Veröffentlicht in Lifestyle

Klein, hübsch, mit Liebe gemacht – der 365+1-Kalender

 (Werbung, unbezahlt)

Es bereitet mir sehr viel Freude, Leute zu unterstützen, die etwas voller Liebe, Kreativität und Aufmerksamkeit kreieren. Ich liebe Persönliches, Handgemachtes, bei dem ich weiß, wer dahinter steckt. Seltener Geld ausgeben und wenn, dann für etwas Wertvolles – gern würde ich das noch öfter machen.

Besonders cool ist es, Leute zu unterstützen, die ich kenne. Und so darf ich heute völlig freiwillig Werbung für den handgemachten 365+1-Kalender von Anne Ahnert und Rebekka Schwaneberg machen. Gestern lag der sorgsam und liebevoll eingewickelte Kalender bei mir im Briefkasten. Ist es nicht so viel schöner, etwas von jemandem persönlich zugeschickt zu bekommen als von einer großen Firma?

Meine erste Reaktion: „Ohhhh, ist der süß!“ Ganz nach dem Motto „klein, aber oho“ erreichen dich bei Bestellung 192 Kärtchen, je 4,5 x 9 cm groß. Und da ich komisch bin, musste ich gleich daran riechen… Ergebnis: riecht gut! Der Kalender kann alljährlich genutzt werden. Nach der Hälfte des Jahres wird der ganze Stapel einmal gewendet und es geht auf der anderen Seite weiter. Das einzige, was du selbst noch erledigen musst, ist, ihn mit einem Bändchen zu befestigen (zum Beispiel Geschenkband).

Für mich persönlich besticht der Kalender durch seine schöne, malerische Gestaltung. Jeder Monat hat ein eigenes Farbschema, jede Jahreszeit ein eigenes Motto. Ich bin ein Fan davon, jeden Monat bewusst mit dem zu genießen, was er bietet und so gibt es auch hier passend zu den Jahreszeiten und Monaten für jeden Tag entweder eine kleine Inspiration, Frage, einen Bibelvers, Kochtipp, Vorschlag für deine Freizeit oder Ähnliches. Mein Tipp: Nicht zu genau im Vorhinein durchblättern, sondern lieber überraschen lassen!

Ich war gespannt, ob die Größe mir zusagen würde und finde nun, dass gerade sie etwas Charmantes hat. In meiner Vorstellung liegt der Kalender zum Beispiel auf dem Nachttisch und ist das Erste was ich mir nach Ausschalten des Weckers anschaue. Oder in der Küche neben der Kaffeemaschine. Oder am Spiegel neben dem Schminkzeug. So er kann er zu einem perfekten, rituellen Alltagsbegleiter werden, der meine Gedanken kurz auf Schönes lenkt, mich über etwas nachdenken lässt oder mir eine gute Idee gibt. Manchmal reicht dafür schon ein Spruch oder eine Frage.

Aber da der Kalender so wunderbar als Geschenk geeignet ist, weiß ich noch nicht, ob ich ihn behalte… mal sehen! Wenn auch ihr die beiden in ihrer kreativen Arbeit unterstützen möchtet, kommt ihr hier zu Annes Etsy-Shop und hier zu Rebekkas Etsy-Shop. Dort gibt es neben dem Kalender noch viel weiteres Schönes zum Durchstöbern. Vielleicht lässt sich ja das ein oder andere Weihnachtsgeschenk finden.

Ich wünsche euch viel Spaß dabei!

Constanze

Veröffentlicht in Glauben, Motivierendes

Lebe deinen Traum… Aber wie? (Buchempfehlung)

Ich muss gestehen, dass mein Interesse an Booten oder handwerklichen Arbeiten noch nie besonders groß war – Aber als ich vor kurzem die Möglichkeit bekam, Kerstin Hacks Buch „Leinen los“ über den Umbau eines alten Schiffs und ihren damit verbunden Traum zu lesen, war mein Interesse sofort geweckt. Die Kurzbeschreibung des Buches ließ erahnen: Hier geht es um mehr als ein großes handwerkliches Projekt, sondern um einen Lebenstraum. Es fasziniert mich, zu sehen oder darüber zu lesen, wie Menschen Schritt für Schritt auf solch einen Lebenstraum zugehen und dabei andere bereichern. Oft ist es mir erst einmal egal, was genau das in der Praxis bedeutet, denn im Kern geht es darum: Das zu tun, was dem eigenen Wesen entspricht und diese Sache der Welt (und wenn es nur ein paar Menschen in der Umgebung sind) zur Verfügung zu stellen. Das steckt an.

Kerstin Hack, Jahrgang 1967, ist Autorin, Coach und Speakerin und hat in ihrem eigens gegründeten Verlag „Down to Earth“ bereits mehrere Bücher veröffentlicht. Sie lebt in Berlin auf einem umgebauten DDR – Marineschiff, welches ihr als Haus- und Seminarboot dient. Und um genau diesen Umbau geht es in ihrem neusten Buch „Leinen los“. Darin beschreibt sie, wie es zu ihrem Traum kam, den Prozess des Umbaus sowie jegliche Erfolge und Widrigkeiten, die damit zusammenhingen. Sie schreibt über Freunde, die ihr halfen, Herausforderungen, die sich ihr stets aufs Neue in den Weg stellten und immer wieder neu gefasstes Gottvertrauen.

Kerstins Schreibstil liest sich unglaublich leicht. Ihre Erzählungen sind reich gespickt mit Lebensweisheiten und Metaphern, sodass es durchweg spannend und lehrreich zugleich bleibt. Von den ersten Zeilen an war ich fasziniert von ihrem unkonventionellem, mutigen Leben. Nicht nur, dass sie als Coach und Schriftstellerin auf beruflicher Ebene für mich sehr interessant ist – schnell wird auch klar: Kerstin kennt ihre Lebensziele und sie geht mutig voran. Es ist ihr Traum, Menschen in schwierigen, herausfordernden Phasen zu begleiten und zu coachen und einen Wohn- und Seminarraum zu schaffen, in dem dies möglich ist. Dieser Traum hat sich über ihr Leben lang entwickelt. Er ist konkret. Sie weiß, was sie möchte, was ihrem Wesen entspricht und dies setzt sie in die Tat um. Wie genau diese Umsetzung aussieht, weiß sie im Vorhinein nicht vollständig – ursprünglich hatte sie auch nicht geplant, ein Boot umzubauen. Doch sie geht los, versucht etwas, und wenn es scheitert, schlägt sie einen neuen Weg an. Der Kerntraum bleibt erhalten.

Jedoch, und an dieser Stelle fasziniert mich ihre Geschichte am meisten, macht sie eine Sache nicht, die wohl die meisten als ultimative Voraussetzung für solch ein Projekt ansehen würden: warten, bis alle nötigen Ressourcen vorhanden sind, um einen Umbau dieser Dimension durchzuführen. Auf kreative Weise und durch die Unterstützung von Freunden und Bekannten sammelt sie Stück für Stück das Geld und Material, was sie für den nächsten Schritt braucht. Auch fehlendes handwerkliches Wissen hält sie nicht ab. Durch ihre Offenheit und einen wachsamen Umgang mit ihrer Umwelt trifft sie immer wieder auf Menschen, die ihr zur Hand gehen oder Wissen zur Verfügung stellen können. Sie vertraut darauf, dass Gott zum richtigen Zeitpunkt das Nötige bereitstellt und beginnt mit dem, was sie zur Verfügung hat. Dadurch kann sie voller Liebe vorangehen statt sich von Angst den Weg versperren zu lassen. Und sie macht deutlich: Jedem ist dies möglich. Jeder kann den ersten Schritt auf einen Traum zugehen.

„Manche Menschen denken, dass eine Umgebung oder auch ein Mensch perfekt und fertig sein muss, bevor sie oder er zum Wohl anderer Menschen eingesetzt werden kann. Wer sagt denn, dass etwas perfekt sein muss, um zu beginnen und Gutes zu bewirken?“ (S. 155, „Leinen los“, Kerstin Hack)

Bei all ihren mutigen Schritten bleibt sie ehrlich und authentisch und berichtet ebenso von zwischenmenschlichen Schwierigkeiten und gebrochenen Beziehungen in der Zeit des Umbaus. Von ungewisser Zukunft und Zeiten, in denen sich eine finanzielle Schwierigkeit an die nächste reihte. Ebenso ermutigt sie, Erfolge und gute Zeiten zu feiern und zu genießen. Spannend waren außerdem ihre Gedanken zum Thema Einfachheit, Aussortieren und Minimalismus sowie ihre Vorgehensweisen im Coaching. Auf ganz natürliche Weise gewährt sie Einblick in ihre verschiedenen Lebensbereiche und stellt dabei ihre Erfahrungen dem Leser zur Verfügung.

Am Ende des Buches zieht Kerstin ein Fazit zum Thema „Glück“ und inwieweit dieses von der Erfüllung eines Lebenstraums abhängig ist. Kann man erst glücklich sein, wenn ein Ziel erreicht ist? Ist sie nun glücklich, weil sie den Bootsumbau geschafft hat? Ein Traum ist erfüllt – und nun ist alles gut? Ich möchte euch ermutigen, das Buch selbst zu lesen, um Antworten auf solche und ähnliche Fragen zu bekommen.

Über folgenden Link gelangt ihr zu Kerstin Hacks Website (auf der es viel zum Stöbern gibt!) und ihrem Buch: https://kerstinhack.de/ Lasst euch inspirieren von ihren unverblümten, ehrlichen Worten, die vieles genau auf den Punkt bringen. Ich habe das Gefühl, dass für jeden eine wertvolle Lebenslektion in ihrer Geschichte zu finden ist.

Constanze

(photo by Debora Ruppert)

Veröffentlicht in Aus dem Alltag, Lifestyle, Motivierendes

Kleines Alltags-Update: Routinen und Selbstorganisation

Seit kurzem schaffe ich es wieder öfter, früh aufzustehen. Und ich liebe es mehr als je zuvor! Ob das wohl daran liegt, dass ich es mir nicht mehr konsequent vorgenommen und ich mich somit weniger unter Druck gesetzt habe? Möglicherweise. Ich bin immer wieder erstaunt, wie sehr mein Leben durch einen Wechsel von konkreten Vorhaben und einem „nach dem Gefühl gehen“ profitiert. Momentan ist es 8 Uhr und die Sonne scheint in mein Fenster. Wer freut sich genauso wie ich über die zunehmende Helligkeit? Mein Mann und ich sind darüber jedes Jahr total aus dem Häusschen. „Stell dir vor, heute war es schon halb 8 hell!“ „Ja, und als ich nach Hause gekommen bin, war es noch nicht dunkel!“ Wir freuen uns darüber wie kleine Kinder. Ist es nicht erstaunlich, wie sehr der Frühling einen Neuanfang und ein Aufatmen mit sich bringt? Neuen Schwung. Neue Energie.

In meinen letzten Blog-Beiträgen habe ich euch immer wieder an meinen Vorhaben teilhaben lassen und Tipps zum Thema Organisation und Alltagsgestaltung mit euch geteilt, wie zum Beispiel das Früh-Aufstehen oder meine neue Sport-Routine. Heute ist es Zeit für ein kleines Update! Und ich möchte die ein oder andere Lektion mit euch teilen, die ich dabei gelernt habe.

1.) Früh Aufstehen = früh ins Bett gehen

Mein Vorhaben, früh aufzustehen hing im Wesentlichen davon ab, ob ich es schaffte, früh ins Bett zu gehen oder nicht. Da ich das nicht konsequent durchsetzen konnte, scheiterte ich häufig und ließ die Sache dementsprechend schleifen – bis ich zu der ultimativen Erkenntnis kam, den Vorsatz umzuformulieren: Früh ins Bett gehen! „Heey, was für eine Erkenntnis“ mögt ihr jetzt vielleicht denken, aber für mich war sie tatsächlich entscheidend. Ich glaube, dass ich viel zu oft Ziele im Blick haben, die erst nach anderen Schritten folgen könnten, welche ich wiederum nicht ins Auge fasse. Anders formuliert: Ich muss Ziele in einzelne Schritte herunterbrechen. Sonst funktioniert das nicht. Ich kann mir noch so oft vornehmen, früh aufstehen zu wollen – Wenn ich meinen Fokus nicht erst einmal darauf setze, früh ins Bett zu gehen, wird das nichts. Hier lag somit meine erste kleine Baustelle. Und ich machte mir zum ersten Mal konkret Gedanken darüber, was mich davon abhielt, früher ins Bett zu gehen und wie ich dem entgegenwirken könnte.

Dabei fiel mir folgendes auf: Ich erlaubte mir nicht, schon früher den Tag „zu beschließen“. Häufig denke ich, dass ich am Abend noch viel schaffen muss. Zu dieser Zeit bin ich jedoch oft nicht mehr produktiv (es gibt Ausnahmen – der nächtliche „Kreativflow“…) und es würde viel mehr Sinn ergeben, wenn ich diese Zeit zum Schlafen nutzen würde, um am Morgen wieder effektiv sein zu können (siehe auch Punkt 4). Ich fing also an, meinen Tag schon früher gedanklich zu beenden und nahm mir Zeit für eine ausgedehntere Abendroutine: Aufräumen, Sachen für den nächsten Tag packen, Bullet Journaling, eine Folge One Tree Hill (gestern habe ich die letzte geschaut!!!), lesen… Eine aufgeräumte Wohnung am Abend hilft mir außerdem, um am Morgen motiviert zu starten. Und ich komme immer wieder zu der Erkenntnis: Zeit für Ruhe lohnt sich. Nicht nur in dem Moment, sondern auch auf lange Sicht!

Und wenn das nicht möglich ist, da ich erst spät nach Hause komme, akzeptiere ich es und werfe nicht gleich wieder das ganze Vorhaben über den Haufen. Ich probiere es einfach immer dann, wenn es möglich ist.

2.) Handy am Morgen

Ich hatte mir vorgenommen, am Morgen erst dann mein Handy einzuschalten, nachdem ich ein wenig Zeit mit Gott verbracht hatte. Der Sinn dahinter: Sich über die eigentlichen Prioritäten im Leben klar werden bevor man sich oberflächlichen Input via Handy (YouTube – mein Laster…) zuführt. Und nicht nur das: Auch Nachrichten über WhatsApp und Co. können unter Umständen nerven. Ich gehe jedoch viel positiver an das Beantworten von Nachrichten heran, wenn ich bereits positiv in den Tag gestartet bin.

Vorhaben schön und gut. Auch hier fällt mir die Umsetzung manchmal schwer. Ich liebe es einfach, irgendetwas im Hintergrund dudeln zu lassen während ich mich schminke oder mein Frühstück vorbereite. Das ist an sich auch nichts Schlechtes, doch der Negativeffekt: Wenn ich fertig mit Frühstücken oder Schminken bin schaffe ich es irgendwie nicht, das Handy wieder beiseite zu legen.

Seitdem ich das Handy wieder konsequenter liegen lassen, ist viel mehr Ruhe in meinen Morgen gekommen. Ich genieße es so sehr, mit einem Kaffee auf der Couch zu sitzen und erst einmal in der Gegenwart Gottes „zu baden“, bevor ich mit irgendetwas anderem anfange…

3.) Finde deine optimale Zeit für Sport.

Kennt ihr diese Leute, die davon überzeugt sind, Sport gleich früh nach dem Aufstehen zu machen? Ich bin ziemlich beeindruckt von ihnen. Lange Zeit habe ich geglaubt, dass das tatsächlich für jeden die beste Zeit ist. Angeblich soll einen das so richtig fit und bereit für den Tag machen. Ich verstehe den Gedanken dahinter.

Doch meine Versuche sind kläglich gescheitert, denn die Wahrheit ist: Wenn ich sofort, nachdem ich aus dem Bett gestolpert bin, richtig Sport treiben würde, würde ich geradewegs zusammenklappen. Mein Kreislauf macht das nicht mit. Dehnungen und ein paar leichte Pilates/Yoga-Übungen, okay. Aber alles, was nur ein bisschen in die Richtung Cardio geht, funktioniert bei mir erst nach einem ordentlichen Frühstück. Und selbst danach bin ich noch nicht 100% körperlich da. Ähnlich ist es bei mir am Abend. Meine optimale Zeit zum Sport machen ist somit mitten am Tag und durch meinen momentan flexiblen Alltag schaffe ich häufig, dies auch zu realisieren.

Was ich damit sagen möchte: Lass dir von niemanden sagen, wann die perfekte Zeit für Sport ist. Finde deine perfekte Zeit. Ich hab schon von Leuten gehört, die um Mitternacht ins Fitness-Studio gehen… (Und mal so nebenbei: Lass dir auch von niemanden sagen, was die perfekte Sportart- oder menge ist.)

4.) Finde deine produktive Arbeitszeit.

Ich glaube außerdem, dass jeder Mensch zu einer anderen Zeit besonders produktiv ist. Was machen wir jedoch viel zu häufig (zumindest ich den Großteil meines bisherigen Lebens…): Wir versuchen, den ganzen Tag über gleichmäßig hochproduktiv zu sein, statt unsere körperlichen und geistigen Grenze zu akzeptieren. Leistung, Leistung, Leistung. Mindestens 8 Stunden am Tag! Wer schon einmal Vollzeit gearbeitet hat, dem ist wahrscheinlich aufgefallen, dass die Leistungsfähigkeit den Tag über jedoch schwankt.

Wenn du deine Arbeit selbstständig einteilen kannst, gebe ich dir deshalb folgenden Tipp: Finde die Stunden am Tag, in denen du am effektivsten bist und nutze sie. Für mich persönlich sind das die Vormittagsstunden zwischen 8 und 12 Uhr. Wenn ich diese Stunden richtig nutze, habe ich das Gefühl, mein ganzes Tagespensum geschafft zu haben und ich kann mich am Nachmittag weniger denkintensiven Aufgaben widmen. Das kann ich vor allem Studenten in der Prüfungszeit empfehlen: Da keine Vorlesungen stattfinden liegt unter Umständen der Trugschluss vor, den ganzen Tag fleißig lernen zu können – in den meisten Fällen ist das jedoch eine Illusion. Ich bin überzeugt, dass gerade das Lernen seine Grenzen hat. Wir können unser Gehirn nicht unbegrenzt mit Input vollstopfen. Wir benötigen regelmäßigen Ausgleich dazu!

Das Tolle ist: In den meisten Fällen reichen tatsächlich meine wenigen produktiven Stunden für mein Tages-Lernpensum. Das gleiche, was ich manchmal über den ganzen Tag verteilt versuche zu machen (mit vielen Durchhänger- und Müdigkeitsphasen), schaffe ich oft in meinen vier Vormittagsstunden.

Mir ist bewusst, das mein Lebensstil vielen Menschen überhaupt nicht zusagt. Mein Mann und ich zum Beispiel sind ziemlich verschieden, was die Organisation unseres Alltags angeht (er ist eine Nachteule und überhaupt kein Morgenmensch). Deswegen geht es mir in Blog-Beiträgen auch überhaupt nicht darum, zu einer bestimmten Alltagsroutine zu raten. Es geht mir darum, zu einem persönlichen Hinterfragen von Alltagsroutinen anzuregen: Wo nehme ich mir zu wenig Zeit für etwas, wo zu viel? Was sind meine Prioritäten? Wie viel Zeit nehme ich mir, um aufzutanken? Wie gleiche ich stressigen Arbeitsalltag aus? Ich glaube, dass du dir aus den Antworten auf solche Fragen deine ganz persönlichen Alltagstipps ableiten kannst. Ich wünsche dir viel Freude dabei. 🙂

Constanze

(Photo by Carolina Bonito)

 

Veröffentlicht in Aus dem Alltag, Motivierendes

Ich als Möchtegern-Student & Tipps fürs Selbststudium

Gestern ist es mir misslungen, einen Platz in der Universitätsbibliothek in unserer Stadt zu finden. Schade! Eigentlich hatte ich mir für den kompletten Nachmittag vorgenommen, so richtig durchzustarten. Ich hatte drei verschiedene „Projekte“ in der Tasche, denen ich mich hätte widmen können – umringt von zahllosen Studenten, die verzweifelt oder mit leerem Blick auf ein Blatt Papier starren, oder (die andere „Sorte“ Student) akribisch auf Karteikarten kritzeln während zwei perfekt sortierte Ordner neben ihnen liegen.

Ich mag dieses Flair. Ich mag diese verschiedenen Menschen mit ihren verschiedenen Studiengängen und verschiedenen Motivationen. Da gibt es die im Hipster-Stil gekleideten mit großen runden Brillen, die sich superlässig in der Cafeteria unterhalten und das Lernen so nebenher noch erledigen, dann die unscheinbaren Stillen, die tief gebeugt über ihren Unterlagen hocken oder die plappernde Dreiergruppe, die das ganze nicht so ernst nimmt und den ein oder anderen in der Nähe sitzenden in den Wahnsinn treibt. Und noch so viele mehr! Ja, das sind alles Klischees, aber mittlerweile kann ich über diese Klischees lächeln. Ich weiß noch, wie ich das erste mal realisierte, dass die Uni-Welt von ihnen durchdrungen ist. Ich fuhr während meines Freiwilligen Sozialen Jahres mit einer Mitfahrgelegenheit und wurde vom Fahrer gefragt, was ich nach meinem FSJ tun würde. Als meine Antwort „Soziale Arbeit studieren“ lautete wurde ich mit hochgezogenen Augenbrauen angeschaut. „Du siehst gar nicht aus wie eine, die Soziale Arbeit studiert.“ Und ich antwortete völlig naiv: „Hä – Wie sieht denn eine aus, die Soziale Arbeit studiert?“ Ich hatte wirklich keine Ahnung. Heute weiß ich genau, was er meinte und kann nur darüber lachen. Ob ich jetzt aussehe wie eine, die Soziale Arbeit studiert hat? Ein wenig vielleicht. Was soll man machen!

Momentan bin ich jedenfalls keine Studentin im „klassischen Sinne“ mehr. Seit einiger Zeit befasse ich mich jedoch mit einem Fernkurs und nun ist auch noch ein richtiges Fernstudium dazugekommen – ich bin also vollkommen auf dem Trichter des selbstständigen, selbstorganisierten Lernens. Dozenten nehmen mich dabei hauptsächlich digital oder auf Papier an die Hand. Und ich liebe es! Seitdem ich festgestellt habe, welche Motivation in mir steckt, wenn ich mir das Gelernte selbst ausgesucht habe, habe ich für das Lernen allgemein so viel mehr übrig als zu Schul- und teilweise auch zu Studiums-Zeiten. Ich weiß immer mehr, was ich beruflich erreichen möchte und kann mich somit immer spezieller damit befassen. Nicht alles führt mich zu einem tollen „Abschluss“, aber alles bringt mich persönlich weiter. Vielleicht studierst du momentan gar nicht, aber probierst dennoch, dir irgend eine Sache (Sprache, Instrument, Zeichnen, Wissen in einem bestimmten Bereich…) anzueignen. All das ist Lernen! Und ich halte es für wichtig davon wegzukommen, nur das als Bildung zu bezeichnen, was zu einem anerkannten, „tollen“ Abschluss führt.

Das selbstständige, freiwillige Lernen ist jedoch nicht nur Zuckerschlecken. Es erfordert Disziplin und die ein oder andere Rahmenbedingung, auf die man manchmal nur begrenzt Einfluss hat. Ich möchte ein paar Tipps mit euch teilen, die ich mir selbst in Zukunft immer wieder bewusst machen muss und umsetzen möchte. Es sind nur ein paar Ausgewählte, die mir in den letzten Wochen wichtig geworden sind. Völlig herausgelassen habe ich beispielsweise das Thema Zeitplanung (Dabei hilft mir zum Beispiel mein Bullet Journal). Schreibt mir gern eure Ergänzungen und Erfahrungen!

1.) Schaffe einen Arbeitsplatz, der deine Konzentration auf das zu Lernende lenkt. 

Jeder Mensch hat ein anderes Verhältnis zu Unordnung. Allein schon wenn ich den Arbeitsplatz meines Mannes mit meinem vergleiche wird das deutlich. Mein Mann braucht ganz viel Platz um sich auszubreiten und Unmengen an Papierstapeln zu errichten. Wenn dieser Papierkram eine Weile liegen bleibt, macht ihm das nichts aus. Irgendwann startet er eine große Aufräumaktion und das ganze geht von vorn los. Ich dagegen ticke ganz anders. Dort, wo ich lerne, muss ich das Gefühl haben, dass äußerlich „Ruhe“ herrscht, damit ich auch zu innerlicher Ruhe gelangen kann. Es fällt mir schwer, auf der Couch im Wohnzimmer zu lernen, wenn mich darum herum die Unordnung ablenkt oder in der Küche, wenn womöglich noch dreckiges Geschirr herumsteht. Ich bin froh, meinen eigenen Schreibtisch zu haben – in einem Zimmer, in dem sonst nicht viel ist. Bevor ich anfange zu lernen, muss ich diesen Schreibtisch unter Umständen erst aufräumen, damit ich meine volle Konzentration auf meine Unterlagen lenken kann.

Nimm dir die Zeit, deinen Arbeitsplatz so vorzubereiten, wie du es brauchst! Vielleicht musst du auch ein paar Bilder entfernen oder eine Kerze anzünden. Auch Faktoren wie Musik, Temperatur und Licht solltest du bedenken und im Vorhinein richtig einstellen. Ich hab mir zum Beispiel lange Zeit eingebildet, dass mir ein wenig leise Musik im Hintergrund helfen würde, um gut gelaunt und konzentriert bei der Sache zu bleiben. Ich hatte irgendwie Angst vor der Stille: Nur ich und das nervige Lernmaterial. Das lag aber lediglich an genau diesem Lernmaterial…

2.) Wechsle den Lernort. Finde heraus, was die optimalen Lernumgebung für dich ist.

Ja, ich mag meinen Schreibtisch, meinen eigenen Arbeitsplatz. Doch schon zu Studiums-Zeiten habe ich gemerkt, dass ich früher oder später innerlich „eingehe“, wenn ich beim Lernen ganz allein bin – eine interessante Beobachtung, wenn ich bedenke, dass ich nicht gern gestört werde und äußerliche Ruhe brauche. Und das trifft auch nach wie vor zu! Ich bin ein großer Befürworter des „Zusammen allein sein’s“ oder, wie meine Freundin und ich es nennen, des „Co-Existierens“. Es bedeutet schlicht, dass mehrere Leute sich in einem Raum oder in einer Wohnung aufhalten, jedoch alle konzentriert an ihrer eigenen Sache arbeiten. Es ist unglaublich, was für einen Motivations-Schub mir das gibt! Das ist auch der Grund, warum ich gern in die Bibliothek gehe. Dort herrscht eine Stimmung des Arbeitens und der Konzentration (zumindest meistens). Ebenso mag ich es, wenn mein Mann und ich zu Hause beide an unserem jeweiligen Schreibtisch sitzen und die Türen offen lassen, als Zeichen der Verbundenheit „im Leid“ sozusagen. Wenn man gemeinsam mit anderen arbeitet, besteht außerdem die Möglichkeit, sich in festgelegten Pausen gegenseitig abzufragen und sich das Gelernte zu erzählen.

Es wichtig, Leute zu finden, mit denen das auch wirklich funktioniert. Nicht jeder lässt sich dabei nicht ablenken. Und vielleicht tickst du auch selbst eher so, dich lieber im stillen Kämmerlein einschließen zu wollen. Finde die optimale Lernumgebung für dich!

Ich benötige außerdem einen regelmäßigen Ortswechsel. Gestern wechselte ich stündlich vom Café, in die Uni-Mensa, ins Uni-Gebäude. Das kann ich natürlich nicht immer so machen und ich war dadurch auch einigen Ablenkungen ausgesetzt. Doch manchmal hilft mir der Ortswechsel, um in Schwung zu bleiben – vor allem, wenn ich an verschiedenen Dingen arbeite und den Lern/Arbeitsbereich mit jedem Ort wechseln kann. Meistens bedeutet es für mich jedoch, dass ich den einen Tag zu Hause arbeite und den anderen in der Bibliothek. (Momentan jedoch eher weniger – Es ist Prüfungszeit und die Bibliothek platzt bald!)

3.) Mach mehr Pausen! 

In meiner Studiums-Zeit habe ich während der Prüfungszeiten immer gedacht, dass ich so lang wie möglich am Stück arbeiten muss. In dieser Zeit hatte ich schließlich keine Vorlesungen und konnte komplette Tage nutzen. Kennst du das? Du hast den ganzen Tag frei vor dir und am Ende kommen nur wenige Stunden effektive Arbeit dabei heraus? In den allermeisten Fällen liegt das daran, dass wir uns unrealistische Ziele setzen und uns keine Pausen gönnen. Pausen steigern jedoch unsere Effektivität! Vor kurzem habe ich noch einmal gelesen, dass man sich nach je 45 Minuten Lernzeit eine Lernpause von etwa 5-10 Minuten gönnen soll. Früher habe ich gedacht: So ein Quatsch, 10 Minuten Pause, das bringt mir ja gar nichts! Damit lag ich vollkommen falsch. Genau diese 5-10 Minuten bewirken nämlich, dass ich in der nächsten Stunde noch einmal sehr viel effektiver sein kann. Sie ist lang genug, um aufzustehen, eine Runde zu laufen oder kurz einen Snack zu essen und kurz genug, um gedanklich nicht völlig aus der Thematik herauszukommen. Am Sinnvollsten ist es, diese Pause am Schluss eines Kapitels/eines Abschnitts zu machen. Ich habe mir außerdem vorgenommen, das Gelernte an diesen Stellen noch einmal schriftlich zusammenzufassen.

4.) Finde heraus, was für ein Lerntyp du bist und setze es in die Praxis um.

Visueller Lerntyp, auditiver Lerntyp… Das habt ihr sicherlich auch schon mal gehört. Es gibt verschiedene Wege, auf denen wir uns Dinge aneignen können: Hören, lesen, sehen, sprechen, praktisch umsetzen… Ich hab das früher immer ignoriert und gedacht: Ach, ich setz mich einfach mit meinem Hefter hin und starr so lange darauf, bis ich den Inhalt im Gehirn hab. Manchmal, wenn ich mich mit aller Willenskraft durchrang, habe ich mich auch abfragen lassen, aber das war schon das Höchste der Gefühle. Im Studium habe ich schließlich angefangen, mir Dinge herauszuschreiben und teilweise mit Karteikarten zu lernen – allerdings auch eher halbherzig. Da hatte ich jedoch unbewusst erkannt, was ich mittlerweile mit ziemlich hoher Sicherheit weiß: Ich bin zu großen Teilen ein visueller Lerntyp und am besten merke ich mir etwas, wenn ich es selbst auf irgendeine Art und Weise auf Papier zusammengefasst habe und vor mir sehen kann. In der Schule habe ich es gehasst, Mind Maps erstellen zu müssen – zu irgendwelchen Themen, die mich gar nicht interessierten. Später stellte ich jedoch fest, dass ich hin und wieder ganz freiwillig eine Mind Map zur eigenen Entscheidungsfindung auf ein Papier kritzelte (z.B. zur Berufsfindung oder Studiumswahl). Mein Gehirn denkt oft in Schemen und Zusammenhängen, eher nicht in logisch aneinander gereihten Fakten. Das muss ich mir zunutze machen!

Am effektivsten lerne ich jedoch, wenn ich mir mehrere Lernkanäle zunutze mache und versuche, mir andere Techniken anzueignen. Ich mag es zum Beispiel gar nicht, mündlich das Gelernte aufzusagen, erst recht nicht vor anderen. Doch wenn ich es tue, bleibt eindeutig mehr hängen. Auch über das Hören lerne ich nicht so viel, wie ich mir manchmal wünschen würde, aber es ist eine gute Ergänzung für mich.

So, und nun bin ich gespannt: Wie lernt ihr am besten? Welche Tipps helfen euch, diszipliniert dran zu bleiben? Schreibt es mir gern in die Kommentare!

Constanze

(Photo by Jamie Taylor)

 

Veröffentlicht in Aus dem Alltag, Glauben, Lifestyle

4 Dinge, die ich in der letzten Woche gelernt habe

Meine letzte Woche war bunt. Lehrreich, schön, aufwühlend… Heute folgen deshalb vier ziemlich verschiedene Dinge, die ich mir aus den vergangen Tagen mitnehmen möchte. Vielleicht findest du dich in einem der Punkte wieder?

1.) Es ist nicht merkwürdig, sich mit seinem Ehepartner zu einem „Date“ zu verabreden.

Und ja, ich bestehe auf die Bezeichnung „Date“! Für mich umfasst sie etwas, was wir in Deutschland manchmal gar nicht wirklich zu schätzen wissen: Sich mit dem Partner bewusst zu verabreden, „auszugehen“, ein Treffen mit einem bestimmten Ziel außerhalb der Wohnung sozusagen. Klar, das machen wir in der Kennenlern-Phase ab und zu einmal. Doch danach? In der Ehe ist es dann doch häufiger die Couch und der Fernseher – verständlicherweise. Doch als mein Mann und ich letzten Freitag feststellten, dass wir beide am Abend nichts vorhatten, beschlossen wir kurzerhand, gemeinsam essen zu gehen. Mit allem drum und dran! Intensive Recherche nach einem Restaurant, was wir beide noch nicht kannten und uns beiden zusagen würde, Reservierung des Tisches und gemeinsames „fertig machen“.

Ich finde, es hat etwas besonders Wertvolles an sich, sich gemeinsam mit seinem Ehepartner schick zu machen – aus dem einfachen Grund, weil man Zeit mit dem anderen verbringt! Es geht mir allerdings nicht um das tolle Essen an sich oder die schicken Klamotten. Solche Dinge zählen für manch einen gar nichts. Aber es geht um dieses bewusste Zeit nehmen füreinander. Das drückt Wertschätzung aus. Weil es eben doch nicht so selbstverständlich ist, dass da jemand gemeinsam mit einem durchs Leben geht.

2.) Lesen ist vor dem Schlafengehen besser als Handy-Spielerei. 

Wenn ich mir überlege, wie lange ich hartnäckig gegen den Smartphone-Trend angekommen bin und wie spät ich, im Gegensatz zu allen anderen in meiner Umgebung, mein erstes Smartphone in den Händen hielt – da ist es ziemlich erstaunlich, was für eine große Rolle es mittlerweile in meinem Leben spielt. Ich denke, dass ich die Nutzung alles in allem dennoch ganz gut kontrollieren kann. Bei unserem Date zum Beispiel habe ich es ganz bewusst zu Hause gelassen und mich dabei wunderbar frei gefühlt. Doch es gibt einen bestimmten Zeitraum, da hat es ganz schön Überhand gewonnen: kurz vor dem Schlafen, wenn ich bereits im Bett liege und nur noch „ein bisschen entspannen will“. Die YouTube-App ist für mich so eine Sache… ich mag sie sehr gern. Und ich dachte immer, dass ein paar YouTube-Videos vor dem Schlafen keinen großen Unterschied machen. Ist doch genauso wie Film schauen oder Lesen!

Ja klar, man hat immer mal wieder gehört, dass es eigentlich nicht so gut ist, kurz vor dem Schlafen auf diesen kleinen, flimmernden Bildschirm zu starren. Das Licht würde einem signalisieren, dass noch Tag ist und man würde dadurch nicht müde werden. Der vielfältige Input aus bewegten Bildern und Ton würde die Reize so überfluten, dass man dabei nicht gut zur Ruhe kommt. Mir kann man all sowas gern erzählen, aber meist muss ich es eben doch selbst erleben, um es zu glauben. Als ich eine Zeit lang nicht gut einschlafen konnte, probierte ich es schließlich aus: ich fing wieder an, ein Buch in die Hand zu nehmen, statt auf dem kleinen Bildschirm herumzutippen und von einem YouTube-Video zum nächsten zu springen. Und es half sofort: Ich wurde viel schneller müde und mein Kopf kam viel mehr zu Ruhe.

In der letzten Woche habe ich mir das nun wieder vorgenommen. Ich lese nicht unbedingt jeden Tag, aber wenn ich das Schlafzimmer betrete, mache ich das Handy aus. Am besten platziere ich es an einem anderen Ort in der Wohnung, damit ich nicht gleich am nächsten Morgen wieder danach greife. Es tut so gut! Es sind einige Reize weniger, denen ich mich dadurch aussetze. Mein Kopf bleibt mehr im Hier und Jetzt. Er hat die Gelegenheit, abzuschweifen, zu verarbeiten, herunterzukommen. Ich weiß, es ist schwer – aber der Versuch lohnt sich!

3.) Das Workout im Vorhinein zu planen steigert die Motivation erheblich.

Ich habe hier bereits davon erzählt, dass ich seit Anfang des Jahres ganz unerwartet regelmäßig Sport treibe. Diese Woche habe ich noch einmal gemerkt, wie stark das daran liegt, dass ich nicht selbst darüber nachdenken muss, was genau ich mache. Dieses Problem hat man natürlich auch dann nicht, wenn man zu einem Training geht oder im Fitness-Studio einem bestimmten Plan folgt. Doch ich bin eher der Typ, der zu Hause Sport treibt. Vor ein paar Jahren habe ich dabei die Videos von blogilates für mich entdeckt: eine etwas abgewandelte Form vom klassischen Pilates. Die Übungen gefielen mir und entsprachen meinem Geschmack. Meine Motivation war jedoch recht unterschiedlich. Manchmal hatte ich Lust, mehrere Videos hintereinander zu machen, manchmal rang ich mich immerhin zu einem dadurch – und manchmal eben auch lange Zeit gar nicht.

Nun folge ich seit dem 01.01. dem Workout-Kalender von blogilates und es macht den Unterschied. Dort steht für jeden Tag, welche Videos gemacht werden sollen. Die Aufeinanderfolge der Videos ist durchdacht und es gibt täglich einen anderen Schwerpunkt. Immer häufiger freue ich mich mittlerweile auf meine Sport-Session, denn ich weiß, dass Cassey Ho von blogilates mir einfach sagen wird, was ich tun soll. Ich muss nicht denken! Normalerweise entscheide ich sehr gern selbst über mein Leben, aber was Sport angeht fehlen mir schlicht die nötigen Kompetenzen.

Und somit ist meine Workout-Zeit nun auch eine Art „zur Ruhe kommen“ – nämlich für den Kopf. Und das führte dazu, dass ich Sport nun viel mehr deswegen treibe, um mich gesund, munter und ausgeglichen zu fühlen, statt „endlich mal Muskeln aufzubauen“. Oft habe ich zwar das Gefühl, dass die Videos noch viel zu anstrengend für mich sind, aber der Kalender lässt mir ja sozusagen keine Wahl. Und am Ende fühle ich mich ausgepowert, gut und stelle fest, dass es ja doch irgendwie ging.

4.) Ich kann mein Leben nicht allein optimieren.

In der letzten Woche ist mir außerdem mal wieder bewusst geworden, dass ich mein Leben doch nicht so sehr im Griff habe, wie ich manchmal glaube. Klar, oberflächlich betrachtet läuft alles ganz gut: Ich habe noch keine Verbrechen begangen, nehme keine Drogen, gehe nicht fremd…  Doch unter der Oberfläche liegt so viel mehr. Nur weil ich in einem behüteten Elternhaus aufgewachsen bin, bedeutet das nicht, dass ich Gottes unendlich bedingungslose Liebe weniger bräuchte als andere, bei denen man gleich auf dem ersten Blick sieht, dass etwas nicht so gut läuft. Ist es nicht genau das, was wir manchmal glauben? Unser Leben läuft scheinbar so „rund“, dass es schwer zu sehen ist, dass wir mehr brauchen als nur uns selbst. Solange nichts Dramatisches geschieht, kriegen wir das schon ganz gut allein hin.

Doch gestern wurde mal wieder eine meiner größten Schwächen aufgedeckt: meine Streben, es allen Recht machen zu wollen und darin das verstecke Bedürfnis nach Anerkennung von jedem. Daraus folgt eine riesen Angst, dass jemand etwas Schlechtes über mich denken könnte und dieser merkwürdige Zwang, alles immer so zu biegen, dass es jedem gefällt – manchmal auch auf Kosten der Wahrheit oder meiner Authentizität.

Mein erster Gedanke war: „Constanze, warum denkst du nur so? Was kann ich machen, um dieses Denken endlich abzuschalten?“ Und dann wurde mir sehr schnell klar: Ich kann es nicht. Es ist ein Punkt, an dem ich immer wieder zum Scheitern komme. Eine Sache, bei der noch keine tolle Technik geholfen hat, kein hartnäckiges Vornehmen, es dieses mal endlich besser zu machen. Und dann viel es mir wieder ein: Deswegen brauche ich Gottes bedingungslose Liebe. Deswegen ist sie für mich genauso essentiell wie für jeden anderen. Und er schenkt sie mir – einfach so! Und ich darf von dieser Liebe lernen und immer mehr erkennen: Ich brauche keine Anerkennung von Menschen, denn Gottes Anerkennung ist mir gewiss.

Was hast du in den letzten Tagen erlebt und daraus mitgenommen? Kommen dir manche meiner „Lebenslektionen“ bekannt vor oder lehrt dich dein Alltag ganz andere Dinge? Schreib mir gern von deinen Erfahrungen!

Constanze

 

 

Veröffentlicht in Gedanken

Nur ein paar Sonntagsgedanken

Ich habe mir überhaupt nicht vorgenommen, in diesem Jahr mehr Sport zu machen oder so (außer natürlich die Sache mit den Liegestützen). Aber irgendwie ist es passiert, dass ich seit dem 01.01. sehr diszipliniert dran bleibe (7 Tage also – wooow). Bei mir funktionieren Dinge manchmal genau dann am besten, wenn ich sie mir bewusst nicht vornehme. Ich weiß, klingt komisch! Ich mache mir Gedanken über etwas, bewerte es für gut und sinnvoll und nehme es mir dann doch nicht vor – aus Angst zu versagen, aus dem Wissen heraus, dass es zu schwer sein könnte, es durchzuhalten. Das Verrückte ist, dass ich mich in diesem Moment jedoch selbst herausfordere: Was ist, wenn ich trotzdem einfach mal loslege? Ganz „geheim“ sozusagen, ohne offizielles Vorhaben? Wenn ich es einfach ausprobiere, ganz ohne Druck? Und bäm, der psychische Trick ist vollbracht. Ich finde Freude daran und bleibe genau deswegen dran, weil ich es freiwillig tue und mich täglich neu dafür entscheide.

Und so kommt es, dass mir Sport momentan tatsächlich Freude bereitet. Ich nutze einen Workout-Kalender, der mir meine Übungen täglich vorgibt – Denkarbeit wird also schon mal eingespart. Und immer, wenn ich fertig bin, fühle ich mich frisch (jap, ein wenig paradox) und motiviert. Kennt ihr diese Leute, die ständig sagen, dass man glücklicher und ausgeglichener ist, wenn man regelmäßig Sport treibt? Ich befürchte allmählich, sie könnten Recht haben.

Heute zum Beispiel. Heute ist Sonntag und ich bin ziemlich begeistert vom Gottesdienst zurückgekommen. Tolle Predigt, tolle Musik und noch dazu eine produktive Musik-Besprechung im Anschluss. Nach so etwas bin ich manchmal total überfüllt im positiven Sinne. Als ich zu Hause ankam, fühlte ich mich energiegeladen und vor allem inspiriert. In solchen Momenten muss ich an meine Kind- und Jugendzeit denken, in der ich zu meinen Schwestern gesagt habe: „Hey, lasst uns irgendein kreatives Projekt machen!“ „Okay gern, und was?“ „Keine Ahnung, aber irgendetwas Cooles, los geht’s!“ So in der Art. Die Energie und die Inspiration sind da, doch es fehlt hin und wieder an der konkreten Umsetzung. Heute hatte ich tausend Ideen und eigentlich auch Konkretes in der Hand. Ich hätte sofort anfangen können, aber ich wusste überhaupt nicht, wo. Früher hätte mich das frustriert. Heute weiß ich, dass ich mich erst einmal wieder ein wenig „erden“ und Ruhe finden muss. Gedanken sortieren, strukturieren. Ich war ziemlich erstaunt von mir selbst, dass mir in diesem Moment Sport in den Sinn kam. Gedacht, getan! Neben Kalorien konnte ich dabei meinen Energieüberschuss im Kopf verbrennen und gedanklich ein wenig herunterkommen.

Es ist mal wieder so ein Tag, an dem ich begeistert bin. Begeistert vom Leben so an sich, von Gottes Liebe, von Kreativität, Ideen, Sport… Manchmal fällt es mir schwer, zu dieser Begeisterung zu stehen. Ich tendiere dazu, sie selbst wieder kleinzureden vor anderen Leuten. Genau genommen habe ich das gerade erst wieder getan, aber ich wurde zum Glück sofort darauf hingewiesen. Ich habe immer ein wenig Angst, dass mein Gesprächspartner nicht so begeistert von meiner Idee sein könnte. Ich rede los und denke plötzlich: „Oh nein, vielleicht findet der andere das gar nicht so toll wie ich!“ Aber selbst wenn – es macht nichts! In den meisten Fällen steckt Begeisterung an, auch wenn der andere es nicht zeigt. Im Ernst: mich kann sogar jemand mit seiner Begeisterung zur Modelleisenbahn anstecken.

Da heute Sonntag ist, werde ich allerdings keine kreativen Projektideen mehr konkret umsetzen. Ich werde entspannen, sacken lassen, und genießen. Es kann nicht schaden, den eigenen Aktivitätsdrang hin und wieder ein wenig zur Ruhe zu bringen. Aber die Begeisterung darf ruhig bleiben! Und mich morgen wieder antreiben.

Von was bist du heute begeistert? Fühl dich frei, mich damit anzustecken!

Constanze

(photo by Photo by Edu Lauton)

Veröffentlicht in Gedanken, Motivierendes

Andere Prioritäten in der Weihnachtszeit?

Mein Mann hat mich vor kurzem gefragt, ob ich einen weihnachtlichen Blog-Beitrag schreibe. Und ich meinte nur: „Nee, das machen doch schon alle anderen – so über Besinnlichkeit in der stressigen Zeit, dass man sich Ruhe gönnen muss und so weiter. Da braucht es nicht auch noch meinen Input.“ Ironischerweise sagte ich das, nachdem ich die vollgekritzelte Monatsübersicht vom Dezember in meinem Bullet Journal betrachtet und mich gefragt hatte, wie diese Weihnachtszeit schon wieder so stressig werden konnte. Genau genommen hatten mein Mann und ich uns kurz zuvor mit unseren Kalendern hingesetzt und es mit Ach und Krach geschafft, zwei „weihnachtliche Pärchen-Dates“ in die nächste Woche zu quetschen. „Na genau darüber kannst du doch schreiben“, sagte er. „Dass man sich auch mal Termine mit dem Partner machen muss.“

Es mag auch nichts wirklich Neues sein, aber er hat Recht. Und warum sollte ich als Organisations-Liebhaber nicht auch etwas über Organisation zu Weihnachten schreiben? Aber halt mal… Geht es hier wirklich um Organisation? Beziehungen planen? Das klingt doch total unromantisch.

Ja, ich mag es zu planen und ich mag es, in meinem Bullet Journal alles fein säuberlich aufzuschreiben. Aber ich mach das nicht, weil es so schön aussieht, sondern weil es mir Freiheit im Kopf verschafft. Wenn ich Dinge nicht aufschreibe, nehmen sie mir sozusagen Speicherplatz weg. Deswegen bleibt mir gar nichts anderes übrig als mit Terminen und To do’s zu arbeiten, um freie Denkkapazitäten zu schaffen. Und so rettet mich auch das Planen in der Weihnachtszeit immer wieder vor einer „Mir-wird-alles-zu-viel“-Krise. Mir ist bewusst, dass andere Leute mindestens genauso viel zu tun haben wie ich und solche Krisen niemals haben. Ich bin, was das angeht, ein wenig sensibel und habe somit im Planen eine guten Umgang damit gefunden.

Gute Organisation hin oder her… Eine Sache habe ich in letzter Zeit in aller Deutlichkeit festgestellt: Beziehungen gehen vor. Sie haben Priorität. Und damit meine ich Beziehungen generell! Angefangen bei meiner Beziehung zu Gott, die Beziehung zu meinem Partner, meiner Familie, meinen Freundinnen… Ohne Beziehungen sind wir, tatsächlich, nichts! Gott hat uns als Menschen in Beziehungen gedacht. Wir sind abhängig von einer Beziehung zu ihm und ebenso darauf angewiesen, dass wir als Menschen füreinander da sind. Ich möchte damit nicht sagen, dass wir somit nur Zeit mit anderen verbringen sollten und niemals allein sein dürften (Das wäre gar nicht gut!). Es geht mir darum, diesen Grundsatz der menschlichen Existenz anzuerkennen und angemessen für ihn zu sorgen. Und das eben auch in der Weihnachtszeit.

Da saßen mein Mann und ich also mit unseren Kalendern und dem vollen Dezember vor Augen. Kennt ihr das? Am 30. November denkt man noch: „Hm, irgendwie ist die Weihnachtszeit dieses Jahr gar nicht so voll, cool!“ und schwupp, kehrt sich diese Aussage ins Gegenteil. Mittlerweile stehe ich dem mit mehr Gelassenheit gegenüber als früher. Viele dieser Termine sind schöne Dinge und wenn ich mich nur über den Stress aufregen würde, könnte ich sie gar nicht genießen. Und doch ist es weniger schön, wenn dadurch kaum Zeit mit dem Partner zustande kommt. Wir kamen an einen Punkt, an dem wir unsere Beziehung ein Stück weit wieder in den Mittelpunkt rücken mussten. Und ich sage euch: auf einmal wird das Planen einer Beziehung romantisch!

Wir sprachen darüber, was „Weihnachts-Flair“ für uns überhaupt ausmacht und was uns bisher für eine gemütliche Stimmung fehlte. Dann legten wir zwei Termine fest, für die wir uns spezielle weihnachtliche Sachen vornahmen. Es war gar nicht so leicht – da ich zur Zeit etwas mehr arbeite, viel auch abends, mussten wir ein bisschen suchen. Doch jetzt steht es da, schwarz auf weiß: Zeit mit meinem Mann. Konkrete Vorhaben. Es war nicht so, dass ich mich bisher gar nicht „weihnachtlich gefühlt“ hatte. Ich hatte schon eine Menge Teelichter verbrannt, Räucherkerzen angezündet und Weihnachtsmusik von den Piano Guys gehört. Aber im Endeffekt ist mir dieses undefinierbare Weihnachtsgefühl gar nicht so wichtig. Wichtig sind mir nach wie vor Menschen, mit denen ich solche Gefühle teilen kann.

Es ist schön, wenn es anders ist, wenn Beziehungspflege ohne Planung möglich ist. Es ist schön, wenn du ganz natürlich genügend Zeit mit Partner, Freundin oder anderen wichtigen Personen im Leben verbringen kannst. Doch wenn es mal nicht gelingt, solltest du nicht dabei stehen bleiben, darüber zu trauern oder sich über den Stress aufzuregen. Langfristig gesehen führt das nur zu Frustration, Gereiztheit und Co. Nimm es stattdessen in die Hand! Plane Dinge, die du sonst niemals planen würdest. Hol das Beste heraus, egal wie viel oder wenig es ist. Planung schafft Freiraum. Und es mag paradox klingen, aber Planung schafft auch Spontanität! Nämlich dann, wenn du ebenso freie Zeiten einplanst (oder einfach nicht jedes Zeitfenster verplanst), in denen du flexibel sein kannst. Das gibt die Möglichkeit, spontan den Besuch einer Freundin zu empfangen oder jemandem spontan behilflich zu sein oder in Ruhe Zeit mit Gott zu verbringen. Also wieder: Beziehungen.

Schenk ihnen auch in der Weihnachtszeit die nötige Zuwendung. Eigentlich ein merkwürdiger Ratschlag, da doch gerade Weihnachten ein Fest ist, welches man mit Familie und Freunden teilt. Aber ich meine eben nicht die zahllosen obligatorischen Weihnachtsfeiern oder Gemeindeveranstaltungen oder oder oder… (Alles an sich gute Sachen, keine Frage!) Ich meine Zeiten, in denen du wahre Aufmerksamkeit schenkst und empfängst: wahre Begegnung.

Es ist kein Zeichen, dass deine Beziehung den Bach heruntergeht, wenn du einen gemütlichen Filmabend oder den Gang über den Weihnachtsmarkt Wochen im Voraus einplanen musst. Es ist romantisch, verantwortungsbewusst und schafft Vorfreude.

Also los geht’s! 🙂

Constanze

Veröffentlicht in Gedanken, Motivierendes

Einfach, aber wertvoll! – was mich im Stress glücklich macht

Ich liege im Bett und bin kurz davor meine aktuelle Sucht-Serie in den DVD-Player zu schieben: „One Tree Hill“. Ja, genau die. Es ist eine dieser seichten High School/Junge Erwachsenen-Dramen, in der jeder mal mit jedem zusammen ist, verkorkste Familien und Freundschaften irgendwie versuchen, sich zusammenzuraufen und regelmäßig jemand vom Auto angefahren oder anderweitig in Lebensgefahr gebracht wird, damit die Sache auch spannend bleibt. Und ja, ich bin total „into it.“ (Die Freundin, die mich dazu gebracht hat, erwartet an dieser Stelle wahrscheinlich eine Danksagung – also: Danke! – und eine Entschuldigung für diese Kurzbeschreibung – Sorry! ;-))

Vor kurzem sind wir umgezogen und momentan fällt es mir schwer, einen „tiefsinnigen“ Blog-Beitrag über das Leben zu schreiben. Ich glaube, das liegt daran, dass ich sehr darauf fokussiert bin, „Wohnungsprobleme“ zu lösen, sodass mir lebensphilosophische Gedanken nicht so wichtig erscheinen. Praktische Probleme nehmen stattdessen viel Raum in meinem Kopf ein und ich musste zudem erst einmal lernen, dass das okay ist. Vielleicht bin ich ein wenig komisch, aber mein Leben dreht sich ansonsten sehr viel um soziale oder geistige Probleme (was wohl meinem Beruf, meinen Hobbys und meiner Persönlichkeit geschuldet ist). Manchmal macht es mich ganz verrückt, fast ausschließlich über praktische Dinge nachzudenken. Doch nun hatten und haben wir einiges zu tun, was unsere neue Wohnung angeht. Es ist viel zu klären, viel einzukaufen, viel auszupacken, viel zu bohren, zu bauen. Wer schon mal umgezogen ist, kennt es.

Heute ist mir aufgefallen, dass es in solchen Zeiten besonders die einfachen, „natürlichen“ Dinge sind, die mich zwischendurch immer wieder glücklich machen. Ich muss nicht etwa die Nacht durchtanzen, um die Sorgen des Alltags zu vergessen. Wertvolle, glücklich-machende Momente sind ganz einfach im Alltag zu entdecken. Von ein paar Beispielen aus meinen vergangen Wochen (neben dem Schauen von One Tree Hill)  möchte ich gern erzählen:

1.) Zurück in die Jugend

Seitdem wir umgezogen sind genieße ich (seit meiner WG-Zeit) wieder den Luxus eines „eigenen“ Zimmers. Es ist kein Schlafzimmer, kein Wohnzimmer, einfach erst einmal ein Zimmer zu meiner eigenen Verfügung. Sozusagen mein Arbeitszimmer und Hobbyraum zugleich. Manche Leute glauben nicht, dass ich das gebrauchen könnte – aber allerdings! Mit einem Zimmer kann ich immer etwas anfangen. Ich hatte mich sehr darauf gefreut, es war etwas Besonderes für  mich. Doch bis vor kurzem fehlte noch etwas. Ich hatte zwar ein paar Möbel in dieses Zimmer gestellt und auch an meinem Schreibtisch gearbeitet, aber das „Besondere“ war noch nicht da. Das habe ich nun nachgeholt. Es war an einem Sonntag und ich fühlte mich entspannt. Also legte ich mir eine meiner Girly-CD’s aus Teenager-Zeiten (nein, die sind im Zuge meines Aussortierens natürlich nicht hinausgeflogen und ja, wer mich kennt, weiß ganz genau, von welchem Interpreten wir hier reden) in meine Stereo-Anlage aus Teenager-Zeiten ein und begann, mein Zimmer zu dekorieren.

Es fühlte sich an, als wäre ich in eine WG eingezogen. Es war ein gutes Gefühl. Nun, ihr müsst das richtig verstehen – dekorieren heißt bei mir nichts Krasses. Es heißt: Man nehme ein paar Postkarten, ein bisschen Washi Tape und ein paar Stoffreste und hänge das irgendwie in einer sinnvollen Anordnung an die Wand. Man nehme ein paar Kerzen und finde den richtigen Ort für sie im Zimmer. Man drehe das Regal so oft ein paar Millimeter nach links und rechts, bis man das Gefühl hat, dass es im perfekten Winkel steht. Viel mehr kann ich nicht. Aber das ist vollkommen in Ordnung, denn genau das macht mir Spaß. Genau dieses simple Aussuchen von der richtigen Postkarte für die richtige Stelle ist das was ich brauche, um abzuschalten. Im Zusammenhang mit einer Mainstream-girly-pop-Musik im Hintergrund mag das paradox klingen. Doch genau diese versetzte mich automatisch in Zeiten, in denen beispielsweise Schule meine größte Sorge war. Oder ein sinnloser Liebeskummer. Also nichts wirklich Lebensentscheidendes (Hab ich das laut gesagt? Bitte – nehmt die Schule ernst!). Es gab mir ein unbeschwertes Gefühl und ich fühlte mich jung. Ich weiß, das bin ich immer noch. Aber ich fühlte mich richtig jung. 😉

Ich mag es, mich in etwas scheinbar Simplem zu vertiefen – aus einer einfachen Aufgabe ein kleines Projekt zu machen und sich diesem mit so viel Zeit, wie man eben möchte, zu widmen. Das ist ein Luxus, den ich mir nicht häufig gönne, der mich aber zur Ruhe bringt und „große“ Probleme auf einmal nicht mehr so groß erscheinen lässt. Ich glaube, dass wir uns diesen Luxus deshalb genau dann gönnen sollten, wenn es rational und zeitlich betrachtet keinen Sinn macht.

2.) Kochen und Wein

Punkt zwei ist weniger kryptisch als Punkt eins, denn es ist genau das: Kochen und Wein. Wenn ich vor einigen Jahren gewusst hätte, dass ich das mal schreibe, hätte ich wohl über mich selbst gelacht. Früher hatte ich weder viel für Wein noch fürs Kochen übrig. Wein habe ich schnell als ein gemütliches Genuss-Getränk lieben gelernt und auch mit dem Kochen habe ich mich angefreundet (schlicht dadurch, dass ich gezwungen war, es zu tun). Die Kombination beider Dinge ist das Beste. Und ja, ich rede hier von allein kochen und dabei allein Wein trinken.

Ich bin jemand, der Dinge dann am besten tut, wenn er nicht zu viel darüber nachdenkt – sprich, allein für mich im stillen Kämmerlein und ohne das Gefühl, etwas präsentieren zu müssen, funktioniert es am besten. Deswegen koche ich am liebsten allein und am liebsten nur für meinen Mann und mich. Und ich experimentiere gern. Ab und zu koche ich auch nach einem Rezept, aber meistens habe ich einfach nur viel Gemüse, ein bis zwei Beilagen und kombiniere das zu irgendetwas auf irgendeine Art und Weise. Und das, ganz ohne unter Beobachtung zu sein, ohne Rechenschaft vor irgendjemandem ablegen zu müssen. Das klingt vielleicht albern, aber irgendwie gibt mir das ein besonderes Gefühl der Freiheit. Und wenn ich dann noch einen Wein dazu trinke, der Geruch der angebratenen Zwiebel in der Luft hängt, und irgendeine (vielleicht dieses Mal nicht ganz so anspruchslose) Musik im Hintergrund läuft, gehört das zu diesen schlichten Dingen, die mich jederzeit glücklich machen können.

3.) Gottesdienst am Sonntag morgen

Wer diesen Blog schon eine Weile liest oder mich persönlich kennt, weiß wahrscheinlich, dass ich Christ bin. Und für gewöhnlich gehe ich sonntags in den Gottesdienst – nicht, weil mich irgendjemand dazu zwingt oder aus Tradition. Ich tue das, weil ich tatsächlich daran glaube, dass der Schöpfer dieser Erde eine Beziehung zu uns Menschen haben möchte. Und ich möchte diese Beziehung pflegen.

Manchmal fällt es mir jedoch schwer, Sonntag früh aufzustehen. Oder mir ist nicht danach, mich unter viele Leute zu begeben. Das glaubt man mir zwar selten, aber es gibt tatsächlich Phasen in meinem Leben, in denen es mir schwer fällt „Konversation“ zu führen. (Mit Small Talk-Konversation tue ich mich im Allgemeinen schwer – siehe hier). Doch im Endeffekt bereue ich es nie, wenn ich mich trotzdem aufgerappelt habe und, auch wenn es erst nicht meinem Gefühl entsprach, in den Gottesdienst gegangen bin. Denn ganz egal wie es mir geht: ein Gottesdienst richtet mich auf das aus, was wirklich im Leben zählt. Gott ist meine Konstante und sich dieser bewusst zu machen, tut immer gut. Meist spricht mich eben doch die Predigt an, manchmal ist es schlicht die Gemeinschaft mit anderen Christen, die mich glücklich macht. Irgendetwas ist es immer. Denn all das ist auf das ausgerichtet, was wirklich im Leben zählt.

4.) Freunde im Alltag treffen

Keine Frage: es ist eine tolle Sache, sich am Wochenende zu einem langen Mädelsabend zu treffen, am besten inklusive Übernachtung. Oder am Samstag so richtig ausführlich und lang mit Freunden zu brunchen. Aber ich habe noch einmal ganz neu zu schätzen gelernt, wie toll es ist, Freunde im normalen Wochenalltag zu treffen, selbst wenn es nur kurz ist. Denn wenn wir mal ehrlich sind: Das Wochenende ist schnell voll (Stichwort „Freizeitstress“…). Gefühlt versuche ich manchmal, mein ganzes Leben in diese zwei Tage zu pressen (was übrigens nicht funktioniert, also probier es gar nicht erst aus). Aber es ist so: Alle 7 Tage der Woche sind tatsächlich lebenswert!

Manchmal gehe ich von der falschen Annahme aus, dass ein Treffen nur dann sinnvoll ist, wenn ich viel Zeit habe – und oft ist es das auch, vor allem, wenn ich jemanden länger nicht gesehen habe. Aber manchmal reicht es genauso, sich kurz mit jemandem in der Mittagspause zu treffen oder zwischen zwei Vorlesungen 10 Minuten auf dem Campus zu quatschen. Oder, wie ich es derzeit tue, gemeinsam einen Sportkurs zu besuchen. Dabei kann ich nicht unbedingt viel mit meiner Freundin reden, aber ich teile Alltag mit ihr. Gemeinsam zu lernen ist ebenso eine schöne Möglichkeit, aus „geteiltem Leid halbes Leid“ zu machen. Es zeigt mir, dass es gar nicht so kompliziert sein muss, Zeit mit Freunden zu verbringen. Und es verbindet noch einmal auf ganz neue Weise.

Alles in allem glaube ich, dass es kontraproduktiv ist, in stressigen, to-do-geladenen Zeiten nach einem „glamouröseren“, „besseren“ Leben Ausschau zu halten. Ich stelle hiermit die These auf, dass du nichts Glamouröses brauchst, um deinen Sorgen zu entfliehen. Häufig sind es die einfachen Dinge, die sich ganz natürlich in den Alltag integrieren lassen, die uns glücklich machen können – vorausgesetzt wir sprechen ihnen diesen Wert auch zu. 10 Minuten mit einem Freund zu reden hat Wert. Ein leckeres Essen zu kochen hat Wert. Fühl dich ermutigt, diese scheinbar einfachen Dinge zu zelebrieren und dankbar für sie zu sein!

Was sind deine Glücksmomente im Alltag? Wodurch kommst du zur Ruhe und kannst deine Sorgen vergessen? Lass es mich gern in den Kommentaren wissen.

(Bald folgt, aufgrund unseres Umzugs, auch noch ein „Minimalismus-Update“! Wenn dich meine ersten drei Beiträge zu diesem Thema interessieren, kannst du sie gern in der Kategorie „Lifestyle“ nachlesen.)

Constanze

(Photo by Ariel Lustre)

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Wie du die dunklen Jahreszeiten lieben lernst

Schon bemerkt? Am Freitag war Herbstanfang! Na ja, der Hebst hat wohl schon einige Tage zuvor Einzug in Deutschland genommen. Ich persönlich freue mich darüber. Auf die Frage, was meine Lieblingsjahreszeit ist, würde ich meist mit „Frühling“ antworten, jedoch mit folgenden Nachsatz: „Eigentlich mag ich alle!“ Es ist nicht so, dass ich Angst habe, die Gefühle irgendeiner Jahreszeit zu verletzen. Ich liebe lediglich den Wechsel der Jahreszeiten. Ich liebe es, in einem Gebiet der Erde zu leben, in dem ich diesen Wechsel viermal im Jahr beobachten kann (mehr oder weniger intensiv…). Wenn alle anderen anfangen, sich über den plötzlichen Wetterumschwung aufzuregen, bin ich einfach fasziniert. Veränderung! Das ist es, was der Jahreszeitenwechsel mit sich bringt und mich fasziniert. Den Frühling finde ich lediglich besonders zauberhaft, „gut riechend“ und von der Temperatur her angenehm.

Trotz meiner Liebe für alle Jahreszeiten ist mir im letzten Jahr das erste Mal bewusst aufgefallen, dass mir die Dunkelheit in Herbst und Winter zu schaffen macht. Ich bin jemand, der Licht sehr mag. Jemand, der lieber eine helle große „Kliniks“-Birne als zwei kleine kuschelig orange Lämpchen hat, mit denen man sein Buch nur so halb erkennt. Jemand, der in einen Raum hineinkommt und fast instinktiv erst einmal auf den Lichtschalter drückt. Ich glaube, es ist einfach so: Licht belebt mich. Es lässt mich aktiv sein. Wenig Licht vermittelt mir unmittelbar das Gefühl, mich auf die Couch legen zu müssen, zu entspannen und einen Film zu schauen. (Weswegen wenig Licht in genau solchen Situationen natürlich auch vollkommen okay ist.) Deswegen bekomme ich genau dann ein Problem, wenn ich aktiv sein muss oder möchte, genügend Licht jedoch nicht vorhanden ist. Und die Sonne ist nun einmal diese eine große Lichtquelle, auf die wir keinen Einfluss haben.

Ich war immer sehr überrascht, wenn es plötzlich wieder dunkler wurde. Als hätte ich vergessen, dass es all die letzten Jahre auch schon so war. Im letzten Herbst und Winter befand ich mich außerdem, wie viele andere auch, in einer Lebenssituation, in der es normal ist, im Dunklen das Haus zu verlassen und im Dunklen wieder heimzukehren. Dazu kam, dass ich viel Zeit mit einer Tätigkeit verbrachte, mit der ich nicht wirklich zufrieden war. Wenn ich also nach Hause kam und endlich etwas tun konnte, was ich wollte, war es schon dunkel und es viel mir schwer, das letzte bisschen Energie in mir zusammenzukratzen. Die Dunkelheit zog mich herunter. Dieses Jahr habe ich mich deshalb ganz bewusst auf diese Zeit eingestellt. Im Endeffekt möchte ich Herbst und Winter genauso genießen wie Frühling und Sommer! Hier folgen deshalb 4 meiner persönlichen Tipps, um sich nicht so sehr von der Dunkelheit herunterziehen zu lassen und sich auf das Positive zu konzentrieren:

1.) „Embrace it.“

Meiner Meinung nach gibt es kein gutes deutsches Wort, welches das ausdrückt, was das englische Wort „embrace“ bedeutet. Das online-Wörterbuch Leo übersetzt es mit „jemanden umarmen“, „etwas annehmen“, „etwas begrüßen“. Ein Mix aus diesen drei Übersetzungen ist ungefähr das, was ich meine. Denn ich glaube, dass es total wichtig ist, die dunklen Jahreszeiten als das zu akzeptieren, was sie sind und sie nicht als schlechter zu bewerten, nur weil sie mit Dunkelheit und Kälte einhergehen. Wer die Dunkelheit im Vorhinein fürchtet, lässt sich mit ziemlich großer Sicherheit auch schneller von ihr herunterziehen.

Dieses Jahr habe ich probiert, es ein wenig anders zu betrachten. Als ich bemerkte, dass es schon um 8 Uhr dunkel wurde, war ich fasziniert über diese Veränderung. Ich machte mir bewusst, dass es die nächsten Monate noch krasser werden würde und akzeptierte es. Ich versuchte, mich auf das Positive zu konzentrieren, was diese Veränderung mit sich bringen würde: auf Kuschelsocken, Farben, Tee und vieles mehr.

2.) Lebe die Veränderung

Diese eine Sache, die für mich völlig unverständlich ist, ist folgende: Unser Versuch, in den kalten, dunklen Jahreszeiten unbedingt genauso produktiv und aktiv zu sein wie in den hellen, warmen. Versteht mich nicht falsch: Ich bin absolut für Produktivität, ich liebe es, Dinge effektiv zu erledigen. Doch ich glaube, dass wir akzeptieren sollten, dass das nicht immer so gut geht. Wenn es früher dunkler wird, werden viele auch früher müde oder träge – so auch ich. Und das ist normal! Also: Sei nicht so streng mit dir. Stelle dich auf diese Veränderung ein und passe dich an, je nachdem wie du es brauchst.

Im letzten Jahr habe ich beispielsweise gemerkt, dass ich abends eher ruhigen Hobbys nachgegangen bin. Ich habe mich ein wenig in Kalligraphie geübt, obwohl ich sonst nicht unbedingt der Mal- und Basteltyp bin. Für Musik, die ich sonst oft gemacht habe, hatte ich nicht mehr viel Energie übrig. Probier also einfach mal etwas neues aus! Und erlaube dir, dich früher als sonst mit einem Buch auf die Couch zu legen. Erlaube dir, früher müde zu werden und früher ins Bett zu gehen. Das ist nicht immer ein Zeichen von Schwäche oder Faulheit – es ist lediglich eine typische Art der Anpassung in kalten, dunklen Zeiten. Das Wetter verändert sich und wir ein Stück weit mit ihm.

3.) Genieße die Gemütlichkeit

Das ist für mich das Tollste an Herbst und Winter: Das gemütliche Flair. Sobald ich vor einigen Wochen bemerkte, das unsere Wohnung kühler wurde, begann ich wieder, mir Tees zu kochen und Kerzen anzuzünden. Ich habe nicht überall in der Wohnung Kerzen herumstehen, und ich bin auch sonst kein großer Deko-Meister, aber es reichen schon zwei kleine Teelichter während ich ein Buch lese oder einen Blog-Beitrag schreibe, um mir ein „kuschelig-warmes“ Gefühl zu vermitteln. Dann noch eine Wolldecke umgeschlungen und das gemütliche Flair ist perfekt. Kalt ist mir zwar auch nicht gern, aber in gewisser Weise genieße ich die Kälte sogar ein bisschen, weil sie mich die Wärme unter einer Decke oder an einer Heizung noch mehr wertschätzen lässt. Und mein persönlicher Tipp, was das Kerzen anzünden angeht: Streichhölzer statt Feuerzeug benutzen! Das riecht einfach besser. 🙂

4.) Mach Abend-Spaziergänge (oder andere schöne Dinge)

Viele Leute lieben ja Abend-Spaziergänge im Sommer – und gegen die laue warme Abendluft ist auch wirklich nichts einzuwenden! Doch als ich vor kurzem in einer der ersten kühlen Herbst-Nächte mit meinem Mann durch die Stadt gelaufen bin, hatte das auch etwas ganz besonderes. Ein Abend-Spaziergang im Herbst oder Winter bedeutet, dass du dich ganz bewusst der Dunkelheit aussetzt – und damit nimmst du dir selbst die Angst vor ihr. Voraussetzung ist natürlich, dass du dich warm anziehst und nicht allein irgendwelche unbeleuchteten Straßen entlanggehst… Aber vielleicht gibt es ja einen beleuchtet Park in deiner Nähe? Oder einfach die belebte Innenstadt? Ich genieße es ungemein, die frische kühle Abendluft einzuatmen. Das ist genau die Luft, die ich im Sommer vermisse, wenn ich mich von der Schwüle erdrückt fühle. Zieh dich einfach warm an (und fühl dich nicht schlecht, wenn du bereits jetzt dicke Pullover aus dem hinteren Bereich deines Kleiderschranks hervorziehst – Hauptsache, du fühlst dich wohl!) und ab in die kühle Dunkelheit, in der man auch mal unbeschwert durch die Straßen hüpfen kann ohne dass es sofort jemandem auffällt…

Das Geheimnis ist sozusagen, die Dunkelheit mit positiven Aktivitäten und Gedanken zu verknüpfen. Und Positives im Herbst zu finden, ist nicht schwer! Die Natur nimmt wunderschöne Farben an, der Tee duftet, der Kakao ist süß, die Wolldecke weich, die Kastanien schöne Dekoration… Du musst einfach nur losgehen und das Beste daraus machen. 🙂

Ich wünsche dir eine wunderbare Herbstzeit!

Constanze

 

 

 

 

 

Veröffentlicht in Gedanken, Motivierendes

Motivationslosigkeit – und warum ich dankbar für sie sein kann

Meine Liste für Blogartikel-Ideen ist lang. Regelmäßig füge ich neue Gedanken hinzu. Dinge, die mir im Alltag begegnen, Gedanken über das Leben, darüber, wie Menschen es führen und so weiter. Irgendetwas beschäftigt mich immer. Auch in der letzten Woche hatte ich solche Ideen und machte mir erste Notizen. Doch weiter kam ich nicht. Immer mal wieder setzte ich mich mit dem Laptop hin und öffnete das Word-Dokument. Da waren sie: meine Ideen. Und sie sahen auch ganz schön aus. Aber irgendetwas hielt mich davon ab, loszutippen. Vielleicht kennst du dieses Gefühl ja: Eine Hausarbeit? Die Wohnung, die endlich mal geputzt werden müsste? Steuererklärung? Sport? Am Musikinstrument dranbleiben? So viele Vorhaben, die man immer mal wieder ein wenig von allen Seiten betrachtet und doch nicht loslegt.

Motivationslosigkeit. Mir fiel auf, dass ich diese länger nicht mehr wahrgenommen hatte. In letzter Zeit strotzte ich nur so davon, meine Tage gut durchzuplanen und die meisten Stunden sinnvoll zu nutzen. Ich hatte einen richtigen Motivations-Schub! Und was ich dabei vor allem beachtete: Jedes meiner Hobbys sollte regelmäßig seinen Platz im Terminkalender finden. Meine Aktivitäten außerhalb der Arbeit sollten gut organisiert sein. Dazu gehört eben auch mein Blog. Seit vergangenem Montag stand deshalb „Blog-Artikel schreiben“ jeden Tag auf meiner To-do-Liste – bis heute. Aber nur, weil ich es von Tag zu Tag verschob. So nach und nach machte ich mir Sorgen. War das jetzt schlimm?

Heute beschließe ich: Nein. Ich muss mich sogar ein wenig zwingen, dass zu beschließen. Zu sagen, dass es okay ist. Denn ich habe einen leichten Hang zum Perfektionismus, was meine Lebensgestaltung angeht. So ganz generell. Und als ich beschließe, dass es okay ist, wird mir auf einmal bewusst, was für ein Luxusproblem Motivationslosigkeit eigentlich ist. Denn was bedeutet es?

Es bedeutet, dass ich unglaublich viele Möglichkeiten habe, etwas zu tun. Es bedeutet, dass ich neben meinem Job auch Hobbys habe, denen ich jederzeit nachgehen kann. Es bedeutet, dass ich niemals Langeweile haben müsste. Und das macht mich auf einmal dankbar. Langeweile! Die habe ich gar nicht gemocht, als ich ein Kind war. Man fühlt sich dann so komisch leer und gleichzeitig hippelig. Man will ja schließlich sein Leben leben und die Langweile kann einem da ganz schön einen Strich durch die Rechnung machen. Nervig! Auf den ersten Blick mag Motivationslosigkeit das gleiche wie Langeweile sein – doch das stimmt nicht. Langeweile bedeutet nämlich, dass man keine Möglichkeiten sieht, etwas zu tun. Die Ideen fehlen. Motivationslosigkeit bedeutet, dass es viele Möglichkeiten gibt, womöglich sogar eine lange Liste, doch man kann sich nicht durchringen, zu starten.

Ich bin dankbar, dass ich lange keine Langeweile mehr verspürt habe. Ich bin dankbar, dass ich fast immer Ideen habe, die ich theoretisch umsetzen könnte. Warum mich jetzt die Motivationslosigkeit überfallen hat? Es gibt meist viele Gründe, warum ich nicht loslegen kann, obwohl ich es eigentlich möchte. Welche sind deine? Vielleicht spannt dich die Arbeit zu sehr ein. Vielleicht bist du gesundheitlich angeschlagen. Vielleicht machst du dir zu viele Sorgen über etwas oder jemanden. Vielleicht ist deine To-do-Liste auch einfach zu lang und erschlagend. Vielleicht fühlst du dich unsicher und dein Selbstbewusstsein ist nicht ganz auf der Höhe.

Ich persönlich muss diese Gründe nicht immer komplett verstehen. Aber ich muss sie akzeptieren und mir sagen, dass es okay ist. Ich muss diese Wand, die vor mir steht, wahrnehmen – sonst renn ich nämlich immer wieder dagegen. Und dann kann ich bei ihrem Anblick sogar ein wenig dankbar sein. Dankbar, dass es so viele Dinge gibt, bei denen ich Motivationslosigkeit empfinden kann. Dankbar, dass es möglich ist, dass eine gedankliche Mauer vor meinen persönlichen Zielen steht – was schließlich bedeutet, dass ich persönliche Ziele habe. Dankbar, dass da nicht einfach nichts ist.

Und dann entscheide ich mich. Ich entscheide, dass ich trotzdem weiter machen und einen Weg an der Wand vorbei suchen werde. Ich entscheide, dass ich einfach lostippe und mal schaue was passiert, auch wenn es nicht perfekt ist.

Ich möchte auch dich ermutigen, nicht vor deiner Motivationslosigkeit zu kapitulieren. Denn wenn wir resignieren und glauben, dass wir es nicht drauf haben, kann das schnell in Faulheit umschlagen. Dann geben wir auf und bleiben einfach vor unserer persönlichen Mauer der Motivationslosigkeit sitzen. Wir sollten uns jedoch auch nicht unter Druck setzen, schnell das Problem lösen zu müssen, ohne die Wand der Motivationslosigkeit erst einmal wahrgenommen zu haben. Probier also nicht dagegen zu rennen und sie zu durchbrechen – vor allem nicht, wenn sie sehr dick ist. Tritt stattdessen einen Schritt zurück und betrachte sie. Vielleicht fällt dir sogar auf, wo das Problem liegt und wie diese Mauer überhaupt erst entstehen konnte. Verzweifle jedoch auch nicht, wenn du es nicht verstehst! Denn ob du es verstehst oder nicht – nun kannst du einen neuen Weg einschlagen, einen Weg an der Mauer vorbei. Du kannst dich konkret auf die Suche danach begeben. Einen neuen Weg zu finden ist natürlich eine Herausforderung. Doch der erste Schritt ist eigentlich simpel. 🙂

Ich wünsche dir (und mir) viel Erfolg dabei!

Constanze

(photo by David Preston)