Veröffentlicht in Lifestyle, Motivierendes

Optimieren erlaubt – aber wie?

Ich schätze, ich bin immer ein wenig spät dran. Während andere das vergangene Jahr längst abgeschlossen, Neujahresvorsätze beschlossen und die Weihnachtsdeko beiseite geräumt haben, denke ich immer noch darüber nach, was 2019 wohl für mich bringen wird und der Weihnachtsbaum steht weiterhin geschmückt im Wohnzimmer – zugegeben, mit hängenden Ästen. Ich finde es zu traurig, einen Tannenbaum kurz vor Heilig Abend aufzustellen und ihn ein paar Tage später schon wieder zu entsorgen. Bei uns hat er eine Daseins-Berechtigung von circa zwei Monaten: Anfang Dezember bis Ende Januar. Er ist nun einmal mehr als ein Baum, er ist Teil unserer Einrichtung. Er erleuchtet dunkle Zeiten und füllt nebenbei perfekt diese leere Ecke neben dem Sofa aus. Sorry not sorry.

Reflektion statt Vorsätze

Auf facebook habe ich bereits kurz darüber geschrieben, dass es bei mir keine typischen Jahresvorsätze gibt. Mehr dazu kannst du auch in meinem Blog-Beitrag vom letzten Jahr lesen. Was ich allerdings regelmäßig praktiziere, nicht nur (aber auch) zum Jahreswechsel, ist eine Zurück- und Vorausschau. Ich reflektiere und ziehe Schlüsse für die Zukunft. Ich überdenke Angewohnheiten, prüfe, ob sie noch Sinn für mein Leben ergeben und passe sie gegebenenfalls an. Manchmal stelle ich einen Bereich meines Lebens regelrecht auf den Kopf. Ich habe Spaß an kleinen Selbstexperimenten. Meist geht es jedoch um kleine Schritte, behutsame Anpassungen, Veränderungen, mit denen ich mich nicht selbst überfordere.

‚Ja, ja, dieser Optimierungswahn!‘, wird der ein oder andere jetzt denken. Heutzutage geht es ja ständig darum, die beste Version seiner selbst zu sein und jeden Bereich von Fitness bis Schlafrhythmus zur Perfektion zu treiben. Sobald es um Perfektion geht, kann auch ich nur den Kopf schütteln. Doch ich behaupte, dass uns der Verruf der Selbstoptimierung nicht davon abhalten sollte, weiterhin zu reflektieren und das Leben bewusst zu gestalten. Für mich ist das zu einem ganz natürlichen Prozess geworden, der individuell an die verschiedenen Phasen meines Lebens angepasst geschieht.

Für 2019 habe ich kurz gecheckt, ob meine bisherigen Angewohnheiten nach wie vor Sinn ergeben. In 2018 hatte ich das ein oder andere geändert, was ich im Grunde genommen einfach beibehalten möchte. Hier ein paar Gedanken dazu…

Sport

Als ich die Schule beendete musste ich mir zum ersten Mal Gedanken darüber machen, wie ich auch weiterhin in Bewegung bleiben würde. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte ich es nicht verstehen, wenn jemand außerhalb des aufgezwungenen Sportunterrichts freiwillig joggen gehen würde oder Ähnliches. Doch allmählich sah ich ein, dass Bewegung gesund ist und ich irgendeine Form für mich finden musste. Joggen war mein erster und sich immer wiederholender Versuch. Irgendwie funkte es nicht. Vor zwei Jahren stieg ich auf Pilates um. Ich fing außerdem an, mich über meinen Körpertyp zu belesen und erkannte, dass ich aus gutem Grund ganz intuitiv den Ausdauer/Cardio-Sportarten nicht zugewandt bin. Sie verbrennen ordentlich Kalorien, was für viele attraktiv ist. Doch der Stoffwechsel meines Körpers (dünn von Natur aus ohne eigenen Verdienst) arbeitet ineffizient und verbrennt bereits ohne Sport recht schnell Kalorien (weshalb ich häufig auch mehr Hunger habe als die durchschnittliche Frau).

Deshalb entdeckte ich im vergangenen Jahr Krafttraining für mich. Das macht mir nicht nur Spaß, sondern konzentriert sich außerdem mehr auf Muskelaufbau statt auf Fettverbrennung. Nun ergibt drei bis vier mal in der Woche Krafttraining, ab und zu gemixt mit Pilates, mehr Sinn für mich als sechs mal die Woche Pilates – wie ich es vor einem halben Jahr noch gemacht habe. Und ja, ich weiß, man sieht mir dennoch keinen Muckis an. Aber ich fühle mich gut, gesund und habe das Gefühl, stärker zu werden. Das soll meine Motivation sein.

Früh aufstehen

Im letzten Jahr habe ich außerdem ein für alle mal gemerkt, dass ich ein Vormittags-Mensch bin. Voraussetzung: Ich darf meinen Morgen nach eigenen Wünschen gestalten. (Deshalb war 8 Uhr in der Schule sein auch überhaupt nicht mein Ding. Urgh.) Wenn ich früher aufstehe ist die Wahscheinlichkeit höher, dass ich meinen Morgen in Ruhe gestalten kann. Anfang 2018 begann ich deshalb, meinen Wecker so oft es ging auf 6:30 zu stellen. Da ich in meiner jetzigen Lebenssituation selten vor 9:30 Uhr irgendwo sein muss, erwies sich das als sehr gute Zeit, um in Ruhe in den Tag zu starten, manchmal Sport und häufiger Zeit mit Gott einzubauen. Doch irgendetwas in mir war noch nicht herausgefordert genug. Manchmal wurde die Zeit knapp, wenn die Sport-Session etwas länger dauerte oder ich ein wenig zu entspannt mit Kaffee in der Küche saß. Ich schaute mir all die faszinierenden Youtube-Videos von produktiven Menschen an, die sich jeden Tag bereits 5 Uhr aus dem Bett schwingen. „My mindful 5 a.m. morning routine“ und dergleichen. Zugegeben – das sind die Leute, die ich bewundere. 6 Uhr, das muss doch zu schaffen sein!, forderte ich mich selbst heraus.

Aber es blieb bei frühestens 6:30 und ich denke, dass dies auch weiterhin mein Ziel bleiben wird. Ich kann realistisch betrachten, dass ich eine gewisse Menge an Schlaf brauche und es bereits eine Herausforderung ist, bis 22 Uhr im Bett zu sein. Mein momentaner Lebensstil lässt es nicht zu, dass ich 21 Uhr oder früher ins Bett gehen könnte. Dafür finden zu viele Aktivitäten am Abend statt. Und wenn ich die Prioritäten abwäge, siegen diese Aktivitäten gegen das Bedürfnis, ein „5 a.m.-Power-Mensch“ zu sein.

Social Media – Konsum

Ich bin Bloggerin, aber wenn ich ehrlich bin, ist Social Media nicht wahrhaft meine Welt. Dafür hinterfrage ich zu viel, zerdenke alles und bin sowieso bereits überwältigt vom Leben an sich. Ich habe das Gefühl, dass die Social Media – Welt für die gemacht ist, die in der Lage sind, sich selbstbewusst darzustellen und den Austausch, der dadurch entsteht, wirklich genießen. Die all den Input als Bereicherung aufsaugen, der ihnen Energie für eigenes Schaffen liefert. Und ja, auch ich sehe die Bereicherung, stelle mich selbst dar und kann stundenlang durch Instagram und Co. scrollen. Doch aus oben genannten Gründen muss ich meinen Konsum begrenzen. Social Media hat seine Berechtigung in meinem Leben, aber statt dass es mein ganzes Leben einnimmt, darf es genau einen Raum haben, den ich ab und zu einmal betrete und dann auch wieder bewusst verschließe. So stelle ich es mir zumindest vor.

Zu meiner Morgenroutine wird deshalb auch weiterhin gehören, dass ich mein Handy frühestens eine Stunde nach dem Aufstehen anschalte. Wenn es mir dann beim Frühstücken doch etwas zu still ist, darf stattdessen das Radio herhalten. So starte ich fokussierter und entspannter in den Tag. Am Abend würde ich es gern erreichen, dass Handy bereits eine Stunde vor dem zu Bett gehen auszuschalten – klappt leider noch nicht oft. Aber immer häufiger tausche ich es gegen folgendes ein:

Bücher

Ich habe es schon mein ganzes Leben lang genossen, zu lesen. In den letzten Jahren ist dieses Hobby ein wenig eingeschlafen, denn 1.: Ich habe mir keine Zeit dafür genommen und 2.: Ich hatte keine guten Bücher. An Punkt 2 musste ich wirklich arbeiten. Mein Geschmack hatte sich verändert und ich musste herausfinden, welche Genres mir mittlerweile gefielen. Seitdem ich das etwas besser weiß, ist es wieder zu meinem Ritual geworden, vor dem Schlafen im Bett zu lesen – so, wie ich es als Kind bereits gemacht habe. (Manchmal sind die Angewohnheiten aus der Kindheit die besten.) Es handelt sich hierbei nur um 10-30 Minuten am Tag! Ja, tatsächlich reichen mir manchmal bereits zwei Doppelseiten eines Buches, um mich zur Ruhe kommen und mir die Augen zufallen zu lassen. Ich schlafe besser ein, ich grüble weniger. So einfach ist es.

Häufig bin ich zu faul, ein Buch aufzuschlagen, obwohl ich weiß wie gut es mir tut. Dann höre ich doch lieber einen Podcast auf meinem Handy (was nicht zwingend schlecht ist). Aber wahre Ruhe vor dem Schlafen verschafft mir eigentlich nur ein gutes Buch. Deswegen habe ich das auch als Schlüssel identifiziert: Ich brauche gute Bücher, die mir wirklich gefallen.

Bullet Journal

Ein – zugegeben etwas anderes – Buch, dass mich nun schon fast zwei Jahre lang begleitet ist mein Bullet Journal. Ich kann euch nicht sagen, wie essentiell dieses Notizbuch für mein Leben geworden ist. Es ist ein sehr gutes Beispiel für eine Angewohnheit, die sich etabliert hat, weil sie schlicht und ergreifend Sinn für mich ergibt. Mein Leben besteht aus vielen verschiedenen Bereichen und dieses Buch hält alles zusammen. Früher wurde mir immer nur gesagt, dass ich to do’s aufschreiben solle, wenn ich mich gestresst fühlte oder mir alles zu viel im Kopf wurde. Aber es brachte mir nichts, alles irgendwo hin zu schreiben – eine Sache auf einen Notizzettel, die andere in den Kalender, das nächste in die Handymemos. Ich hatte zig verschiedene Notizbücher für nicht mehr identifizierbare Zwecke.

Nun habe ich mein Bullet Journal, dass (fast) alles zusammenhält: Kalender, Notizen, Listen, Ideen. Ich besitze nur ein weiteres Notizbuch, welches ich als Tagebuch und für andere längere Texte verwende. Das Bullet Journal ist für einen Menschen wie mich, dessen Kopf immer mal wieder überall und nirgendwo ist, ein Lebensretter.

Also was jetzt?

Dies sind nur ein paar Beispiele aus meinem Leben, über die ich hin und wieder gern schreibe. Was möchte ich damit erreichen? Dass jeder, der es liest, die gleichen Angewohnheiten in sein Leben aufnimmt? Möchte ich euch von meinem Lebensstil überzeugen? Überreden, all das einmal auszuprobieren? Gut, ich geb’s zu, zu einem Bullet Journal würde ich gern jeden überreden… (Meins sieht übrigens auch nicht so schön aus wie auf Pinterest oder Instagram!)

Erst Prioritäten – dann Vorhaben

Ich glaube, dass ich im letzten Jahr gelernt habe, dass es nicht um Vorhaben an sich geht, sondern um Prioritäten. Ich wäge ab, was in meinem Leben Bedeutung hat und Bedeutung haben soll. Danach gestalten sich dann wiederum meine Angewohnheiten und Routinen. Vor kurzem habe ich gehört, wie jemand gesagt hat, dass der Satz „Ich habe keine Zeit für…“ eigentlich Quatsch ist. Wir benutzen ihn gern, um nicht weiter erklären oder uns rechtfertigen zu müssen. Aber im Prinzip ist es doch so: Was wir zur Priorität machen, dafür nehmen wir uns auch Zeit. Wenn ich sage, dass ich keine Zeit für etwas habe, dann will ich es schlicht nicht zu einer Priorität machen. Diese Aussage hat ihre Berechtigung! Ein „Ja“ zu einer Sache wird immer ein „Nein“ zu einer anderen nach sich ziehen und diese Nein’s sind notwendig. Mein „Ja“ zum Frühaufstehen bedeutet zum Beispiel mein „Nein“ zum Party machen bis in die Morgenstunden (in aller Regel zumindest). Jemand anderes pflegt vielleicht wichtige Beziehungen gerade in diesen nächtlichen Stunden. Hier sehen die Prioritäten und Angewohnheiten ganz anders aus.

Bewusst Alltag gestalten

Gestalte deinen Alltag bewusst nach deinen Ja’s und Nein’s. Mein Alltag ist immer dann am stressigsten und verwirrendsten, wenn ich nicht weiß, was gerade wahrhaft Priorität für mich hat. Deswegen muss ich mir von Zeit zu Zeit vergegenwärtigen, was mir wirklich wichtig ist und diesen Dingen die Zeit einräumen, die sie brauchen.

Wir könnten ewig darüber streiten, wie wichtig es ist, drei mal in der Woche Sport zu machen und ich wette, du hast genügend Argumente, um meine außer Gefecht zu setzen. Wir könnten auch das Prinzip der Eulen und Lerchen diskutieren und ich könnte dir all die Vorteile aufzählen, die das Frühaufstehen bereit hält. Oder wir machen einfach das, was zu unserem Leben passt und einen Mehrwert bereit hält.

Mein 2019

Wenn ich ein Vorhaben für 2019 (und allgemein im Leben) haben müsste, dann folgendes: mutiger sein. Mutiger handeln, mutiger reden, mutiger schreiben. Nicht darauf warten, dass die Angst weicht, sondern anderes drüber setzen. Und auch hier geht es um Prioritäten! Wenn ich Liebe zur Priorität mache und mich von ihr motivieren lasse, macht das mutig – und ich sage dabei „nein“ zur Angst. Sie ist vielleicht immer irgendwie da, aber ich möchte ihr weniger Wichtigkeit einräumen.

Also: Was ist dir heute wichtig? Was im Jahr 2019? Welche Angewohnheiten zieht das nach sich? Manchmal sind es die kleinen Tätigkeiten und Routinen, die uns dazu verhelfen, Größeres zu erreichen. Was wird dein nächster, kleiner Schritt sein?

Constanze

(Photo by Mikito Tateisi)


Veröffentlicht in Aus dem Alltag, Lifestyle

Privileg Putzen

Ich bin froh, dass ich mich momentan in einer Lebenssituation befinde, in der ich es schaffe, regelmäßig zu putzen.

Nein, ich bin nicht gerade ein Sauberkeitsfanatiker und in meinen Schränken sieht es meist eher kunterbunt aus. Wenn ich bei jemandem zu Besuch bin, ist es mir egal wie ordentlich es ist oder ob das Geschirr schon ein wenig länger neben der Spüle steht. Dennoch mag ich bei mir selbst eine gewisse, zumindest oberflächliche, Ordnung – weil es mir hilft, mich innerlich geordnet zu fühlen. Dies war auch einer der Gründe, warum ich mich mit der Thematik Minimalismus auseinandergesetzt oder mich mit Dingen wie „Reizüberflutung“ beschäftigt habe. Äußere und innere Ordnung hängen für mich zusammen.

In Zeiten, in denen ich weniger zu Hause war, habe ich den Haushalt schleifen gelassen. Entspannen und Auftanken war dann wichtiger, da habe ich klare Prioritäten. Und doch ließ mich die Unordnung zunehmend unzufrieden werden. Ich fühlte mich unsortiert und durcheinander. Dass ich es nun meist schaffe, einmal in der Woche zu saugen, das Bad zu putzen und die Küche halbwegs in Ordnung zu bringen ist für mich persönlich deshalb ein Gewinn. Doch ich muss zugeben: oft genug läuft diese wöchentliche Putzaktion sehr hektisch ab. Ich weiß, dass ich sie für ein gutes Gefühl brauche und doch quetsche ich sie in ein straffes Zeitfenster und erwarte von mir selbst Höchstleistungen, die mich ganz schön ins Schwitzen bringen können. Ich möchte Sauberkeit eben doch nicht zu wichtig nehmen. Es bleibt eine Notwendigkeit, die schnell erledigt sein soll. Es soll ordentlich aussehen, ja, aber die ein oder anderen Staubkörner dürfen ruhig auch einmal länger verweilen…

Am vergangenen Samstag lag allerdings mal wieder ein terminloser Tag mit lediglich zwei Vorhaben vor mir: Putzen und Fernstudium. Ich hätte sicherlich wieder einen Putzsprint einlegen können, um dafür mehr Freizeit zu haben. Stattdessen entschied ich mich, die Sache einmal anders anzugehen und mir bewusst Zeit für unsere Wohnung zu nehmen. Kennt ihr diese Dinge, die merkwürdigerweise immer liegen bleiben? Der Tischläufer, der zwar schon längst gewaschen ist, aber immer noch nicht gebügelt. Die Besteckfächer, in denen sich die Krümel bereits häuslich fühlen. Der Wasserkocher, der mal wieder entkalkt werden müsste. Diese kleinen Dinge, die einfach nicht wichtig genug erscheinen, um sie im alltäglichen Stress unterzubringen. Doch manchmal mache ich mir sogar dann Stress, wenn ich eigentlich gar keinen haben müsste. Lege einen Putzsprint ein, obwohl mich niemand antreibt. Gehe an diesen liegengebliebenen Aufgaben vorbei, nur weil irgendeine Stimme in meinem Kopf sagt, dass etwas anderes immer wichtiger ist. Klar, wenn ich mir mehr Zeit fürs Aufräumen nehme habe ich weniger Zeit für andere Aktivitäten. Aber ob ich diese Zeit sinnvoll nutzen würde? Ob ich mich nicht vielleicht sogar entspannter fühle, wenn ich ungeliebte Aufgaben etwas weniger hektisch angehe?

Dieses mal ging ich also entspannt durch die Wohnung und erledigte nacheinander die Baustellen, die mir ins Auge fielen und die ich sonst gern beiseite schob. Ich wischte zum Beispiel nicht nur über das Badregal, sondern warf auch einen Blick in die Behälter, die sich in diesem Regal befinden. Leere Zahnpastatuben, angefangene Schminke, die ich eh nicht benutze – Warum nicht einfach weg damit? Da bemerkte ich wieder, was mich so sehr am Minimalismus-Gedanken begeisterte. Was für ein befreiendes Gefühl war es, nach kurzer Entmüllungs-Aktion, diese halbleeren Behälter zu sehen, in denen nun nur Sachen enthalten sind, die ich auch verwenden kann! Wie schön ist es, zu einer Zahnpastatube zu greifen und zu wissen, dass aus ihr auch etwas herauskommt. Es sind diese wenigen Handgriffe weniger, diese kleinen positiven Veränderungen, die in der Masse einen Unterschied machen. Ein Wasserkocher, der entkalkt ist? Da fühlt sich das Tee zubereiten doch viel schöner an. Ein sauberer Küchenschrank? Da schau ich viel lieber hinein.

Ich habe bei Weitem nicht alles sauber gemacht, was sauber gemacht werden müsste. Doch ich habe ein paar dieser Dinge erledigt, die mich unbewusst die ganze Zeit gestört haben. Meist erscheinen sie mir so klein und unbedeutend. Und doch belastet es, wenn ich jedes Mal beim Öffnen der Besteckschublade denke: „Mensch, diese Krümel! Die müssten eigentlich auch mal weg!“ (Apropos… Wo kommen die eigentlich her?)

Ich habe erkannt, dass es ein Privileg ist, sich Zeit zu nehmen. Eben auch fürs Putzen. Dieses Privileg werde ich vielleicht nicht immer haben und es wird wieder Phasen geben, in denen die Besteckkrümel das Unwichtigste auf der Welt sein werden. Aber wenn ich heute die Zeit geschenkt bekomme, meinen Kopf durch Aufräumen zu entlasten, damit er freier für anderes sein kann – warum dann nicht aufräumen?

Denn im Endeffekt geht es gar nicht darum, wie wichtig Putzen ist oder welche Priorität wir der Ordnung in unserer Wohnung einräumen. Es geht darum, angemessen auf die eigenen Bedürfnisse zu achten. Manchmal bedeutet es, dass Ordnung eine hohe Priorität hat, manchmal weniger (In Zeiten von Umzügen beispielsweise muss ich meine Ansprüche diesbezüglich deutlich herunterschrauben und meine Auftank-Oasen lieber außerhalb der Wohnung suchen). Doch wenn du etwas tun kannst, um dir mehr Freiheit im Kopf zu verschaffen, dann mach es! Sich Zeit für scheinbar Banales zu nehmen zahlt sich in Lebensbereichen aus, die wiederum höchste Konzentration verlangen. Sich Zeit zu nehmen für Dinge, die unwichtig erscheinen – das ist Luxus. Es entspannt, entschleunigt und gibt als Bonus auch noch Raum zum Nachdenken.

Nachdem ich meine Ordnungs-Aktion beendet hatte, setzte ich mich entspannt vor meine Studiums-Materialien. Hätte ich mir weniger Zeit für meine Wohnung genommen hätte ich womöglich nur mehr Youtube-Videos geschaut oder auf Instagram herumgescrollt statt produktiv etwas anderes zu machen. Nun war ich entspannt und produktiv zugleich gewesen. Und das nur, weil ich erkannt habe, dass auch „Unwichtiges“ mal wichtig sein darf und dass ich mich, so oft es geht, nicht selbst zur Hektik antreiben sollte.

Constanze

(Photo by Caroline Attwood on Unsplash)

Wenn du diesen oder einen anderen Beitrag kommentieren möchtest, schreib mir gern bei facebook (Life Untangled) oder Instagram (life_untangled) oder sende mir eine E-Mail an untangledforyou@gmail.com. 

Veröffentlicht in Aus dem Alltag, Persönlichkeit

Was geschieht, wenn ich einfach schaue, was passiert?

Es ist Ostermontag. Um ehrlich zu sein, stehe ich diesem Tag ein wenig skeptisch gegenüber – denn ich habe nichts geplant. Das gibt mir einerseits das Gefühl von großer Freiheit und ist gleichzeitig ein wenig beängstigend. Ich kenne mich. Ich brauche diesen perfekten Grad an Beschäftigung: nicht zu viel und nicht zu wenig. Auch im Urlaub und an Feiertagen liege ich nicht gern den ganzen Tag auf der Couch. Ein halber Tag geht gut. Danach springe ich urplötzlich auf und verkünde: „So, jetzt muss ich aber mal was machen.“ Und damit meine ich nicht unbedingt Schwerstarbeit. Ich will nur in irgendeiner Form etwas Produktives, Sinnvolles vollbringen.

Die Feiertage sind so eine Sache. Eigentlich sind sie ja zum Feiern und Gedenken da. Aber ehrlich gesagt habe ich das schon die letzten Tage getan. Und nicht nur das – ich habe in der vergangenen Woche sogar Ausflüge mit meinem Mann unternommen, obwohl ich nicht einmal Urlaub hatte. (Eine schwierige Sachen, wenn man zu unterschiedlichen Zeiten frei hat und dennoch einen Teil der Arbeitszeit selbstständig einteilen kann.) Ich sehe demnach nicht wirklich einen Grund, heute noch einmal „Urlaub zu machen“. Also so richtig studiumsmäßig durchstarten? Das fühlt sich am Ostermontag irgendwie auch falsch an.

Und dann kommt mir die genialste, und doch simpelste, Idee: Was ist, wenn ich einfach mal schaue, was passiert? Der ein oder andere wird nun lachen.: „Das mach ich jeden Tag!“ „Was anderes bleibt einem doch gar nicht übrig!“ Doch für mich ist es etwas Besonderes und ich bin aufs Neue dabei zu lernen, was genau es bedeutet. Denn ich habe eine Vorstellung davon, wie meine Tage aussehen, meist sogar eine relativ genaue. Und wenn ich keine hab, dann habe ich mir das vorgenommen, dass ich keine Vorstellung habe.

Doch was ist, wenn ich mir einmal gar nichts vornehme? So rein gar nichts. Weder Arbeits- noch Entspannungphasen. Und dann schaue ich einfach, was passiert. Mich fasziniert dieser Gedanke. Denn sonst nehme ich mir entweder vor, super produktiv zu sein oder komplett zu entspannen und aufzutanken. Etwas dazwischen gibt es eher selten. Ich glaube schon, dass das alles in allem gut für mich ist. Entweder richtig arbeiten oder richtig ausruhen ist eine meiner Devisen, die sich für mich als sinnvoll erwiesen haben, vor allem, was mein Eigenstudium betrifft.

Doch es entwickelt sich ebenso die Gefahr, dass die Arbeitszeiten dadurch zu verbissen werden. Dass ich zu verbissen versuche, um jeden Preis effektiv zu sein, denn ich habe es mir ja vorgenommen. Vor kurzem bemerkte ich eine konkrete Auswirkung davon: To do-Listen, die nicht mehr ihren Zweck erfüllten. Nicht falsch verstehen: Ich bin ein Freund von To do-Listen! Bevor ich gedanklich explodiere und mir tausend Dinge einfallen, die ich nicht vergessen darf, ist das Aufschreiben eine der besten Methoden, um genau dem vorzubeugen. Und ich glaube, dass solche Listen auch genau dafür nur da sind: Um Dinge aufzuschreiben, die man sonst vergessen würde. Und nicht, um alles Mögliche aufzuschreiben, dass man theoretisch gern schaffen würde.

Ja, so sahen meine To do-Listen mittlerweile aus. Ich hatte mir angewöhnt, mein ganzes Tagespensum aufzuschreiben, Sachen wie „Nächstes Fernstudiums-Kapitel beginnen“ oder „Blog-Artikel schreiben“. Doch die Sache war die: Das waren überhaupt nicht Dinge, die ich vergessen würde! Das sind ganz normale Tätigkeiten, die meinen Alltag ausmachen. Tätigkeiten, die so fest in mein Leben integriert sind, dass ich sie nicht aus dem Kopf verliere. Das Fernstudium etwa hat momentan eine sehr hohe Priorität in meinem Leben. Wieso sollte ich es vergessen?

Ja, manchmal vergisst man auch die eigenen Prioritäten. Doch solange das nicht der Fall ist, halte ich es nicht für notwendig, sie sich konkret vorzunehmen und aufzuschreiben.  Ich bemerkte zunehmend, dass ich mich durch das schriftliche Vornehmen selbst unter Druck setzte. Wieso? Andere Leute können sich auch einfach ihr Tagespensum aufschreiben, ja brauchen das vielleicht sogar, damit sie in Gang kommen. Eine Art positiver Druck sozusagen.

Bei mir wird es leider schnell zum negativen Druck und ich glaube nun zu wissen, wieso: Ich handle normalerweise sehr intuitiv und kann meinem Gefühl dafür, was wichtig ist und Vorrang hat, meist vertrauen. Und doch kam ich zu der verdrehten Annahme, dass ich faul auf der Couch landen würde, wenn ich mir nicht alles konkret vornahm. Ich hatte sozusagen Angst vor mir selbst! Ich vertraute meiner Intution nicht, der ich sonst ganz gut vertrauen konnte. Ich vertraute nicht darauf, dass all diese wichtigen Tätigkeiten im genau richtigen Tempo zur genau richtig Zeit erledigt werden würden. Ich stresste mich und glaubte, dass ich dadurch schneller sein würde. Doch wenn es dann mal nicht klappte, wurde ich frustriert und hinterfragte gleich alles: Ob ich das jemals schaffen werde? Ist es wirklich gut, dass ich dieser Sache gerade diese Priorität einräume? (siehe auch „Gedankenkreise…“)

Deswegen habe ich beschlossen, meine Vorgehensweise ein wenig auf den Kopf zu stellen. Der Ostermontag ist dafür der perfekte Start-Tag. Heute nehme ich mir wirklich gar nichts vor. Ich schaue einfach, wonach mir ist. Entspannen und lesen? Gut. Ein Kapitel im Fernkursordner bearbeiten? Gut. Super produktiv gleich drei Kapitel bearbeiten? Gut. Spazieren gehen? Gut. Nichts von alledem? Auch gut. Natürlich kann man nicht jeden Tag so angehen. Doch dieser Ostermontag – ein Feiertag, der schon allmählich in den Alltag überleitet – eignet sich perfekt.

Wie lief der Tag also ab? Ich wachte ein wenig später auf als gewohnt und begann den Morgen entspannt mit Kaffee, Frühstück und Lesen auf der Couch. Mir war danach, diese Zeit ein wenig länger auszudehnen, also tat ich es einfach. Die Sonne schien durch die Fenster. Schließlich hatte ich Lust, ein wenig zu arbeiten. Ich schaltete die „Akustischer Frühling“-Spotifyplaylist ein und nahm mir entspannt das nächste Kapitel vor. Eigentlich wollte ich auch ein paar Lernkarten durchgehen, aber danach war mir dann doch nicht. Nebenher verzehrte ich ein kleines, zweites Frühstück. Später kochte ich für meinen Mann und mich und beschloss, dass ich nun ein wenig Aktivität brauchte. Also fuhr ich mit dem Fahrrad in die Innenstadt und setzte mich in eins der wenigen Cafés, die offen hatten. Mit einem Matcha Lattee (erster Versuch – noch nicht hunderprozent überzeugt…) verkrümelte ich mich in eine Sitzecke und packte meine Lernkarten aus. Dieses mal hatte ich Lust, sie durchzugehen. Außerdem begann ich in einem Notizbuch, an diesem Blogartikel zu schreiben. Ich ließ mir viel Zeit. Abends fuhr ich zurück, machte Sport und schaute ein paar Folgen einer Serie. Ehrlich gesagt: Dieser Tag erschien mir ziemlich perfekt.

Ich muss an einen anderen Tag zurückdenken, an dem ich ganz ähnlich vorgegangen war. Das war in einer Zeit voller Umbrüche, in der ich wichtige Entscheidungen treffen musste. Mit viel Nachdenken fand ich jedoch nicht zur Lösung meiner Probleme. Also lebte ich genauso wie an diesem Tag: einfach der Nase nach. Die guten Gedanken kamen dann von ganz allein. Damals wie heute merke ich, dass das bei mir funktioniert. Ich lande nicht faul auf der Couch und wenn ja, dann weil ich eine kleine Ruhephase brauche. Ich habe Ziele und Prioritäten und die sind mir so wichtig, dass ich sie nicht so einfach aus dem Blick verliere. Ich darf darauf vertrauen, dass Gott mich im genau richtigen Tempo die genau richtigen Schritte gehen lässt.

Eine Sache nehme ich mir ab sofort vor: Es kommen nur noch Dinge auf die Tages-Agenda, die ich ansonsten vergessen würde. Bei mir sind das Punkte wie „E-Mail an xy schreiben“, „Dies und jenes einkaufen“, „Blumen gießen“. Dinge, die tatsächlich gemacht werden müssen, aber mir leider nicht wichtig genug sind, dass ich sie mir auch so merken würde. (Warum können Pflanzen nicht einfach so wachsen und gut aussehen?) Und wenn der Tag ansonsten durch wenige Termine strukturiert ist, schaue ich einfach, was passiert. Klar, ich kann nicht immer früh lange lesen oder nachmittags im Café sitzen wie an einem Ostermontag. Und ja, gewisse Routinen und Vorhaben tun mir nach wie vor gut. Aber ich werde merken, was wichtig ist. Ich brauche mich dafür nicht selbst unter Druck setzen, denn dadurch geht es auch nicht schneller. Ich darf akzeptieren, dass ich ein intuitiver Mensch bin. Ich glaube, genau das macht es mir manchmal so schwer: gleichzeitig sehr intuitiv und ein absoluter Organisations-Typ zu sein. Es klingt widersprüchlich – aber wenn ich beide Eigenschaften zulasse und richtig einsetze, kann ich das Beste herausholen. (Vielleicht bald mal ein eigener Blog-Beitrag dazu?)

Ich wünsche dir, dass du genau den richtigen Weg findest, um deinen Alltag anzugehen. Vielleicht kannst du ein wenig positiven Druck gebrauchen und es schadet nicht, den Tag komplett durchzuplanen. Aber vielleicht geht es dir auch so wie mir und du brauchst hauptsächlich Freiraum, um produktiv sein zu können. Ich bin gespannt von deinem Umgang mit To do-Listen, Vorhaben und Co. zu hören!

Constanze

Veröffentlicht in Gedanken, Motivierendes

Andere Prioritäten in der Weihnachtszeit?

Mein Mann hat mich vor kurzem gefragt, ob ich einen weihnachtlichen Blog-Beitrag schreibe. Und ich meinte nur: „Nee, das machen doch schon alle anderen – so über Besinnlichkeit in der stressigen Zeit, dass man sich Ruhe gönnen muss und so weiter. Da braucht es nicht auch noch meinen Input.“ Ironischerweise sagte ich das, nachdem ich die vollgekritzelte Monatsübersicht vom Dezember in meinem Bullet Journal betrachtet und mich gefragt hatte, wie diese Weihnachtszeit schon wieder so stressig werden konnte. Genau genommen hatten mein Mann und ich uns kurz zuvor mit unseren Kalendern hingesetzt und es mit Ach und Krach geschafft, zwei „weihnachtliche Pärchen-Dates“ in die nächste Woche zu quetschen. „Na genau darüber kannst du doch schreiben“, sagte er. „Dass man sich auch mal Termine mit dem Partner machen muss.“

Es mag auch nichts wirklich Neues sein, aber er hat Recht. Und warum sollte ich als Organisations-Liebhaber nicht auch etwas über Organisation zu Weihnachten schreiben? Aber halt mal… Geht es hier wirklich um Organisation? Beziehungen planen? Das klingt doch total unromantisch.

Ja, ich mag es zu planen und ich mag es, in meinem Bullet Journal alles fein säuberlich aufzuschreiben. Aber ich mach das nicht, weil es so schön aussieht, sondern weil es mir Freiheit im Kopf verschafft. Wenn ich Dinge nicht aufschreibe, nehmen sie mir sozusagen Speicherplatz weg. Deswegen bleibt mir gar nichts anderes übrig als mit Terminen und To do’s zu arbeiten, um freie Denkkapazitäten zu schaffen. Und so rettet mich auch das Planen in der Weihnachtszeit immer wieder vor einer „Mir-wird-alles-zu-viel“-Krise. Mir ist bewusst, dass andere Leute mindestens genauso viel zu tun haben wie ich und solche Krisen niemals haben. Ich bin, was das angeht, ein wenig sensibel und habe somit im Planen eine guten Umgang damit gefunden.

Gute Organisation hin oder her… Eine Sache habe ich in letzter Zeit in aller Deutlichkeit festgestellt: Beziehungen gehen vor. Sie haben Priorität. Und damit meine ich Beziehungen generell! Angefangen bei meiner Beziehung zu Gott, die Beziehung zu meinem Partner, meiner Familie, meinen Freundinnen… Ohne Beziehungen sind wir, tatsächlich, nichts! Gott hat uns als Menschen in Beziehungen gedacht. Wir sind abhängig von einer Beziehung zu ihm und ebenso darauf angewiesen, dass wir als Menschen füreinander da sind. Ich möchte damit nicht sagen, dass wir somit nur Zeit mit anderen verbringen sollten und niemals allein sein dürften (Das wäre gar nicht gut!). Es geht mir darum, diesen Grundsatz der menschlichen Existenz anzuerkennen und angemessen für ihn zu sorgen. Und das eben auch in der Weihnachtszeit.

Da saßen mein Mann und ich also mit unseren Kalendern und dem vollen Dezember vor Augen. Kennt ihr das? Am 30. November denkt man noch: „Hm, irgendwie ist die Weihnachtszeit dieses Jahr gar nicht so voll, cool!“ und schwupp, kehrt sich diese Aussage ins Gegenteil. Mittlerweile stehe ich dem mit mehr Gelassenheit gegenüber als früher. Viele dieser Termine sind schöne Dinge und wenn ich mich nur über den Stress aufregen würde, könnte ich sie gar nicht genießen. Und doch ist es weniger schön, wenn dadurch kaum Zeit mit dem Partner zustande kommt. Wir kamen an einen Punkt, an dem wir unsere Beziehung ein Stück weit wieder in den Mittelpunkt rücken mussten. Und ich sage euch: auf einmal wird das Planen einer Beziehung romantisch!

Wir sprachen darüber, was „Weihnachts-Flair“ für uns überhaupt ausmacht und was uns bisher für eine gemütliche Stimmung fehlte. Dann legten wir zwei Termine fest, für die wir uns spezielle weihnachtliche Sachen vornahmen. Es war gar nicht so leicht – da ich zur Zeit etwas mehr arbeite, viel auch abends, mussten wir ein bisschen suchen. Doch jetzt steht es da, schwarz auf weiß: Zeit mit meinem Mann. Konkrete Vorhaben. Es war nicht so, dass ich mich bisher gar nicht „weihnachtlich gefühlt“ hatte. Ich hatte schon eine Menge Teelichter verbrannt, Räucherkerzen angezündet und Weihnachtsmusik von den Piano Guys gehört. Aber im Endeffekt ist mir dieses undefinierbare Weihnachtsgefühl gar nicht so wichtig. Wichtig sind mir nach wie vor Menschen, mit denen ich solche Gefühle teilen kann.

Es ist schön, wenn es anders ist, wenn Beziehungspflege ohne Planung möglich ist. Es ist schön, wenn du ganz natürlich genügend Zeit mit Partner, Freundin oder anderen wichtigen Personen im Leben verbringen kannst. Doch wenn es mal nicht gelingt, solltest du nicht dabei stehen bleiben, darüber zu trauern oder sich über den Stress aufzuregen. Langfristig gesehen führt das nur zu Frustration, Gereiztheit und Co. Nimm es stattdessen in die Hand! Plane Dinge, die du sonst niemals planen würdest. Hol das Beste heraus, egal wie viel oder wenig es ist. Planung schafft Freiraum. Und es mag paradox klingen, aber Planung schafft auch Spontanität! Nämlich dann, wenn du ebenso freie Zeiten einplanst (oder einfach nicht jedes Zeitfenster verplanst), in denen du flexibel sein kannst. Das gibt die Möglichkeit, spontan den Besuch einer Freundin zu empfangen oder jemandem spontan behilflich zu sein oder in Ruhe Zeit mit Gott zu verbringen. Also wieder: Beziehungen.

Schenk ihnen auch in der Weihnachtszeit die nötige Zuwendung. Eigentlich ein merkwürdiger Ratschlag, da doch gerade Weihnachten ein Fest ist, welches man mit Familie und Freunden teilt. Aber ich meine eben nicht die zahllosen obligatorischen Weihnachtsfeiern oder Gemeindeveranstaltungen oder oder oder… (Alles an sich gute Sachen, keine Frage!) Ich meine Zeiten, in denen du wahre Aufmerksamkeit schenkst und empfängst: wahre Begegnung.

Es ist kein Zeichen, dass deine Beziehung den Bach heruntergeht, wenn du einen gemütlichen Filmabend oder den Gang über den Weihnachtsmarkt Wochen im Voraus einplanen musst. Es ist romantisch, verantwortungsbewusst und schafft Vorfreude.

Also los geht’s! 🙂

Constanze

Veröffentlicht in Lifestyle, Motivierendes

Noch so ein Tipps-Artikel #Selbstdisziplin

Selbstdisziplin, Selbstorganisation und Zielverfolgung sind Themen, die schon in unglaublich vielen Blog-Beiträgen, Büchern, YouTube-Videos etc. thematisiert wurden. In meinem Beitrag „Lifestyle-Trend oder eigener Lifestyle?“ habe ich diesen Trend selbst kritisch hinterfragt – jedoch ebenso festgestellt, dass auch mich solche Themen interessieren. Deswegen möchte ich noch einmal betonen: Ich finde solche Artikel nicht generell schlecht. Ich picke mir das Gute aus ihnen heraus und erstelle mir so nach und nach meine eigenen Tipps-Listen. Genauso dürft ihr das nun mit diesem Beitrag tun!

Mich persönlich fasziniert die Fülle an Literatur zu diesem Thema und der Fakt, dass scheinbar immer mehr Menschen sich danach sehnen, ihr Leben besser und effektiver zu gestalten. Der Trend des „Bullet Journals“ spricht da beispielsweise für sich. Selbstdisziplin ist ein Bereich in meinem Leben, in dem ich sehr zielstrebig und oft auch zu perfektionistisch bin. Dieser Perfektionismus kam in letzter Zeit wieder ein wenig mehr durch. Das führte mich dazu, noch einmal neu über diese ganze Selbstdisziplins- und Zielverfolgungssache nachzudenken. Denn nichtsdestotrotz bereitet es mir Freude, einen gut ausgeklügelten Plan erfolgreich in die Tat umzusetzen oder eine To-do-Liste am Ende des Tages abgehakt zu sehen. Doch mir ist eines nun bewusst geworden: To-do-Listen allein garantieren mir kein erfolgreiches Leben. Hier kommen nun deshalb fünf meiner persönlichen Tipps, die mir dabei helfen, dass meine Selbstdisziplin auch wirklich ein Ziel hat. Damit ich mich nicht im perfektionistischen Stress verliere, aber eben auch nicht im Prokrastinieren. Vielleicht nutzen sie auch dir.

1) Setze dir wenige große Ziele.

„Prioritäten setzen“ – Diesen Ratschlag hast du sicherlich schon ein paar Mal gehört. Ich persönlich muss ihn jedoch immer wieder hören. Denn oft geht es mir so, dass ich tausend verschiedene Ideen im Kopf habe und nicht weiß, wo ich anfangen soll. Ich sage bewusst „Ideen“ und nicht „nervige Aufgaben, die erledigt werden müssen“, denn die werden immer da sein und die müssen tatsächlich einfach erledigt werden. Auch da ist es notwendig, zu unterscheiden, welche Aufgaben wichtig sind und zuerst erledigt werden müssen. Aber hast du so auch schon einmal über die positiven Dinge in deinem Leben nachgedacht? Über deine Hobbys, Interessen und persönlichen Ziele? Meine Hobbys liegen meist im kreativen Bereich und können mich manchmal so richtig überwältigen. Verschiedenste Ideen strömen auf mich ein und ich habe das Gefühl, dass ich alles gleichzeitig angehen müsste. Doch die Wahrheit ist: Ich werde niemals alles schaffen können und das muss ich auch nicht! Richtig effektiv wirst du erst, wenn du dich auf weniges konzentrierst und es entspannt zugleich. Also überlege dir: Was ist momentan dein Ziel? Überlege dir wirklich nur eines. Viele große Ziele auf einmal wirst du eher schwer effektiv verfolgen können. Das was dir zuerst einfällt, ist dir höchstwahrscheinlich auch am wichtigsten. Also räume diesem Ziel dementsprechend Zeit ein und ordne anderes unter. Hab keine Angst davor, Dinge als weniger wichtig zu betrachten! Das bedeutet nicht, dass sie generell nicht wichtig sind.

2) Entscheiden statt Gefühlen folgen

Das mag hart klingen, auch für mich. Ich bin nämlich generell der Meinung, dass Gefühle wichtig sind und einem nicht ausgeredet werden können, wenn sie da sind. Doch der Clou ist: Das widerspricht sich gar nicht mit der Entscheidung für Selbstdisziplin. Die Frage ist nur, wonach du handelst. Denn wenn es darum geht, dein persönliches Ziel in die Tat umzusetzen, wirst du immer wieder die Ausrede parat haben „Ich fühle mich gerade nicht danach“ – in der Hoffnung, dass sich das irgendwann ändert. Doch mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit ist es so: Du wirst dich nie danach fühlen. Jedenfalls nie wirklich. Du wirst immer ein wenig an dir zweifeln oder glauben, dass du nicht genug Geld, Talent, Zeit oder andere Ressourcen hast, um dein Ziel in die Tat umzusetzen. Klingt deprimierend? Muss es nicht sein! Denn es ist okay, dass du dich so fühlst. Akzeptiere es, denn es ist normal und menschlich. Es bringt nichts, es dir auszureden. Aber handle nicht danach! Entscheide dich, dennoch zu beginnen. Denke nicht zu lange darüber nach. Entscheide dich, den ersten kleinen Schritt zu wagen. Früher haben dich deine Eltern dazu gezwungen, Dinge zu tun, die im Endeffekt gut für dich waren. Jetzt musst du dich selbst zwingen, Dinge zu tun, die gut für dich sind, auch wenn es erst einmal Überwindung kostet. (Zu diesem Tipp wurde ich vor allem von diesem Video von Mel Robbins inspiriert.)

3) Lass deine To-do-Liste nicht zu lang werden.

Dies ist nun ein wirklich praktischer Tipp für all die kleinen Unterziele und die alltäglich anfallenden Aufgaben. Mir persönlich hilft es sehr, Dinge in einer Liste aufzuschreiben, damit sie nicht mehr so präsent in meinem Kopf sind. Sie fließen dann sozusagen von meinem Gehirn durch die Hand aufs Papier. Manchmal neige ich jedoch dazu, zu detailliert aufzuschreiben, was ich alles machen möchte. Das stresst und blockiert – erst recht, wenn ich im Endeffekt gar nicht alle schaffe. Mein Perfektionismus treibt mich dann manchmal zu weit, da ich möglichst viel schaffen will, um möglichst schnell meinen Zielen näher zu kommen. Darum gilt wieder: Weniger ist mehr. Und wenn du das Wenige dann doch alles schaffst und Energie übrig hast, wirst du dich noch besser fühlen, wenn du unerwartet mehr erledigen kannst.

4) Steh früher auf.

Ich gebe zu: dieser Tipp mag für jemanden, der sowieso immer um sechs Uhr aufstehen muss, nicht sehr nützlich klingen. Doch falls du dich in einer Lebenssituation befindest, in der du deine Arbeitszeiten ein wenig flexibel einteilen kannst, empfehle ich dir, die Morgenstunden zu nutzen. Ich stehe gern ein wenig früher auf als ich theoretisch müsste, damit ich in Ruhe Kaffee trinken und meinen Tag mit Gott starten kann. Wenn mein Tag positiv startet, bin ich auch motivierter, meine Ziele anzupacken. Wenn mein Wecker dann klingelt, denke ich nicht zuerst an die nervigen Aufgaben, die vor mir liegen, sondern daran, dass ich erst einmal Zeit für Frühstück habe. Zudem halte ich es nicht für falsch, sich auch körperlich bewusst zu machen, dass man etwas investieren muss, um seine Ziele zu erreichen. Auch wenn man sich eben nicht danach fühlt…

5) Lass dich nicht von Listen und Ratgebern bestimmen.

Wie ich schon angedeutet habe, empfinde ich manche Ratgeber als sehr inspirierend. Doch jeder tickt anders: Manche können Ratgeber besser gebrauchen als andere. Und niemand sollte wirklich abhängig von ihnen sein. Wenn dir die Tipps und Tricks, die du zu einem Thema liest, nicht gefallen, dann scheue dich nicht, das Buch zur Seite zu legen oder das Internetfenster zu schließen. Bei mir bedeutet das in so einem Fall, dass ich in diesem Bereich wahrscheinlich gar keinen „Guru“ benötige, der mir sagt, was ich tun soll. Im Zeitalter des Internets können die Ratschläge manchmal ganz schön auf einen einprasseln. Umso wichtiger ist es, dass wir diesen Input bewusst kontrollieren. Ratgeber werden auch nur von Menschen geschrieben – genauso wie dieser Blog hier 🙂

Lasst es mich wissen: Welchen dieser 5 Tipps findet ihr hilfreich, welchem stimmt ihr eher nicht zu? Habt ihr andere Tipps und Tricks, die euch helfen, eure Ziele effektiver zu erreichen? Ich bin gespannt!

Constanze

Wenn du auf „Life Untangled“ nichts mehr verpassen möchtest, scroll einfach mal die rechte Leiste durch – Du kannst diesem Blog per Mail, WordPress, facebook oder Twitter folgen. Ich würde mich freuen!

(photo by Glenn Carstens-Peters)