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Pop oder Flop? – Musikempfehlungen

Gerade eben habe ich viel zu viele Pancakes verdrückt (gesunde, muss ich dazu sagen! Bananen-Haferflocken-Vollkorn-Pancakes, mjammm…) und dabei über ein Thema nachgedacht, welchem ich auf meinem Blog noch nicht so viel Raum gegeben habe: Musik! Neben dem Schreiben ist es eins meiner größten Hobbys – und zwar nicht nur das Machen von Musik, sondern vor allem auch das Hören. Ja, ich würde es tatsächlich als eine meiner liebsten Freizeitbeschäftigungen bezeichnen, zu Hause die Lautsprecher laut aufzudrehen und eine One-Woman-Dance-Party zu schmeißen. Oder dabei laut singend durch die Wohnung zu wuseln und aufzuräumen. Ganz egal. Musik ist für mich vor allem ein Ventil für Emotionen. Und doch noch viel mehr: Sie ist komplex, spannend, kreativ, anspruchsvoll. Genau deswegen kann es auch nicht jede Musik für mich sein.

Im Geiste sehe ich bereis einige meiner Freunde zweifelnd die Stirn runzeln und ich gebe zu: eine gewisse Berechtigung hat es. Meine Lieblingsgenre ist die Pop-Musik und einige Zeit war ich dafür bekannt, auf typische Girly-Mainstream-Musik zu stehen. Da hatte ich sozusagen meinen Start. (Manchmal werde ich auch „rückfällig“, siehe hier.) Aber mal ehrlich: Das ist nun gut 10 Jahre her. Der Pop-Musik bin ich treu geblieben, doch habe ich mittlerweile die Vielfalt in diesem Genre entdeckt. Heute mag ich Rock-Pop, Indie-Pop, Country-Pop, Jazz-Pop, Accapella-Pop… Ich mag alles in der Pop-Musik, dass etwas besonderes an sich hat. Ein bestimmtes Merkmal, etwas Neues, etwas Kreatives. Und um meinem schlechten Ruf nun endlich ein wenig aufzubessern Und um euch ein wenig daran teilhaben zu lassen, folgen heute drei meiner aktuellen Lieblingskünstler aus dem Pop-Bereich, von denen ich glaube, dass sie dieses „gewisse Extra“ mitbringen:

1.) HAIM

HAIM ist eine Band bestehend aus drei Schwestern, die ich im letzten Jahr entdeckt habe. Ihr aktuelles Album „Something to tell you“ läuft seitdem regelmäßig bei uns zu Hause. Es gehört zu dieser Art Musik, die man jederzeit hören kann. Die Art Album, die ich anmache, wenn ich nicht weiß, was ich sonst hören soll. Sie ist sowohl gut als Hintergrundmusik geeignet als auch zum bewussten Hören. Aus meiner Sicht schaffen das nur wenige Pop-Künstler! Wer keine piepsigen Frauenstimmen mag, liegt hier genau richtig. Die Frontsängerin hat eine angenehme, sanfte Stimme, mit der sie sowohl flottere als auch ruhige Lieder toll interpretiert. Die Musik glänzt für mich vor allem durch interessante Rhythmen und Harmonien in der Mehrstimmigkeit. Dieses Album wird für mich ein zeitloser all-time Favorit sein! Dazu kommt, dass ich das Auftreten und die Ausstrahlung der drei jungen Frauen absolut einzigartig, lässig und natürlich finde. Zum Reinhören in meinen persönlichen Liebling „Little of your Love“ geht’s hier lang. Auch das Musikvideo zu „Want you back“ kann ich sehr empfehlen – simpel, und dennoch unterhaltend.

2.) Tyler Ward

Tyler Ward gehört zu den bekanntesten Popmusikern in der YouTube-Szene. Genau deswegen war ich auch lange Zeit ein wenig skeptisch. Wie alle anderen Musiker, die auf YouTube bekannt werden möchte, begann er seine Karriere mit Covers von bekannten Künstlern. Die waren mir oft nicht spannend genug – es war eben das, was alle gemacht haben. Seit ein paar Jahren überzeugt mich seine eigene, selbstgeschrieben Musik allerdings immer mehr und auch seine Covers finde ich nun kreativer. Er schreibt sehr emotionale Texte und bringt diese authentisch rüber. Seine Musik ist häufig eher akkustisch, allerdings hin und wieder von Rock- und Country-Einflüssen durchzogen. Wer Country-Musik mag sollte mal in seine EP „Yellow Boxes“ reinhören. Sein neuestes Projekt überzeugt mich im Besonderen: Er hat das komplette aktuelle Taylor-Swift-Album „Reputation“ neu interpretiert. Jetzt werdet ihr denken: Jaaaa, Constanze und Taylor Swift, das ist ja klar, dass sie das mag… STOP! Gebt diesem Cover-Album unbedingt eine Chance. Tyler Ward hat etwas ganz Neues daraus gemacht und dem Original dennoch Rechnung getragen. Besonders interessant finde ich „Look what you made do“, aus dem er eine richtig rockige Version gezaubert hat. Auch zu „I did something bad“ gibt es ein Musikvideo. Das komplette Album könnt ihr zum Beispiel bei Spotify anhören. Unbedingt einmal von vorn bis hinten durchhören und laut aufdrehen nicht vergessen!

3.) For King & Country

Was christliche Musik angeht, bin ich interessanterweise besonders anspruchsvoll. Nicht unbedingt, wenn es um die Lobpreismusik im Gottesdienst geht – da kann ich mich anpassen, mich auf den Text konzentrieren oder auch einfach mal schweigend die Gegenwart Gottes genießen. Doch wenn eine christliche CD bei mir zu Hause laufen soll, muss sie so einige Tests bestehen. Das Album „Run wild. Live Free. Love Strong.“ von For King & Country hat sie sofort bestanden! Freunde von mir haben mir das Album vorgespielt und es hat mich durch zwei Aspekte sofort überzeugt: 1. Die Instrumentation ist vielseitig und kreativ. Und auch hier fällt wieder auf, dass ich ein großer Rhythmus-Fan bin. Es wird viel mit Schlagzeug gearbeitet, anderem Schlagwerk wie Glocken und sogar Orgelklängen. 2. Die Texte sind super. Sie sind nicht „ausgelutscht“, einseitig oder etwas, was man schon tausend mal gehört hat. Sie sind ermutigend, aufbauend und sprechen ins Leben. Keine andere christliche Band hat mich bisher so sehr durch Instrumentation, Melodie und Text überzeugt. Und ich behaupte mal ganz wagemutig, dass dieses Album auch denjenigen gefallen kann, die sonst keine christliche Musik hören oder nicht gläubig sind. Die Texte sind verständlich und alltagsnah, da ist für jeden was dabei. Hier geht’s zum Reinhören in meinen persönlichen Favoriten, das Titellied „Run wild. Live free. Love Strong“. Und auch hier wieder: Unbedingt einmal das Album von vorn bis hinten durchhören, laut aufdrehen nicht vergessen!

Was ist momentan euer persönlicher Musik-Favorit? Hat euch eine dieser drei Empfehlungen gefallen?

Ich wünsche euch einen wunderbaren Start in die neue Woche!

Constanze

(Photo by Mark Solarski)

 

Veröffentlicht in Aus dem Alltag, Glauben, Lifestyle

4 Dinge, die ich in der letzten Woche gelernt habe

Meine letzte Woche war bunt. Lehrreich, schön, aufwühlend… Heute folgen deshalb vier ziemlich verschiedene Dinge, die ich mir aus den vergangen Tagen mitnehmen möchte. Vielleicht findest du dich in einem der Punkte wieder?

1.) Es ist nicht merkwürdig, sich mit seinem Ehepartner zu einem „Date“ zu verabreden.

Und ja, ich bestehe auf die Bezeichnung „Date“! Für mich umfasst sie etwas, was wir in Deutschland manchmal gar nicht wirklich zu schätzen wissen: Sich mit dem Partner bewusst zu verabreden, „auszugehen“, ein Treffen mit einem bestimmten Ziel außerhalb der Wohnung sozusagen. Klar, das machen wir in der Kennenlern-Phase ab und zu einmal. Doch danach? In der Ehe ist es dann doch häufiger die Couch und der Fernseher – verständlicherweise. Doch als mein Mann und ich letzten Freitag feststellten, dass wir beide am Abend nichts vorhatten, beschlossen wir kurzerhand, gemeinsam essen zu gehen. Mit allem drum und dran! Intensive Recherche nach einem Restaurant, was wir beide noch nicht kannten und uns beiden zusagen würde, Reservierung des Tisches und gemeinsames „fertig machen“.

Ich finde, es hat etwas besonders Wertvolles an sich, sich gemeinsam mit seinem Ehepartner schick zu machen – aus dem einfachen Grund, weil man Zeit mit dem anderen verbringt! Es geht mir allerdings nicht um das tolle Essen an sich oder die schicken Klamotten. Solche Dinge zählen für manch einen gar nichts. Aber es geht um dieses bewusste Zeit nehmen füreinander. Das drückt Wertschätzung aus. Weil es eben doch nicht so selbstverständlich ist, dass da jemand gemeinsam mit einem durchs Leben geht.

2.) Lesen ist vor dem Schlafengehen besser als Handy-Spielerei. 

Wenn ich mir überlege, wie lange ich hartnäckig gegen den Smartphone-Trend angekommen bin und wie spät ich, im Gegensatz zu allen anderen in meiner Umgebung, mein erstes Smartphone in den Händen hielt – da ist es ziemlich erstaunlich, was für eine große Rolle es mittlerweile in meinem Leben spielt. Ich denke, dass ich die Nutzung alles in allem dennoch ganz gut kontrollieren kann. Bei unserem Date zum Beispiel habe ich es ganz bewusst zu Hause gelassen und mich dabei wunderbar frei gefühlt. Doch es gibt einen bestimmten Zeitraum, da hat es ganz schön Überhand gewonnen: kurz vor dem Schlafen, wenn ich bereits im Bett liege und nur noch „ein bisschen entspannen will“. Die YouTube-App ist für mich so eine Sache… ich mag sie sehr gern. Und ich dachte immer, dass ein paar YouTube-Videos vor dem Schlafen keinen großen Unterschied machen. Ist doch genauso wie Film schauen oder Lesen!

Ja klar, man hat immer mal wieder gehört, dass es eigentlich nicht so gut ist, kurz vor dem Schlafen auf diesen kleinen, flimmernden Bildschirm zu starren. Das Licht würde einem signalisieren, dass noch Tag ist und man würde dadurch nicht müde werden. Der vielfältige Input aus bewegten Bildern und Ton würde die Reize so überfluten, dass man dabei nicht gut zur Ruhe kommt. Mir kann man all sowas gern erzählen, aber meist muss ich es eben doch selbst erleben, um es zu glauben. Als ich eine Zeit lang nicht gut einschlafen konnte, probierte ich es schließlich aus: ich fing wieder an, ein Buch in die Hand zu nehmen, statt auf dem kleinen Bildschirm herumzutippen und von einem YouTube-Video zum nächsten zu springen. Und es half sofort: Ich wurde viel schneller müde und mein Kopf kam viel mehr zu Ruhe.

In der letzten Woche habe ich mir das nun wieder vorgenommen. Ich lese nicht unbedingt jeden Tag, aber wenn ich das Schlafzimmer betrete, mache ich das Handy aus. Am besten platziere ich es an einem anderen Ort in der Wohnung, damit ich nicht gleich am nächsten Morgen wieder danach greife. Es tut so gut! Es sind einige Reize weniger, denen ich mich dadurch aussetze. Mein Kopf bleibt mehr im Hier und Jetzt. Er hat die Gelegenheit, abzuschweifen, zu verarbeiten, herunterzukommen. Ich weiß, es ist schwer – aber der Versuch lohnt sich!

3.) Das Workout im Vorhinein zu planen steigert die Motivation erheblich.

Ich habe hier bereits davon erzählt, dass ich seit Anfang des Jahres ganz unerwartet regelmäßig Sport treibe. Diese Woche habe ich noch einmal gemerkt, wie stark das daran liegt, dass ich nicht selbst darüber nachdenken muss, was genau ich mache. Dieses Problem hat man natürlich auch dann nicht, wenn man zu einem Training geht oder im Fitness-Studio einem bestimmten Plan folgt. Doch ich bin eher der Typ, der zu Hause Sport treibt. Vor ein paar Jahren habe ich dabei die Videos von blogilates für mich entdeckt: eine etwas abgewandelte Form vom klassischen Pilates. Die Übungen gefielen mir und entsprachen meinem Geschmack. Meine Motivation war jedoch recht unterschiedlich. Manchmal hatte ich Lust, mehrere Videos hintereinander zu machen, manchmal rang ich mich immerhin zu einem dadurch – und manchmal eben auch lange Zeit gar nicht.

Nun folge ich seit dem 01.01. dem Workout-Kalender von blogilates und es macht den Unterschied. Dort steht für jeden Tag, welche Videos gemacht werden sollen. Die Aufeinanderfolge der Videos ist durchdacht und es gibt täglich einen anderen Schwerpunkt. Immer häufiger freue ich mich mittlerweile auf meine Sport-Session, denn ich weiß, dass Cassey Ho von blogilates mir einfach sagen wird, was ich tun soll. Ich muss nicht denken! Normalerweise entscheide ich sehr gern selbst über mein Leben, aber was Sport angeht fehlen mir schlicht die nötigen Kompetenzen.

Und somit ist meine Workout-Zeit nun auch eine Art „zur Ruhe kommen“ – nämlich für den Kopf. Und das führte dazu, dass ich Sport nun viel mehr deswegen treibe, um mich gesund, munter und ausgeglichen zu fühlen, statt „endlich mal Muskeln aufzubauen“. Oft habe ich zwar das Gefühl, dass die Videos noch viel zu anstrengend für mich sind, aber der Kalender lässt mir ja sozusagen keine Wahl. Und am Ende fühle ich mich ausgepowert, gut und stelle fest, dass es ja doch irgendwie ging.

4.) Ich kann mein Leben nicht allein optimieren.

In der letzten Woche ist mir außerdem mal wieder bewusst geworden, dass ich mein Leben doch nicht so sehr im Griff habe, wie ich manchmal glaube. Klar, oberflächlich betrachtet läuft alles ganz gut: Ich habe noch keine Verbrechen begangen, nehme keine Drogen, gehe nicht fremd…  Doch unter der Oberfläche liegt so viel mehr. Nur weil ich in einem behüteten Elternhaus aufgewachsen bin, bedeutet das nicht, dass ich Gottes unendlich bedingungslose Liebe weniger bräuchte als andere, bei denen man gleich auf dem ersten Blick sieht, dass etwas nicht so gut läuft. Ist es nicht genau das, was wir manchmal glauben? Unser Leben läuft scheinbar so „rund“, dass es schwer zu sehen ist, dass wir mehr brauchen als nur uns selbst. Solange nichts Dramatisches geschieht, kriegen wir das schon ganz gut allein hin.

Doch gestern wurde mal wieder eine meiner größten Schwächen aufgedeckt: meine Streben, es allen Recht machen zu wollen und darin das verstecke Bedürfnis nach Anerkennung von jedem. Daraus folgt eine riesen Angst, dass jemand etwas Schlechtes über mich denken könnte und dieser merkwürdige Zwang, alles immer so zu biegen, dass es jedem gefällt – manchmal auch auf Kosten der Wahrheit oder meiner Authentizität.

Mein erster Gedanke war: „Constanze, warum denkst du nur so? Was kann ich machen, um dieses Denken endlich abzuschalten?“ Und dann wurde mir sehr schnell klar: Ich kann es nicht. Es ist ein Punkt, an dem ich immer wieder zum Scheitern komme. Eine Sache, bei der noch keine tolle Technik geholfen hat, kein hartnäckiges Vornehmen, es dieses mal endlich besser zu machen. Und dann viel es mir wieder ein: Deswegen brauche ich Gottes bedingungslose Liebe. Deswegen ist sie für mich genauso essentiell wie für jeden anderen. Und er schenkt sie mir – einfach so! Und ich darf von dieser Liebe lernen und immer mehr erkennen: Ich brauche keine Anerkennung von Menschen, denn Gottes Anerkennung ist mir gewiss.

Was hast du in den letzten Tagen erlebt und daraus mitgenommen? Kommen dir manche meiner „Lebenslektionen“ bekannt vor oder lehrt dich dein Alltag ganz andere Dinge? Schreib mir gern von deinen Erfahrungen!

Constanze

 

 

Veröffentlicht in Lifestyle, Motivierendes

Gedanken zum Frühaufstehen – und wenn’s mal nicht nach Plan läuft…

Hier sitze ich wieder und halte mich nicht an meine To-do-Liste. Sätze und Themen schwirren mir durch den Kopf, während ich andere Dinge tun sollte. Zu schreiben: ich liebe es einfach. Und nichts bringt mich bei fehlender Motivation mehr in Gang als das zu tun, was ich liebe.

Ja, eigentlich wollte ich für diesen Donnerstag einen tollen Beitrag darüber schreiben, wie gut das mit meinem Frühaufstehen-Vorhaben geklappt hat – inklusive 10 tollen Tipps, übersprudelnder Motivation, Hahstag #Selbstdisziplin und so, ist doch klar! Ich würde wirklich gern davon berichten, wie gut es geklappt hat, aber das wäre eine Lüge. Mein Plan war es, jeden Tag um 6:30 aufzustehen, auch wenn ich es nicht musste. Ich hatte mir von Anfang an den Freiraum gegeben, diese Uhrzeit je nach Verlauf meines „Experiments“ anzupassen. Aber selbst das hat nicht wirklich funktioniert.

Warum es auf einmal nicht mehr geklappt hat

Die ersten Tage als Frühaufsteher liefen super! Ich war motiviert, hatte ein konkretes Vorhaben und los ging’s. Und ich muss gestehen, ein paar Motivations-Videos bei YouTube haben dabei auch geholfen. Aus denen hatte ich mir zum Beispiel mitgenommen, bloß nicht die Snooze-Taste zu drücken. Auch das funktionierte in den ersten Tagen. Ich wälzte mich zwar noch ein paar Minuten im Bett, aber mein Kopf war wach: Bloß nicht noch einmal einschlafen!

Und ich liebte die Morgende. Es ist ein tolles Gefühl, wach zu sein, wenn die Welt noch zu schlafen scheint, vor allem in den dunklen Jahreszeiten. Mir hilft das freiwillige Frühaufstehen sogar dabei, mit der Dunkelheit etwas Positives zu assoziieren. Ich zündete mir Kerzen an und nahm mir mehr Zeit als sonst zum gemütlichen Kaffeetrinken und Bibel lesen, auch mal mehr als ein Kapitel. Und ich frühstückte erst danach, wenn ich auch wirklich Hunger hatte. Ich nahm mir Zeit, mein Bett zu machen und auch Frühsport wurde regelmäßiger Bestandteil meines Morgens. Da ich es in den ersten Tagen schaffte, früh genug ins Bett zu gehen, hatte ich alles in allem genug Schlaf und war durch mein neues Vorhaben nicht ungewöhnlich müde.

Genau das stellte sich jedoch als Dreh- und Angelpunkt des gesamten Vorhabens heraus: früh ins Bett gehen. Ich bemerkte, dass ich es nicht dauerhaft schaffen konnte, früh aufzustehen, wenn ich nicht früh genug schlief. Das geht sicherlich immer mal wieder, aber mein Körper macht es nicht alltäglich mit. Mein Alltag ist momentan sehr bunt und jeder Tag anders. In den letzten Wochen wurde es sowohl arbeits- als auch freizeitbedingt häufiger, dass ich erst sehr spät nach Hause kam. Das ärgerte mich ein wenig, denn ich merkte sofort, dass es mir einen Strich durch die Rechnung machen würde. Hinzu kommt, dass ich nicht nach Hause kommen und sofort ins Bett fallen kann. Ich benötige Zeit, damit mein Körper und Geist zur Ruhe kommen können: ein auswertendes Gespräch mit meinem Mann, etwas zu Essen, ein Buch, eine Serie, ein bisschen Gekritzel im Bullet Journal… irgend so etwas in der Art. Und diese Zeit muss ich mir auch dann nehmen, wenn ich beispielsweise erst um Mitternacht nach Hause komme.

Ich denke es war richtig, nicht sklavisch mit meinem Vorhaben umzugehen und eben doch länger zu schlafen, wenn ich erst spät einschlief. Das verlief dann von Tag zu Tag recht unterschiedlich. Dennoch beobachtete ich mein Schlafverhalten und meine Abend- und Morgen-Rituale weiterhin genau. Und hier gibt es nun doch noch ein paar Tipps – oder eher Schlussfolgerungen für mich selbst. Aber vielleicht helfen sie ja auch dir:

1.) Tu als erstes am Tag etwas, was du gern tust.

Und damit meine ich auch solche kleinen Dinge wie Kaffee kochen oder den Partner umarmen. Oder Kerzen anzünden. Oder Musik hören. Mach etwas, was dir wirklich Freude bereitet. Denn daran kannst du sofort denken, sobald der Wecker klingelt. Nach der ersten Genervtheit über den Piepton fing ich also an, mich auf Kaffee zu freuen. Ich dachte darüber nach, dass ich mir einen gemütlichen Morgen gestalten würde. Es hilft wirklich! Genau deswegen besteht mein Vorhaben übrigens auch weiterhin. Ich möchte mir weiterhin schöne Morgende gestalten, auf die ich mich freuen kann.

2.) Schlaf soviel wie du brauchst, nicht so viel du kannst.

Selbst als ich bemerkte, dass ich es mit 6:30 nicht weiter durchziehen konnte, stellte ich mir einen Wecker. An den hielt ich mich leider nicht immer… Aber ich stellte dabei fest, dass es mir nicht unbedingt etwas brachte, „auszuschlafen“. Auszuschlafen in dem Sinne, dass man so lange schläft, bis man aufwacht. Ich bin dann häufig genauso müde wie wenn ich zu wenig geschlafen hätte. Mir hat es geholfen, herauszufinden, was die optimale Stundenanzahl an Schlaf für mich ist und mich daran zu orientieren. Es geht natürlich nicht um Minuten, sondern darum, dass der Körper regelmäßig den Schlaf bekommt den er braucht – nicht mehr und nicht weniger. Das „grenzenlose“ Ausschlafen hebe ich mir für ein paar Tage im Urlaub aus. Mir persönlich reicht das.

3.) Das Bedürfnis, ausschlafen zu wollen, könnte womöglich mehr bedeuten.

Das klingt vielleicht ein wenig hobbypsychologisch und ist es wohl auch. Allerdings konnte ich an mir selbst beobachten, dass ich (nach genügend Schlaf!) nur dann noch länger im Bett liegen bleiben wollte, wenn ich mit irgendetwas in meinem Leben nicht zufrieden war, egal was. Nun, das ist nicht ungewöhnlich – wer ist schon mal mit allem in seinem Leben zufrieden? Ich glaube auch nicht, dass wir so lange an unserem Leben „herumdoktern“ sollten, bis alle Bereich perfekt sind. Aber wenn es mir dauerhaft schwer fällt aus dem Bett zu kommen, lohnt es sich, über mögliche Ursachen nachzudenken. Was kann ich ändern? Was nicht? Habe ich tagtäglich mit jemandem zu tun, mit dem ich im Konflikt stehe? Gibt es Probleme bei der Arbeit? Ist die Wohnung dreckig? Fühl ich mich unproduktiv? Nicht jede Unzufriedenheit kann und muss auf Anhieb beendet werden. Wenn ich mich jedoch beispielsweise unwohl bei der Arbeit fühle kann ich womöglich vor der Arbeit etwas tun, was mir gefällt. Siehe Punkt 1 🙂

4.) Mach das Handy erst an, nachdem du in den Tag gestartet bist. 

Oh, an diesem Punkt muss ich noch so sehr arbeiten! Aber die paar Male, an denen ich es geschafft habe, ließen mich richtig gut fühlen. Damit es klappen kann, gibt es für mich zwei wichtige Voraussetzungen. 1. Ich habe einen separaten Wecker. 2. Ich schalte mein Handy über Nacht richtig aus. Nur so kann ich garantieren, dass es am Morgen nicht mein erster Impuls ist, What’sApp, facebook oder Ähnliches zu checken. Denn wenn ich das tue, bin ich sofort in „der Welt da draußen“ gefangen. Ich erhalte sofort neuen Input, egal ob es das Wetter ist, die Schlagzeilen des Tages, die Nachricht eines Freundes oder ein YouTube-Video. Und das ist nicht gut, wenn ich mir noch nicht einmal über mein eigenes Leben, über meinen eigenen Tag klar geworden bin – wenn ich mich gedanklich noch nicht mit dem beschäftigt habe, was wirklich in meinem Leben zählt.

Also: Mach dir am Morgen erst einmal bewusst, was deine Prioritäten sind. Denk über deinen Tag nach. Denk an etwas Schönes, was vor dir liegt. Sobald du das Handy in den Händen hältst, bist du mit Alltag und Stress konfrontiert. Du wirst noch genügend Input im Verlauf des Tages erhalten, noch genügend Dingen gegenüberstehen, von denen du genervt bist. Die kannst du allerdings besser bewältigen, wenn du positiv in den Tag gestartet bist.

Wir leben in einer Zeit, in der wir durch unglaublich vielfältige Medien viel mehr Reizen ausgesetzt sind. Damit hat unser Gehirn ziemlich zu tun. Doch am Morgen hast du die Wahl, ob du gleich damit beginnen möchtest oder nicht. Für mich bedeutet das praktisch, dass ich mich erst nach einer (auch wenn nur kurzen) Zeit mit Gott mit den „aktuellen News“ auf meinem Handy auseinandersetze. Ich gebe zu, dass ich ein Problem dabei noch nicht ganz gelöst habe: Ich höre gern Musik im Bad oder beim Frühstücken und die kommt oft aus meinem Handy. Doch ich möchte dran bleiben, Alternativen dafür zu finden oder manchmal auch einfach die Stille zu genießen.

Wenn einfach nicht’s läuft

Ja, diese Sache mit den Tipps… Wenn ich sie mir selbst durchlese denke ich: Yeah, los geht’s! Aber oft genug läuft es eben nicht so. Oft genug läuft der Alltag anders als gedacht. Oft genug bleibt die Wohnung dreckig und der Papiermülleimer quillt über. Oft genug funktionierte es eben doch nicht mit dem Frühaufstehen.

In den letzten Wochen musste ich aufs Neue lernen, mit gescheiterten Plänen umzugehen. Und ich meine damit nicht unbedingt diese eine Sache, die dann doch nicht geklappt hat oder diesen einen Termin, den ich dann doch nicht wahrnehmen konnte. Ich meine eher so eine generelle „Planlosigkeit“. Ich konnte mich wieder wunderbar dabei beobachten, wie ich auf unvorhergesehenes Chaos reagiere und das ist nicht immer schön. Ich werde immer angespannter, bis mich irgendeine Sache so triggert, dass sie das Fass zum überlaufen bringt. Das ist bei mir zum Beispiel eine dreckige Küche. Eigentlich war sie schon seit einiger Zeit unordentlich, aber ab irgendeinem Punkt sehe ich sie und könnte durchdrehen.

Das kann genauso eine sinnlose Auseinandersetzung mit dem Partner sein, liegengebliebene Rechnungen, angesammelten E-Mails… Was auch immer es ist – es gibt Menschen, die bleiben stets tiefenentspannt und dann gibt es Menschen wie mich: Die, die dreimal tief durchatmen müssen. Deswegen folgt hier noch ein letzter Tipp für Zeiten, in denen alles anders läuft als gedacht:

Halte es aus. 

Krass, oder? Der ultimative Ratschlag! Nein, im Ernst: es ist manchmal das einzige, was möglich ist. Atme tatsächlich dreimal tief durch oder schließe kurz die Augen. Ich muss mir immer wieder aufs Neue bewusst machen: Chaos ist okay. Ich kann Chaos aushalten. Nicht für immer, aber sicherlich eine Zeit lang. Es wird wieder eine Zeit geben, in der ich früh aufstehen kann. Es wird wieder eine Zeit geben, in der die Küche ordentlich ist. Und solang halte ich es einfach aus und konzentriere mich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Ich weiß, dass irgendwann wieder der Punkt kommt, an dem ich meinen Alltag mehr im Griff habe. Und meistens kommt er genau dann viel schneller zurück, wenn ich loslasse und die Planlosigkeit akzeptiere…

So und nun möchte ich von dir wissen: Was hilft dir, wenn dein Leben nicht nach Plan läuft? Stehst du gern früh auf oder bist du ein überzeugter Langschläfer? Hast du schon mal eine Morgenroutine ausprobiert?

Ich wünsche dir eine gesegnete Weihnachtszeit in dem Wissen, dass derjenige zu uns auf die Erde gekommen ist, der alles in seiner Hand hat – der den ultimativen Plan für dein Leben hat! Lass los und vertraue ihm dein unperfektes Leben an. Er macht etwas draus!

Constanze 

(photo by Danielle MacInnes)

 

 

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Minimalismus Update! – Ein Resumé zwei Monate, einiges Aussortieren und einen Umzug später

So, ich habe es versprochen, also kommt es nun auch: ein Minimalismus-Update. 🙂

Wenn du nachlesen möchtest, warum ich mich mit dem Thema Minimalismus auseinandergesetzt habe und wie meine praktischen Anfänge (inklusive Tipps) aussahen, klick dich gern in meiner Kategorie „Lifestyle“ durch. Umzugsbedingt habe ich mich vor etwa zwei Monaten intensiver mit dem Aussortieren auseinandergesetzt. Es steckte jedoch mehr als das reine Ausmisten dahinter. Weniger Dinge zu besitzen bedeutete für mich weniger Reizüberflutung und mehr Fokussierung auf das Wesentliche. Außerdem zählte für mich ein bewussterer Umgang mit Ressourcen, also auch mit Neuanschaffungen.

Hier folgen nun 4 Überlegungen, die ich nach unserem Umzug und beim Einrichten einer neuen Wohnung zu der ganzen minimalistischen Herangehensweise habe:

1.) Als wir all unsere Kisten in der neuen Wohnung ausgepackt haben (ich korrigiere: fast alle…) fiel sowohl meinem Mann als auch mir auf, dass uns weniger Dinge in die Hände fielen, mit denen wir nichts anfangen konnten. Bei vorherigen Umzügen ging es mir schon ganz anders: Ich fing zu spät mit dem Einpacken an, nahm mir keine Zeit zum Ausmisten und es landete mehr oder weniger alles in Kartons. Beim Auspacken bemerkte ich dann, dass nicht alle Gegenstände von wirklicher (bis gar keiner) Bedeutung waren und ich ärgerte mich, dass sie überhaupt wertvollen Kistenplatz weggenommen hatten. (Ironischerweise bekamen diese Dinge häufig doch wieder einen Platz irgendwo in der Wohnung…)

Hier haben wir also einen ersten positiven Effekt gespürt. Ich bin sehr erleichtert, einige Sachen nicht mehr zu besitzen, die zuvor sinnlos von Wohnung zu Wohnung geschleppt wurden. Ein Beispiel dafür waren meine seit Jahren angehäuften kopierten Klavier- und Gesangsnoten. Kinderchorlieder? Ein Begleitsatz für zwei Geigen von vor zehn Jahren? Diese Zettel haben keine Relevanz mehr für mich. Allein weil ich eine hohe Achtung vor Noten habe, wanderten sie niemals in die Papiertonne oder zu jemanden, der sie noch gebrauchen könnte. Nun habe ich drei perfekt sortierte Ordner, in denen alle Noten, die ich noch nutzen kann, einen Platz gefunden haben. Es ist wunderbar! Seitdem wir umgezogen sind finde ich sofort die Kopien, die ich brauche.

2.) Doch ich muss gestehen: Ein wirklich konsequenter, „krasser“ Minimalist bin ich nicht und werde es wohl auch nie sein – und damit geht es mir ganz gut. Zu einem großen Teil liegt es daran, dass ich mich nicht konsequent an die „Vielleicht-Regel“ halten kann. Möglicherweise wunderst du dich jetzt, da ich genau die recht überzeugt beworben habe. Die Vielleicht-Regel bedeutet, dass du auch (oder gerade) die Dinge, die du „vielleeeicht noch iiirgendwann“ gebrauchen könntest ebenso aussortierst wie den offensichtlich zu identifizierenden Krempel. Ganz nach dem Motto: Ein Vielleicht-Leben zu führen lohnt sich nicht. Weniger „Vielleicht“ bedeutet mehr Klarheit. Nun, das sehe ich grundsätzlich immer noch so. Ich probiere nach wie vor, so wenig wie möglich „Vielleicht“ in meinem Leben zu haben. Ich versuche, mich konkret für oder gegen etwas zu entscheiden – sowohl, was materielle Dinge angeht als auch in allen anderen Bereichen meines Lebens. Bewusste Entscheidungen tun gut. Was beispielsweise materielle Neuanschaffungen betrifft, gilt diese Regel sehr stark für mich.

Jedoch habe ich festgestellt, dass es tatsächlich vorkommt, dass ich etwas „vielleicht“ später gebrauchen kann und dieser Fall auch eintritt. Mein Mann hat mich bei einigen Dingen überzeugt, sie nicht auszusortieren, da er in ihnen bestimmte (von mir nicht bedachte) Zwecke gesehen hat und dies hat sich hin und wieder als sinnvoll erwiesen. Manchmal braucht man die verrücktesten Dinge, um etwas zu bauen oder herzustellen – und da kann die ein oder andere Sache auch einmal zweckentfremdet werden und eine Neuanschaffung ist nicht notwendig.

Dennoch glaube ich nach wie vor, dass sich ein genauer Blick auf die jeweiligen Dinge lohnt. Ich würde weiterhin dazu raten, all diese „Vielleicht-Gegenstände“ einmal in die Hand zu nehmen und ernsthaft darüber nachzudenken, ob sie wirklich noch einen Nutzen haben können. Ich würde keinen Gegenstand mehr per se aufheben, ohne über diesen möglichen Nutzen nachgedacht zu haben oder wenn ich ihn absolut nicht leiden kann.

3.) Wie bereits angedeutet, habe ich vor allem bezüglich Neuanschaffungen eine veränderte Sichtweise erlangt. Diese Sichtweise muss nicht zwingend als minimalistisch bezeichnet werden, aber sie ist ebenso ein Teil dieses Lebensstils. Alles in allem denke ich „zeitloser“, wenn es um Anschaffungen geht. Ich überlege bei jeder Sache, wie lange ich etwas von ihr haben werde. Ist sie nur jetzt modern, oder werde ich sie auch noch in fünf Jahren schön finden? Ist sie von guter Qualität? Habe ich durch sie langfristig einen Nutzen? Aktuell gilt dies für mich insbesondere bei Einrichtungsgegenständen. Wir haben für unsere neue Wohnung bewusst neue (und gebrauchte) Dekoration und Möbel angeschafft und dabei genauer als jemals zuvor darüber nachgedacht, was langfristig unserem Geschmack entspricht und gut zusammenpasst. Wir haben das nicht unbedingt deshalb getan, weil es uns so unglaublich viel Spaß macht – wir beide lieben schöne Dekoration, aber sind nicht die Typen, die sich gern ausführlich damit auseinander setzen. Dieses Mal haben wir dennoch ein wenig Zeit investiert, damit wir lange zufrieden sind und zukünftig nicht ständig das Bedürfnis haben, Neues kaufen zu müssen.

4.) Das mag vielleicht so klingen, als wäre unsere Wohnung nun total voll und aufwändig dekoriert. Das stimmt jedoch gar nicht. Es gibt noch so einige weiße Wände, so einige leere Stellen. Und auch die Stellen, an denen etwas steht, sind nicht sehr voll geladen. Und ich muss sagen: Ich mag es. Ja, ich brauche Charakter in der Wohnung, ich brauche einen bestimmten Stil. Doch meine Vermutung, dass ich es nicht „voll“ brauche, hat sich absolut bestätigt. Der Plan, sich durch einen minimalistischeren Lebensstil etwas freier und besser zu fühlen, ist aufgegangen und wird weiterhin von mir verfolgt.

Ein Beispiel ist unser Schlafzimmer. In unserer alten Wohnung war unser Schlafzimmer zusätzlich Arbeitszimmer und „Lagerraum“. Auf unseren Kleiderschränken stapelten sich Kisten und der Schreibtisch neben meinem Bett war nicht immer ein geordneter Arbeitsplatz. Unser jetziges Schlafzimmer hat in etwa die gleiche Größe, ist allerdings wirklich nur ein Schlafzimmer. Nie wieder kommen mir irgendwelche Kisten auf die Schränke! Ich werde sie auch nicht mehr behängen oder bekleben. Unsere neuen gebrauchten Holzschränke vermitteln ganz für sich ein warmes einheitliches Gefühl. Auch unsere Vorhänge sind nun nicht mehr quietschbunt, sondern weiß, lang und fließend. Die Bettwäsche ist schon bunt genug. Die Pflanze auf dem Nachttisch meines Mannes reicht beinahe als Dekoration. Sicherlich lässt jeden eine andere Einrichtung sich wohl und frei fühlen. Für mich ist unser Schlafzimmer der Inbegriff dieses Gefühls – welches ich nicht zwingend gleichermaßen in jedem Raum haben muss. Doch gerade das Schlafzimmer soll schließlich ein Ort des „zur Ruhe Kommen’s“ sein.

Fazit: Ich werde es weiterhin vermeiden, mich mit Kram zu belasten, der mir nicht wirklich Freude bereitet. Das hat mich seit Beginn meiner Minimalismus-Reihe nicht eingeschränkt, sondern stattdessen sehr gut fühlen lassen. Ich werde jedoch niemals offiziell „Minimalist“ sein und um ehrlich zu sein: Ich mag es sowieso nicht, mir solche definierenden, an eine Rolle gebundenen Namen zu geben, die womöglich in der Gefahr stehen würden, mich zu sehr zu definieren.

Hast du neue Gedanken zum Thema Minimalismus? Oder hörst du heute zum ersten Mal davon? Komm gern in den Kommentaren mit mir und anderen ins Gespräch!

Und zum Schluss noch eine kleine Ankündigung: Ab sofort wird es auf diesem Blog jeden Donnerstag einen neuen Beitrag geben! Ich strebe es schon länger an, regelmäßig wöchentlich zu posten, und fühle mich nun endlich bereit, dies auch an einem konkreten Tag festzumachen. (Ausnahmen werden sicherlich die Regel bestätigen… Seid gnädig mit mir!) Ich freue mich, wenn ihr immer mal wieder vorbeischaut. 🙂

Constanze

(photo by David van Dijk)

 

Veröffentlicht in Gedanken, Lifestyle, Persönlichkeit

Lebendig in einer lebendigen Stadt – von Arbeit, Berufung und Produktivität

Ich habe es wieder gemeistert: die Kunst, ohne Schwanken durch eine Straßenbahn zu laufen während diese gerade in eine Kurve fährt. Jetzt habe ich endgültig das Gefühl, wieder angekommen zu sein – angekommen in einer Stadt, die sich geradeso Großstadt nennen darf (wenn man allerdings die Anzahl der bekannten Gesichter zusammenzählt, die man täglich in der Innenstadt trifft, relativiert sich diese Bezeichnung wieder). Es ist meine Heimatstadt, in der ich nun nach anderthalb Jahren wieder lebe. Irgendwie fiel es mir gar nicht so leicht, mich so selbstverständlich wieder einzufügen wie ich angenommen hatte. Ja, ich fühlte mich ein wenig wie ein Dorfkind, dass in die große, weite Welt hinauszog – was absoluter Quatsch ist, wenn man bedenkt, dass ich lediglich von einer Kleinstadt in eine etwas größere Stadt 20 Minuten Autofahrt entfernt gezogen bin.

Doch bei mir funktioniert es so: Wenn ich irgendwo lebe, dann richtig. Und mit „richtig“ meine ich, dass ich das gesamte, alle Facetten umfassende Lebensgefühl aufsauge, dass sich um mich herum abspielt. Genau deswegen dauert es bei mir auch etwas länger, bis ich angekommen bin – aber wenn, dann eben ganz. Da ist es ganz egal, ob der Unterschied objektiv betrachtet nicht so groß ist: Es war nun mal eine andere Stadt, in der ich bis vor kurzem gelebt habe und somit auch ein anderes Lebensgefühl. In diesem Fall würde ich es als gemütlich, warm und künstlerisch bezeichnen. Ich mochte es! Aber ein Grund, warum mein Mann und ich uns so auf diesen Umzug gefreut hatten, war unter anderem das Wissen darüber, dass es es sich hier „lebendiger“ anfühlt, ja irgendwie aktiver und jünger (was übrigens nicht zwingend etwas mit dem eigentlichen Alter von Menschen zu tun hat). Denn das mögen wir auch! Und nun, nach etwa anderthalb Monaten, habe ich auch wieder das Gefühl, hier wirklich zu leben.

Aber was genau heißt das eigentlich? „Lebensgefühl“, „lebendig“ – das sind ja alles recht schwammige Begriffe. Ich möchte euch deshalb einen kleinen Einblick darin geben, was es momentan für mich bedeutet und mit welchen persönlichen Zielen es verbunden ist.

Mehr Selbstinitiative

Mit dem Umzug hat sich für mich nicht nur der Wohnort geändert, sondern so ziemlich mein gesamter Alltag inklusive beruflicher Veränderungen. Das ist für mich prinzipiell nichts Neues, doch zum ersten Mal seit langer Zeit habe ich nun wieder das Gefühl, den Hauptteil meines Alltags mit Dingen verbringen zu können, von denen ich persönlich überzeugt bin. Darüber habe ich im letzten Jahr gefühlt in jedem zweiten Gespräch geredet, doch diese Erkenntnis war tatsächlich von schwerwiegender Bedeutung für mich: Erst wenn ich mich aktiv für eine Tätigkeit entscheide und sie selbst für wertvoll erachte, kann ich produktiv sein und – nicht zu vergessen – zufrieden. Ich habe darüber bereits im dritten Teil meiner „Was, wenn doch“-Reihe geschrieben, aber ich möchte noch einmal betonen, dass es mir nicht darum geht, nur „schöne“ oder „leichte“ Dinge zu tun. Manchmal ist es sogar genau das Gegenteil! Es geht darum, Wert in dem zu sehen, was ich tue. Und das ist bei mir sehr viel wahrscheinlicher, wenn ich selbst die Initiative ergreife.

Was ist Arbeit?

Doch hier kommt der entscheidende Knackpunkt für mich: Nicht allen Menschen fällt es leicht, diesen Wert in der klassischen Erwerbsarbeit zu finden – dort, wo wir einen Großteil unseres Lebens verbringen und wo es häufig erwartet wird, Sinn und Erfüllung zu empfinden.  Für manche mag das ganz selbstverständlich sein. Unser gesamtes Aufwachsen, unsere schulische Laufbahn dreht sich zu einem großen Teil darum, diesen Sinn in irgendeiner Form bezahlter Arbeit zu finden. Im letzten Jahr habe ich verstanden, dass es für mich so nicht funktioniert oder zumindest nicht so leicht. Für mich ist Arbeit mehr als die klassische Erwerbsarbeit.

Mehr Lebendigkeit

Seitdem wir umgezogen sind, habe ich wieder die Möglichkeit, dieser „untypischen“ Arbeit intensiver nachzugehen. Ich arbeite weniger Stunden in einem bezahlten Job und gehe mehr anderen Tätigkeiten nach. Und das führt mich zu dem lebendigen Lebensgefühl, von dem ich am Anfang geredet habe. Momentan kann ich mein Leben wieder aktiver, selbstbestimmter gestalten. Ich habe das Gefühl, mehr Dinge tun zu können, zu denen Gott mich berufen hat – die werden zwar nicht unbedingt bezahlt, aber sie fühlen sich wertvoll, gewinnbringend und produktiv an. Und somit sind sie für mich Arbeit. Dazu gehören für mich beispielsweise dieser Blog oder die Mitarbeit in meiner Gemeinde. Außerdem ist Weiterbildung für mich gerade ein wichtiger Punkt und ich gehe diesem auf verschiedene Weise nach. Das sind nur Beispiele – zentral für mich ist: Ich muss nicht zwingend morgens „auf Arbeit gehen“, um das Gefühl zu haben, zu arbeiten. Das hab ich jetzt sogar viel mehr! Und selten wird mir dabei langweilig. Manchmal bin ich lange Zeit zu Hause am Computer beschäftigt, manchmal düse ich von einem Termin zum nächsten, manchmal bin ich einige Stunden bei meiner „richtigen“ Arbeit und sitze danach noch in einem Cafe, um an einem Blog-Beitrag zu schreiben. Mein Alltag ist vielfältig geworden und dadurch fühle ich mich lebendig. Doch er ist nicht nur vielfältig um der „Vielfältigkeitswillen“, sondern weil es ganz natürlich meiner Persönlichkeit entspricht.

Keine Selbstverständlichkeit  

Es ist nicht selbstverständlich, dass ich mich in dieser Lebenssituation befinden darf. Ich bin unglaublich dankbar dafür, weniger Stunden bezahlter Erwerbsarbeit nachgehen zu können, um zusätzlich in die Arbeit zu investieren, die sich für mich außerhalb des Geld Verdienens abspielt. Mir ist auch bewusst, dass dies nicht unbedingt so bleiben muss oder ich es eventuell selbst irgendwann ändern möchte. Gerade deswegen ist es mir so wichtig, diese mir momentan anvertraute Zeit so gut wie möglich zu gestalten.

Und das fällt mir nun auch viel leichter! Vor einiger Zeit habe ich Anfragen, ob ich irgendwo helfen oder mitmachen kann, oft erst einmal als Belastung empfunden. Dies hatte nicht nur etwas mit meinem Zeitkontingent zu tun, sondern vor allem damit, dass mein (psychischer) Energielevel zu sehr damit beschäftigt war, eine Arbeit auszugleichen, die sich für mich nicht sonderlich produktiv angefühlt hat. Das zerrte an Körper und Geist. Nun ist es anders: Ich sehe mich viel mehr dazu in der Lage, realistisch einschätzen zu können, wo ich helfen kann und wo nicht und vor allem: Ich selbst habe Lust, Dinge aktiv ins Rollen zu bringen. Diese Energie möchte ich nutzen!

Neue Ziele

Wer diesen Blog schon eine Weile verfolgt, weiß, dass ich ein Freund von Organisation und Selbstdisziplin im Alltag bin. Es ist nicht so, dass ich perfekt darin wäre – aber immer, wenn es mir gut gelingt, bemerke ich die positiven Effekte: Ich bin produktiver, Vorhaben laufen leichter und Erholungsphasen sind auch wahre Erholungsphasen.

Außerdem mag ich Herausforderungen! Nachdem ich meine letzte Herausforderung zum Zucker- und Weißmehl-Verzicht beendet habe, möchte ich mich nun der nächsten stellen: früh aufstehen, obwohl es nicht zwingend nötig wäre.

Nun, für viele von euch ist es wahrscheinlich etwas ganz Gewöhnliches, für Schule oder Job das Bett frühzeitig zu verlassen. Ich persönlich habe das immer als etwas Fieses empfunden (wie meine Meinung dazu noch vor einem Jahr war, kannst du hier nachlesen). Ich war zwar nie ein Langschläfer, aber vor sieben Uhr fühlte ich mich auch nicht wirklich lebendig. Mittlerweile glaube ich zu wissen, woran das lag: Nach dem Aufstehen musste ich etwas tun, von dem ich lediglich „so halb“ überzeugt war – wenn’s gut lief. Es fehlte mir schlicht die Motivation. Wenn es dann am Wochenende die Gelegenheit gab, um auszuschlafen, habe ich sie gern genutzt, da ich glaubte im fehlenden Schlaf die Wurzel des Problems gefunden zu haben.

Sich also am früh Aufstehen zu erfreuen, wenn die Arbeit, der man nach dem Aufstehen nachgeht, tatsächlich keine Freude bereitet, ist aus meiner Sicht schwer umsetzbar. Doch da meine Arbeit (und all das, was ich eben als Arbeit bezeichne) mich momentan mit Sinn erfüllt, möchte ich diese Energie nutzen, um das Beste aus dem Tag herauszuholen. Da ich tendenziell sowieso ein Vormittags-Mensch bin, ist diese Herausforderung durchaus realistisch. Ich beginne mein Experiment mit der Uhrzeit 6:30 und passe dies je nach Verlauf an. Wie es sich anfühlt, ungezwungen und völlig freiwillig früh das wohlig-warme Bett zu verlassen, werde ich in etwa einer Woche in einem weiteren Blog-Beitrag auswerten.

Es ist jedoch nicht so, dass ich nur deswegen früher aufstehen möchte, um produktiver zu sein. Es geht mir auch nicht darum, meine To-do-Liste zu verlängern. Der viel essentiellere Grund ist, dass ich die Morgende genießen und mit Ruhe starten möchte. Dadurch verspreche ich mir mehr Produktivität und Gelassenheit in der Zeit, die ich auch vorher schon zur Verfügung hatte. Ich möchte in Ruhe meinen Kaffee trinken, wenn die Welt noch verschlafen ist und im Halbdunkel liegt. Ich möchte meinen Tag mit Gott starten – mehr als nur ein kurzes Pflichtgebet sprechen oder schnell ein Kapitel in der Bibel lesen, sondern wahrhaft Zeit in seiner Gegenwart verbringen. Ich möchte häufiger Frühsport treiben. Ich möchte in Ruhe ein Outfit für den Tag auswählen. Ich möchte das Küchenchaos des vergangenen Abends entfernen, bevor ich ein neues anrichte… Das muss nicht unbedingt alles an einem Morgen stattfinden, aber ich wünsche mir Freiraum für diese verschiedenen Optionen.

Ich gebe zu, dieser Blog-Beitrag war ein kleiner Rundumschlag zu vielen Gedanken, die mich gerade beschäftigen. Vielleicht werde ich mich mit einzelnen Themen noch intensiver beschäftigen. Gibt es etwas, worüber du gern mehr lesen würdest?

Wie geht es dir mit deiner aktuellen Arbeitssituation? Hast du das Gefühl, dass du etwas Sinnvolles, Produktives tust? Was ist deine Motivation, um früh aus dem Bett zu kommen? Hast du genügend Zeit, um gemütlich in den Tag zu starten? Arbeits- und Lebensstile sind unglaublich verschieden, weswegen ich gespannt auf deine (vielleicht komplett gegensätzliche) Meinung zu diesem Thema bin.

Constanze

(Photo by StockSnap)

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Verzicht auf Weißmehl und Zucker – Mach ich jetzt Diät, oder wie?

Gerade ist mir bewusst geworden, dass ich Jane Austen und Taylor Swift in ein und demselben Instagram-Post erwähnt habe und ich frage mich, ob ich das verantworten kann. Und was das über mich aussagt. Vorerst bin ich zu dem Schluss gekommen, dass mich diese ungewollte „Gegenüberstellung“ zu einer vielseitigen Frau macht und ich akzeptiere keine Widerrede! Ob Taylor Swift jedoch genauso zeitlos ist wie Jane Austen – da bin ich mir nicht so sicher… Doch ihr neues Album hat mir ein wenig geholfen, die letzte Woche aufzuheitern, die zu einem großen Teil davon geprägt war, dass ich krank im Bett lag. So krank, dass ich es nicht mal genießen konnte, eine Menge Serien zu schauen. Aber seien wir mal ehrlich: Diese Traumvorstellung vom „Genuss“ des Krankseins (gemütlich schniefend mit einem Tee vorm Fernseher) geht doch eh nie in Erfüllung. Diese Vorstellung, dass eine Woche Kranksein einer Woche Urlaub nahe kommen würde… nee. Ich bin jedenfalls sehr dankbar, wieder gesund zu sein!

In der vergangen Woche habe ich also (neben den vielen unglaublichen Gesangs-Talenten der letzten sieben Blind Auditions von The Voice of Germany – ja, das ging irgendwie besser als Serien) nicht viele monumentalen Dinge erlebt. Doch am Sonntag habe ich etwas Verrücktes gemacht: Ich habe Zucker in meinen Kakao getan!

Okay, die Besonderheit dieses Ereignisses muss ich erklären. Einige Menschen in meiner Umgebung haben es wohl oder übel mitbekommen: Ja, Constanze scheint  wohl auch zu einer dieser extremen Diät-Tanten geworden zu sein und hat seit Anfang Oktober auf Zucker und Weißmehl verzichtet. Vielleicht ist es eher „hipster“ oder „alternativ“. Eine Diät ist es nämlich auf keinen Fall und nein, abnehmen will ich auch nicht. Und ja, es ist möglich! Aber ich fange mal vorn an.

Seit Anfang des Jahres beschäftige ich mich etwas intensiver mit gesunder und bewusster Ernährung. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht so recht, warum ich dafür immer mal wieder belächelt werde. Meine Devise lautet: Wenn ich Energie und Zeit habe, mich damit zu beschäftigen – warum nicht? Ich bin absolut dagegen, etwas wie Ernährung oder Fitness zu einer Religion zu machen. Aber warum nicht auch in diesem Lebensbereich nach Besserem streben (nicht nur für mich selbst, sondern auch für meine Umwelt), wenn ich Lust darauf habe? So war es dann auch mit dem Zucker- und Weißmehlverzicht. Ich betrachtete es hauptsächlich als eine Art Challenge. Gesundheitlich gab es für mich keine speziellen Gründe, außer den, meinem Körper etwas Gutes zu tun. Denn ob du es wahrhaben willst oder nicht: Die meisten Menschen essen, oft ohne es zu wissen, viel zu viel Zucker und Weißmehl. (Ich bin jedoch kein Ernährungsberater, Biologe oder ähnliches… Ich kann mich also nicht für die Richtigkeit all meiner folgenden Aussagen verbürgen!)

Nun, um das noch kurz aufzuklären: Auf Obst, also Fruchtzucker, habe ich nicht verzichtet. Und Weißmehl ist auch nicht „Weizenmehl“. Weißes Mehl ist lediglich das Gegenteil von Vollkornmehl, welches eine Menge wichtige Inhaltsstoffe enthält, auf die wir regelmäßig verzichten. Ich habe also nicht auf eine bestimmte Getreideart verzichtet, sondern bin lediglich auf die Vollkornvariante umgestiegen. Über die Nachteile von Weißmehlprodukten kannst du zum Beispiel hier lesen. Dass (industrieller) Zucker nicht so gesund ist, muss wohl keiner nachlesen.

Für mich ist solch ein Experiment vor allem deshalb von Bedeutung, um mir selbst bewusst zu machen, was ich regelmäßig in meinen Magen befördere. Ich schärfe dadurch das Bewusstsein für meinen eigenen Körper und wie ich ihn behandeln möchte. Hier sind deshalb ein paar meiner Erkenntnisse und Erlebnisse während dieser knapp anderthalb Monate Verzicht:

1.) Brot ist so eine Sache. Wenn man für gewöhnlich Brot aus einem „normalen“ Supermarkt kauft, wird es schwierig, dabei auf Weißmehl und Zucker zu verzichten. Ich habe mit Schrecken festgestellt, dass in fast jedem Brot aus dem Supermarkt Zucker enthalten ist. Außerdem: Wo Vollkorn drauf steht ist nicht immer Vollkorn drin, zumindest nicht in großen Mengen. Ein genauer Blick lohnt sich also! Wer frisches, richtiges Vollkornbrot haben möchte, muss deshalb schon eher Bio-Supermärkte oder den Bäcker des Vertrauens aufsuchen. Es gibt allerdings abgepacktes, länger haltbares Roggenvollkornbrot auch im Supermarkt.

Meine Lieblingsvariante ist jedoch eine andere: Selber backen! Und nein, das ist wirklich gar nicht schwer: 500 g Vollkornmehl nach Wahl (außer Roggenvollkornmehl), ein Päckchen Trockenhefe, 14 g Salz, Körner nach Belieben, 450 ml lauwarmes Wasser, ab in die Kastenform, ca. eine halbe Stunde gehen lassen und dann eine Stunde in den Ofen. Fertig!

Auch mit Toastbrot und Brötchen wird es schwierig. Ich habe es in der Zeit hauptsächlich durch Knäckebrot ersetzt, welches es in Vollkornvarianten günstig im Supermarkt zu kaufen gibt. Es ist Geschmackssache, aber ich persönlich habe es sehr lieben gelernt und esse es nun weiterhin.

2.) Aus meiner Erfahrung sind Aufstriche zu großen Teilen zuckerfrei, aber auch hier lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste. Bei einigen Frischkäsesorten und Wurstprodukten ist Zucker zu finden. Und Frischkäse ohne Zucker schmeckt nun wirklich nicht schlechter…

3.) Es fiel mir erstaunlich leicht, generell auf Süßigkeiten zu verzichten. Ich vermute, das liegt auch daran, dass ich in einer „herzhaften“ Familie aufgewachsen bin: wir haben Herzhaftes meist präferiert, wenn wir die Wahl hatten, so zum Beispiel beim Frühstück. Nichtsdestotrotz habe ich dennoch immer mal wieder Lust auf den „süßen Kick“.

Beim Frühstück ist für mich der „Porridge“ schon seit längerem meine erste Wahl: Vollkornhaferflocken mit Wasser (wahlweise auch mit Milch oder Milchersatzprodukten) aufkochen und dann je nach Belieben Obst hinzufügen (bei mir ist es ein halber Apfel, eine halbe Banane, ein paar gefrorene Beeren und etwas Zimt). In meiner zuckerfreien Zeit habe ich konsequenterweise den Löffel Honig weggelassen, aber ich glaube prinzipiell nicht, dass gegen einen Löffel Honig am Tag etwas einzuwenden ist. Am Nachmittag hab ich dann zum Knäckebrot gegriffen: Bestrichen mit Nussmus (nicht zu verwechseln mit Peanut Butter, die enthält nämlich Zucker – Nussmus ist einfach nur gemahlene Nuss), für die Süße belegt mit Bananenscheiben. Es sieht vielleicht erbärmlich aus, wenn man ein saftiges Stück Kuchen danebenlegt, aber es ist absolut ausreichend, wenn man sich diesen Vergleich nicht ständig vor Augen führt. Es schmeckt, es ist süß – für mich kein Problem und sicherlich eine Variante, auf die ich weiterhin zurückgreifen werde.

Als Snacks für zwischendurch habe ich getrocknete Aprikosen und Mandeln für mich entdeckt. Andere getrocknete Früchte und Nüsse sind natürlich auch eine Variante, Aprikosen und Mandeln sind lediglich recht günstig.

4.) Auch das Kochen ohne Weißmehl und Zucker ist nicht schwer. Die größte Herausforderung ist wohl, auf Fertigprodukte zu verzichten, die häufig von Zucker infiltriert sind. Man muss schon eine gewisse Lust zum selbst Kochen aufbringen. Ich persönlich halte das ganz unkompliziert. Eins meiner Basics ist angebratenes Gemüse mit einer Sahne- oder Tomatensoße (passierte Tomaten aus dem Supermarkt enthalten kein Zucker) mit Kartoffeln, Vollkornreis oder Vollkornnudeln. Reis und Nudeln durch die Vollkornvariante zu ersetzen ist nicht schwer – nur ein wenig kostspieliger. Vollkornreis schmeckt mir persönlich sogar sehr viel besser. Den Unterschied zwischen „normalen“ Nudeln und Vollkornnudeln bemerke ich kaum.

5.) Die größte Herausforderung für mich war Essen außer Haus. In Mensa und Restaurant habe ich häufig Salat gewählt, weil ich da wusste, woran ich bin. Manchem mag das zu langweilig zu sein – dann ist es wohl notwendig, genauer nach den Inhaltsstoffen zu fragen. Generell habe ich mehr Essen zum Mitnehmen vorbereitet und weniger unterwegs gekauft. Das ist nicht nur gesund, sondern erfreut meist auch den Geldbeutel.

Alles in allem habe ich in dieser Zeit gesundheitlich keinen Unterschied gespürt und war auch nicht weniger oder mehr müde (ich bin mir ziemlich sicher, dass ich auch unter normalen Umständen krank geworden wäre – das passiert bei mir ganz klassisch zwei Mal im Jahr… Um in der Hinsicht einen Unterschied zu spüren, müsste ich vielleicht noch deutlich länger verzichten). Ich muss jedoch dazu sagen, dass mein Körper generell nicht außergewöhnlich auf Ernährungsumstellungen reagiert und prinzipiell recht stabil und gesund ist. Auch habe ich davor nicht besonders viel Zucker gegessen. Deswegen sind die Auswirkungen sicherlich bei jedem individuell verschieden. Ich finde es trotzdem super, dass ich es gemacht habe, da ich jetzt viele gesunde Alternativen kenne, die ich auch weiterhin umsetzen werde und die langfristig gesehen gut für meinen Körper sind. Mir ging es also gar nicht so sehr um ein sofortiges Ergebnis – eher um einen nachhaltigen Lerneffekt.

Ihr könnt euch sicherlich denken, dass ich dieses Experiment nicht in die Weihnachtszeit fortsetzen wollte… Und vor kurzem habe ich tatsächlich bereits ein erstes Plätzchen verkostet. Ich hab es sehr genossen und dabei sogar eine Veränderung bemerkt: Ein Plätzchen hat mir absolut gereicht. Das war so eine süße Geschmacksexplosion, dass ich gar nicht noch mehr Süße gebraucht habe. Ich habe außerdem probiert, ein halbes Glas Limonade zu trinken. Es ging nicht! Nach drei Schlucken war es mir zu süß. Nun ja, ich bin pessimistisch genug, um mir denken zu können, dass sich mein Empfinden sicher bald wieder ändern wird. Aber für den Moment schadet es sicherlich nicht.

Um ehrlich zu sein genieße ich es nun wieder, weniger über Essen nachdenken zu müssen, weswegen ich es mir auch nicht vorstellen kann, solch ein Experiment wesentlich länger durchzuführen. Es ist schön, in der Mensa nicht stundenlang darüber nachdenken zu müssen, ob ich etwas essen kann oder nicht. Und dennoch tendiere ich nun automatisch zu den gesünderen Optionen.

Vielleicht hast du ja auch mal Lust, dich selbst herauszufordern oder hast bereits eine Zeit lang auf etwas verzichtet – wenn ja, dann schreib mir gern von deinen Erfahrungen!

Genießt noch die letzten Herbsttage, zündet euch ein paar Kerzen an und trinkt Kakao. Glaubt mir, es hilft! – Gegen alles. 😉

Constanze

(Photo by Thomas Kelley)

Veröffentlicht in Lifestyle, Motivierendes

Wie du die dunklen Jahreszeiten lieben lernst

Schon bemerkt? Am Freitag war Herbstanfang! Na ja, der Hebst hat wohl schon einige Tage zuvor Einzug in Deutschland genommen. Ich persönlich freue mich darüber. Auf die Frage, was meine Lieblingsjahreszeit ist, würde ich meist mit „Frühling“ antworten, jedoch mit folgenden Nachsatz: „Eigentlich mag ich alle!“ Es ist nicht so, dass ich Angst habe, die Gefühle irgendeiner Jahreszeit zu verletzen. Ich liebe lediglich den Wechsel der Jahreszeiten. Ich liebe es, in einem Gebiet der Erde zu leben, in dem ich diesen Wechsel viermal im Jahr beobachten kann (mehr oder weniger intensiv…). Wenn alle anderen anfangen, sich über den plötzlichen Wetterumschwung aufzuregen, bin ich einfach fasziniert. Veränderung! Das ist es, was der Jahreszeitenwechsel mit sich bringt und mich fasziniert. Den Frühling finde ich lediglich besonders zauberhaft, „gut riechend“ und von der Temperatur her angenehm.

Trotz meiner Liebe für alle Jahreszeiten ist mir im letzten Jahr das erste Mal bewusst aufgefallen, dass mir die Dunkelheit in Herbst und Winter zu schaffen macht. Ich bin jemand, der Licht sehr mag. Jemand, der lieber eine helle große „Kliniks“-Birne als zwei kleine kuschelig orange Lämpchen hat, mit denen man sein Buch nur so halb erkennt. Jemand, der in einen Raum hineinkommt und fast instinktiv erst einmal auf den Lichtschalter drückt. Ich glaube, es ist einfach so: Licht belebt mich. Es lässt mich aktiv sein. Wenig Licht vermittelt mir unmittelbar das Gefühl, mich auf die Couch legen zu müssen, zu entspannen und einen Film zu schauen. (Weswegen wenig Licht in genau solchen Situationen natürlich auch vollkommen okay ist.) Deswegen bekomme ich genau dann ein Problem, wenn ich aktiv sein muss oder möchte, genügend Licht jedoch nicht vorhanden ist. Und die Sonne ist nun einmal diese eine große Lichtquelle, auf die wir keinen Einfluss haben.

Ich war immer sehr überrascht, wenn es plötzlich wieder dunkler wurde. Als hätte ich vergessen, dass es all die letzten Jahre auch schon so war. Im letzten Herbst und Winter befand ich mich außerdem, wie viele andere auch, in einer Lebenssituation, in der es normal ist, im Dunklen das Haus zu verlassen und im Dunklen wieder heimzukehren. Dazu kam, dass ich viel Zeit mit einer Tätigkeit verbrachte, mit der ich nicht wirklich zufrieden war. Wenn ich also nach Hause kam und endlich etwas tun konnte, was ich wollte, war es schon dunkel und es viel mir schwer, das letzte bisschen Energie in mir zusammenzukratzen. Die Dunkelheit zog mich herunter. Dieses Jahr habe ich mich deshalb ganz bewusst auf diese Zeit eingestellt. Im Endeffekt möchte ich Herbst und Winter genauso genießen wie Frühling und Sommer! Hier folgen deshalb 4 meiner persönlichen Tipps, um sich nicht so sehr von der Dunkelheit herunterziehen zu lassen und sich auf das Positive zu konzentrieren:

1.) „Embrace it.“

Meiner Meinung nach gibt es kein gutes deutsches Wort, welches das ausdrückt, was das englische Wort „embrace“ bedeutet. Das online-Wörterbuch Leo übersetzt es mit „jemanden umarmen“, „etwas annehmen“, „etwas begrüßen“. Ein Mix aus diesen drei Übersetzungen ist ungefähr das, was ich meine. Denn ich glaube, dass es total wichtig ist, die dunklen Jahreszeiten als das zu akzeptieren, was sie sind und sie nicht als schlechter zu bewerten, nur weil sie mit Dunkelheit und Kälte einhergehen. Wer die Dunkelheit im Vorhinein fürchtet, lässt sich mit ziemlich großer Sicherheit auch schneller von ihr herunterziehen.

Dieses Jahr habe ich probiert, es ein wenig anders zu betrachten. Als ich bemerkte, dass es schon um 8 Uhr dunkel wurde, war ich fasziniert über diese Veränderung. Ich machte mir bewusst, dass es die nächsten Monate noch krasser werden würde und akzeptierte es. Ich versuchte, mich auf das Positive zu konzentrieren, was diese Veränderung mit sich bringen würde: auf Kuschelsocken, Farben, Tee und vieles mehr.

2.) Lebe die Veränderung

Diese eine Sache, die für mich völlig unverständlich ist, ist folgende: Unser Versuch, in den kalten, dunklen Jahreszeiten unbedingt genauso produktiv und aktiv zu sein wie in den hellen, warmen. Versteht mich nicht falsch: Ich bin absolut für Produktivität, ich liebe es, Dinge effektiv zu erledigen. Doch ich glaube, dass wir akzeptieren sollten, dass das nicht immer so gut geht. Wenn es früher dunkler wird, werden viele auch früher müde oder träge – so auch ich. Und das ist normal! Also: Sei nicht so streng mit dir. Stelle dich auf diese Veränderung ein und passe dich an, je nachdem wie du es brauchst.

Im letzten Jahr habe ich beispielsweise gemerkt, dass ich abends eher ruhigen Hobbys nachgegangen bin. Ich habe mich ein wenig in Kalligraphie geübt, obwohl ich sonst nicht unbedingt der Mal- und Basteltyp bin. Für Musik, die ich sonst oft gemacht habe, hatte ich nicht mehr viel Energie übrig. Probier also einfach mal etwas neues aus! Und erlaube dir, dich früher als sonst mit einem Buch auf die Couch zu legen. Erlaube dir, früher müde zu werden und früher ins Bett zu gehen. Das ist nicht immer ein Zeichen von Schwäche oder Faulheit – es ist lediglich eine typische Art der Anpassung in kalten, dunklen Zeiten. Das Wetter verändert sich und wir ein Stück weit mit ihm.

3.) Genieße die Gemütlichkeit

Das ist für mich das Tollste an Herbst und Winter: Das gemütliche Flair. Sobald ich vor einigen Wochen bemerkte, das unsere Wohnung kühler wurde, begann ich wieder, mir Tees zu kochen und Kerzen anzuzünden. Ich habe nicht überall in der Wohnung Kerzen herumstehen, und ich bin auch sonst kein großer Deko-Meister, aber es reichen schon zwei kleine Teelichter während ich ein Buch lese oder einen Blog-Beitrag schreibe, um mir ein „kuschelig-warmes“ Gefühl zu vermitteln. Dann noch eine Wolldecke umgeschlungen und das gemütliche Flair ist perfekt. Kalt ist mir zwar auch nicht gern, aber in gewisser Weise genieße ich die Kälte sogar ein bisschen, weil sie mich die Wärme unter einer Decke oder an einer Heizung noch mehr wertschätzen lässt. Und mein persönlicher Tipp, was das Kerzen anzünden angeht: Streichhölzer statt Feuerzeug benutzen! Das riecht einfach besser. 🙂

4.) Mach Abend-Spaziergänge (oder andere schöne Dinge)

Viele Leute lieben ja Abend-Spaziergänge im Sommer – und gegen die laue warme Abendluft ist auch wirklich nichts einzuwenden! Doch als ich vor kurzem in einer der ersten kühlen Herbst-Nächte mit meinem Mann durch die Stadt gelaufen bin, hatte das auch etwas ganz besonderes. Ein Abend-Spaziergang im Herbst oder Winter bedeutet, dass du dich ganz bewusst der Dunkelheit aussetzt – und damit nimmst du dir selbst die Angst vor ihr. Voraussetzung ist natürlich, dass du dich warm anziehst und nicht allein irgendwelche unbeleuchteten Straßen entlanggehst… Aber vielleicht gibt es ja einen beleuchtet Park in deiner Nähe? Oder einfach die belebte Innenstadt? Ich genieße es ungemein, die frische kühle Abendluft einzuatmen. Das ist genau die Luft, die ich im Sommer vermisse, wenn ich mich von der Schwüle erdrückt fühle. Zieh dich einfach warm an (und fühl dich nicht schlecht, wenn du bereits jetzt dicke Pullover aus dem hinteren Bereich deines Kleiderschranks hervorziehst – Hauptsache, du fühlst dich wohl!) und ab in die kühle Dunkelheit, in der man auch mal unbeschwert durch die Straßen hüpfen kann ohne dass es sofort jemandem auffällt…

Das Geheimnis ist sozusagen, die Dunkelheit mit positiven Aktivitäten und Gedanken zu verknüpfen. Und Positives im Herbst zu finden, ist nicht schwer! Die Natur nimmt wunderschöne Farben an, der Tee duftet, der Kakao ist süß, die Wolldecke weich, die Kastanien schöne Dekoration… Du musst einfach nur losgehen und das Beste daraus machen. 🙂

Ich wünsche dir eine wunderbare Herbstzeit!

Constanze

 

 

 

 

 

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Wie geht es weiter nach dem Aussortieren? – Minimalismus #3

Noch nicht genug vom Thema Minimalismus? Sehr gut! Denn heute folgt Beitrag Nr. 3, mit dem ich diese Minimalismus-Reihe vorerst beschließen möchte. (Falls du die ersten beiden Beiträge verpasst hast, kannst du sie hier und hier nachlesen.)

Bisher habe ich bei all meinen Tipps zum Thema Aussortieren eine Frage völlig außer Acht gelassen: Wohin mit den aussortieren Dingen? Da gibt es natürlich verschiedene Optionen. Der Gedanke der Nachhaltigkeit hat besondere Priorität für mich – was ich nicht gebrauchen kann, dient vielleicht noch jemand anderem, der es sich demzufolge nicht neu anschaffen muss. Mittlerweile lege ich darum während des Aussortierens verschiedene Stapel für verschiedene Kategorien an. Dies sind meine drei Hauptkategorien:

  • Zu verschenken!

Wenn andere etwas gebrauchen können, was ich nicht mehr brauche, profitieren einfach alle. Deswegen mache ich bereits beim Aussortieren einzelne Stapel für verschiedene Freunde und Familienmitglieder, von denen ich glaube, dass sie an bestimmten Dingen interessiert sein könnten. Mir hat es sehr geholfen, dies tatsächlich direkt nach Personen zu sortieren. Wenn ich alles nur auf einen Haufen werfe und denke: „Ich könnte dann ja mal ein paar Leute fragen…“ dauert es lange, bis ich das tatsächlich mache. Wenn ich jedoch bereits einen Stapel für eine bestimmte Person parat habe, bin ich motivierter die Sache anzugehen und dieser Person zum Beispiel Bilder von den Gegenständen zu schicken.

Natürlich habe ich nicht für alles eine bestimmte Person im Kopf – deswegen verschenke ich auch gern an „irgendjemanden“. Viele nutzen dafür die Verschenks-Gruppen bei facebook. Eine andere Möglichkeit sind für alle zugängliche Verschenks-Regale, die in einigen Städten schon sehr etabliert sind. Dort kann jeder Dinge hineinlegen oder herausnehmen, der daran vorbeigeht.  Meine Schwester hat mir außerdem von Bücher-Regalen im Zug erzählt, die genauso funktionieren: Bücher können von jedem hineingelegt und herausgenommen werden. Sehr attraktiv ist für mich in letzter Zeit schlicht die Straße vor unserem Haus geworden. Schon häufig war mir aufgefallen, dass Leute dort Kisten mit verschiedenstem Inhalt samt eines Zettels „Zu verschenken!“ vor die Haustür stellten. Ich war erst unsicher, ob das wirklich funktionieren würde, aber mittlerweile bin ich auf diese Weise bereits drei kleine Kisten voll losgeworden – und das rasant schnell! Oft unterschätze ich, wie sehr andere Leute sich an etwas freuen können, woran ich selbst keine Freude mehr habe.

  • Zu verkaufen!

Ich persönliche tue mich mit dem Verkaufen etwas schwer. Die meisten meiner aussortieren Dinge haben keinen besonders hohen monetären Wert mehr und der Aufwand, sie zu verkaufen, ist oft höher als der Gewinn, den ich dadurch machen würde. Dennoch ist durch einen Verkauf sichergestellt, dass die andere Person wirklich Interesse an meinem Gegenstand hat und er nicht gleich wieder in den Müll wandert. Momentan versuche ich, ein paar Kleider und Bücher zu verkaufen, die noch wirklich gut in Schuss sind und deren Einkaufspreis nicht gering war. Auch hierfür gibt es (neben „richtigen“ Flohmärkten) zahlreiche Möglichkeiten im Internet. Für Kleidung ist der „Kleiderkreisel“, eine Online-Flohmarkt-Tausch-Börse eine schöne Möglichkeit. Auch für den Verkauf gibt es facebook-Gruppen in vielen Städten. Bücher, die man während des Studiums benötigt hat, lassen sich auch gut über Uni-facebook-Gruppen an den nächsten Studenten verkaufen. Ebay Kleinanzeigen ist natürlich auch eine gute Anlaufstelle. Für Bücher und DVDs gibt es außerdem Seiten wie „booklooker“ oder „momox“. Ich kann noch nicht wirklich aus Erfahrung sprechen, was diese verschiedenen Möglichkeiten angeht. Ich merke jedoch, dass ich mich auf eine bestimmte Anzahl von Internetseiten beschränken muss, um nicht den Überblick zu verlieren und mich nicht zu überfordern.

  • Wegschmeißen!

Etwas wegzuschmeißen sollte die letzte Alternative sein. Prüfe lieber erst, ob du Dinge verschenken kannst, bevor du sie wegschmeißt. Wenn du jedoch festgestellt hast, dass ein Gegenstand höchstwahrscheinlich niemandem mehr nutzen wird, zögere nicht, ihn in den Mülleimer zu befördern. Es kommt dir vielleicht verschwenderisch vor, öffnet dir allerdings auch die Augen dafür, was du wirklich brauchst und was nicht. Dies wiederum schärft dein Bewusstsein für neue Anschaffungen. Da man dieses „verschwenderische Gefühl“ beim Wegschmeißen als negativ empfindet, wird man bei weiteren Anschaffungen höchstwahrscheinlich bewusster handeln und so einkaufen, dass man möglichst wenig wieder wegschmeißen muss.

Papierkram ist bei mir zu einem sehr hohen Anteil in die blaue Tonne gewandert – über möglichen weiteren Gebrauch musste ich nicht sehr lang nachdenken. Es ist wirklich erschütternd, wie viel Papier für eine nur sehr kurze Nutz-Zeit verschwendet wird. Das lässt mich mittlerweile lieber zwei Mal darüber nachdenken, ob ich etwas ausdrucken muss oder nicht.

All solche Gedanken führen mich dazu, dass ich in Zukunft bewusster einkaufen, konsumieren und Anschaffungen tätigen möchte. Dabei habe ich verstärkt zwei Kriterien im Kopf: 1. Wie viel neuen Müll produziere ich durch meinen Einkauf? 2. Wie lange werde ich den erworbenen Gegenstand nutzen?

Die Länge der Nutzung ist nicht unbedingt ein Kriterium für Nahrungsmittel – die verschwinden natürlich relativ schnell in meinem Mund. 😉 Ich achte jedoch unter anderem verstärkt auf unnötige Müllproduktion. Folgende Punkte kann wirklich jeder sofort versuchen:

  • Kaufe nur das, was du auch isst! Immer mal wieder passiert es mir, dass ich Dinge in den Einkaufswagen befördere, die ich gern einmal ausprobieren möchte, dann jedoch enttäuscht bin und die Packung nicht leere. Deswegen denke ich mittlerweile über solche „Experimente“ vorher sehr gründlich nach und kaufe größtenteils Nahrungsmittel, über die ich gut Bescheid weiß.
  • Versuche, Plastik zu vermeiden. Plastik komplett zu vermeiden ist bei Nahrungsmitteln (leider) wirklich schwer. Doch jeder kann einen Anfang machen! Gemüse und Obst muss zum Beispiel nicht unbedingt in eine Tüte. Tüten können außerdem mehrfach verwendet werden! In manchen Städen gibt es sogar bereits sogenannte „Unverpackt“-Läden.
  • Verzichte auf to-go-Becher und ähnliches. Ja, ich weiß, dass es „cool“ ist mit einem Kaffee-to-go durch die Gegend zu laufen. 🙂 Doch das geht auch mit einem selbst mitgebrachten Becher! Außerdem versuche ich, weitestgehend auf anderes to-go-Verpackungsmaterial zu verzichten. Muss beispielsweise der eingepackte Döner oder die Packung Pommes unbedingt zusätzlich in eine Tüte?

Kriterium Nummer 2 habe ich bei allen Anschaffungen im Kopf, die nichts mit Nahrungsmitteln zu tun habe, wie zum Beispiel bei Klamotten oder Möbeln. Ich überlege mir beim Einkauf folgende Dinge:

  • Kaufe ich mir diese Sache nur, weil sie momentan im Trend ist oder würde ich sie theoretisch auch noch in 10 Jahren nutzen? Ich kaufe eigentlich nichts mehr, nur weil es gerade „in“ ist. Mittlerweile weiß ich, dass ich es früher oder später wieder aussortieren würde. Es lohnt sich also nicht. Und ja, es gibt tatsächlich Klamotten, die zeitlos und trotzdem schön und modern sind! Hierfür kann ich zum Beispiel die Marke „armedangels“ empfehlen, die zudem fair produziert.
  • Lohnt es sich, etwas tiefer in die Tasche zu greifen für etwas, das von besserer Qualität ist und somit länger hält? Meine Antwort darauf ist häufig „ja“. Doch aufgepasst: Nur weil eine Marke teuer ist, heißt das nicht automatisch, dass sie gute Qualität produziert – dies trifft auch bei Lebensmitteln nicht immer zu. Schau genau hin!
  • Lohnt es sich, etwas tiefer in die Tasche zu greifen für etwas, das fair produziert wird? Definitiv „ja“. Meist geht das auch noch mit guter Qualität einher. Ich kaufe lieber einen guten Pullover, der fair produziert wurde und trage ihn viele Jahre den halben Winter lang als drei billige, die es nicht bis zum nächsten Winter überleben.
  • Du musst jedoch nicht immer teuer einkaufen – ganz im Gegenteil! Im Sinne des Recyclings versuche ich nicht nur Dinge an andere Leute loszuwerden, sondern auch selbst Gebrauchtes von anderen zu erwerben, zum Beispiel auf Flohmärkten oder in Second-Hand-Läden. Bei ebay Kleinanzeigen stehen eine Menge Möbel zum Verkauf, die noch gut in Schuss sind und für einen fairen oder verhandelbaren Preis angeboten werden. Mir gefällt außerdem der Gedanke, dass diese Gegenstände bereits eine „Geschichte“ haben. Erst vor kurzem habe ich außerdem zwei alte Bilderrahmen aus einer Verschenks-Kiste in unserer Straße mitgenommen, die perfekt zu einem anderen Deko-Gegenstand von mir passen. So leicht kann es gehen! Diese Variante ist vor allem dann ideal, wenn du ein bisschen auf „vintage“ und „retro“ stehst. 🙂 Mit Freundinnen veranstalte ich außerdem hin und wieder eine „Kleidertauschparty“: Jeder bringt Klamotten mit, die man nicht mehr tragen möchte und es wird fleißig verschenkt und getauscht. So ergibt sich ein tolles Geben und Nehmen. Wir können viel mehr voneinander profitieren, als wir manchmal glauben! Es muss nicht immer alles neu sein.

Alles in allem kaufe ich weniger ein. Und wenn ich etwas einkaufe, überlege ich es mir genau. Dann gebe ich auch manchmal etwas mehr aus, nutze den Gegenstand jedoch mit viel Freude und lange. Oder ich gebe sehr wenig aus und habe einen Gegenstand mit Geschichte, der dafür nicht in den Müll wandern musste und somit eine zweite Chance erhält. Meine finanzielle Situation ändert sich dadurch nicht sonderlich. (Ich war jedoch auch schon vorher recht sparsam – manch einer macht dadurch bestimmter sogar Gewinn!)

Du hast sicherlich bemerkt, dass am Thema Minimalismus viel mehr dran hängt als das reine Aussortieren. Es ist ein Lebensstil, der mit einer neuen Herangehensweise an viele Lebensbereiche verbunden ist. Ich hoffe, ich konnte dich ein wenig dazu anstecken, das ein oder andere auszuprobieren und würde mich freuen, von deinen Erfahrungen zu hören. Lass es mich auch wissen, wenn dich eines der „angerissenen“ Themen noch vertiefter interessieren würde!

Constanze

(Photo by Bench Accounting)

Veröffentlicht in Lifestyle, Motivierendes

Aussortieren leicht(er) gemacht – Minimalismus #2

In meinem letzten Blog-Beitrag habe ich davon erzählt, wie ich mich vom Trend des „Minimalismus'“ anstecken ließ. Weniger zu besitzen, bewusster zu konsumieren, insgesamt nachhaltiger zu denken – diese Ideen begeistern mich. Doch es soll nicht nur bei Ideen bleiben, ich möchte Praxis folgen lassen! Grundsätzlich hat es für mich zwei verschieden Folgen: 1. Weniger bzw. bewusster einzukaufen und 2. Besitz, den ich nicht brauche oder der mir keine Freude mehr bereitet, auzussortieren.

In diesem Beitrag soll es um Punkt 2 gehen – nicht etwa, weil der erste weniger wichtig wäre. Sondern weil die Umsetzung des zweiten einen gute Ausgangslage gewährt, von der aus du womöglich noch motivierter Punkt 1 angehen kannst. Vielleicht habe ich dich im letzten Beitrag ein wenig für einen minimalistischen Lebensstil begeistern können. Aber so richtig aussortieren? Das fällt oft schwer. Sich von Gegenständen trennen, die schon jahrelang Teil der Wohnung sind… Wo soll man anfangen? Was ist mit all den Erinnerungen? Vielleicht brauch ich dies oder jenes doch noch irgendwann! Um dir bei diesen Fragen ein wenig zu helfen, habe ich in vier Punkten ein paar Tipps zusammengefasst, die ich mir selbst immer wieder beim Aussortieren gebe. Inspiriert dazu wurde ich unter anderem von der YouTuberin ItsColeslaw und der Zeitschrift flow (Nummer 27). Den Anstoß zum praktischen Umsetzen des Minimalismus‘ gab mir außerdem die amerikanische Dokumentation „minimalism“, welche bei netflix zu finden ist.

1.) Zuerst einmal halte ich es für wichtig, folgendes zu verinnerlichen: Es geht nicht darum, so viel möglich loszuwerden, sondern bewusst auszuwählen, was du brauchst. Das mag paradox klingen, da es beim Minimalismus ja darum geht, wenig zu besitzen. Es geht jedoch nicht um einen Wettkampf im Sinne von: „Wer es schafft, sich von so viel Besitz wie möglich zu trennen, hat gewonnen.“  Vielmehr geht es darum, genau das zu besitzen, was du brauchst. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Deswegen wird auch jeder unterschiedlich viel aussortieren. Manche Minimalisten benötigen gar keine Dekoration mehr, anderen wäre das zu kahl. Minimalistisch ist es, wenn du keine Dekoration besitzt, die du eigentlich nicht magst oder dir in irgendeiner Weise ein schlechtes, „überfülltes“ Gefühl vermittelt. Statt zu beginnen, in dem du nach Dingen Ausschau hältst, die du loswerden kannst, ist deshalb folgende Herangehensweise sinnvoller: Nimm dir einen Bereich vor, zum Beispiel Kleidung. Dann nimmst du deine komplette Kleidung und legst sie auf einen Haufen. Nun suchst du die Teile aus, die du behalten möchtest! Das ist eine viel positivere Herangehensweise und hat bei mir zudem den Effekt, dass ich sogar noch mehr aussortiere.

2.) Gehe Stück für Stück vor! Vielleicht hast du bemerkt, dass deine Wohnung tatsächlich total überfüllt ist und beginnst, wahllos auszusortieren – das kann ich gut verstehen. Besser ist es jedoch, wenn du dir zu erst einmal einen Bereich vornimmst und dich dann langsam vorarbeitest. Das kann und darf lange dauern und wird dich nicht all zu sehr überfordern. Folgende Bereiche kann es zum Beispiel geben: Klamotten, Bücher, CD’s, DVD’s, Kosmetikartikel, Geschirr/Küchengeräte, Briefe/Karten, Dekoration, …

3.) In den letzten Tagen hat mich besonders eine Regel immer wieder entlarvt: Die sogenannte „Vielleicht-Regel“. Ich muss zugeben, die ist wirklich etwas radikal. Aber meist weist sie auf genau die Gegenstände hin, von denen man jahrelang glaubte, sie noch gebrauchen zu können – es aber nie dazu kam. Lina Jachmann schreibt dazu in der flow: „Wenn man sich auf einen Gegenstand konzentriert, merkt man sofort, ob diese Hose oder dieser Spiegel zu den ‚Glücklichmachern‘ gehört. Bei manchen Dingen regt sich ein ‚Vielleicht‘. Diese Besitztümer, die man möglicherweise noch gebrauchen kann, die eigentlich ganz hübsch sind oder aber viel Geld gekostet haben, gehören laut Marie Kondo zu denen, die wir aussortieren können.“ Marie Kondo selbst schreibt dazu: „Wir wollen doch keine Vielleicht-Leben führen.“ Dieser Satz schlug bei mir ein. Denn es stimmt, ich möchte mich nicht auf Dinge konzentrieren, die vielleicht wesentlich für mich sein könnten. Wenn ich diese Dinge aufhebe, verliere ich den Blick für das Wichtige, für das wirklich Schöne. Unsere äußere Umgebung hat eine Wirkung auf unser Leben, auf unser Inneres. Deswegen sollten wir auch im Äußeren sorgfältig auswählen. Wenn du dir dennoch unsicher bist, empfehle ich dir folgende Vorgehensweise: Gib deinem Vielleicht-Gegenstand noch eine Chance, indem du ihm einen Platz gibst, an dem er greifbar ist und du ihn immer mal wieder siehst. Früher oder später wirst du merken, ob du ihn noch gebrauchen kannst oder schön findest – nämlich dann, wenn du ihn doch benutzt oder wenn du dich jedes Mal freust, wenn du ihn siehst. Wenn er dich jedoch bald nervt oder nur sinnlos herumsteht, ist er es wohl eher nicht wert.

4.) Mein vierter Hinweis bezieht sich auf eine bestimmte Art von Dingen, nämlich auf all jene, die mit Erinnerungen verknüpft sind. Die bereiten mir oft besonders viel Kopfzerbrechen. Bin ich emotional bereit, diesen Gegenstand loszulassen? Werde ich das irgendwann bereuen? Ich möchte mich definitiv nicht pauschal gegen Erinnerungs-Objekte aussprechen. Mein persönliches Problem ist allerdings, dass ich früher fast alles aufgehoben habe, wenn es mit einem Erlebnis oder einer Person verknüpft war. Vom Papierschiffchen, das mir jemand gebastelt hat, in den ich verknallt war, über Steine und Programmzettel bis zu T-Shirts, Deko, Büchern… Ich habe diese Dinge nicht aufgehoben, weil ich sie so schön fand, sondern nur, weil eine Erinnerung daran hing. Wenn ich weiter so verfahren würde, würde unsere Wohnung irgendwann aus allen Nähten platzen.

Da mir dennoch einige Erinnerungs-Objekte wichtig sind, habe ich für mich persönlich zwei Regeln aufgestellt. 1. Die Erinnerungen müssen alle in eine Kiste passen – meine „Erinnerungskiste“. Dort sind sie gebündelt, ich verliere nicht den Überblick und wenn die Kiste zu voll wird, bin ich gezwungen, den ein oder anderen Gegenstand noch einmal zu überdenken. Wenn ich mich erinnern möchte, kann ich die Kiste hervorholen, durchstöbern und danach wieder zurück in die Kammer stellen. 2. Der Erinnerungsgegenstand muss mir ein positives Gefühl vermitteln. Kein negatives, kein neutrales (bedenke die Vielleicht-Regel), sondern wirklich ein positives! Vor kurzem bin ich verschiedene „Papier-Erinnerungen“, wie Gedichte oder Briefe, durchgegangen. Es war sehr befreiend, all jene in den Papierkorb zu werfen, die Erinnerungen an Zeiten hervorriefen, mit denen ich eigentlich abgeschlossen hatte und dabei laut „Let it goooo!“ zu rufen. (Ja, das habe ich wirklich getan.)

Und auch bei den positiven Erinnerungs-Objekten geht es oft gar nicht um den Gegenstand an sich, sondern lediglich um die Erinnerung, die daran hängt. In solchen Fällen reicht es vielleicht sogar, ein Foto von dir mit dem Objekt zu machen und dieses Foto statt den Gegenstand zu behalten. Wenn du dir das Foto anschaust, kannst du dich trotzdem noch erinnern.

Gut, nun hast du vier Tipps, die du im Hinterkopf behalten kannst, um die Sache anzugehen. Aber wo nun anfangen? Hier folgen deshalb noch vier Bereiche, in denen es sich aus meiner (zugegebenermaßen weiblichen) Sicht leicht starten lässt:

1.) Kosmetikartikel: Mal im Ernst – trägst du wirklich noch den blauen Lidschatten, den du dir als Teenager gekauft hast? Benutzt du alle sechs Mascaras, von denen vier sicherlich schon ausgetrocknet sind? Und was ist mit den verschiedenen Cremes, die du ausgetestet hast, um die eine perfekte zu finden? Wie wäre es, einfach nur diese eine aufzuheben, die du sowieso jeden Tag verwendest? Kaum etwas fiel mir so leicht wie das Aussortieren von Schminke und Co. Hier kam besonders die „Vielleicht-Regel“ zum tragen: „Vielleicht trage ich ja doch noch einmal irgendwann diesen Lidschatten oder diesen Lippenstift…“ Nein. Wenn ich es in den letzten Jahren nicht getan habe, werde ich es zukünftig auch nicht tun. Und wenn ich den Duft dieser Creme jetzt nicht mag, werde ich ihn später auch nicht mögen. Wie schön ist es, wenn alle Schminkartikel in einen Behälter passen und ich einfach sofort weiß, nach welcher Mascara ich greifen muss.

3.) Klamotten: Dazu habe ich bereits hier ein paar Gedanken geteilt. Ich denke, dass es recht leicht ist herauszufinden, welche Klamotten du wirklich magst und welche sich aussortieren lassen. Es ist nämlich so: Du magst die Klamotten wirklich, die du immer wieder trägst! Einfach, oder? Warum also die anderen aufheben? Oh ja, ich kenne die Stimme im Kopf, die laut protestieren möchtet: „Ich brauche doch die Auswahl!“ Ja, du brauchst eine kleine Auswahl an Sachen, die du wirklich magst. Denn das ist wirklich eine Auswahl. Es ist keine Auswahl, wenn du immer wieder Sachen in die Hand nimmst, kurz betrachtest und dann doch wieder zu einem deiner Lieblingsoberteile greifst. Es reicht tatsächlich, Lieblings-Kleidung zu besitzen. 🙂 Sicher, schicke Kleider zum Beispiel benötigten die meisten eher selten und doch ist es gut, für besondere Anlässe welche parat zu haben. Ich persönlich habe meinen Besitz auf drei reduziert, so kann ich dennoch variieren. Von vielen Kleider konnte ich mich lange nicht trennen, weil ich glaubte, dass sei regelrecht „Verrat“ an diesen guten Kleidern. Ein nochmaliges Anprobieren hat mir jedoch schnell gezeigt, dass sie nicht mehr in mein Leben gehören. Der eigene Stil kann sich ändern! Früher habe ich zum Beispiel noch nicht so sehr auf zeitlose Mode gesetzt. Das rot-glitzernde Kleid passt da leider nicht mehr rein…

2.) Küche: Wer kennt es nicht – die über die Jahre angesammelten Tassen, die den Küchenschrank fast platzen lassen! Doch sind es bei dir auch nur diese zwei, drei Tassen, aus denen du immer trinkst? Die anderen sind meist nur Lückenfüller. Klar, ein paar mehr für Gäste müssen schon sein. Deswegen haben mein Mann und ich zwei zusammenhängende Sets aufgehoben. Aber von den restlichen Tassen, die sich so „ansammeln“, besitzen wir jetzt nur noch die, aus denen wir wirklich gern trinken. Je nachdem, wie „koch- und backaktiv“ du bist, bist du natürlich auf unterschiedliche sonstige Küchenutensilien angewiesen. Doch brauchst du wirklich jede Schüssel, jede Dose? Jedes Förmchen, jedes stumpfe Messer? Ein etwas tieferer Blick in die Küchenschränke lohnt sich sicher.

3.) Papierkram: Besitzt du auch noch die alten Weihnachtskarten von vor zehn Jahren? Sammelst du jede CityCard ein, die du lustig findest? Stapeln sich Kassenzettel von Dingen, deren Garantie schon längst abgelaufen ist? Und was ist mit dem Mietvertrag von deinem Studentenzimmer von vor fünf Jahren oder anderen „wichtigen“ Dokumenten, die irgendwann mal wichtig waren, aber jetzt eigentlich nicht mehr? Jap, ich bin schuldig bei all diesen Dingen. Und jetzt denkst du vielleicht: Dokumente wegschmeißen, das geht doch nicht! Natürlich, du musst ganz genau prüfen, was du wegschmeißen kannst und was nicht. Aber sicherlich musst du nicht jede alte Rechnung aufheben, nicht jeden alten Lebenslauf, nicht jede Postkarte. Hebe nur das auf, was du wirklich noch brauchst und schaffe dir ein gutes Ordnungssystem!

Wenn du die Bereiche in Angriff genommen hast, die dir leicht fallen, bist du gut gewappnet für die schweren Gebiete, welche auch immer das für dich sind: Bücher oder DVD’s, CD’s? Dekoration, Möbel? Übrigens: Ich selbst halte mich auch noch nicht konsequent an meine eigenen Tipps, aber das ist okay. Zu „minimieren“ ist ein Prozess (der übrigens Spaß macht!). Ich muss nicht von heute auf morgen eine perfekt „minimalistisch“ eingerichtete Wohnung haben.

Lass es mich wissen, wenn dir einer dieser Tipps geholfen hat! Im nächsten Beitrag dieser Reihe geht es um die Frage: „Wohin mit dem Aussortierten?“. Ich werde außerdem noch ein wenig auf Punkt Nr. 1 vom Anfang dieses Beitrags eingehen. Bis dahin viel Freude beim Aussortieren!

Constanze

(Photo by BRUNO CERVERA)
Veröffentlicht in Gedanken, Lifestyle, Persönlichkeit

Wie ich das Motto „Less is more“ für mich entdeckte – Minimalismus #1

In den letzten Tagen ist es normal geworden, dass ich mit irgendeinem Gegenstand in der Hand am Schreibtisch meines Mannes auftauche und frage: „Also, Schatz, wenn du mal gaaaanz ehrlich zu dir selbst bist – das brauchst du doch nicht mehr, oder?“

Ja, das hat viel damit zu tun, dass wir in nicht allzu ferner Zukunft wieder umziehen. Als Kind habe ich mir Umziehen immer sehr aufregend vorgestellt. Mittlerweile weiß ich, dass es nicht nur aufregend ist, sondern  vor allem Nerven aufreibend. Und doch bietet jeder Umzug etwas Positives, dass ich nicht missen möchte: einen Neuanfang. Bisher verbinde ich jedes WG-Zimmer oder jede Wohnung, in der ich gelebt habe, mit einem ganz bestimmten Lebensgefühl. Sie alle waren Teil verschiedener Phasen meines Lebens. Und so erhoffe ich mir auch von der nächsten Wohnung den Start in eine neue Phase und ein Stück weit in ein neues Lebensgefühl. Und das führt mich zurück zu meiner Ausgangssituation.

Denn nein, ich möchte es nicht nur vermeiden, über die Jahre hinweg angesammelten Müll mit in die nächste Wohnung zu transportieren. Ich möchte mehr. Beziehungsweise weniger. Ich möchte mehr „weniger“. Verwirrt? Lass es mich erklären.

Mich hat es gepackt: der Gedanke des sogenannten „Minimalismus‘“. Ich weiß nicht, ob es eine einheitliche Definition vom Lebensstil „Minimalismus“ gibt. Ich habe auch noch kein Buch darüber gelesen. Aber nach meiner Recherche in Zeitschriften und Internet geht es um folgendes: Nur solche Dinge zu besitzen, die wirklich eine Bereicherung für das eigene Leben sind und einem Freude bereiten. Dies hat meist zur Folge, erst einmal ordentlich auszusortieren. Und demzufolge zukünftig auch nur noch solche Dinge anzuschaffen, die diesem Kriterium entsprechen. Es geht darum, einen bewussten Umgang mit allem zu pflegen: mit Klamotten, mit Essen, mit Möbeln, … mit dem Leben an sich. Weg von Konsum ohne Ende und hin zu bewusstem Auswählen. Weg von massenhafter Müllproduktion und hin zu nachhaltigen Anschaffungen. Weg von Reizüberflutung in der eigenen Wohnung und hin zu dem Gefühl, „wieder atmen“ zu können. Es ist ein Gedanke von Nachhaltigkeit und einem bewussten Leben, ganz nach dem Motto: Weniger ist mehr. Seit einem Monat etwa hat mich dieses Motto gefesselt und unser anstehender Umzug gibt mir die perfekte Möglichkeit, es praktisch umzusetzen.

Doch es geht nicht nur ums Ausmisten – dahinter steckt ein Lebenseinstellung, die mehr ist als nur ein Trend. Umso mehr ich mich mit der Thematik beschäftigte, umso mehr wurde mir bewusst, dass ich mit dieser Lebenseinstellung schon immer unbewusst sympathisiert hatte. Nur irgendwie war sie vom Lärm und Druck der Gesellschaft überlagert wurden…

Als ich ungefähr 10 Jahre alt war, begann ich den für mich damals signifikanten „Schlabber-Look“, welcher lediglich aus einfarbigen „Schlabber-T-Shirts“ (und natürlich irgendeiner Hose) bestand. T-Shirts, die überhaupt nicht figurbetont waren und genau genommen auch etwas zu groß. T-Shirts, die es im Fünfer-Pack im Kaufland zu kaufen gab. Ich wollte wirklich, soweit es sich vermeiden ließ, nichts anderes tragen! Die große Frage ist: Warum? An meine genauen Beweggründe kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber ich glaube im Endeffekt ging es darum, dass ich bemerkte, dass ein Großteil meiner Umgebung anfing, mit irgendeiner Mode mitzugehen. Ich bemerkte, dass man theoretisch eine Riesenauswahl an Klamotten und Trends hatte. Und darauf hatte ich keine Lust. Warum sollte ich es mir schwer machen, wenn ich es auch leicht haben konnte? Einfach jeden Tag ein T-Shirt vom Stapel nehmen und wissen, woran man ist. Gar nicht erst anfangen, sich irgendwelche Gedanken über Mode zu machen, die sich sowieso immer wieder ändert.

Einige Jahre nach dieser Phase war es mir eher peinlich, dass ich mich in dieser Phase befunden hatte. Heute schau ich zurück und bin ein wenig stolz auf mich. Denn damals war es mir noch egal, was andere dachten. Ich wollte mir mein Leben nicht mit Klamotten verkomplizieren. Weniger war für mich mehr. Natürlich konnte auch ich als Teenager dem Druck der Mode nicht so ganz standhalten. Ich beendete meine Schlabber-Look-Zeit und versuchte irgendwie, hip auszusehen. Doch das gelang mir lange Zeit nicht wirklich und ich weiß noch, wie viele gedanklichen Kämpfe ich mit mir selbst darüber ausfocht, ob ich mit der Mode mitgehen wollte oder ob ich Shoppen „aus Spaß“ eigentlich komisch fand.

Als Jugendliche lebte ich nicht wirklich minimalistisch. Zwar bin ich nie massenhaft shoppen gegangen, besaß nie zwanzig verschiedene Labellos (ja, das war normal in meiner Jugendzeit) oder Unmengen an CD’s und DVD’s. Dennoch freute ich mich über alles, was dazukam und dachte unbewusst, dass jeder Gegenstand automatisch eine Bereicherung für mein Leben sein würde. Ganz nach dem Prinzip: Mehr ist besser. Das vermittelt unsere Gesellschaft uns schließlich, oder?

In den letzten Jahren veränderte sich einiges in meinem Leben. Neben offensichtlichen äußerlichen Veränderungen hinterfragte ich auch noch einmal ordentlich meine Persönlichkeit, meine Ziele, meine Herangehensweise ans Leben so an sich, meinen Glauben. Neben vielen anderen Erkenntnissen wurde mir immer bewusster, dass ich mich „reizüberflutet“ fühlte. Ich hatte das Gefühl, dass es zu viele verschiedene Bereiche in meinem Leben gab. Zu viele verschiedene Hobbys, denen ich mich nicht mit aller Kraft widmen konnte. Zu viele Freundschaften, in die ich nicht gleichermaßen investieren konnte. Zu viel What’s App, zu viele E-Mails. Zu viele Erwartungen anderer. Zu viel Gesellschaftsdruck. Zu viele Möglichkeiten. Zu viele Kisten auf meinem Kleiderschrank, von denen ich nicht wusste, was überhaupt darin war. Zu viel kitschbunter Schmuck, den ich nicht mehr trug. Einfach zu viel von allem. Ich erkannte: Mehr ist nicht zwingend besser. Jedenfalls nicht für mich. Ich wollte wieder weniger.

Die Lösung dafür fand ich nicht so schnell. Lange Zeit verbrachte ich nur damit, das Problem in verschiedenen Bereichen meines Lebens zu erkennen – und das war wichtig. Einer der Punkte, an dem ich wusste, dass ich definitiv etwas ändern musste, war die Rückkehr aus unserem diesjährigen Urlaub. Nachdem wir eine Woche in einem schlichten, schicken Hotel verbracht hatten, fühlte sich unsere Wohnung zu Hause einfach nur überfüllt und chaotisch an und ich konnte nicht schlafen, bis ich kurzerhand ein paar Dinge aus dem Schlafzimmer verbannte. Zum ersten mal bemerkte ich wirklich, wie viel unnütze Gegenstände ich besaß.

Versteht mich nicht falsch: Minimalismus ist nicht die ultimative Antwort auf meine Probleme. Es ist nicht der eine Lebensstil, der mir alles leichter machen wird. Doch es ist ein Ansatz, der mir hilft, fokussiert zu bleiben und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Dies soll der erste Beitrag einer Blog-Reihe zum Thema Minimalismus sein. In den kommen Beiträgen wirst du etwas mehr über meine praktische Herangehensweise erfahren und ich werde ein paar Tipps zum Aussortieren teilen. Doch mehr als das möchte ich dich ermutigen, dich für ein bewussteres Leben zu entscheiden. Hier folgen deshalb abschließend noch einmal zusammengefasst vier Aspekte, die mich von einem minimalistischen Lebensstil überzeugen:

  • Die Welt redet uns ein, dass wir viel besitzen müssen. Dass wir viel konsumieren müssen. Dass wir nur glücklich sein können, wenn wir viel besitzen. Und das ist kein Wunder – Firmen verdienen daran. Doch werde ich dadurch wirklich nachhaltig glücklich? Und will ich wirklich jeder Firma mein Geld hinterherwerfen? Jeder Firma, die ihre Angestellten schlecht bezahlt und ihre Produkte billig, ungesund oder umweltverschmutzend produziert? Nein, ich möchte bewusst gute Produkte auswählen. Und ja, Gutes hat seinen Preis. Demzufolge kann ich nicht mehr so viel kaufen, aber das brauche ich auch nicht, weil Gutes meist länger hält. Bewusst auszuwählen bedeutet, bewusst Gutes zu unterstützen. Weniger zu besitzen bedeutet, in dieses Wenige besser investieren zu können.
  • Ich persönlich kann mich nicht konzentrieren, wenn mein Zimmer voller Dinge ist, zu denen ich keine „Beziehung“ habe. Oft sind sie nur da, weil ich ein schlechtes Gewissen haben würde, wenn ich sie wegschmeißen oder verschenken würde. Doch will ich mir wirklich von Gegenständen ein schlechtes Gewissen einreden lassen? Also weg damit!
  • Weniger zu besitzen bedeutet für mich, mich besser auf die (nicht-gegenständlichen) Dinge konzentrieren zu können, die wirklich Wert haben. Ich erwähnte bereits, dass ich mich in vielen verschiedenen Bereichen reizüberflutet gefühlt habe, wie zum Beispiel bei Hobbys und in Beziehungen. In solchen Bereichen ist es nicht immer so leicht, Überforderungen vorzubeugen. Warum also nicht wenigstens dort reduzieren, wo Überforderung leicht reduziert werden kann?
  • Und letztendlich noch einmal ganz praktisch gedacht: Weniger zu besitzen bedeutet mehr Platz! Mehr Platz auf dem Schreibtisch, mehr Platz im Küchenschrank, mehr Platz im Regal… Irgendeiner dieser Orte platzt bestimmt auch bei dir aus allen Nähten. Und falls du dich auch in so einer Phase deines Lebens befindest, in der du immer mal wieder umziehen musst, erleichtert dich das Aussortieren eventuell um ein paar Kisten.

Was hältst du von einem minimalistischen Lebensstil? In welchen Bereichen fällt es dir persönlich schwer, dich von Gegenständen zu trennen? Schreib mir gern deine Gedanken dazu in die Kommentare!

Constanze

(Photo by Khai Sze Ong on Unsplash)