neuanfänge denken und daran, welche Herausforderungen diese jedes Mal mit sich bringen. Besonders dann, wenn alle ersten Schritte beobachtet werden. Die gestandene Kassiererin hinter der neuen schaute durchweg kritisch und beantwortete Fragen kurz und ohne ein Lächeln. Die neue Kollegin versuchte, selbstbewusst zu bleiben. Doch wie sie sich wohl innerlich fühlte?

Ich kann noch keine lange Laufbahn im Arbeitsleben verzeichnen, aber in den letzten Jahren gab es dennoch einige Neuanfänge für mich. Und nicht nur im Beruf – als ich weiter darüber nachdachte, musste ich beispielsweise auch an meine Fahrschulzeit denken. Auch so eine Zeit, in der man ziemlich lange von der Seite beäugt wird. Ich persönlich wurde deshalb erst richtig sicher im Auto fahren, als ich den Führerschein schon in der Tasche hatte und allein die Straßen „unsicher“ machen durfte.

Kennt du das? Du willst irgendetwas Neues anfangen – und du bist motiviert! Du weißt, dass nicht alles sofort funktionieren wird und es viel zu lernen gibt, aber du bist bereit, alles zu geben. Schritt für Schritt wird das schon. Doch dann ist da jemand (oder vielleicht sogar mehrere), die genau beobachten, ob du auch alles richtig machst. Ich gehöre leider nicht zu den besonders selbstbewussten Menschen, die das einfach ignorieren könnten. Falls es dir auch so geht, helfen dir vielleicht diese vier Tipps (an die ich mich auch selbst immer wieder erinnern muss) für deinen nächsten Neuanfang:

1. Bleib dran.

Das mag simpel klingen – doch wie schnell sind wir versucht, etwas aufzugeben, nur weil uns jemand anderes das Gefühl vermittelt, dass wir noch nicht gut genug sind. Und in vielen dieser Fälle beabsichtigt der andere das nicht einmal! Deswegen bleib einfach dran, egal wie unsicher du dich fühlst. Meist wird es besser.

2. Rechtfertige dich nicht ständig für das, was du tust.

Es ist natürlich möglich, dass du beispielsweise vor deinem Chef hin und wieder Rechenschaft ablegen musst. Doch es ist sicherlich nicht nötig, dass du dich jederzeit für jeden Schritt rechtfertigst! Ich neige oft dazu, stammelnd erklären zu wollen, warum ich etwas getan habe – vor allem, wenn mir jemand einen Tipp gibt, wie ich etwas anders tun könnte. Nur weil mir jemand einen Tipp gibt, bedeutet das allerdings nicht, dass es schlimm war, wie ich es bisher gemacht habe. Steh zu dem, was du tust! Dadurch trittst du selbstbewusst auf und wirst ernster genommen.

3. Hab keine Angst, es möglichst bald allein zu versuchen.

Was auch immer dein Neuanfang beinhaltet: wenn du ähnlich tickst wie ich, wirst du immer ein wenig blockiert sein, solange dir jemand über die Schulter schaut. Ich habe mich lange Zeit nicht getraut, etwas allein zu versuchen, solange ich mich noch nicht sicher gefühlt habe. Doch es ist nicht immer notwendig, sich komplett sicher zu fühlen, um etwas allein zu wagen. Ich persönliche benötige meinen Freiraum, um selbst Fehler zu machen, aus ihnen zu lernen und herauszufinden, wie es für mich am besten funktioniert. Solange mich jemand beobachtet, werde ich mich immer an dieser anderen Person orientieren und daran, wie sie es macht. Ein wenig ist das natürlich nötig: beispielsweise um Abläufe kennenzulernen, feststehende Regeln oder ähnliches. Doch wenn du mit diesen halbwegs vertraut bist, stürze dich ruhig allein ins Abenteuer. Ich habe die Erfahrung gemacht, dadurch unglaublich viel Sicherheit und Selbstbewusstsein zu erlangen solange ich weiß, dass im Hintergrund immer noch Menschen da sind, die ich ab und zu um Hilfe bitten kann.

4. Frag nach.

Nachzufragen ist keine Schande. Es bedeutet nicht, dass du dumm bist. Fragen signalisieren Interesse und zeigen, dass du dir Wissen aneignen möchtest, um deine Aufgaben möglichst gut zu erledigen. Durch Fragen findest du heraus, was wichtig ist und was nicht. Du erkennst nach und nach besser, wo die Schwierigkeiten liegen und worüber du dir gar keine Sorgen machen musst. Nicht alle mögen immer offen für Fragen sein, aber irgendjemand ist es meist! Häufig ergeben sich daraus gute Gespräche und du kannst von der Erfahrung der anderen profitieren.

Was war dein letzter Neuanfang oder steht dir einer kurz bevor? Wodurch fällt es dir leichter, in einem neuen Umfeld zu starten? Hast du schon einmal besonders gute oder schlechte Erfahrungen gemacht? Erzähl mir gern davon in den Kommentaren!

Constanze

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(photo by Olu Eletu)