Veröffentlicht in Aus dem Alltag, Persönlichkeit

Was geschieht, wenn ich einfach schaue, was passiert?

Es ist Ostermontag. Um ehrlich zu sein, stehe ich diesem Tag ein wenig skeptisch gegenüber – denn ich habe nichts geplant. Das gibt mir einerseits das Gefühl von großer Freiheit und ist gleichzeitig ein wenig beängstigend. Ich kenne mich. Ich brauche diesen perfekten Grad an Beschäftigung: nicht zu viel und nicht zu wenig. Auch im Urlaub und an Feiertagen liege ich nicht gern den ganzen Tag auf der Couch. Ein halber Tag geht gut. Danach springe ich urplötzlich auf und verkünde: „So, jetzt muss ich aber mal was machen.“ Und damit meine ich nicht unbedingt Schwerstarbeit. Ich will nur in irgendeiner Form etwas Produktives, Sinnvolles vollbringen.

Die Feiertage sind so eine Sache. Eigentlich sind sie ja zum Feiern und Gedenken da. Aber ehrlich gesagt habe ich das schon die letzten Tage getan. Und nicht nur das – ich habe in der vergangenen Woche sogar Ausflüge mit meinem Mann unternommen, obwohl ich nicht einmal Urlaub hatte. (Eine schwierige Sachen, wenn man zu unterschiedlichen Zeiten frei hat und dennoch einen Teil der Arbeitszeit selbstständig einteilen kann.) Ich sehe demnach nicht wirklich einen Grund, heute noch einmal „Urlaub zu machen“. Also so richtig studiumsmäßig durchstarten? Das fühlt sich am Ostermontag irgendwie auch falsch an.

Und dann kommt mir die genialste, und doch simpelste, Idee: Was ist, wenn ich einfach mal schaue, was passiert? Der ein oder andere wird nun lachen.: „Das mach ich jeden Tag!“ „Was anderes bleibt einem doch gar nicht übrig!“ Doch für mich ist es etwas Besonderes und ich bin aufs Neue dabei zu lernen, was genau es bedeutet. Denn ich habe eine Vorstellung davon, wie meine Tage aussehen, meist sogar eine relativ genaue. Und wenn ich keine hab, dann habe ich mir das vorgenommen, dass ich keine Vorstellung habe.

Doch was ist, wenn ich mir einmal gar nichts vornehme? So rein gar nichts. Weder Arbeits- noch Entspannungphasen. Und dann schaue ich einfach, was passiert. Mich fasziniert dieser Gedanke. Denn sonst nehme ich mir entweder vor, super produktiv zu sein oder komplett zu entspannen und aufzutanken. Etwas dazwischen gibt es eher selten. Ich glaube schon, dass das alles in allem gut für mich ist. Entweder richtig arbeiten oder richtig ausruhen ist eine meiner Devisen, die sich für mich als sinnvoll erwiesen haben, vor allem, was mein Eigenstudium betrifft.

Doch es entwickelt sich ebenso die Gefahr, dass die Arbeitszeiten dadurch zu verbissen werden. Dass ich zu verbissen versuche, um jeden Preis effektiv zu sein, denn ich habe es mir ja vorgenommen. Vor kurzem bemerkte ich eine konkrete Auswirkung davon: To do-Listen, die nicht mehr ihren Zweck erfüllten. Nicht falsch verstehen: Ich bin ein Freund von To do-Listen! Bevor ich gedanklich explodiere und mir tausend Dinge einfallen, die ich nicht vergessen darf, ist das Aufschreiben eine der besten Methoden, um genau dem vorzubeugen. Und ich glaube, dass solche Listen auch genau dafür nur da sind: Um Dinge aufzuschreiben, die man sonst vergessen würde. Und nicht, um alles Mögliche aufzuschreiben, dass man theoretisch gern schaffen würde.

Ja, so sahen meine To do-Listen mittlerweile aus. Ich hatte mir angewöhnt, mein ganzes Tagespensum aufzuschreiben, Sachen wie „Nächstes Fernstudiums-Kapitel beginnen“ oder „Blog-Artikel schreiben“. Doch die Sache war die: Das waren überhaupt nicht Dinge, die ich vergessen würde! Das sind ganz normale Tätigkeiten, die meinen Alltag ausmachen. Tätigkeiten, die so fest in mein Leben integriert sind, dass ich sie nicht aus dem Kopf verliere. Das Fernstudium etwa hat momentan eine sehr hohe Priorität in meinem Leben. Wieso sollte ich es vergessen?

Ja, manchmal vergisst man auch die eigenen Prioritäten. Doch solange das nicht der Fall ist, halte ich es nicht für notwendig, sie sich konkret vorzunehmen und aufzuschreiben.  Ich bemerkte zunehmend, dass ich mich durch das schriftliche Vornehmen selbst unter Druck setzte. Wieso? Andere Leute können sich auch einfach ihr Tagespensum aufschreiben, ja brauchen das vielleicht sogar, damit sie in Gang kommen. Eine Art positiver Druck sozusagen.

Bei mir wird es leider schnell zum negativen Druck und ich glaube nun zu wissen, wieso: Ich handle normalerweise sehr intuitiv und kann meinem Gefühl dafür, was wichtig ist und Vorrang hat, meist vertrauen. Und doch kam ich zu der verdrehten Annahme, dass ich faul auf der Couch landen würde, wenn ich mir nicht alles konkret vornahm. Ich hatte sozusagen Angst vor mir selbst! Ich vertraute meiner Intution nicht, der ich sonst ganz gut vertrauen konnte. Ich vertraute nicht darauf, dass all diese wichtigen Tätigkeiten im genau richtigen Tempo zur genau richtig Zeit erledigt werden würden. Ich stresste mich und glaubte, dass ich dadurch schneller sein würde. Doch wenn es dann mal nicht klappte, wurde ich frustriert und hinterfragte gleich alles: Ob ich das jemals schaffen werde? Ist es wirklich gut, dass ich dieser Sache gerade diese Priorität einräume? (siehe auch „Gedankenkreise…“)

Deswegen habe ich beschlossen, meine Vorgehensweise ein wenig auf den Kopf zu stellen. Der Ostermontag ist dafür der perfekte Start-Tag. Heute nehme ich mir wirklich gar nichts vor. Ich schaue einfach, wonach mir ist. Entspannen und lesen? Gut. Ein Kapitel im Fernkursordner bearbeiten? Gut. Super produktiv gleich drei Kapitel bearbeiten? Gut. Spazieren gehen? Gut. Nichts von alledem? Auch gut. Natürlich kann man nicht jeden Tag so angehen. Doch dieser Ostermontag – ein Feiertag, der schon allmählich in den Alltag überleitet – eignet sich perfekt.

Wie lief der Tag also ab? Ich wachte ein wenig später auf als gewohnt und begann den Morgen entspannt mit Kaffee, Frühstück und Lesen auf der Couch. Mir war danach, diese Zeit ein wenig länger auszudehnen, also tat ich es einfach. Die Sonne schien durch die Fenster. Schließlich hatte ich Lust, ein wenig zu arbeiten. Ich schaltete die „Akustischer Frühling“-Spotifyplaylist ein und nahm mir entspannt das nächste Kapitel vor. Eigentlich wollte ich auch ein paar Lernkarten durchgehen, aber danach war mir dann doch nicht. Nebenher verzehrte ich ein kleines, zweites Frühstück. Später kochte ich für meinen Mann und mich und beschloss, dass ich nun ein wenig Aktivität brauchte. Also fuhr ich mit dem Fahrrad in die Innenstadt und setzte mich in eins der wenigen Cafés, die offen hatten. Mit einem Matcha Lattee (erster Versuch – noch nicht hunderprozent überzeugt…) verkrümelte ich mich in eine Sitzecke und packte meine Lernkarten aus. Dieses mal hatte ich Lust, sie durchzugehen. Außerdem begann ich in einem Notizbuch, an diesem Blogartikel zu schreiben. Ich ließ mir viel Zeit. Abends fuhr ich zurück, machte Sport und schaute ein paar Folgen einer Serie. Ehrlich gesagt: Dieser Tag erschien mir ziemlich perfekt.

Ich muss an einen anderen Tag zurückdenken, an dem ich ganz ähnlich vorgegangen war. Das war in einer Zeit voller Umbrüche, in der ich wichtige Entscheidungen treffen musste. Mit viel Nachdenken fand ich jedoch nicht zur Lösung meiner Probleme. Also lebte ich genauso wie an diesem Tag: einfach der Nase nach. Die guten Gedanken kamen dann von ganz allein. Damals wie heute merke ich, dass das bei mir funktioniert. Ich lande nicht faul auf der Couch und wenn ja, dann weil ich eine kleine Ruhephase brauche. Ich habe Ziele und Prioritäten und die sind mir so wichtig, dass ich sie nicht so einfach aus dem Blick verliere. Ich darf darauf vertrauen, dass Gott mich im genau richtigen Tempo die genau richtigen Schritte gehen lässt.

Eine Sache nehme ich mir ab sofort vor: Es kommen nur noch Dinge auf die Tages-Agenda, die ich ansonsten vergessen würde. Bei mir sind das Punkte wie „E-Mail an xy schreiben“, „Dies und jenes einkaufen“, „Blumen gießen“. Dinge, die tatsächlich gemacht werden müssen, aber mir leider nicht wichtig genug sind, dass ich sie mir auch so merken würde. (Warum können Pflanzen nicht einfach so wachsen und gut aussehen?) Und wenn der Tag ansonsten durch wenige Termine strukturiert ist, schaue ich einfach, was passiert. Klar, ich kann nicht immer früh lange lesen oder nachmittags im Café sitzen wie an einem Ostermontag. Und ja, gewisse Routinen und Vorhaben tun mir nach wie vor gut. Aber ich werde merken, was wichtig ist. Ich brauche mich dafür nicht selbst unter Druck setzen, denn dadurch geht es auch nicht schneller. Ich darf akzeptieren, dass ich ein intuitiver Mensch bin. Ich glaube, genau das macht es mir manchmal so schwer: gleichzeitig sehr intuitiv und ein absoluter Organisations-Typ zu sein. Es klingt widersprüchlich – aber wenn ich beide Eigenschaften zulasse und richtig einsetze, kann ich das Beste herausholen. (Vielleicht bald mal ein eigener Blog-Beitrag dazu?)

Ich wünsche dir, dass du genau den richtigen Weg findest, um deinen Alltag anzugehen. Vielleicht kannst du ein wenig positiven Druck gebrauchen und es schadet nicht, den Tag komplett durchzuplanen. Aber vielleicht geht es dir auch so wie mir und du brauchst hauptsächlich Freiraum, um produktiv sein zu können. Ich bin gespannt von deinem Umgang mit To do-Listen, Vorhaben und Co. zu hören!

Constanze

Veröffentlicht in Aus dem Alltag, Glauben, Persönlichkeit

Gedankenkreise…

Ich sitze mit meiner Schwester in unserem Wohnzimmer. Wir arbeiten. Da die Universitätsbibliothek ein paar Tage geschlossen hat, sind wir auf Home Office umgestiegen. Das hat auch einige Vorteile: ganz Streber, wie wir sind, können wir uns so schon vor 9 Uhr treffen. Wir können nebenher Kaffee trinken und bis zum Bad müssen wir nur einmal durch den Flur laufen. Und wenn ich meine Karteikarten vergessen habe, ist keine erneute Wanderung zum Schließfach nötig. Im Hintergrund laufen „sphärische Lernklänge“ oder melodische Klavier- und Gitarrenmusik. Irgendetwas, was man bei YouTube unter „Study Music“ findet.

Gestern konnte ich diese Vormittagsstunden wunderbar produktiv nutzen. Doch heute passiert es, ganz plötzlich, nach etwa ein bis zwei Stunden: Meine Gedanken fangen an zu kreisen. Und sie sind nicht mehr zu stoppen. Urplötzlich fällt mir alles ein, was mein Mann und ich in den Osterferien vorhaben und dass es eigentlich viel zu viel ist. Und kaum etwas hat schon einen festen Termin! Es sind schöne Dinge, aber auch viele, die einfach endlich erledigt werden müssen. Umso länger ich darüber nachdenke, umso mehr fällt mir ein. Ich kann nicht weiterlernen. Ich starre nach wie vor gebannt auf mein Buch, aber in meinem Kopf kommen keine ganzen Sätze mehr an.

Ich bin schon immer jemand gewesen, der sich in Gedanken verlieren kann. Schon als Kind – da waren es irgendwelche schrägen Fantasiewelten (die ich bis heute bildlich vor Augen habe…). Später ein schlechtes Gewissen, das ich einfach nicht loswurde, bis ich ein schlechtes Gewissen wegen meines schlechten Gewissens hatte (das passiert mir manchmal immer noch). Heute sind es oft Sorgen über die Gegenwart oder Zukunft oder Fragen nach Sinnhaftigkeit. Es sind Ängste, dass ich etwas nicht schaffe. Unsicherheiten, wenn es keinen konkreten Plan gibt. Und manchmal denke ich eben so sehr über etwas nach, dass ich mich ganz darin verliere und irgendwann gar nicht mehr weiß, worin genau das ursprüngliche Problem bestand. Es kommt vor, dass ich zu diesem Zeitpunkt schon völlig verzweifelt und durchgedreht bin. Du kennst das? Herzlich willkommen, du bist nicht allein.

Nun, das war heute in unserer Home-Office-Zeit nicht ganz so dramatisch. Und auch allgemein habe ich mit der Zeit meine Mittel und Wege gefunden, damit umzugehen. Eine wesentliche Rolle spielen dabei die Menschen, die mir am nächsten stehen, mir sagen „Constanze, du verlierst dich da wieder“ und mich auf andere Gedanken bringen. Denn meist liegt genau da das Problem: Ich glaube, irgendeine Lösung finden oder die Sache so lange durchdenken zu müssen, bis ich auf deren Grund angekommen bin. Ja, sehr oft ist das meine Stärke und ich schaffe es tatsächlich, Lösungen zu finden. Ich gehe Dingen gern auf den Grund. Ich analysiere Situationen ins Detail. Doch es passiert, dass ich es tue, obwohl es unnötig ist und zu nichts führen würde. Denn nein, ich rede hier nicht von den Problemen und Gedanken, die auf jeden Fall Beachtung und Bearbeitung benötigen. Ich rede von diesem Grübeln, das zu nichts führt. Von den Sorgen, die sich gegenseitig hochschaukeln. Von Ängsten über Dinge, die eigentlich nicht real sind. Von einem Vergessen der Realität und einem Verlieren im Kopf.

Sich selbst nicht schlecht machen

Wenn es dir so geht wie mir, dann ist das der Faktor, der alles nur noch schlimmer macht: „Oh nein, ich darf nicht so viel nachdenken, das ist dumm“. Sobald ich das denke, habe ich genau das Gegenteil bewirkt. Ich ziehe mich selbst herunter, und verliere mich umso mehr in negativen Kreisen. Viel eher hilft es mir, das Problem zwar zu erkennen, aber erst einmal zu akzeptieren. Ich benenne es, („Ah, da sind sie wieder, die Gedankenkreise“), aber ich lasse es nicht zu, dass sie eine zu hohe Priorität erhalten. Zumindest versuche ich es… Die folgenden Punkte helfen mir dabei:

Mit anderen darüber reden

Erst einmal raus damit! Das löst nicht unbedingt alle meine Sorgen und Ängste, aber manche Dinge können sehr schnell relativiert werden, sobald sie ausgesprochen sind. In diesem Fall war meine Schwester zum Beispiel gern bereit, eine Arbeitspause einzulegen, damit ich ihr alle meine Sorgen über die Osterferien herunterrattern konnte. Die ein oder andere Sache konnten wir gleich praktisch klären. Aber vor allem nimmt es den Gedankenkreisen die Bedrohlichkeit, wenn sie ausgesprochen sind. Es nimmt ihnen die Wichtigkeit, die sie im Kopf einnehmen. Ausgesprochen wirken manche Dinge nämlich viel banaler als im Kopf – eben die Dinge, die eigentlich gar nicht so wichtig sind oder gar keinen Sinn ergeben. Ausgesprochen merke ich „Hm, das klingt eigentlich gar nicht so dramatisch“. Manchmal muss ich dann auch ein bisschen lachen und mein Mann sagt „Merkst du selbst, dass das keinen Sinn ergibt, oder?“

Aufschreiben

Manchmal reicht mir das Reden allerdings nicht. Und da kommt je nach Art der Gedanken das Schreiben ins Spiel. Ich mache mir Sorgen über Terminplanung und Organisatorisches? Kalender. Mir fallen alle möglichen To do’s ein? Listen. Ich fühle mich schlecht, habe Angst oder bin von mir selbst enttäuscht? Tagebuch. Lied schreiben. Nachricht an eine Freundin…

Ab ins „wahre Leben“

Doch noch viel wichtiger ist nach meiner Erfahrung folgendes: Raus aus dem Kopf und ab ins wahre Leben. Wenn die Gedanken so sehr kreisen, dass dabei nichts Produktives mehr herauskommt und ich immer weiter eine Spirale herunterrutsche, dann nichts wie weg aus dem Kopf. Viel zu oft vergesse ich es, aber das Beste, was ich in diesen Momenten tun kann, sind Tätigkeiten wie Kochen, Sport, Aufräumen… Irgendetwas Praktisches, das schnell positiven Erfolg nach sich zieht. Irgendetwas mit einem sichtbaren Ergebnis, das nicht viel Denkarbeit erfordert.

Es kommt vor, dass genau dann ein Treffen mit einem Freund oder einer Gruppe ansteht, wenn ich gerade so richtig an einer Sache verzweifle. Der Gedanke liegt nahe, dieses Treffen abzusagen. Doch häufig ist genau das am allerbesten: Zeit mit Menschen zu verbringen, die von meinem Problem nichts wissen. Denn dann bin ich gezwungen, ja ich kann gar nicht anders, als die Gedankenkreise beiseite zu schieben und mich mit diesen Menschen zu beschäftigen. Und danach, wenn ich nach Hause komme, sieht die Welt schon ganz anders aus. Prioritäten haben sich verschoben. Neuer Input hat meine Gedanken relativiert. Die gute Laune anderer hat angesteckt.

Loslassen.

Das ist ein Wort, das in solchen Situationen immer wieder neue Relevanz für mich erhält. Loslassen von der Idealvorstellung, alles durchblicken zu können. Von der Vorstellung, dass ich nur lange genug über etwas nachdenken, lange genug grübeln muss und dann habe ich die perfekte Lösung. Davon loszulassen ist gar nicht so leicht. Meist ahne ich, dass es Sinn machen würde, einfach Gott zu vertrauen – ihm all diese Grübelei hinzuhalten und bei ihm loszulassen. Doch oft geschieht etwas Schräges, wenn ich dann anfange zu beten: Ich erzähle Gott von all meinen Sorgen und auf einmal denke ich schon wieder über mögliche Lösungen nach. Ich fange an, mit Gott darüber zu debattieren, wie man diese oder jene Sache klären oder wie ich meinen Zeitplan ich den Osterferien in den Griff kriegen könnte. Und irgendwann merke ich – Stopp: Ich rede gar nicht mehr mit Gott! Ich rede schon wieder nur mit mir selbst. Ich versuche schon wieder irgendetwas zu lösen, was ich nicht lösen kann.

Loslassen. Was heißt das also? Wahrscheinlich, einfach vor Gott zu treten und zu sagen „Hier bin ich.“ Und sobald ich erkannt habe, dass ich ihm gegenüber weiter nichts leisten kann und muss, spüre ich, wie mich seine bedingungslose Liebe durchflutet. Diese Liebe, die bereits da ist, bevor ich meinen Alltag gut organisiert habe. Bevor ich mein Leben beisammen habe. Bevor ich all meine Ängst und Zweifel abgebaut habe. Bevor ich nicht mehr deprimiert bin. Bevor ich einen guten Plan habe. Bevor ich meine Gedankenkreise und Grübeleien in den Griff bekommen habe. Bereits davor bin ich genug.  

Und dann kann ich weitergehen. Schritt für Schritt in der Gegenwart leben und das tun, was mir möglich ist. Hier, im wahren Leben, nicht in irgendwelchen Gedankenkreisen in meinem Kopf. Mehr geht nicht und mehr muss nicht gehen.

Constanze

Veröffentlicht in Lifestyle

How to Bullet Journal (für „Schlichte“)

Es ist soweit! Nun gibt es auch auf meinem Blog einen Beitrag über das sogenannte „Bullet Journal“ – einer dieser Lifestyle-Trends, der mich zugegebenermaßen begeistert. Dieser Beitrag ist insbesondere für all die weniger malerisch Begabten, nicht so krassen Handlettering-Künstler und wenig-bis-kein-Washi-Tape-Besitzer. Wer das Prinzip des Bullet Journals kennt, weiß, dass es von vielen genutzt wird, um sich so richtig kreativ auszutoben – mit tollen Ergebnissen! Ich kenne jedoch meine Grenzen in diesem Bereich und finde dennoch, dass man das Bullet Journal auf schlichte Weise schön gestalten kann. Ich hoffe, mit diesem Beitrag den ein oder anderen anstecken zu können, der sich bisher noch nicht an diese neue Organisationsmethode getraut hat. 🙂

Was ist überhaupt ein Bullet Journal?

Ein Bullet Journal hat eigentlich gar nicht so viel mit Kreativität zu tun, sondern mit Effizienz. Es ist ein Organisations-Tool, das von Ryder Caroll erdacht wurde und auf dieser Website genauer erklärt wird. Im Prinzip geht es darum, sich selbst besser zu organisieren, indem man verschiedene Dinge in einem einzigen Notizbuch vereint. Und das so, dass es zu dir passt und individuell an dein Leben angepasst ist. Das Notizbuch vereint Kalender, Tagebuch, To-do-Listen und alles andere, was du normalerweise auf irgendwelche Klebezettel, in deine Handy-Notizen oder woanders hin kritzeln und dann nie wieder finden würdest. Genauso gut kannst du das Bullet Journal jedoch auch nur als Kalender oder nur für Listen nutzen – es ist ganz egal, da du nämlich mit einem leeren Notizbuch startest und es so füllst, wie du es brauchst. Schau einfach mal bei der Website vorbei oder klick ein paar YouTube-Tutorials durch, um einen genaueren Einblick in das Prinzip zu bekommen. In diesem Beitrag soll es vorrangig um die Art und Weise gehen, wie ich es praktiziere.

Viele Leute schrecken deshalb vor dem Bullet Journal zurück, weil alle Seiten selbst gestaltet werden müssen. Es sind nun mal keine Tabellen oder ähnliches vorgegeben, wie in einem normalen Kalender. Sicher, ein wenig Zeit muss also investiert werden – aber schwierig ist es nicht. Im Gegenteil, es ist sogar eine gute Art und Weise, um im Alltag zu entschleunigen, ein paar Minuten herunterzukommen und sich nur auf das Malen von ein paar Linien oder das Schreiben kurzer Notizen zu konzentrieren. Und selbst für kleine Verschönerungs-Elemente muss man kein großer Künstler sein!

Ich nutze mein Bullet Journal erst seit April und probiere somit noch einiges aus. Manche Dinge haben sich nicht als sinnvoll erwiesen, also habe ich sie wieder weggelassen oder angepasst. Das Tolle am Bullet Journal ist, dass du theoretisch jederzeit dein Konzept komplett umschmeißen kannst! Genauso kannst du auch eine Zeit lang dein Bullet Journal gar nicht benutzen und dann wieder loslegen, wenn es dir sinnvoll erscheint – und in diesem Fall hast du, wie es normalerweise bei einem Kalender wäre, keinen Platz verschwendet, denn du machst einfach auf der nächsten leeren Seite weiter. Beispielsweise mache ich mir normalerweise jede Woche eine Wochenübersicht, ähnlich wie in einem normalen Kalender. Wenn ich jedoch im Urlaub bin oder einfach nicht so viele Termine und To do’s anstehen, lass ich sie weg und notiere erst wieder die nächste Woche.

Fazit: Das Bullet Journal ist dafür da, der ideale, ganz persönliche Begleiter für dein Leben zu sein. 

Mein Bullet Journal

Mein Bullet Journal vereint Kalender, To-do-Listen für den Alltag, längerfristige To-do-Listen, andere Listen und verschiedene kleine Tagebuch-Elemente, wie zum Beispiel eine Seite mit Filmen, die ich gesehen und wie ich sie bewertet habe. Das Notizbuch, was ich dafür nutze, ist von der Marke „Leuchtturm“ und beinhaltet gepunktete Seiten. Dieses Notizbuch ist bei vielen Bullet-Journal’ern beliebt, da die Seiten bereits durchnummeriert sind und ein Inhaltsverzeichnis enthalten ist (zwei sehr wichtige Elemente, wie du später noch merken wirst). Die Punkte ermöglichen einem das leichte Zeichnen von Strichen, Kästchen und ähnlichem und sind dabei nicht so vordergründig wie Linien oder karierte Seiten.

Mein KEY

cofDer Key ist ein Schlüsselelement des Bullet Journals. Er stellt in einer Art Legende dar, wie Termine, Aufgaben und Notizen üblicherweise markiert werden – aber du kannst es natürlich auch ganz anders machen! Mir gefällt vor allem die Form des „Verschiebens“. Am Ende eines Tages kreuze ich von meiner To-do-Liste die Aufgaben ab, die ich erledigt habe und verschiebe die in den nächsten Tag, die ich nicht geschafft habe. Wenn ich merke, dass ich etwas immer wieder verschiebe, streiche ich es entweder komplett oder verschiebe es in die fernere Zukunft. Das bedeutet, dass ich den Punkt in meiner Wochen- oder Monatsübersicht weiter hinten noch einmal eintrage oder als längerfristigen Termin in mein Calendex übernehme.

Das funktioniert folgendermaßen…

Mein CALENDEX

Mein Calendex ist nach dem Inhaltsverzeichnis der erste Teil meines Bullet Journals. Er ist Jahresübersicht und Index zugleich und dient der langfristigen Planung. Der Nachteil eines Bullet Journals ist schließlich, dass ich nicht einfach fünf Monate nach hinten blättern und dort einen Termin eintragen kann – ich weiß ja noch gar nicht, auf welcher Seite das sein wird, da sich das Bullet Journal erst nach und nach füllt. Dieses Problem kann der Calendex lösen. Wenn du einen längerfristigen Termin eintragen möchtest, schreibst du ihn an die nächste freie Stelle, beispielweise einfach unter die To-do-Liste des aktuellen Tages und markierst ihn mit einem Kästchen.

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Nachdem das erledigt ist, blätterst du nach vorn zu deinem Calendex und malst dort ein Kästchen an den Tag, an dem der Termin stattfindet (bei mir ist Platz für vier Termine an einem Tag). Nun musst du nur noch die Seitenzahl der Seite in das Kästchen eintragen, auf der dein Termin zu finden ist – fertig! Du kannst dem Termin, so wie ich es gemacht habe, auch eine Farbe geben und somit verschiedene Kategorien erstellen. (Bei mir sind das momentan vier sehr allgemeine: Familie/Freunde, Hobbys, Arbeit, Urlaub/Feiertag) Und es zeigt sich ein weiterer Vorteil des Bullet Journals: du kannst so viele zusätzliche Notizen zu dem Termin schreiben, wie du willst! Falls also zusätzliche Angaben, wie zum Beispiel eine Liste der Dinge, die du für den Termin brauchst, notwendig sind, ist dies kein Problem.

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An dieser Seite siehst du bereits, dass ich die Gestaltung meines Bullet Journals recht schlicht halte. Viele gestalten die Überschriften der verschiedenen Kategorien und Listen sehr aufwendig – ich benutze häufig diese simple Form eines Banners. Außer für solche Tabellen wie die des Calendex‘ benutze ich außerdem selten ein Lineal. Selbst gezogene Linien haben besonderen Charme! 🙂

Wochen- und Tagesübersichten

Diese Übersichten werden auch „Weeklys“ und „Daileys“ genannt, wenn du eine Monatsübersicht machen möchtest, gibt es natürlich auch ein „Monthly“. Hier sind zwei Beispiele dafür, wie ich meine Wochenübersichten am Anfang einer Woche gestalte:

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Dies ist die erste Variante, die ich ausprobiert habe. Um solche recht schlichten Seiten ein wenig aufzupeppen, nutze ich gern Buntstifte und male ein paar Felder aus. Den Pfeil habe ich mir im Internet abgeschaut – einfach und schön.

 

 

 

 

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Oft hatte ich am Anfang einer Woche einige Dinge im Kopf, die ich innerhalb der Woche erledigen wollte, aber ich wusste noch nicht genau, wann – deswegen habe ich später einen „Unsortiert-Kasten“ in meiner Wochenübersicht hinzugefügt. Außerdem war mir die Anfangsversion der Tabelle doch ein wenig zu statisch, weswegen ich auf diese „Fähnchenvariante“ umstieg. Eine simple Gestaltungsvariante sind auch gepunktete oder gestrichelte statt durchgezogene Linien. Solche Elemente mögen langweilig erscheinen, lockern die Seite jedoch sofort auf.

Einfache Banner/Überschriften

Mir persönlich gefällt es, wenn wenigstens die Überschrift ein wenig besonders aussieht, auch wenn der Rest der Seite nur aus Notizen und Terminen besteht. Auch hier male ich häufig mit Buntstiften aus, um meine fehlende Zeichenkünste auszugleichen. Hier sind darum neben dem Pfeil ein paar weitere einfache Varianten, die ich bisher ausprobiert habe:

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Listen

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Listen kannst du jederzeit in deinem Bullet Journal einfügen. Wichtig ist nur, dass du sie vorn in dein Inhaltsverzeichnis einträgst, damit du sie später auch wiederfindest. Listen können natürlich ganz schlicht aus Notizen bestehen und häufig ist das bei mir auch der Fall. Ich habe bisher nur für meine Filmliste eine etwas aufwendigere Gestaltungsform gewählt, die ich mir im Internet abgeschaut habe. Für mich war sie noch leicht genug – und auch hier: kein Lineal!

Für meine „Music – Best of“ Liste male ich einfach eine Note statt einen Anstrich vor jedes Lied. Listen wie „Blog-Ideen“ oder „nötige Anschaffungen“ sind bei mir jedoch auch nur gewöhnliche Notizen.

Tagebuchelemente

cofIch besitze neben meinem Bullet Journal noch ein richtiges Tagebuch, in dem all meine ausschweifenden Gedankenanalysen Platz finden. In meinem Bullet Journal halte ich lediglich ein paar Alltagselemente fest. Dazu gehört neben der Film- und Musikliste zum Beispiel ein Festhalten der Gerichte, die ich koche. Dies mache ich vor allem auch deshalb, um selbst erdachte „Kreationen“ (das klingt glamourös, bedeutet meist jedoch nur die Zusammensetzung des Gemüses in der Pfanne), die mir gefallen haben, nicht wieder zu vergessen. Ich male dafür einfach neben die To-do-Liste des Tages einen kleinen Topf und schreibe hinein, was ich an diesem Tag gekocht habe. Darunter ergänze ich eventuell noch, wie ich es gewürzt habe. Das sieht nicht besonders schön aus, erfüllt für mich jedoch den Zweck und lockert die Seite ein wenig auf.

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Ein weiteres Tagebuchelement ist mein „One Line a Day“, welches ich in meinem letzten Blog-Beitrag bereits erwähnt habe. Auf dieser Seite wird jede Zeile von oben bis unten von 1 bis 30 bzw. 31 durchnummeriert. Für einen Monat kann hier in jeder Zeile kurz festgehalten werden, was am Tag passiert ist oder wie du dich am Tag gefühlt hast. Du bist somit gezwungen, dir wirklich zu überlegen, was die wichtigsten Elemente des Tages waren – denn viel passt nicht in eine Zeile. Für mich ist das eine entspannte, kurze Variante, den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen.

Ich hoffe, ich konnte dich mit meinen Ideen und Bildern ein wenig inspirieren. Mir ist bewusst, dass dies nur ein kleiner Abriss vom Prinzip des Bullet Journals war. Lass es mich gern wissen, wenn du Genaueres dazu erfahren möchtest! Für die besonders Kreativen lohnt es sich außerdem definitiv, sich bei YouTube, Blogs, Pinterest und Co. über weitere Gestaltungsmöglichkeiten zu informieren.

Ich bin wirklich davon überzeugt, eine Form des Kalenders/Tagebuchs zu besitzen, die auf die ganz persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Und dies geht nun einmal am besten, wenn du es komplett selbst gestaltest. Du bist jemand, der er es nicht so sehr mag, Vorgaben gesetzt zu bekommen, sondern Dinge lieber selbst in die Hand nimmt? Dann könnte ein Bullet Journal genau das Richtige für dich sein. Alles was du brauchst ist ein Notizbuch und einen Stift (ich benutze einen dünnen schwarzen Fineliner), um all deine Notizen, Listen und Termine in einem Buch zu vereinen.

Viel Spaß dabei!

Constanze

Veröffentlicht in Lifestyle, Motivierendes

Noch so ein Tipps-Artikel #Selbstdisziplin

Selbstdisziplin, Selbstorganisation und Zielverfolgung sind Themen, die schon in unglaublich vielen Blog-Beiträgen, Büchern, YouTube-Videos etc. thematisiert wurden. In meinem Beitrag „Lifestyle-Trend oder eigener Lifestyle?“ habe ich diesen Trend selbst kritisch hinterfragt – jedoch ebenso festgestellt, dass auch mich solche Themen interessieren. Deswegen möchte ich noch einmal betonen: Ich finde solche Artikel nicht generell schlecht. Ich picke mir das Gute aus ihnen heraus und erstelle mir so nach und nach meine eigenen Tipps-Listen. Genauso dürft ihr das nun mit diesem Beitrag tun!

Mich persönlich fasziniert die Fülle an Literatur zu diesem Thema und der Fakt, dass scheinbar immer mehr Menschen sich danach sehnen, ihr Leben besser und effektiver zu gestalten. Der Trend des „Bullet Journals“ spricht da beispielsweise für sich. Selbstdisziplin ist ein Bereich in meinem Leben, in dem ich sehr zielstrebig und oft auch zu perfektionistisch bin. Dieser Perfektionismus kam in letzter Zeit wieder ein wenig mehr durch. Das führte mich dazu, noch einmal neu über diese ganze Selbstdisziplins- und Zielverfolgungssache nachzudenken. Denn nichtsdestotrotz bereitet es mir Freude, einen gut ausgeklügelten Plan erfolgreich in die Tat umzusetzen oder eine To-do-Liste am Ende des Tages abgehakt zu sehen. Doch mir ist eines nun bewusst geworden: To-do-Listen allein garantieren mir kein erfolgreiches Leben. Hier kommen nun deshalb fünf meiner persönlichen Tipps, die mir dabei helfen, dass meine Selbstdisziplin auch wirklich ein Ziel hat. Damit ich mich nicht im perfektionistischen Stress verliere, aber eben auch nicht im Prokrastinieren. Vielleicht nutzen sie auch dir.

1) Setze dir wenige große Ziele.

„Prioritäten setzen“ – Diesen Ratschlag hast du sicherlich schon ein paar Mal gehört. Ich persönlich muss ihn jedoch immer wieder hören. Denn oft geht es mir so, dass ich tausend verschiedene Ideen im Kopf habe und nicht weiß, wo ich anfangen soll. Ich sage bewusst „Ideen“ und nicht „nervige Aufgaben, die erledigt werden müssen“, denn die werden immer da sein und die müssen tatsächlich einfach erledigt werden. Auch da ist es notwendig, zu unterscheiden, welche Aufgaben wichtig sind und zuerst erledigt werden müssen. Aber hast du so auch schon einmal über die positiven Dinge in deinem Leben nachgedacht? Über deine Hobbys, Interessen und persönlichen Ziele? Meine Hobbys liegen meist im kreativen Bereich und können mich manchmal so richtig überwältigen. Verschiedenste Ideen strömen auf mich ein und ich habe das Gefühl, dass ich alles gleichzeitig angehen müsste. Doch die Wahrheit ist: Ich werde niemals alles schaffen können und das muss ich auch nicht! Richtig effektiv wirst du erst, wenn du dich auf weniges konzentrierst und es entspannt zugleich. Also überlege dir: Was ist momentan dein Ziel? Überlege dir wirklich nur eines. Viele große Ziele auf einmal wirst du eher schwer effektiv verfolgen können. Das was dir zuerst einfällt, ist dir höchstwahrscheinlich auch am wichtigsten. Also räume diesem Ziel dementsprechend Zeit ein und ordne anderes unter. Hab keine Angst davor, Dinge als weniger wichtig zu betrachten! Das bedeutet nicht, dass sie generell nicht wichtig sind.

2) Entscheiden statt Gefühlen folgen

Das mag hart klingen, auch für mich. Ich bin nämlich generell der Meinung, dass Gefühle wichtig sind und einem nicht ausgeredet werden können, wenn sie da sind. Doch der Clou ist: Das widerspricht sich gar nicht mit der Entscheidung für Selbstdisziplin. Die Frage ist nur, wonach du handelst. Denn wenn es darum geht, dein persönliches Ziel in die Tat umzusetzen, wirst du immer wieder die Ausrede parat haben „Ich fühle mich gerade nicht danach“ – in der Hoffnung, dass sich das irgendwann ändert. Doch mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit ist es so: Du wirst dich nie danach fühlen. Jedenfalls nie wirklich. Du wirst immer ein wenig an dir zweifeln oder glauben, dass du nicht genug Geld, Talent, Zeit oder andere Ressourcen hast, um dein Ziel in die Tat umzusetzen. Klingt deprimierend? Muss es nicht sein! Denn es ist okay, dass du dich so fühlst. Akzeptiere es, denn es ist normal und menschlich. Es bringt nichts, es dir auszureden. Aber handle nicht danach! Entscheide dich, dennoch zu beginnen. Denke nicht zu lange darüber nach. Entscheide dich, den ersten kleinen Schritt zu wagen. Früher haben dich deine Eltern dazu gezwungen, Dinge zu tun, die im Endeffekt gut für dich waren. Jetzt musst du dich selbst zwingen, Dinge zu tun, die gut für dich sind, auch wenn es erst einmal Überwindung kostet. (Zu diesem Tipp wurde ich vor allem von diesem Video von Mel Robbins inspiriert.)

3) Lass deine To-do-Liste nicht zu lang werden.

Dies ist nun ein wirklich praktischer Tipp für all die kleinen Unterziele und die alltäglich anfallenden Aufgaben. Mir persönlich hilft es sehr, Dinge in einer Liste aufzuschreiben, damit sie nicht mehr so präsent in meinem Kopf sind. Sie fließen dann sozusagen von meinem Gehirn durch die Hand aufs Papier. Manchmal neige ich jedoch dazu, zu detailliert aufzuschreiben, was ich alles machen möchte. Das stresst und blockiert – erst recht, wenn ich im Endeffekt gar nicht alle schaffe. Mein Perfektionismus treibt mich dann manchmal zu weit, da ich möglichst viel schaffen will, um möglichst schnell meinen Zielen näher zu kommen. Darum gilt wieder: Weniger ist mehr. Und wenn du das Wenige dann doch alles schaffst und Energie übrig hast, wirst du dich noch besser fühlen, wenn du unerwartet mehr erledigen kannst.

4) Steh früher auf.

Ich gebe zu: dieser Tipp mag für jemanden, der sowieso immer um sechs Uhr aufstehen muss, nicht sehr nützlich klingen. Doch falls du dich in einer Lebenssituation befindest, in der du deine Arbeitszeiten ein wenig flexibel einteilen kannst, empfehle ich dir, die Morgenstunden zu nutzen. Ich stehe gern ein wenig früher auf als ich theoretisch müsste, damit ich in Ruhe Kaffee trinken und meinen Tag mit Gott starten kann. Wenn mein Tag positiv startet, bin ich auch motivierter, meine Ziele anzupacken. Wenn mein Wecker dann klingelt, denke ich nicht zuerst an die nervigen Aufgaben, die vor mir liegen, sondern daran, dass ich erst einmal Zeit für Frühstück habe. Zudem halte ich es nicht für falsch, sich auch körperlich bewusst zu machen, dass man etwas investieren muss, um seine Ziele zu erreichen. Auch wenn man sich eben nicht danach fühlt…

5) Lass dich nicht von Listen und Ratgebern bestimmen.

Wie ich schon angedeutet habe, empfinde ich manche Ratgeber als sehr inspirierend. Doch jeder tickt anders: Manche können Ratgeber besser gebrauchen als andere. Und niemand sollte wirklich abhängig von ihnen sein. Wenn dir die Tipps und Tricks, die du zu einem Thema liest, nicht gefallen, dann scheue dich nicht, das Buch zur Seite zu legen oder das Internetfenster zu schließen. Bei mir bedeutet das in so einem Fall, dass ich in diesem Bereich wahrscheinlich gar keinen „Guru“ benötige, der mir sagt, was ich tun soll. Im Zeitalter des Internets können die Ratschläge manchmal ganz schön auf einen einprasseln. Umso wichtiger ist es, dass wir diesen Input bewusst kontrollieren. Ratgeber werden auch nur von Menschen geschrieben – genauso wie dieser Blog hier 🙂

Lasst es mich wissen: Welchen dieser 5 Tipps findet ihr hilfreich, welchem stimmt ihr eher nicht zu? Habt ihr andere Tipps und Tricks, die euch helfen, eure Ziele effektiver zu erreichen? Ich bin gespannt!

Constanze

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(photo by Glenn Carstens-Peters)