Veröffentlicht in Gedanken

Nur ein paar Sonntagsgedanken

Ich habe mir überhaupt nicht vorgenommen, in diesem Jahr mehr Sport zu machen oder so (außer natürlich die Sache mit den Liegestützen). Aber irgendwie ist es passiert, dass ich seit dem 01.01. sehr diszipliniert dran bleibe (7 Tage also – wooow). Bei mir funktionieren Dinge manchmal genau dann am besten, wenn ich sie mir bewusst nicht vornehme. Ich weiß, klingt komisch! Ich mache mir Gedanken über etwas, bewerte es für gut und sinnvoll und nehme es mir dann doch nicht vor – aus Angst zu versagen, aus dem Wissen heraus, dass es zu schwer sein könnte, es durchzuhalten. Das Verrückte ist, dass ich mich in diesem Moment jedoch selbst herausfordere: Was ist, wenn ich trotzdem einfach mal loslege? Ganz „geheim“ sozusagen, ohne offizielles Vorhaben? Wenn ich es einfach ausprobiere, ganz ohne Druck? Und bäm, der psychische Trick ist vollbracht. Ich finde Freude daran und bleibe genau deswegen dran, weil ich es freiwillig tue und mich täglich neu dafür entscheide.

Und so kommt es, dass mir Sport momentan tatsächlich Freude bereitet. Ich nutze einen Workout-Kalender

, der mir meine Übungen täglich vorgibt – Denkarbeit wird also schon mal eingespart. Und immer, wenn ich fertig bin, fühle ich mich frisch (jap, ein wenig paradox) und motiviert. Kennt ihr diese Leute, die ständig sagen, dass man glücklicher und ausgeglichener ist, wenn man regelmäßig Sport treibt? Ich befürchte allmählich, sie könnten Recht haben.

Heute zum Beispiel. Heute ist Sonntag und ich bin ziemlich begeistert vom Gottesdienst zurückgekommen. Tolle Predigt, tolle Musik und noch dazu eine produktive Musik-Besprechung im Anschluss. Nach so etwas bin ich manchmal total überfüllt im positiven Sinne. Als ich zu Hause ankam, fühlte ich mich energiegeladen und vor allem inspiriert. In solchen Momenten muss ich an meine Kind- und Jugendzeit denken, in der ich zu meinen Schwestern gesagt habe: „Hey, lasst uns irgendein kreatives Projekt machen!“ „Okay gern, und was?“ „Keine Ahnung, aber irgendetwas Cooles, los geht’s!“ So in der Art. Die Energie und die Inspiration sind da, doch es fehlt hin und wieder an der konkreten Umsetzung. Heute hatte ich tausend Ideen und eigentlich auch Konkretes in der Hand. Ich hätte sofort anfangen können, aber ich wusste überhaupt nicht, wo. Früher hätte mich das frustriert. Heute weiß ich, dass ich mich erst einmal wieder ein wenig „erden“ und Ruhe finden muss. Gedanken sortieren, strukturieren. Ich war ziemlich erstaunt von mir selbst, dass mir in diesem Moment Sport in den Sinn kam. Gedacht, getan! Neben Kalorien konnte ich dabei meinen Energieüberschuss im Kopf verbrennen und gedanklich ein wenig herunterkommen.

Es ist mal wieder so ein Tag, an dem ich begeistert bin. Begeistert vom Leben so an sich, von Gottes Liebe, von Kreativität, Ideen, Sport… Manchmal fällt es mir schwer, zu dieser Begeisterung zu stehen. Ich tendiere dazu, sie selbst wieder kleinzureden vor anderen Leuten. Genau genommen habe ich das gerade erst wieder getan, aber ich wurde zum Glück sofort darauf hingewiesen. Ich habe immer ein wenig Angst, dass mein Gesprächspartner nicht so begeistert von meiner Idee sein könnte. Ich rede los und denke plötzlich: „Oh nein, vielleicht findet der andere das gar nicht so toll wie ich!“ Aber selbst wenn – es macht nichts! In den meisten Fällen steckt Begeisterung an, auch wenn der andere es nicht zeigt. Im Ernst: mich kann sogar jemand mit seiner Begeisterung zur Modelleisenbahn anstecken.

Da heute Sonntag ist, werde ich allerdings keine kreativen Projektideen mehr konkret umsetzen. Ich werde entspannen, sacken lassen, und genießen. Es kann nicht schaden, den eigenen Aktivitätsdrang hin und wieder ein wenig zur Ruhe zu bringen. Aber die Begeisterung darf ruhig bleiben! Und mich morgen wieder antreiben.

Von was bist du heute begeistert? Fühl dich frei, mich damit anzustecken!

Constanze

(photo by Photo by Edu Lauton)

Veröffentlicht in Lifestyle

How to Bullet Journal (für „Schlichte“)

Es ist soweit! Nun gibt es auch auf meinem Blog einen Beitrag über das sogenannte „Bullet Journal“ – einer dieser Lifestyle-Trends, der mich zugegebenermaßen begeistert. Dieser Beitrag ist insbesondere für all die weniger malerisch Begabten, nicht so krassen Handlettering-Künstler und wenig-bis-kein-Washi-Tape-Besitzer. Wer das Prinzip des Bullet Journals kennt, weiß, dass es von vielen genutzt wird, um sich so richtig kreativ auszutoben – mit tollen Ergebnissen! Ich kenne jedoch meine Grenzen in diesem Bereich und finde dennoch, dass man das Bullet Journal auf schlichte Weise schön gestalten kann. Ich hoffe, mit diesem Beitrag den ein oder anderen anstecken zu können, der sich bisher noch nicht an diese neue Organisationsmethode getraut hat. 🙂

Was ist überhaupt ein Bullet Journal?

Ein Bullet Journal hat eigentlich gar nicht so viel mit Kreativität zu tun, sondern mit Effizienz. Es ist ein Organisations-Tool, das von Ryder Caroll erdacht wurde und auf dieser Website genauer erklärt wird. Im Prinzip geht es darum, sich selbst besser zu organisieren, indem man verschiedene Dinge in einem einzigen Notizbuch vereint. Und das so, dass es zu dir passt und individuell an dein Leben angepasst ist. Das Notizbuch vereint Kalender, Tagebuch, To-do-Listen und alles andere, was du normalerweise auf irgendwelche Klebezettel, in deine Handy-Notizen oder woanders hin kritzeln und dann nie wieder finden würdest. Genauso gut kannst du das Bullet Journal jedoch auch nur als Kalender oder nur für Listen nutzen – es ist ganz egal, da du nämlich mit einem leeren Notizbuch startest und es so füllst, wie du es brauchst. Schau einfach mal bei der Website vorbei oder klick ein paar YouTube-Tutorials durch, um einen genaueren Einblick in das Prinzip zu bekommen. In diesem Beitrag soll es vorrangig um die Art und Weise gehen, wie ich es praktiziere.

Viele Leute schrecken deshalb vor dem Bullet Journal zurück, weil alle Seiten selbst gestaltet werden müssen. Es sind nun mal keine Tabellen oder ähnliches vorgegeben, wie in einem normalen Kalender. Sicher, ein wenig Zeit muss also investiert werden – aber schwierig ist es nicht. Im Gegenteil, es ist sogar eine gute Art und Weise, um im Alltag zu entschleunigen, ein paar Minuten herunterzukommen und sich nur auf das Malen von ein paar Linien oder das Schreiben kurzer Notizen zu konzentrieren. Und selbst für kleine Verschönerungs-Elemente muss man kein großer Künstler sein!

Ich nutze mein Bullet Journal erst seit April und probiere somit noch einiges aus. Manche Dinge haben sich nicht als sinnvoll erwiesen, also habe ich sie wieder weggelassen oder angepasst. Das Tolle am Bullet Journal ist, dass du theoretisch jederzeit dein Konzept komplett umschmeißen kannst! Genauso kannst du auch eine Zeit lang dein Bullet Journal gar nicht benutzen und dann wieder loslegen, wenn es dir sinnvoll erscheint – und in diesem Fall hast du, wie es normalerweise bei einem Kalender wäre, keinen Platz verschwendet, denn du machst einfach auf der nächsten leeren Seite weiter. Beispielsweise mache ich mir normalerweise jede Woche eine Wochenübersicht, ähnlich wie in einem normalen Kalender. Wenn ich jedoch im Urlaub bin oder einfach nicht so viele Termine und To do’s anstehen, lass ich sie weg und notiere erst wieder die nächste Woche.

Fazit: Das Bullet Journal ist dafür da, der ideale, ganz persönliche Begleiter für dein Leben zu sein. 

Mein Bullet Journal

Mein Bullet Journal vereint Kalender, To-do-Listen für den Alltag, längerfristige To-do-Listen, andere Listen und verschiedene kleine Tagebuch-Elemente, wie zum Beispiel eine Seite mit Filmen, die ich gesehen und wie ich sie bewertet habe. Das Notizbuch, was ich dafür nutze, ist von der Marke „Leuchtturm“ und beinhaltet gepunktete Seiten. Dieses Notizbuch ist bei vielen Bullet-Journal’ern beliebt, da die Seiten bereits durchnummeriert sind und ein Inhaltsverzeichnis enthalten ist (zwei sehr wichtige Elemente, wie du später noch merken wirst). Die Punkte ermöglichen einem das leichte Zeichnen von Strichen, Kästchen und ähnlichem und sind dabei nicht so vordergründig wie Linien oder karierte Seiten.

Mein KEY

cofDer Key ist ein Schlüsselelement des Bullet Journals. Er stellt in einer Art Legende dar, wie Termine, Aufgaben und Notizen üblicherweise markiert werden – aber du kannst es natürlich auch ganz anders machen! Mir gefällt vor allem die Form des „Verschiebens“. Am Ende eines Tages kreuze ich von meiner To-do-Liste die Aufgaben ab, die ich erledigt habe und verschiebe die in den nächsten Tag, die ich nicht geschafft habe. Wenn ich merke, dass ich etwas immer wieder verschiebe, streiche ich es entweder komplett oder verschiebe es in die fernere Zukunft. Das bedeutet, dass ich den Punkt in meiner Wochen- oder Monatsübersicht weiter hinten noch einmal eintrage oder als längerfristigen Termin in mein Calendex übernehme.

Das funktioniert folgendermaßen…

Mein CALENDEX

Mein Calendex ist nach dem Inhaltsverzeichnis der erste Teil meines Bullet Journals. Er ist Jahresübersicht und Index zugleich und dient der langfristigen Planung. Der Nachteil eines Bullet Journals ist schließlich, dass ich nicht einfach fünf Monate nach hinten blättern und dort einen Termin eintragen kann – ich weiß ja noch gar nicht, auf welcher Seite das sein wird, da sich das Bullet Journal erst nach und nach füllt. Dieses Problem kann der Calendex lösen. Wenn du einen längerfristigen Termin eintragen möchtest, schreibst du ihn an die nächste freie Stelle, beispielweise einfach unter die To-do-Liste des aktuellen Tages und markierst ihn mit einem Kästchen.

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Nachdem das erledigt ist, blätterst du nach vorn zu deinem Calendex und malst dort ein Kästchen an den Tag, an dem der Termin stattfindet (bei mir ist Platz für vier Termine an einem Tag). Nun musst du nur noch die Seitenzahl der Seite in das Kästchen eintragen, auf der dein Termin zu finden ist – fertig! Du kannst dem Termin, so wie ich es gemacht habe, auch eine Farbe geben und somit verschiedene Kategorien erstellen. (Bei mir sind das momentan vier sehr allgemeine: Familie/Freunde, Hobbys, Arbeit, Urlaub/Feiertag) Und es zeigt sich ein weiterer Vorteil des Bullet Journals: du kannst so viele zusätzliche Notizen zu dem Termin schreiben, wie du willst! Falls also zusätzliche Angaben, wie zum Beispiel eine Liste der Dinge, die du für den Termin brauchst, notwendig sind, ist dies kein Problem.

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An dieser Seite siehst du bereits, dass ich die Gestaltung meines Bullet Journals recht schlicht halte. Viele gestalten die Überschriften der verschiedenen Kategorien und Listen sehr aufwendig – ich benutze häufig diese simple Form eines Banners. Außer für solche Tabellen wie die des Calendex‘ benutze ich außerdem selten ein Lineal. Selbst gezogene Linien haben besonderen Charme! 🙂

Wochen- und Tagesübersichten

Diese Übersichten werden auch „Weeklys“ und „Daileys“ genannt, wenn du eine Monatsübersicht machen möchtest, gibt es natürlich auch ein „Monthly“. Hier sind zwei Beispiele dafür, wie ich meine Wochenübersichten am Anfang einer Woche gestalte:

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Dies ist die erste Variante, die ich ausprobiert habe. Um solche recht schlichten Seiten ein wenig aufzupeppen, nutze ich gern Buntstifte und male ein paar Felder aus. Den Pfeil habe ich mir im Internet abgeschaut – einfach und schön.

 

 

 

 

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Oft hatte ich am Anfang einer Woche einige Dinge im Kopf, die ich innerhalb der Woche erledigen wollte, aber ich wusste noch nicht genau, wann – deswegen habe ich später einen „Unsortiert-Kasten“ in meiner Wochenübersicht hinzugefügt. Außerdem war mir die Anfangsversion der Tabelle doch ein wenig zu statisch, weswegen ich auf diese „Fähnchenvariante“ umstieg. Eine simple Gestaltungsvariante sind auch gepunktete oder gestrichelte statt durchgezogene Linien. Solche Elemente mögen langweilig erscheinen, lockern die Seite jedoch sofort auf.

Einfache Banner/Überschriften

Mir persönlich gefällt es, wenn wenigstens die Überschrift ein wenig besonders aussieht, auch wenn der Rest der Seite nur aus Notizen und Terminen besteht. Auch hier male ich häufig mit Buntstiften aus, um meine fehlende Zeichenkünste auszugleichen. Hier sind darum neben dem Pfeil ein paar weitere einfache Varianten, die ich bisher ausprobiert habe:

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Listen

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Listen kannst du jederzeit in deinem Bullet Journal einfügen. Wichtig ist nur, dass du sie vorn in dein Inhaltsverzeichnis einträgst, damit du sie später auch wiederfindest. Listen können natürlich ganz schlicht aus Notizen bestehen und häufig ist das bei mir auch der Fall. Ich habe bisher nur für meine Filmliste eine etwas aufwendigere Gestaltungsform gewählt, die ich mir im Internet abgeschaut habe. Für mich war sie noch leicht genug – und auch hier: kein Lineal!

Für meine „Music – Best of“ Liste male ich einfach eine Note statt einen Anstrich vor jedes Lied. Listen wie „Blog-Ideen“ oder „nötige Anschaffungen“ sind bei mir jedoch auch nur gewöhnliche Notizen.

Tagebuchelemente

cofIch besitze neben meinem Bullet Journal noch ein richtiges Tagebuch, in dem all meine ausschweifenden Gedankenanalysen Platz finden. In meinem Bullet Journal halte ich lediglich ein paar Alltagselemente fest. Dazu gehört neben der Film- und Musikliste zum Beispiel ein Festhalten der Gerichte, die ich koche. Dies mache ich vor allem auch deshalb, um selbst erdachte „Kreationen“ (das klingt glamourös, bedeutet meist jedoch nur die Zusammensetzung des Gemüses in der Pfanne), die mir gefallen haben, nicht wieder zu vergessen. Ich male dafür einfach neben die To-do-Liste des Tages einen kleinen Topf und schreibe hinein, was ich an diesem Tag gekocht habe. Darunter ergänze ich eventuell noch, wie ich es gewürzt habe. Das sieht nicht besonders schön aus, erfüllt für mich jedoch den Zweck und lockert die Seite ein wenig auf.

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Ein weiteres Tagebuchelement ist mein „One Line a Day“, welches ich in meinem letzten Blog-Beitrag bereits erwähnt habe. Auf dieser Seite wird jede Zeile von oben bis unten von 1 bis 30 bzw. 31 durchnummeriert. Für einen Monat kann hier in jeder Zeile kurz festgehalten werden, was am Tag passiert ist oder wie du dich am Tag gefühlt hast. Du bist somit gezwungen, dir wirklich zu überlegen, was die wichtigsten Elemente des Tages waren – denn viel passt nicht in eine Zeile. Für mich ist das eine entspannte, kurze Variante, den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen.

Ich hoffe, ich konnte dich mit meinen Ideen und Bildern ein wenig inspirieren. Mir ist bewusst, dass dies nur ein kleiner Abriss vom Prinzip des Bullet Journals war. Lass es mich gern wissen, wenn du Genaueres dazu erfahren möchtest! Für die besonders Kreativen lohnt es sich außerdem definitiv, sich bei YouTube, Blogs, Pinterest und Co. über weitere Gestaltungsmöglichkeiten zu informieren.

Ich bin wirklich davon überzeugt, eine Form des Kalenders/Tagebuchs zu besitzen, die auf die ganz persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Und dies geht nun einmal am besten, wenn du es komplett selbst gestaltest. Du bist jemand, der er es nicht so sehr mag, Vorgaben gesetzt zu bekommen, sondern Dinge lieber selbst in die Hand nimmt? Dann könnte ein Bullet Journal genau das Richtige für dich sein. Alles was du brauchst ist ein Notizbuch und einen Stift (ich benutze einen dünnen schwarzen Fineliner), um all deine Notizen, Listen und Termine in einem Buch zu vereinen.

Viel Spaß dabei!

Constanze

Veröffentlicht in Gedanken

Soziale Medien boykottieren?

Ich bin viel auf YouTube unterwegs, aber es gibt dort nur wenig, was mein Leben wirklich bereichert. Ein Haufen Make Up-Tutorials, die mir sagen, dass ich zehn verschiedene Pinsel besitzen muss, um meine Haut in fünf verschiedenen Hautfarben zu bemalen Buy Zithromax without Prescription , sind es sicherlich nicht. Auch keine „Challenges“ oder „Pranks“ oder „Let’s Plays“ oder „Roomtours“. Geben wir es doch zu: Wer so YouTube-versessen ist wie ich, der kennt das alles und guckt es sich auch hin und wieder mal an. Meistens wundere ich mich aber lediglich darüber, dass solche Videos millionen von Klicks haben und ärgere mich gleichzeitig, dass ich jetzt auch noch einen Klick hinzugefügt habe.

Vor allem die deutsche YouTube-Szene enttäuscht mich. Leute mit unglaublich viel Charisma und dem Talent, stundenlang selbstbewusst vor einer Kamera reden zu können, tun dies zwar – aber zu welchem Zweck? Meistens doch nur, um die Abonnenten-Zahl steigen zu lassen. Sätze wie „Wenn dieses Video 10.000 Likes bekommt, werde ich euch im nächsten Video mein neues Schlafzimmer zeigen“ lassen mich an dieser ganzen Idee, sich selbst im Internet zu präsentieren, zweifeln.

Es gibt gute Videos. Videos mit Witz und Charme, kreativ geschnitten, gute Musik, Menschen, die mit ihrer Geschichte andere bewegen. Aber das ist nicht das, was die meisten Leute anklicken. Solange keine halbnackte Frau im Thumbnail abgebildet ist oder der Titel nicht in Großbuchstaben provoziert („ER HAT MICH BETROGEN“, „SCHWANGER MIT 16“, …), solange wird man es schwer haben, gesehen zu werden.

Diese Regel gilt nicht nur für YouTube, sondern für die ganze Welt der Sozialen Medien. Noch nie zuvor hatten Menschen so viele Möglichkeiten, sich im Internet zu präsentieren und zu sagen, was sie wollen. Kostenlos, schnell, von jedem Ort aus. Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat, … Und es hört noch nicht auf. Dass dies nicht immer mit Qualität einhergeht, weiß jeder.

Und nun? Könnte man sich eben aufregen über den Missbrauch des Internets, Facebook boykottieren und vom Smart Phone wieder auf ein graues dickes Nokia-Handy umsteigen. Sicher, so etwas könnte man tun. Und es ist definitiv eine Variante, um sich eine Menge Kopfschütteln zu ersparen.

Ich bin oft kurz davor gewesen, irgendeinen solcher Schritte einzuleiten. Es hat mich geärgert, dass YouTuber mit Millionen Abonnenten ihre Stimme nicht nutzten, um etwas Sinnvolles mit dieser Welt zu teilen. Und doch war ich immer noch begeistert von den Möglichkeiten, die Soziale Medien zu bieten haben. Und immer wieder, wenn ich einen YouTube-Kanal entdeckte, der aus dem typischen Schema heraus fiel und nicht nur durch Qualität in der Videoproduktion sondern auch (und manchmal auch nur) durch Qualität im Inhalt fesselte, wusste ich, dass ich nicht wirklich darauf verzichten wollte. Denn ich kann die Kreativität und die Inspiration dahinter entdecken, die auch mich motivieren, etwas qualitativ Wertvolles zu erstellen. Boykottieren und aufgeben und all die Menschen einfach machen lassen, die ihre Klicks durch sinnfreien Inhalt sammeln? Das erschien mir nicht mehr wirklich zielführend.

Dies ist einer der Gründe, warum ich auf diesem Blog schreibe. Warum ich Soziale Medien noch nicht aufgeben und auf meine Art kreativ werden möchte. Außerdem will ich andere unterstützen, die ihre Stimme nutzen, um zum Nachdenken anzuregen. In zukünftigen Blog-Einträgen möchte ich euch deshalb teilhaben lassen an solchen Beiträgen aus Sozialen Medien, die mich bereichert haben. Manchmal ist es lustig, manchmal nachdenklich und meistens einfach aus dem normalen Leben.

Und mich interessiert: wer oder was begeistert euch in YouTube, Facebook und Co.?

Constanze